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CALIBAN (ANDY DÖRNER)

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GRÜSS DICH, ANDY, UND DANKE, DASS DU DIR DIE ZEIT NIMMST! WIE IST DIE STIMMUNG AM ERSTEN TOURTAG? Man ist ein bisschen… nicht aufgeregt, aber schon gespannt, was passieren wird, weil das jetzt die erste Show der Tour ist. Ich mein, wir haben zwar gestern schon auf dem „Groezrock“ gespielt, aber das ist ein Festival, da sind immer andere Umstände. Da hat zwar auch alles gut funktioniert, aber trotzdem ist das jetzt die erste Show auf der Tour, mit komplett neuem Setup, und da ist man schon gespannt, ob das alles funktioniert und wie die Leute darauf reagieren werden. Vor allem ist das auch die erste Tour mit „Ghost Empire“. Ist zwar recht spät, aber die anderen Shows waren ja in Russland und noch nicht hier. Ich bin sehr gespannt, wie die Reaktion der Leute sein wird. STICHWORT FESTIVAL: IHR HATTET JA LETZTES JAHR AUF DEM GRASPOP EINE RECHT UNSCHÖNE ERFAHRUNG. GEHT MAN DA JETZT SCHON EIN BISSCHEN ANDERS RAN AN SO GROSSE FESTIVALS, WENN MAN EINMAL SO TERROR MIT DER TECHNIK HATTE? Nee, ich mein, das war ja quasi die Ausnahme der Regel. Sonst funktioniert ja so gut wie immer alles, zumindest von der Haustechnik und so. Wir hatten es in der Vergangenheit zwar auch schon mal, dass die komplette PA tot war, aber das waren dann eher kleinere Festivals, die mit Generatoren gearbeitet haben, die einfach überlastet waren. Ansonsten haben wir nicht so viel Pech. Im Nachhinein war es dann ja auch eher lustig, und die Show war trotz allem sehr gut, aber da kann man halt nicht viel machen. Das war einfach ein blöder Pult-Fehler… keine Ahnung, wer da den Kurzen verursacht hat, aber von uns ist ja eh keiner Elektriker und weiß, was man da machen kann. Aber wir haben gute Leute und ich denke, dass die alles unter Kontrolle haben, was wir da so mitschleppen… also, hoffe ich doch mal… (lacht) GRATULATION ERSTMAL ZU PLATZ 7 IN DEN DEUTSCHEN ALBUM-CHARTS MIT „GHOST EMPIRE“! WAS IST DAS FÜR EIN GEFÜHL, DIE EIGENE PLATTE AN SO EINER POSITION ZU SEHEN? Dankeschön! Man freut sich natürlich immer, wenn man hoch chartet. Ich meine, die letzten Platten waren auch recht gut in den Charts. Das ist jetzt die erste Top-Ten-Platzierung, und da freut man sich natürlich noch mal besonders. Es ist nicht DAS Ziel, aber man freut sich definitiv darüber. Und mittlerweile sind die Charts ja sehr gemischt, es ist auch viel Gitarren-Zeug drin. Klar, sowas wie Helene Fischer und die üblichen Verdächtigen hat man immer. Von daher ist man recht glücklich und froh, auch dabei zu sein. Ich weiß ja nicht, um wie viele CDs es da geht, die man dann verkauft hat, aber es ist ein schönes Gefühl, definitiv. AUCH FÜR DEN VORGÄNGER „I AM NEMESIS“ GAB’S SCHON RECHT VIEL POSITIVE KRITIK VON ALLEN SEITEN. HERRSCHT DA NOCH MAL EIN BESONDERER DRUCK, WENN MAN SICH DANN AN DEN NACHFOLGER SETZT? Klar, man macht sich selber Druck, weil man sich ja immer noch mal gern toppen möchte und nicht auf der Stelle treten will. Wir fanden es halt schwer für uns, jetzt noch einen drauf zu setzen, haben aber auch viel daran gearbeitet, dass es noch einmal funktioniert. Und ich bin jetzt schon gespannt, wie das mit der nächsten Platte wird! Ich mein, man entwickelt sich ja auch mental und als Musiker, arbeitet an seinen Fähigkeiten, man wächst mit all dem. Von daher kann man jetzt nicht sagen, dass man auf gar keinen Fall noch einmal eine bessere Platte machen kann. Vielleicht geht man ja auch in eine ganz andere Richtung, das kann man ja auch nie sagen. Aber natürlich setzt man sich immer das Ziel, noch einen drauf zu setzen, weil ein Schritt zurück ist totaler Quatsch, auf der Stelle treten ist auch blöd. Man möchte sich ja auch entwickeln, und das haben wir gemacht, versucht, haben viel am Sound rumgebastelt. Marc, unser Gitarrist, hat viel zusammen mit unserem Techniker geschraubt, um für die Songs verschiedene Sounds einzustellen, und es hat auch echt Tage oder eine Woche gedauert, bis die da mal grün waren mit den Sounds – obwohl ich da auch gar keinen Plan von der ganzen Technik hab. Und mit dem Gesang haben wir ja auch einiges erarbeitet. Das erste Mal für mich mit dem cleanen Singen, das war auch ganz neu für mich. Das haben wir auf der „I am Nemesis“ zwar schon mal versucht, beziehungsweise wollten es machen, aber da war die Zeit nicht für da. Wir wollten das auf jeden Fall auf „Ghost Empire“ mal versuchen, und es hat ja auch eigentlich recht gut funktioniert. Ich bin sehr zufrieden, aber gleichzeitig auch sehr überrascht, dass das so gut funktioniert hat und wir da noch mal einen drauf setzten konnten. MEINEM EINDRUCK NACH HABT IHR MIT DER NEUEN PLATTE JA SCHON ZIEMLICH GENAU AN „I AM NEMESIS“ ANGEKNÜPFT. WAR DIESER WEG FÜR EUCH VON ANFANG SO KLAR, UND SEID IHR IM NACHHINEIN MIT DEM ERGEBNIS ZUFRIEDEN? Ja, ich bin durchweg zufrieden eigentlich… nicht nur eigentlich, ich bin durchweg zufrieden! Wie gesagt, ich war sehr überrascht, dass wir das so gut hinbekommen haben, aber wir haben auch viel und lange daran gearbeitet, viele Sachen ausprobiert und an den Gitarrensounds gearbeitet. Ich glaube, da sind Marc und auch der Techniker ziemlich stolz drauf, dass die da so einen Sound hin gebastelt haben. Sound-mäßig forciert ist es nicht unbedingt. Wir hatten die Richtung von „I am Nemesis“ schon angepeilt, weil es dann für uns auch so ein bisschen frischer, neuer Wind war in der Musik, und da wollten wir schon anknüpfen. Und dann halt noch mal ein bisschen dicker machen. WIE DU SCHON ANGESPROCHEN HAST, HAST DU EIN BISSCHEN AN DEINEM GESANGSSTIL EXPERIMENTIERT. HAT MAN DA IM VORFELD BEDENKEN, DASS MAN DAMIT EINIGE LEUTE EIN WENIG VERPRELLEN KÖNNTE? Joa, ich mein, die Musik machen wir nach wie vor nach unserem Dünken. Es ist natürlich immer schön, dass es so viele Leute gibt, die das zu schätzen wissen und das gut finden, was wir machen, aber im Endeffekt schreiben wir die Sachen, auf die wir halt Bock haben. Man kann’s ja keinem Übel nehmen, wenn sich jemand weiter entwickeln möchte, in welche Richtung auch immer. Klar, es geht dann immer um Geschmack, ich hab das genauso bei anderen Bands, wo der Sänger anfängt, clean zu singen, obwohl er vorher nur geschrien hat. Muss mir ja nicht gefallen, aber dafür kann ich ja auch keinen verurteilen. Deswegen finde ich eine Band ja nicht direkt komplett kacke, ich hab dann ja noch die anderen Sachen, die ich gut finde. Aber ich mach mir da keine großen Gedanken drum, weil ich das ja wie gesagt für mich oder für uns mache, sodass das homogen in die Musik passt. Ich bin aber trotzdem gespannt. Ich mein, die Resonanz der Platte ist super, von den Offiziellen und vielen Fans. Nur wie das live rüber kommt, darauf bin ich noch gespannt. BESONDERS STICHT DIESES MAL EUER ERSTER KOMPLETT DEUTSCHER SONG HERAUS, DEN IHR ZUSAMMEN MIT BASTI VON CALLEJON AUFGENOMMEN HABT. IHR HABT DAS AUF DER LETZTEN PLATTE JA SCHONMAL ANGEDEUTET. WIE KAM’S DAZU, JETZT MAL WAS KOMPLETT AUF DEUTSCH ZU MACHEN? Wir hatten ja auf „I am Nemesis“ schon einen Song, das war ja so ein 50/50-Ding. Vorher habe ich mich immer gewehrt, weil ich mich unwohl gefühlt habe, deutsch zu singen. Aber dann kam die Cover-Platte, wo wir ja auch RAMMSTEIN gecovert haben, und da habe ich gemerkt, dass es gar nicht so scheiße ist… wenn man die richtigen Wörter findet. Da muss man halt echt gut dran rumschreiben… also ich brauch die richtigen Wörter, damit ich mich wohl fühle. Wir wollten das aber ausprobieren, weil wir gemerkt haben, dass das bei „Dein R3.Ich“ gut funktioniert hat. Und es ist halt auch geil für die Leute, weil die da direkt gut mitsingen können, und dann haben wir das halt gemacht. Und Basti von CALLEJON ist halt prädestiniert dafür, er macht’s ja durchweg, von daher gab’s gar keine andere Alternative für den Song. Wir sind eh befreundet und kennen uns seit Ewigkeiten, und da lag das eben nah. Wir arbeiten auch mit „Kotsche“ zusammen, also mit Christoph, deren Gitarrist, und von daher… ich bin auch froh, dass wir das gemacht haben, weil ich den Song richtig geil finde! Es ist ja auch was Besonderes. Wir gucken eh immer, dass wir was Besonderes auf der Platte haben. Auf den anderen Platten war es irgendwie so ein ruhiger Song, so ein Mid-Tempo-Teil zum Beispiel, jetzt ist es ein deutscher Song, sodass immer ein Lied dabei ist, dass sich ein bisschen abhebt von dem Rest. HEISST DAS, DU BIST JETZT EIN BISSCHEN AUF DEN GESCHMACK GEKOMMEN UND MAN KANN NOCH MAL WAS DEUTSCHES VON EUCH ERWARTEN? ODER BLEIBT ES BEI DEM EINMALIGEN EXTRA? Das weiß ich nicht. Die Frage hab ich schon ein paar Mal bekommen, und ich konnte noch nie eine eindeutige Antwort geben, weil für mich es halt etwas Besonderes ist. Und wenn das jetzt so ein Ding wird, das wir immer haben, dann wird’s für mich irgendwann langweilig, glaub ich. Auf der anderen Seite find ich es auch gut, einen deutschen Song zu haben, aber genau weiß ich das jetzt noch nicht. Mal gucken, wie uns da der Sinn nach steht. DICKE FEATURES GAB ES JA IN DER LETZTEN ZEIT EINIGE BEI EUCH, DIESES MAL UNTER ANDEREM AUCH MIT MATT VON TRIVIUM. WO IHR JETZT SCHON MAL IN DEN TOP TEN GEWESEN SEID… GÄBE ES DA, REIN HYPOTHETISCH, AUS DER POP-/ MAINSTREAM-RICHTUNG JEMANDEN, MIT DEM DU GERN MAL EINEN SONG MACHEN WÜRDEST? Hmmm, ich weiß nicht… ich würd mit Till Lindemann von RAMMSTEIN vielleicht was machen. Ich mein, das ist dann ja auch nicht Pop, sondern immer noch Gitarren-Musik… aber groß! (lacht) Ansonsten, wenn man noch mal so was Deutsches machen würde, das haben wir ja mit CALLEJON schon gemacht, dann würde irgendetwas aus dem Hip Hop-Bereich passen, zum Beispiel. Aber das ist nicht ganz unser Style. Nee, aber sonst wüsste ich nicht, wen ich da wählen würde, außer eben Till von RAMMSTEIN. IHR WART JA DIESES JAHR SCHON EIN BISSCHEN UNTERWEGS, ABER WIE DU SCHON SAGTEST, KÖNNT IHR DIE NEUE PLATTE ZUM ERSTEN MAL DEM DEUTSCHEN PUBLIKUM PRÄSENTIEREN. IST DAS NOCH MAL SO EINE ANDERE ERWARTUNG, WENN MAN ES QUASI DAHEIM PRÄSENTIERT ALS IRGENDWO ANDERS? Ja, schon irgendwie. Es ist zwar komisch, aber es ist nun mal die Heimat, und da ist man dann halt noch mal gespannter als irgendwo anders. Hier hat man nun mal die größte Fan-Base, den größten Anker in der Musik. Das sind die Leute, die uns am weitesten gebracht haben, und mit denen möchte man ja auch weiter ein gutes Verhältnis pflegen! (lacht) Von daher ist man schon gespannt, wie sehr es ankommt. Klar, in Russland haben wir das erste Mal die Platte präsentiert, aber das ist was anderes, weil da ist man ja vielleicht ein, zwei Mal im Jahr. Die Leute sind da noch nicht so übersättigt wie die Fans hier, die nehmen alles auf. Da muss man sich eigentlich keine Gedanken machen, ob das Show-mäßig gut wird oder nicht, weil die Leute das da alles mit Kusshand annehmen. Aber hier, wo es halt auch einen ziemlich großen Musik-Markt gibt mit vielen guten Bands… ich mein, ich sehe das nicht als Konkurrenzkampf, aber es ist nun mal schon so, dass man sich ja irgendwo battlet. Nicht gezwungenermaßen, aber man will ja auch nicht blöd dastehen. Von daher bin ich gespannt, und zu Hause ist es echt noch einmal eine andere Kiste. Vor allem, wenn viele Leute da sind, die man kennt, wie die Familie. Das ist für mich dann noch mal was ganz anderes! Ich kann vor 1000 Leuten stehen, die ich nicht kenne, da habe ich kein Problem mit. Aber sobald viele Leute dabei sind, die ich kenne, Freunde, Familie… da werde ich sowas von ultranervös, als hätte ich noch nie auf einer Bühne gestanden. Aber das wird zum Glück erst nächste Woche in Münster passieren. Da habe ich noch eine Woche Zeit, um mich einzugrooven. WIE SIEHT ES LIVE MIT „GHOST EMPIRE“ AUS? HABEN SICH DA SCHON FESTE STÜCKE BEWÄHRT ODER PROBIERT IHR NOCH EIN WENIG RUM? ICH MEIN, „YOUR SONG“ ZUM BEISPIEL IST JA ZIEMLICH PRÄDESTINIERT FÜR DIE SHOW… Ne, wir haben eigentlich ein recht festes Set. Das haben wir auch in Russland schon gespielt, also eigentlich seitdem wir die Platte promoten. Das haben wir von Anfang an so geprobt für die Shows, also nicht irgendwie Choreographie-mäßig oder so, aber wir haben uns die Songs rausgepickt, und die werden wir jetzt auch erstmal durchspielen. Im Laufe des Jahres werden wir noch Variationen reinbringen, denk ich. Wir spielen auch recht viel Neues, fünf oder sechs Lieder. Das wird schon so eine Art „Ghost Empire“-Präsentation. Sonst war es ja eher so, dass noch viele ältere Songs dabei waren, aber dieses Mal ist es viel neues Zeug. Das wird manche Leute vielleicht vor den Kopf stoßen, aber das ist auch für uns neu. Wie gesagt, bisher haben wir mehr gemixt, dieses Mal haben wir viel Neues dabei. Ja klar, „yOUR Song“ ist definitiv dabei, das ist kein Geheimnis. Das ist ein Song, den wir für die Leute geschrieben haben, der wurde für Live-Shows gemacht und ist definitiv dabei. Genauso wie die Single, die ist auch dabei. WIE BEREITS ANGESPROCHEN WART IHR ANFAG DES JAHRES IN RUSSLAND UND AUCH DER UKRAINE UNTERWEGS. DAS WAR JA NICHT EUER ERSTES MAL, ABER ANGESICHTS DER DERZEITIGEN LAGE IST ES WAHRSCHEINLICH DOCH NOCH MAL EINE VIEL INTENSIVERE ERFAHRUNG GEWESEN. WAS NIMMT MAN DA SO FÜR EINDRÜCKE MIT, AUCH VON DEN FANS UND DEN SHOWS? Also in Russland hat man jetzt nichts gemerkt, da war die Ukraine-Russland-Situation noch nicht so angespannt. Da ging es ja eher noch um die Olympischen Winterspiele, als da die Anschläge waren und so was, aber da war merklich nichts zu spüren. Es war zwar strange… wir sind an dem Bahnhof vorbeigefahren, an dem die Bombe hochgegangen ist, da war noch das dicke Loch in der Wand. Es ist schon komisch, wenn man sich vorstellt: „Du hättest jetzt auch in dem Bahnhof stehen können“, aber in Russland war wie gesagt noch nicht so viel. Und in der Ukraine war es halt so ein Wechselbad der Gefühle. Ich wollte nicht unbedingt hin, aber wir haben uns bei ESKIMO CALLBOY und anderen Bands, die da waren und die wir oder unser Management kennen, erkundigt und die haben uns halt schlau gemacht, wie die Situation im Land ist. Es ist halt alles kaputt – ich meine, wir waren ja in Kiew. Zumindest an dem Platz ist alles zerbombt, und die Stimmung war… naja. Aber es ist sicher. Und das war halt der Punkt, an dem wir gesagt haben, dass wir hingehen, weil es für die Leute ja wahrscheinlich auch eine willkommene Abwechslung ist und gerade in diese angespannte Alltagssituation ein bisschen Normalität bringt. Von daher sind wir dann halt geflogen. Kiew war halt wirklich krass, wir sind dann auch über den Platz gegangen. Es war ein sehr komisches Gefühl, da rumzulaufen, wo vor ein paar Wochen noch Krieg war… ich mein, das kann man nicht anders nennen. Es hat ja alles noch gestunken, hier und da hat es noch geraucht und die ganzen Zelte von den Besetzern sind noch da. Und auch abends rennen da noch Gruppen durch und schießen irgendwelche Sachen in die Luft. Aber ansonsten hat man da nicht viel von mitbekommen. Und die Fans auf den Shows… ich meine, die Leute, die auf die Shows gehen, wollen dann aber auch irgendwie feiern, Frust ablassen, ein Ventil öffnen, aus welchen Gründen auch immer. Da hat man nicht so gemerkt, dass in dem Land jetzt so eine Situation herrscht. Ich habe auch versucht, so zu acten auf der Bühne. Man hat natürlich hier und da was gesagt zu der Situation, aber im Grunde war nicht viel Unterschied. Publikumsmäßig von der Anzahl kann ich das auch nicht so genau sagen. Es kommen mal mehr, mal weniger Leute, je nachdem, wie die Menschen auch Bock haben. Von daher war es strange, aber auch gut da zu sein, weil die Leute dann auch gemerkt haben, dass wir sie eben nicht hängen lassen und wir den Fans ein bisschen was geben konnten, um den Alltag mal kurz ein bisschen vergessen zu können. IHR SEID JETZT SCHON RECHT LANG UNTERWEGS, MEHR ALS 15 JAHRE, UND SEID JA AUCH IRGENDWO IN ANDEREN LEBENSLAGEN ALS DAMALS NOCH. GIBT ES LANGSAM SCHON SO EINEN PUNKT, AN DEM MAN SAGT: „OK, SO LANGE MACHE ICH NOCH, DANN IST SCHLUSS“, ODER IST DAS ENDE IMMER NOCH OFFEN? Im Grunde ist das Ende noch offen. Das Einzige, was ich als „Ende“ ansehen würde, wäre, wenn ich merken würde, dass ich durch die Band meine Familie irgendwie verlieren würde… aus zeitlichen Gründen, weil ich immer auf Tour bin, oder aus finanziellen Gründen, weil man zu Hause die Rechnung nicht bezahlen kann. Das wären dann für mich Gründe, wo ich sagen würde, dass ich was an der Arbeitsweise ändern müsste. Da müsste ich halt gucken, wie es weitergeht. CALIBAN ist zwar auch meine Familie, aber das ist meine „zweite“ Familie, und meine andere Familie ist mir dann doch noch ein Stück weit wichtiger. Vor allem bin ich ja auch der einzige mit Kind, bin verheiratet, dann ist das noch einmal etwas anderes, als wenn du „nur“ eine Freundin hast oder… ich mein, Marc ist noch verheiratet. Aber es ist definitiv ein Unterschied, ob du „nur“ eine Freundin hast oder halt eine ganze Familie. Da siehst du manche Sachen noch einmal aus einem anderen Blickwinkel, beziehungsweise du musst es einfach. Du hast so viel, worum du dich kümmern musst, wofür du sorgen musst. Du bist Versorger eines heranwachsenden Menschen, der auf dich angewiesen ist. Da muss man halt ab und zu anders denken.

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