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BEANGROWERS (ALISON/ IAN/ MARK)

SCHNÖRKELLOSEN, GRIFFIGEN INDIE-ROCK, DAFÜR STEHEN DIE BEANGROWERS. DAS SYMPATHISCHE TRIO AUS MALTA TOURT ZURZEIT MIT IHRER AKTUELLEN CD DURCH DIE REPUBLIK. VOR IHREM KONZERT IN ESSEN TRAF ICH ALISON (VOICE, GUITAR) UND IAN (DRUMS) ZU EINEM NETTEN GESPRÄCH, IN DESSEN VERLAUF SICH AUCH MARK (BASS) ZU UNS GESELLTE. ZUNÄCHST VERSCHWINDET ALISON WIEDER, UM IHR GEPÄCK IRGENDWO HINZUBRINGEN, UND IAN UND ICH ÜBERBRÜCKEN DIE ZEIT BIS ZUM EIGENTLICHEN INTERVIEWBEGINN, INDEM ICH IHM DIE HERKUNFT DES BEGRIFFS „TERRORVERLAG“ ERKLÄRE. SCHNELL SIND WIR BIS ZU ITALIENISCHEN POLIZEIFILMEN VORGEDRUNGEN, UND IAN ENTPUPPT SICH ALS KENNER, BEKOMMT MAN AUF MALTA DOCH AUCH ITALIENISCHES FERNSEHEN, AUSSERDEM DREHT ER SELBER MIT MARK ZUSAMMEN FILME UNTER ANDEREM EIN B-MOVIE MIT DEM TITEL „KILL, KILL, KILL“. HIER WÄRE DANN UNSER CHEF DER KOMPETENTERE GESPRÄCHSPARTNER, ABER NUN KOMMT ALISON ZURÜCK UND WIR WIDMEN UNS LIEBER DEM THEMA MUSIK. IHR SEID ZURZEIT MIT EUREM AKTUELLEN ALBUM „DANCE DANCE BABY“ AUF TOUR, DAS RECHT GUTE BEACHTUNG FAND (ICH ZEIGE DEN BEIDEN EINE SEITE AUS DEM COOLIBRI). DIES IST EINE SZENEMAGAZIN DIESER REGION UND IN DER SEPTEMBER-AUSGABE WAR EUER ALBUM DIE „CD DES MONATS“. Ian (freut sich wie ein kleines Kind): Wow! Alison: Hey, das ist verblüffend und fühlt sich natürlich toll an. Besonders weil wir ja nicht von hier sind. Immer wenn einer unsere Musik mag, freut uns das natürlich – und dann die „CD des Monats“… Das kann das kleinste Magazin in der kleinsten Stadt oder das größte woanders sein – das Gefühl ist gleich. Ian: Es fühlt sich immer noch genauso an, wie seine eigene Musik im Radio zu hören. Jedes Mal, wenn so ein Feedback kommt, lieben wir es. (Mark schaut rein und erkundigt sich, ob das Essen schon da sei. Ian zeigt ihm begeistert die Zeitschrift.) Schau, Mark, wir sind die CD des Monats! (Zeigt auf die anderen Rezis) Direkt neben OASIS. Die mögen uns hier…. Mark: Echt? Riesig! (Er holt sich einen Stuhl und setzt sich dazu. Wir stellen einander vor.) Ian: Kann ich die Zeitung wohl haben? KLAR Ian: Danke. Das muss ich meinem Bruder zeigen. EUER ALBUM IST IN DEUTSCHLANG SEIT AUGUST AUF DEM MARKT, AUFGENOMMEN HABT IHR ES ABER BEREITS EIN JAHR VORHER: FÜR DAS DEUTSCHE PUBLIKUM SIND DIE SONGS ALSO NOCH RECHT NEU, IHR HABT WAHRSCHEINLICH SCHON EIN WENIG ABSTAND DAZU. ARBEITET IHR BEREITS AN NEUEM MATERIAL? Ian: Das machen wir, aber leider kommt unser aktuelles Album in England erst im Februar 2006 raus. Es hat also ein langes Leben. Wir haben schon neues Material, würden es auch ganz gerne ab Februar aufnehmen, wollen uns aber daran noch nicht zu sehr hängen. Vielleicht touren wir im Februar auch erst mal durch England… UND WOLLT IHR DIE NEUEN SACHEN NICHT SCHON AUSPROBIEREN? Ian: Doch, wir schreiben unterwegs, aber wir wollen es nicht übertreiben und wir werden bestimmt auch schon mal was vor Publikum ausprobieren, aber höchstens ein oder zwei Sachen, schließlich geht es ja auf dieser Tour erst mal um diese CD. IHR INTERESSIERT EUCH AUCH FÜR ANDERE KÜNSTE – FILME ZUM BEISPIEL. MIT DEM SONG „THE PRIEST“ SEID IHR AUF DEM SOUNDTRACK ZU WIM WENDERS FILM „LAND OF PLENTY“ VERTRETEN. ICH NEHME AN, DASS HAT BESONDERS DIE JUNGS GEFREUT, DA IHR JA AUCH SELBST FILME MACHT. Mark: Das ist unglaublich. Ian: Das Coolste war, dass die das sogar in der Maltesischen Tageszeitung auf der Titelseite gebracht haben: „BEANGROWERS ON WIM WENDERS FILM“. Schon um 7 Uhr morgens rief mich mein Bruder deswegen an. Alison: Auf Malta waren alle ganz stolz auf uns. Mark: Er ist ja auch schon einzigartig. Der Mann ist Kult. Ich studiere ja Film. Das ist schon eine große Ehre. Er ist ja nicht irgendeiner…. Alison: Ich kenne nicht alle seine Filme. Aber ich habe schon eine Menge seiner Filme gesehen und die gehören auch alle zu meinen Lieblingsfilmen. ICH WAR VOR 10 JAHREN MAL IM URLAUB AUF MALTA (GROSSE FREUDE BEI DEN DREIEN). EINE WUNDERSCHÖNE INSEL UND MAN HAT FAST IMMER TOLLES WETTER. IHR SEID ALLE IN ST. JULIANS AUFGEWACHSEN. DER ORT BIETET JA EINE MENGE MÖGLICHKEITEN, SICH ABENDS ZU VERGNÜGEN. HATTET IHR EINE UNBESCHWERTE JUGEND? Alison: Oh, ja, ich glaube schon. Bestimmt genauso wie woanders auch. Man hat kurze Wege, die meisten Clubs sind umsonst. Wir hatten viel Spaß. Und das Wetter…die Leute sind einfach immer gut drauf. WO LIEGEN DIE UNTERSCHIEDE, WENN MAN AUF EINER INSEL AUFWÄCHST? Ian: Keine Ahnung, wir kennen es ja alle nicht anders. Wir kennen Leute, die denken, Insulaner wären alle ein wenig merkwürdig. Du hast halt gerade mal 10 Kilometer und drumherum nur Meer. Da kann man nicht flüchten. Aber wenn Du auf dem Festland warst und kommst wieder nach Hause, dann hat das auch was Beschützendes. Mark: Wir werden das oft gefragt. Diese Insel-Situation scheint etwas Faszinierendes zu haben. Viele machen das zum Thema – Du kommst von einer Insel. Vielleicht wissen wir mehr zu schätzen, was für die Leute hier normal ist, hierhin und dorthin gehen zu können… SOLANG MAN NOCH KEINEN FÜHRERSCHEIN HAT, LEBT MAN ALS JUGENDLICHER AUCH AUF DEM FESTLAND SCHNELL MAL WIE AUF EINER INSEL. ICH NEHME ABER MAL AN, DIE MÖGLICHKEITEN, INTERNATIONALE STARS ZU SEHEN, IST AUF MALTA EINGESCHRÄNKTER ODER GEBEN SIE AUCH DORT KONZERTE? Ian: Es kommt auch schon mal ein ELTON JOHN oder so. Mindestens einmal im Jahr kommt schon mal einer von den ganz Großen. Dann sparen alle Jugendlichen, um sich ein Ticket kaufen zu können. Auch fürs Festland ROCK AM RING oder so…. IHR HABT ALLE DREI ALBEN IN DEM TEMPLE STUDIOS AUF MALTA AUFGENOMMEN. EINIGE ANDERE MUSIKER KOMMEN SPEZIELL DER RELAXTEN STIMMUNG WEGEN DORTHIN. DAS IST BESTIMMT EIN TOLLER ORT, UM KONTAKTE ZU KNÜPFEN? Ian: Ja, da trifft man ne Menge interessanter Leute…. Alison: Philipp Boa, Rammstein…. PHILIPP BOA IST EIN GUTES STICHWORT. ALISON, DU HAST BEI PHILIPP BOA IM BACKGROUND GESUNGEN. DIE JUNGS HABEN EIN VIDEO MIT IHM GEMACHT. IHR HABT EUCH ALSO IM STUDIO KENNENGELERNT? Alison: Ja, Philipp Boa arbeitete schon lange in den Studios. Lange bevor wir überhaupt mit der Musik angefangen haben. Wir waren ja das erste Mal Mitte der 90er dort. Mark: Er ist gut befreundet mit David Vella dem Produzenten. Die zwei sind wie Brüder. Philipp mochte das Meer, die Atmosphäre, David…Und so kam er immer wieder, nicht nur um aufzunehmen…er ist sehr glücklich auf Malta. MAN SAGT, PHILIPP BOA SEI EINE SCHWIERIGE PERSON (PROTESTLAUTE) – OKAY, ER HÄTTE EINE STARKE PERSÖNLICHKEIT… Alison: Er weiß genau, was er will. Er ist nun schon so lang dabei. Ich glaube, er hat über 15 Platten raus gebracht. Soweit ich weiß, hat er kein Management. Er kontrolliert alles alleine und weiß eben genau, was er will. Das mögen manche Menschen vielleicht schwierig finden, aber das ist er nicht. Mark: Er ist ein prima Kerl. Seine Frau ist eine frühere Freundin von uns. Sie ist mit uns auf Malta aufgewachsen. INSPIRIERT ER EUCH HINSICHTLICH EURER EIGENEN MUSIK? Ian: Bestimmt. Wir waren mit ihm auf Tour. Und dann siehst Du, wie er performt und bestimmte andere Dinge angeht. Man kann viel von ihm lernen. Wir bewegen uns noch auf einem ganz anderen Level. Wir haben uns oft über seine Musik unterhalten. Mittlerweile kennen wir uns sehr gut. ABGESEHEN DAVON, DASS DIE TEMPLE STUDIOS FÜR EUCH UM DIE ECKE LIEGEN, WÄRE ES REIZVOLL, MAL EIN ALBUM IN EINER BRODELNDEN WELTSTADT AUFZUNEHMEN, Z.B. LONDON ODER BERLIN? Alison: Berlin wäre toll. Ian: Wir haben ja schon in anderen Studios gearbeitet in Holland und in Belgien. Der Unterschied ist halt die Herangehensweise: Auf Malta kommst Du, gehst zwischendurch mal auf einen Kaffee nach Hause, gehst wieder ins Studio, während Du Dich woanders voll auf die Arbeit konzentrierst. Das haben wir von Philipp Boa gelernt. Philipp mochte nicht dieses Metropolen-Ding, deshalb kam er nach Malta. ANGENOMMEN IHR WÜRDET IN BERLIN AUFNEHMEN, HÄTTE DAS EINEN EFFEKT AUF DIE MUSIK? ALLE STIMMEN ZU. Alison: Ganz sicher. Alles ist viel cooler. Ian: Wir waren mal in Berlin. Da waren wir alle so 18. Das war schon beeindruckend. All die anderen großen Bands, Punks, lauter verrückte Leute, das war schon ein ganz anders Ding als Malta. Aber da bekamen wir schon mal eine Vorstellung, wie es woanders so läuft. (DAS ESSEN WIRD GELIEFERT. ICH BEKOMME PIZZA, SALAT UND NUDEL ANGEBOTEN. DAMIT DAS ESSEN NICHT KALT WIRD, ESSEN DIE DREI NUN UND WIR MACHEN WEITER.) SO EINIGE MALE IN MEINEM LEBEN HABE ICH DEN EUROPEAN VISION SONG CONTEST GESEHEN. WAS ICH IN ERINNERUNG HABE, IST, DASS DIE BEITRÄGE AUS MALTA IMMER SEHR EIGENSTÄNDIG UND QUALITATIV ANSPRUCHSVOLL WAREN…. Alison: Die meisten machen ihre Sache ganz gut. ERZÄHLT MIR WAS ÜBER DIE MUSIKSZENE AUF MALTA. KENNT IHR EUCH UNTEREINANDER? Ian: Ja, es gibt eine Menge Bands so von unserem Schlag. Ich würde sagen, es gibt die dunkle Seite der Szene und die helle Seite. Mit der dunklen Seite meine ich die Leute, die….also auf Malta ist der European Vision Song Contest eine Möglichkeit, um schnell berühmt zu werden. Es gibt nur eine Vorausscheidung und einige machen dann 4, 5 Mal mit, bis sie endlich gewinnen und in ganz Europa unterwegs sein können. Der Weg ist dann irgendwie festgelegt. Viele wittern ihre Chance, ins Fernsehen zu kommen und vom Festland wahrgenommen zu werden. Viele haben nur das im Blick. Aber es gibt auch Bands, die touren durch die Gegend, so wie wir. VOR EIN PAAR TAGEN LAS ICH ETWAS ÜBER EINE METAL BAND „FORSAKEN“. IHR HABT ALSO AUCH EINE METAL-SZENE…. Ian: Ja, eine große sogar. Es gibt einige wirklich gute Bands. Auf MALTA gibt es nur so 3 Metalbands und die BEANGROWERS, die durch die Welt touren… Auf Malta kann man nicht groß die Medien nutzen. Du verkaufst vielleicht 500 Platten, bist einmal im Fernsehen und dann haben Dich alle gesehen…Die meisten Menschen auf Malta kennen gar nicht diese Metalbands…also die älteren…. Alison: Das läuft echt noch im Untergrund. Ian: Bekannter und größer ist die ganze Dance-Szene. Da steht Malta wohl eher für, besonders im Sommer. Es gibt etliche bekannte DJs, zum Beispiel Paul Oakenfold. Wenn der auflegt, dann kommen 10.000 Leute. Und selbst als gute Band, ziehst Du vielleicht 1.000 Leute. IHR SEID SEIT EURER KINDHEIT ENG BEFREUNDET. WORIN LIEGT DAS GEHEIMNIS, EINE FREUNDSCHAFT SO LANGE ZU BEWAHREN? Ian: Ich habe keine Ahnung. Falls DU eine Idee hast? Alison: Es ist die Liebe zur Band. Und weil es eine gleichberechtigte Sache ist. Keiner von uns führt mehr als der andere. Mark: Wir haben schon soviel Zeit unseres Lebens zusammen verbracht… Ian: Wir kennen uns schon, seit wir sieben sind. Wir machen alles zusammen. Wir hatten unsere kleine „Crime-Fight-Police-Force“ als wir zehn waren. Irgendwann kamen wir darauf, eine Band zu gründen…Wir wussten geraden nicht, was wir tun sollten – das mit einer Band erschien uns eine gute Idee. Alison: Für mich, also besonders für mich ist es wie in einer Ehe. Wir tragen alle unseren Teil dazu bei, dass sie funktioniert. Es ist ja nicht so, als wenn es keine anderen Möglichkeiten gäbe, niemand zwingt uns ja – ich liebe, was wir zusammen tun. IHR BETEILIGT EUCH AUCH ALLE AM SONGWRITING… Alison: Ja, das ist ein demokratischer Prozess und wirkliche gute Teamarbeit. Keiner von uns ist der Boss. Wir sind ja nur zu dritt, da ist jeder unentbehrlich und wichtig. Drei ist eine magische Zahl…. WAS IST WICHTIGER – DIE MUSIK ODER DIE TEXTE? Mark: Die Musik. Alison: Ja, die Musik, definitiv. Also für mich sind die Texte nicht so wichtig. Ich meine, wir singen ja Nichts, was nun gar keinen Sinn ergibt… ALSO IST AUCH IMMER DIE MUSIK ZUERST DA? Mark: Ja. Alison: Ich schreibe zwischendurch schon mal was auf – so als Idee. Ian: Wenn wir dann einen Song schreiben, dann sagt sie: „Halt ich hole mal meine Notizen“ und meistens haben wir dann schon mal eine grobe Richtung. Alison: Meistens ist es auch so, dass die Musik zum Text inspiriert. Je nachdem, ob es jetzt traurig und melancholisch klingt… ALISON, DU HATTEST ALS KIND KLAVIERUNTERRICHT, DAS GITARRENSPIEL HAST DU DIR DANN SELBST BEIGEBRACHT. WIE VIEL EINER MUSIKERKARRIERE IST HARTE ARBEIT UND WIE VIEL IST TALENT? Alison (lacht): Naja, ein wenig Talent wird schon da sein…ich habe noch nie so darüber nachgedacht… Mark: Ich denke, es ist harte Arbeit. Alison: Letzten Endes ist es harte Arbeit und Durchhaltevermögen. Ian: Also bei mir war es so, dass ich ja erst mit 15 mit der Musik angefangen habe. Mark und ich waren zu der Zeit gute Tennisspieler. Und mein Vater hätte lieber gesehen, ich wäre beim Tennis geblieben. Aber ich wollte die Musik und am Anfang war es hart…. Alison: Aber nachher lief es ganz natürlich – also da muss schon ein bisschen Talent gewesen sein…Also ich liebe ja die Musik und mir fiel diesbezüglich nie etwas schwer, trotzdem glaub ich, dass die harte Arbeit überwiegt. UND WAS HALTET IHR SO VON DIESEN GANZEN GECASTETEN BANDS? Alison: Auch diese Leute müssen am Anfang ein wenig Talent haben, um überhaupt weiter zu kommen. Aber allzu viel halten tue ich davon nicht. Ian: Das ist genauso wie beim European Vision Song Contest. Im Grunde genommen haben diese Leute selten so den richtig durchschlagenden Erfolg. Eine Woche sind die mit ihrer Single ganz oben und dann redet keiner mehr von denen. Aber weißt Du, was interessant ist, in den 60igern, da hat mal David Bowie für Malta den Contest gewonnen, wusstest Du das? FÜR MALTA? NEE DAS WUSSTE ICH NICHT. Alison: Ja, den hat man damals eingeladen für Malta zu starten. Wir waren ja mal Teil der britischen Kolonien. Ian: Sein Vater war damals verstorben und den Preis hat er dann seinem Vater gewidmet. MANCHMAL MAG ICH MUSIK NICHT UNBEDINGT IHRER QUALITÄT WEGEN, SONDERN WEIL SIE GERADE ZU MEINEM LEBENSGEFÜHL PASST. GEHT EUCH DAS AUCH SO? Ian: Ich habe schon immer Musik geliebt und in der Jugend, da mag man, was halt gerade so angesagt ist. Ich stelle fest, dass je älter ich werde, desto offener werde ich für andere Richtungen und Stile. Alison: Jeder erinnert sich natürlich gerne an die Zeit, in der er aufgewachsen ist – bei mir war das so die ganze Grunge-Phase. Und ich war zu der Zeit sehr glücklich. Wenn ich heute NIRVANA höre, macht mich das nostalgisch. Bei mir kam dann noch hinzu, dass mein Vater DJ ist, und so habe ich auch viel Musik aus den 60ern und 70ern gehört. Das lief den ganzen Tag bei uns zu Hause. Ich habe massig Platten aus der Zeit. Ich verbinde mit verschiedenen Lebensabschnitten auch verschiedene Musik. Es gab viele Bands – jede zu ihrer Zeit. Aber mein Alltime-Favorit ist Billie Holiday. WAS WOHL EHER UNGEWÖHNLICH FÜR DEIN ALTER SEIN DÜRFTE… Alison: Ja, wahrscheinlich. Mark: Sie ist doch schon eine alte Frau…. Alison: He, ich bin erst 28! UND WAS IST SO DAS PEINLICHSTE MUSIKSTÜCK IN EURER SAMMLUNG? Ian: Vielleicht der letzte Song unseres Albums? (Der einzige Song, bei dem Ian singt. Die anderen gucken ihn irritiert an und lachen.) Alison: Sie meint, aus Deiner privaten Sammlung… Ian (betreten): Ach so, aus meiner Sammlung. Mark: ASIA, würde ich sagen. In den 80igern fand ich sie toll. Ganz übles Zeug…. Alison: Was ist das übelste in meiner Sammlung…? Ian: Also bei mir ist es, glaub ich, LEE PERRY. Ich habe bestimmt eine Menge peinlicher Sachen in meiner Sammlung, ich müsste noch mal drüber nachdenken… Alison: SIMPLY RED, glaube ich. IST DIR DAS HEUTE ZU SMOOTH? Alison: Ja, ein bisschen zu cheesy. Mark: Du hast was von SIMPLY RED? Alison: Frag mich nicht, warum. Ich hab es vergessen… ZWEI JUNGS UND EIN MÄDEL AUF TOUR – WAS GEHT EINEM DA AM MEISTEN AUF DIE NERVEN? Mark: Schrecklich! Die Frau natürlich…. Alison (gespielt entrüstet) Na, die Jungs! Das ist ein permanenter Kampf. (dann ernst). Nee, weiß nicht. Ich kenne ja nichts anderes. Es funktioniert ja so als Band. Aber ich bin als Frau halt immer in der Minderheit. Sie sind wie Brüder für mich. Ian: So lernt sie nach und nach wie ein Mann zu denken. Mark: Sie schaut sogar schon genauso wie wir nach den Frauen… Alison: Die Jungs halten immer nach Frauen Ausschau….da mach ich schon automatisch mit…. ALSO NICHT FÜR DICH PERSÖNLICH? Alison: Nö…bislang noch nicht… Mark: Wieso? Wäre doch auch okay… Alison: Das ist jetzt Deine Fantasie, Mark…. Ian: Wieso, ist doch nichts dabei. Ich bin auch lesbisch. Ich steh auf Frauen. IN MÜNCHEN SPIELT IHR ZUSAMMEN MIT „SPITTING OFF TALL BUILDINGS“. KENNT IHR IHRE MUSIK? Alison: Ich habe bislang nur einen Song von ihnen gehört. OKAY, DAS WIRD SICH JETZT ÄNDERN. ICH HABE HIER IHRE CD UND WOLLTE SIE EUCH SCHENKEN. (ALLGEMEINE BEGEISTERUNG) Alison: He, das ist klasse. VIELLEICHT IST JA AUCH INTERESSANT FÜR EUCH ZU WISSEN, DASS DIE FRONTFRAU HIER (ICH ZEIGE AUF EIN FOTO) JANA, EINE VON DEUTSCHLANDS JUNG-SCHAUSPIELERINNEN IST. Mark: Sie ist Schauspielerin? – cool. Alison: Ja, davon habe ich gehört. Ian: Wie heißt sie? Jana? Fast wie ich… Alison: Und die CD können wir behalten? JA, DIE IST FÜR EUCH. Alison: Prima, wir brauchen im Auto dringend mal neue Musik…. Ian: Singen die auf Deutsch? NEE, AUF ENGLISCH. DAS IST GUTE MUSIK, UM PARTY ZU MACHEN… Ian: Das ist ja dann unser letztes Konzert auf der Tour… IHR WERDET SPASS MIT DENEN HABEN…. ER HIER (ICH ZEIGE WIEDER AUFS FOTOS) IST IHR FREUND. (ZU ALISON) DER SIEHT GUT AUS ODER? Alison: Ja, war mir auch schon aufgefallen. WENN EURE TOUR DANN ZU ENDE GEHT, IST ES NUR NOCH EINE WOCHE BIS WEIHNACHTEN. KOMMT DA AUF TOUR ÜBERHAUPT WEIHNACHTS-FEELING AUF? HABT IHR SCHON GESCHENKE GEKAUFT? Ian: Nein, noch gar nichts. Alison: Ich bin froh, dass ich weit weg vom Trubel bin. Ian: Zu Hause, da würdest Du jetzt einen Monat denken: Weihnachten, Weihnachten, Weihnachten! Ich bin ganz froh, dass wir erst ein paar Tage vorher nach Hause kommen. Alison: Also ich mag diese ganze Vorweihnachtszeit nicht. Weihnachten an sich schon. Darum geht es doch eigentlich nur. Ich mag es, mit der Familie zusammen zu sein, mit meinen Freunden, sich zu besuchen und ein bisschen Party zu machen. Es wird alles zu kommerziell. HABT IHR GESEHEN, DASS DIE LEUTE HIER GERNE IHRE FENSTER DEKORIEREN? Alison. Das machen auch alle auf Malta. Wir lieben Dekorationen! Ganz Malta ist verrückt nach Dekorationen! ALISON, ICH HABE GELESEN, DU BIST EIN GROSSER TIERLIEBHABER. HAST DU IM MOMENT WELCHE? Alison: Ja, im Moment habe ich (überlegt)…. Mark: Einen Elefanten…sie behauptet immer, es sei eine Katze, aber es ist ein Elefant. Alison: Ja, ich habe eine ziemlich fette Katze, na eigentlich zwei, also insgesamt drei. Einen Hund und leider auch noch einen Vogel, er hat einen gebrochenen Flügel und kann nicht mehr fliegen. Wir hatten immer viele Tiere im Haus. Das liegt in der Familie…. ALSO SORGT JETZT AUCH DEINE FAMILIE FÜR DIE TIERE? Alison: Ja. Nicht so viel, wie ich es tun würde. Ich liebe sie fast schon wie besessen. Ich esse auch keine Tiere. Ian: Hast Du nicht auch Kaninchen? Alison: Ach ja, Kaninchen habe ich auch noch. IHR HABT KONZERTE ÜBERALL IN EUROPA GEGEBEN UND AUCH IN DEN STAATEN. UNTERSCHEIDET SICH DAS PUBLIKUM? Ian: Auf jeden Fall. Alison: Also wir haben dieses und letztes Jahr auf einem Festival in Texas gespielt und auch in New York. Amerika ist ja so groß, wenn Du da in zwei verschiedenen Städten warst, das ist wie in zwei verschiedenen Ländern. In New York sind die Leute ein wenig cooler. Ian: Das war harte Arbeit. Alison: Auf so einem Festival, da ist die Stimmung sehr relaxend. In New York hast Du so einen City-Vibe. Genauso wie in London. Wir haben vor zwei Wochen in London gespielt. Die Leute sind dort verwöhnt. Mark: Ich finde aber, dass die Musik immer die Leute verbindet, über alle kulturellen Unterschiede hinweg. Ian. Wenn Du in ein fremdes Land kommst, weißt Du nie, was Dich erwartet. Aber die Leute, die zu den Konzerten kommen und Deine Musik hören, die sind gar nicht so unterschiedlich. Wir haben bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Alison: Also die Amis waren schon sehr enthusiastisch. Wenn sie die Musik mochten, dann kamen sogar einige nach dem Konzert und haben sich bei uns bedankt. SO MEINE LETZTE FRAGE: HABT IHR EIN RITUAL, BEVOR IHR AUF DIE BÜHNE GEHT? Mark: Eigentlich nehmen wir uns schon immer vor, noch einen Moment Backstage zusammen zu sitzen. Aber wir sind so vertraut miteinander….und wir haben schon so viele Konzerte gegeben…da gerät das immer mehr in Vergessenheit. Ian: Eigentlich sollte man sich ja wirklich auf jedes einzelne Konzert konzentrieren, aber in der Realität sieht das oft anders aus. Da hast du gerade 7 Stunden im Auto gesessen, bist vielleicht noch müde von der Fahrt, Dir ist kalt…da kannst Du noch so nette Ideen haben… Ian: Früher, da hatten wir mal ein Ritual. Mein Vater der machte zu Hause selber Wein. Und für jedes Konzert gab er uns eine Flasche Rotwein mit….die haben wir dann vorher gemeinsam geleert und der Wein, der hatte es so in sich….das war nett…. Mark: Das war echt übler Wein! (MACHT EINE „HOPP-IN-DEN-KOPP“-GESTE) Ian: Ey, sag das nicht. Nachher liest das mein Vater…dann wird der sauer… Mark: Okay! (Zu Mir) Ändere das bitte! Es war ein guter Wein. HERZLICHEN DANK FÜR DAS NETTE GESPRÄCH, ALLES GUTE FÜR DIE RESTLICHE TOUR UND EIN SCHÖNES WEIHNACHTSFEST! Alle durcheinander: Danke, das wünschen wir Dir auch! Und komm mal wieder nach Malta. ALS ICH MEINEN FOTOAPPARAT FÜR EIN ABSCHLIESSENDES BANDFOTO ZÜCKE, LÖST ALISON GLEICH IHR HAARGUMMI UM SICH MIT OFFENEM HAAR ZU PRÄSENTIEREN. DIE JUNGS VEREITELN IHREN VERSUCH, EIN SERIÖSES FOTO HINZUBEKOMMEN ABER, INDEM SIE HINTER SICH IN DEN OBSTKORB GREIFEN…

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