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AMORPHIS (TOMI KOIVUSAARI)

Amorphis-7

“ICH WÜRDE WOHL GERNE MAL MIT THE CARDIGANS AUFTRETEN!” – TOMI KOIVUSAARI AUF DIE FRAGE, MIT WEM ER GERNE MAL ARBEITEN WÜRDE… HALLO TOMI, WIE GEHT’S? IHR STARTET ZWAR HEUTE ERST DIE EUROPA-TOUR, WART ABER BEREITS ZUVOR LANGE UNTERWEGS. Soweit eigentlich ganz gut. Wir starten heute die Tour und die dauert gut 6 1/2 Wochen. Daher sind wir jetzt noch recht fit! Aber richtig, wir waren schon in Russland, Japan und davor die Tour mit NIGHTWISH, bei der wir einige richtige große Locations gespielt haben! Aber es war ganz schön kalt zuletzt. Daher ist es doch langsam angenehmer jetzt. LETZTES JAHR HABT IHR EIN NEUES ALBUM GEMACHT, DIE JUBILÄUMS-TOUR ZUM “TALES….”-ALBUM GESPIELT, FESTIVALS, DIE TOUR MIT NIGHTWISH, JETZT JAPAN, RUSSLAND… TROTZ DER PAUSE VOR DIESER TOUR WIRKST DU RECHT RELAXED. HELFEN BEI DEM PENSUM ERFAHRUNG UND ROUTINE? Auf jeden Fall! Wir machen das ja quasi schon unser ganzes Leben und leben ja auch davon. Daher ist es für uns schon seit Jahren ganz normal, dass wir dauernd unterwegs sind. Wenn wir dann mal die Zeit haben und für 2 oder 3 Monate zu Hause sind und auf dem Sofa relaxen, dann werden wir schnell wieder unruhig. WIE SCHON ERWÄHNT, HABT IHR BEI DER LETZTEN NIGHTWISH-TOUR ZUSAMMEN MIT ARCH ENEMY DEN SUPPORT GEGEBEN. IM GEGENSATZ ZU DEN SCHWEDEN DÜRFTET IHR DOCH EHER DIE ZIELGRUPPE ANGESPROCHEN HABEN. Erstmal war es eine sehr angenehme Tour, was das Persönliche angeht. Wir kennen NIGHTWISH auch schon viele Jahre, und somit war der tägliche Umgang sehr harmonisch und angenehm. Auch ARCH ENEMY kennen wir schon ne Weile, von daher war die Stimmung unter den Bands wirklich gut. Und auch mit der Crew war alles top. Der ganze Tross war dann so um die 100 Leute, die zusammen unterwegs waren. Schon von Vorteil, wenn man sich da versteht. Wir sind ja bereits lange Jahre dabei und spielen zumeist eigene Headliner-Tourneen. Und wir haben schon öfters mal gedacht, dass wir gerne mal den Support einer größeren Band machen würden, um damit mehr Leute zu erreichen. Die Reaktionen auf uns waren auch durchweg positiv! HABT IHR AUF DER TOUR DIE SETLIST ANGEPASST UND MEHR EINGÄNGIGERE SONGS GESPIELT UND WENIGER ALTE, HÄRTERE TRACKS? Wir haben versucht, es zu ausgewogen wie möglich zu machen, was aber bei 35Min. Spielzeit eher schwierig ist. Wir haben sogar selbst 5Min. früher angefangen, um noch einen Song mehr spielen zu können. So haben wir halt 2 neue Tracks und ein paar Songs von den letzten Alben gespielt. Cool war allerdings, dass bei unseren Auftritten schon viele Leute in der Location waren. In Finnland ist es gerade bei großen Bands leider oft so, dass der Support nur vor ein paar Leutchen spielt, weil die Fans erst zum Headliner in die Halle kommen. Dies war dieses Mal erfreulicherweise deutlich besser. STICHWORT JAPAN BZW. ASIEN: MAN SAGT, DASS GERADE METAL-BANDS DORT SEHR ANGESAGT SIND UND ES TEILS EXTREM ABGEFAHRENE FANS GIBT. WIE HABT IHR DAS ERLEBT? Es ist immer toll, nach Japan zu kommen. Die Leute da sind extrem freundlich und zuvorkommend und generell werden Verabredungen und Absprachen sehr genug eingehalten. Alle Pläne laufen dort teilweise sekundengenau und perfekt ab. Geht man allerdings weiter nach China glaubt man, dass man in einer komplett anderen Welt ist. Dort geht es phasenweise sehr turbulent zu und man weiß nie, was einen da so am nächsten Tag passieren kann. Aber Japan ist jedes Mal wieder die Reise wert! ALS EUER AKTUELLES ALBUM ANGEKÜNDIGT WURDE, WAR ICH ZUERST ETWAS SKEPTISCH, WEIL IHR VIEL AUF TOUR WART UND TROTZDEM SCHNELL MIT DER NÄCHSTEN PLATTE UM DIE ECKE KAMT. LETZTENDLICH IST “UNDER THE RED CLOUD” FÜR MICH DAS STÄRKSTE ALBUM SEIT “ECLIPSE”! WIE SIEHST DU DAS NEUE ALBUM NUN EINIGE MONATE NACH RELEASE? Ich selbst habe das Album in Gänze zuletzt kurz nach Fertigstellung gehört. Bis zum Release selbst ändert sich meine Meinung fast täglich von “total super” zu “totaler Müll” und wieder zurück. Wenn es dann veröffentlicht ist, dann kann man es eh nicht mehr ändern, und ab dann liegt es an den Fans und nicht mehr an uns. Daher höre ich die Alben danach meist nicht mehr komplett. Aber im Grunde sind wir alle sehr zufrieden mit der Platte. Wichtig auch, dass alle Songs wirklich problemlos live zu spielen sind, so dass wir da jederzeit variieren können. Eigentlich könnten wir das komplette Album spielen, weil alles so gut zusammen passt und Spaß machen. Daher ist es nicht so einfach eine Setlist festzulegen. IHR HABT JA BEREITS DIE “TALES…” KOMPLETT GESPIELT, WARUM ALSO NICHT AUCH DAS NEUE? Das haben wir auf jeden Fall schon überlegt. Wir planen für den Sommer eine besondere Show in Finnland, wozu es demnächst erst Details geben wird. Dort machen wir das vielleicht. Dazu sind nun 10 Jahre seit “Eclipse” und 20 Jahre seit “Elegy” vergangen. So würden wir sonst etwas in der Richtung machen. Oder von allem etwas. Das werden wir noch sehen. HATTEST DU BEI DEN AUFNAHMEN EINE EIGENEN FAVE, BEI DEM DU MEINTEST, DASS DER LIVE GUT GEHEN WÜRDE, ABER WURDEST EINEN BESSEREN BELEHRT? Nicht beim aktuellen Album, denn dort können unserer Meinung nach alle Songs auch live richtig gut funktionieren! Aber im Internet haben wir gelesen, dass die Fans wohl “Dark Path” besonders gut finden, weswegen wir den zu dieser Tour das erste Mal spielen werden. Ein anderes Mal haben wir gedacht, dass “The Orphan” vom “Elegy”-Album live super gehen würde, aber irgendwie zündete das nicht so wirklich und wir haben ihn schnell wieder ausgetauscht. GAB ES MAL DIE IDEE EUER SET IN EINE ART “JOUTSEN”-ÄRA UND “PASI-ÄRA” ZU TRENNEN? WENN AUCH INNERHALB EINER SHOW? Auch die Idee gibt es auf jeden Fall. Vielleicht halt mal an einem speziellen Abend oder speziellen Wochenende, wo wir an einem Abend nur ganz alte Songs und an dem nächsten nur neuere Songs spielen. Generell allerdings kombinieren wir lieber Lieder aus allen Phasen der Band, denn AMORPHIS-Fans wollen etwas aus allen Zeiten hören, und das sollen sie auch kriegen. Zudem macht es auch uns so am meisten Spaß. MACHT ES AUCH SPASS, NEUERE FANS, DIE EUCH VIELLEICHT ERST MIT “ECLIPSE” KENNENGELERNT HABEN, MIT DEM EIN ODER ANDEREN HÄRTEREN SONG VON DAMALS ZU ÜBERRASCHEN ODER ZU „SCHOCKEN“? Ob man das als „Spaß“ bezeichnen würde, weiß ich nicht. Aber es gibt schon Situationen, wo man überraschte Gesichter sieht. Gerade in Finnland werden unsere Singles auch schon mal im Radio gespielt und jüngere Fans kennen dann doch eher diese und wundern sich bestimmt schon, wenn es bei unseren Shows auch mal etwas härter wird. BEI “DROWNED MAID” STEUERST DU JA MITTLERWEILE WIEDER EINIGE GROWLS BEI, WAS DU JA VIELE JAHRE NICHT MEHR GEMACHT HAST. WIE SEHR MUSSTE MAN DICH DAZU ÜBERZEUGEN? So sehr gar nicht. Wobei gerade Tomi Joutsen schon seit Jahren versucht hat, mich dazu zu bringen. Aber ich habe immer versucht, mich davor zu drücken. Jetzt allerdings habe ich mich einfach mal dazu durchgerungen und es kam doch recht cool! Das werden wir jetzt wohl wieder öfters machen, bei dem ein oder anderen alten Song. IHR HABT KÜRZLICH EINE BIOGRAPHIE VERÖFFENTLICHT, WELCHE NUN PASSEND ZUR TOUR AUCH AUF DEUTSCH ERSCHEINT. LEIDER KONNTE ICH NOCH KEINEN BLICK REIN WERFEN. WIE HAST DU DIE ENTSTEHUNG ERLEBT? Die Entstehung hat fast vier Jahre gedauert. In dieser Zeit hat Markus (Laakso, Autor) uns und auch ehemalige Kollegen interviewt, Fotos gesammelt, mit Freunden und Familie gesprochen usw. usw.. Das war schon eine seltsame Situation, weil wir an sich versuchen, unsere Privatleben auch privat zu lassen. So haben wir versucht, das ganze so gut wie möglich auf die Band und das Drumherum zu konzentrieren, wobei sich das natürlich auch schon mal überschneidet und nicht immer trennen lässt. Aber natürlich mussten wir uns etwas öffnen und wollten auch einiges von uns dazu beitragen. Ansonsten wäre das ein etwas sinnloses und langweiliges Projekt geworden. Aber das ganze hatte auch etwas Therapeutisches. Es gibt in so vielen Jahren immer mal schwierige Phasen und nicht alle Sachen wurden direkt untereinander geklärt und einfach begraben, damit es weiter gehen kann. So haben wir in der Entstehung natürlich immer mal gesehen, was die anderen so zu bestimmten Situationen erzählt haben und doch einige, neue Erkenntnisse bekommen. Im Gegenzug musste man dann selbst schon mehr erzählen, als man vielleicht ursprünglich wollte. Und mit etwas Abstand gesehen und dann als geschriebenes Wort gelesen, kann man die Seiten und Ansichten der anderen dann auch schon mal besser verstehen. Z.B. als Jan (Drums) damals für einige Jahre raus war. Da gab es noch ein paar ungeklärte Dinge, die wir so aufarbeiten konnten. DAS JAHR 2016 IST NOCH LANG, WIE SEHEN EURE WEITEREN PLÄNE AUS? Voll sehen sie aus. Jetzt sind wir erstmal 6 Wochen in Europa unterwegs. Danach geht es direkt weiter nach Südamerika. Wenn wir zurück sind, ist es nicht mehr lang bis zur Festival-Saison. Und danach könnte man über die USA nachdenken, wobei das noch alles in den Sternen steht. Dazu fangen wir nach dem Sommer bestimmt wieder an die ersten Ideen für neue Songs auszuarbeiten. So ein Jahr nach einer Album-Veröffentlichung beginnen wir meistens damit wieder erste Ideen zusammenzutragen. Wie Du siehst, langweilig wird es nicht! KURZ WEG VON DER MUSIK: GANZ EUROPA HAT ZUR ZEIT MIT DEM FLÜCHTLINGSPROBLEM ZU KÄMPFEN. DIESE SITUATION VERSUCHEN EINIGE ZU NUTZEN, UM RECHTES GEDANKENGUT ZU VERBREITEN. IN DIESEM ZUSAMMENHANG WERDEN EINIGE METAL-FANS UND AUCH BANDS IN DIE RECHTE ECKE GEDRÄNGT, WEIL SIE DEN THOR’S HAMMER TRAGEN BZW. ALS SYMBOL NUTZEN. IHR NUTZT DEN SOGENANNTEN “UKONVASARA” (“HAMMER DES UKKO”), DER JA DEM THOR’S HAMMER ÄHNELT. SEID IHR JE IN SCHWIERIGE SITUATIONEN DESWEGEN GEKOMMEN? Grundsätzlich muss man zu der Flüchtlingssituation sagen, dass wir da ohne Frage helfen müssen, wo wir können und egal, in welchem Land wir leben. Um das zu bewältigen, müssen wir alle zusammen stehen! Was den Ukko Hammer betrifft, kennt in Finnland wirklich jeder dieses Symbol und es weiß auch jeder, dass dies nichts mit den Nazis zu tun hat, sondern tief aus unserer Mythologie kommt. Als wir damals “Tales from the Thousand Lakes” und besonders “Black Winter Day” veröffentlichten, wo es ja das Motiv mit dem Vogel gibt, der das Symbol des Ukko trägt, haben einige Idioten versucht uns Verbindungen zur rechten Szene anzukreiden. Daher haben wir auf der “My Kantele”-EP dann auch das “Gegen Rechts”-Logo gedruckt, um das klar zu stellen. In Ost-Deutschland versuchten damals dann einige rechte Skinheads zu unseren Konzerten zu kommen, was wir aber sofort rigoros unterbunden haben. Mittlerweile sollte auch allgemein bekannt sein, dass wir damit nichts zu tun haben und wie wir zu diesem Thema stehen! ZUM ENDE MEINE LIEBLINGS-FRAGE: MIT WEM, TOT/LEBENDIG, WÜRDEST DU GERNE AUFTRETEN, AUFNEHMEN, SPIELEN ETC., WENN DU DIE FREIE WAHL HÄTTEST? Oh man, das ist nicht einfach. Mhm, ich würde wohl gerne mit THE CARDIGANS auftreten! WÄRE DIESE RICHTUNG DANN AUCH EINE IDEE FÜR EIN NEBENPROJEKT? Im Grunde schon, aber dafür müsste man erstmal die Zeit finden und dann einen wirklich guten Sänger. Beides nicht unbedingt einfach! Und Tomi Joutsen geht nicht, weil es müsste dann doch ein Frau sein, haha!

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