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CALIBAN (ANDY DÖRNER/ MARC GÖRTZ)

Caliban-3

DAS NEUE ALBUM “THE UNDYING DARKNESS” KOMMT IN KÜRZE HERAUS. ES IST NOCH MELODISCHER ALS DER VORGÄNGER, WOBEI IHR DIESMAL VERSTÄRKT MIT CLEANEN VOCALS GEARBEITET HABT. MIT WELCHEM ANSPRUCH SEID IHR DIESMAL AN DAS SONGWRITING HERANGEGANGEN? Marc: Also, die Frage überrascht mich jetzt eigentlich. Weil ich finde, dass es wesentlich härter ist. Und auch wesentlich unmelodischer als das letzte Album. Das hören wir bis jetzt eigentlich von jedem. WIRKLICH?! Marc: Ja. Andy. Dass sie insgesamt härter ist. Marc: Also, insgesamt finden wir die Platte eigentlich schneller. Und das sagt eigentlich… wie gesagt, da bist du jetzt die erste, die sagt, dass es nicht so wäre. Also, ich meine, es sind immer noch cleane Vocals drin – klar, schon relativ ausgewogen. Der Anteil ist wahrscheinlich, der ist schon gleich wie beim letzten Album, finde ich, knapp Hälfte/ Hälfte. Aber das geht halt öfter auch ineinander über, oder läuft gleichzeitig mit dem Schreigesang. Oder er ist auch über schnellen Passagen drüber. Und deswegen weiß ich jetzt nicht, wie ich sonst die Frage beantworten soll, weil ich das eigentlich anders sehe. Andy: Die meisten haben bis jetzt gesagt, dass die Scheibe härter ist, und, ja… keine Ahnung. Also, melodischer würde ich jetzt echt nicht sagen. Ich meine, die Metal-Sachen sind auch ein bisschen… Marc: Ja, gut, das stimmt. Andy: … da ist mehr Melodie drin. Mehr Melodie drin halt, das schon. Aber jetzt, dass die jetzt ruhiger ist, melodischer vom Gesangsanteil her?! … “MELODISCHER” WAR JETZT VIELLEICHT EIN WENIG MISSVERSTÄNDLICH. DAS RIFFING IST SCHON UM EINIGES HÄRTER GEWORDEN, SO MEINTE ICH DAS JETZT NICHT. ICH MEINTE DAS MEHR AUF DIE CHORUSSE BEZOGEN, DASS DIE MEHR VOM OHRWURMFAKTOR LEBEN. VIELLEICHT HABE ICH MICH DA JETZT FALSCH AUSGEDRÜCKT. MEINER MEINUNG NACH SIND EINFACH VIEL MEHR CLEANERE GESANGSPASSAGEN IM CHORUS VERTRETEN. SORRY – GLEICH ERSTMAL IN DIE NESSELN GESETZT… WIE SIEHST DU DAS SO, MARC? Marc: Auch nicht. (lacht) Da finde ich den Anteil eigentlich relativ gleich, wie beim letzten Album. “Melodischer” kann man das schon finden, auf die schnellen, harten Passagen bezogen, weil da trotzdem Melodie drin ist. Wenn da die Doublebass kommt, ist halt vom instrumentalen her… Vom Clean-Gesang finde ich’s eigentlich relativ gleichwertig wie beim letzten Album. Andy: Ich würde sagen, dass wir schon mehr daran gearbeitet haben, jetzt auch richtige Ohrwürmer… Marc: Ja, das stimmt. Andy: .. hinzulegen. Auf der letzten Platte hatten wir da halt die zwei, die dann ganz prägnant waren: “Goodbye” und “Beloved and the hatred”. Und jetzt haben wir glaube ich mehr, einen größeren Anteil von Ohrwürmern, wenn du’s so willst. Marc: Das stimmt, sehe ich auch so. Andy. Ja, das kann gut sein. OK – WAS BIN ICH FROH, DASS WIR JETZT DOCH AUF EINEN LEVEL GEKOMMEN SIND! GIBT ES IRGENDEINEN SONG, DER BEI EUCH SOFORT HÄNGEN GEBLIEBEN IST? Marc: Ja, einmal vom cleanen Gesang her die Single und “I rape myself”. Das sind so meine “Ohrwurmfavoriten”, sag’ ich jetzt einfach mal. Würde ich sagen, für mich. Andy: Ja, die bleiben gut kleben. Auf jeden Fall, finde ich auch. Und bei unserer sehr wahrscheinlich zweiten Single “Nothing is forever”, da ist es halt auch… Da ist so’n Mittelpart drin, der bleibt auf jeden Fall sofort kleben. Der ist zwar kurz, aber ich finde ihn persönlich eigentlich am Schönsten auf der ganzen Platte. “NOTHING IS FOREVER” FIEL MIR EBEN DESHALB AUF – WEGEN DEM AKUSTISCHEN MITTELTEIL. GERADE WENN DU, ANDY, JETZT SCHON SAGST, DASS DAS DEIN LIEBLINGSPART AUF DEM ALBUM IST: KÖNNTET IHR EUCH VORSTELLEN, EINEN SONG NUR AUF DIESER SCHIENE ZU SCHREIBEN? Marc: “Nur auf dieser Schiene” heißt: nur clean und mehr Akust…? Nee! Für mich, nee! Deswegen haben wir eigentlich auch die erste Single recht hart gewählt. Also, so vom Härtegrad ist ja dieser “Nothing is forever” wesentlich softer. Und es sind auch einige andere Songs, die softer sind als zum Beispiel “It’s our burden to bleed”: Aber wir fanden den halt einfach besser. Und weil er halt den Charakter des Albums besser wiedergibt, so dieser Song “It’s our burden to bleed”. Deswegen haben wir den genommen. Und diesen “Nothing is forever”, den bisschen ruhigeren, den halt dann als zweiten. Aber so ganz ruhig hatten wir bis jetzt noch gar keinen Song, der jemals so war. Also, ich meine, wir haben noch einen Song, der ist bis jetzt so… Der wird wahrscheinlich auf’s normale Album nicht kommen – vielleicht für das Japan-Release oder so, oder für irgendwas. Den haben wir noch aufbewahrt – da sind halt noch Gast-Vocals vom Anders Friden mit drauf – und da ist schon sehr, sehr wenig Geschrei. Da ist nur ein Part Geschrei, und der Rest, da wechseln sich halt Denis mit Clean-Gesang und der Anders mit halb gesprochen/halb gesungen ab. Aber der Song an sich ist trotzdem nicht soft, also die Musik ist trotzdem relativ hart. Kann man sagen. WENN MAN DIE FANFOREN VERFOLGT, BEDAUERN SCHON EINIGE FANS, DASS IHR DAS ABSOLUTE GEBRETTER NICHT MEHR AM START HABT – OBWOHL IHR SCHON MIT DEM NEUEN ALBUM WIEDER ETWAS HÄRTER GEWORDEN SEID (AUGENZWINKERN UND GELÄCHTER). WENN DIE FANS SAGEN: “THE OPPOSITE FROM WITHIN” WAR ZWAR EIN HAMMERGEILES ALBUM, ABER BISSCHEN MEHR MIT TEMPO ANZIEHEN UND HARDCORE-SHOUTS DABEI WÄRE AUCH SCHÖN…. WIE GEHT IHR DA MIT DEN ERWARTUNGEN DER FANS UM? Andy: Ich meine, die zieht ja ein bisschen an wieder. So die… teilweise geht die schon ein bisschen zu den Wurzeln, finde ich, wieder. Also streckenweise von den Riffings her, von den schnelleren Sachen halt. Und nee, ich meine, die einen wollen es so, die anderen wollen es so. Ich glaube, das hält sich so die Waage. Marc: Also, wir machen das hauptsächlich so, wie uns das gefällt. Wir entwickeln uns als Band weiter und machen halt den Stil, oder die Songs, die uns einfallen und nicht wie – ich sage jetzt mal – ein paar Leute, eine Gruppe von Fans es gerne hätte. Weil wenn wir es dann so machen würden, dann sagt die andere Gruppe: “Ja, aber das “Opposite”-Album war doch so toll. Warum macht ihr denn jetzt plötzlich wieder so eins?” Und wir machen es halt einfach so, wie es uns gefällt. Und je mehr Leuten es gefällt, desto besser finden wir das natürlich auch. Wenn es dann ein paar weniger Menschen gefällt: Schade, aber trotzdem stehen wir dann hinter dem Album, wie es eben ist. Und das Neue ist halt nun mal wieder schneller… Was mehr oder weniger trotzdem Zufall ist. Und auch Freunde, denen wir das bis jetzt vorgespielt haben, die haben auch gesagt: “Ja, das ist ja schon… Das geht ja sogar ein paar Alben zurück!” Also bis zu dem “Vent” oder “Small boy in a grey heaven” von ein paar Riffings her, die wirklich sehr thrashig sind. Und das einfach nur sehr viel Doublebass und so was drin ist. Aber das jetzt auch nicht, weil ein paar das gesagt haben, dass sie das gerne hätten. Weil, dadurch werden vielleicht ein paar andere jetzt wieder: “Oh… das ist aber eigentlich wieder ein bisschen härter als das andere. Warum wollt ihr nicht ‘n bisschen softer werden?” Also, recht macht man’s eigentlich den Leuten nie. MIT WELCHEN REAKTIONEN KAMEN DIE FANS NACH DEM LETZTEN ALBUM AUF EUCH ZU? ES WAR JA SCHON EIN GROSSER SCHRITT NACH VORNE VERGLICHEN MIT DEN VORHERIGEN ALBEN – SOWOHL SOUND-UND PRODUKTIONSTECHNISCH, ALS AUCH VOM SONGWRITING HER. IHR HABT DAS ALBUM JA AUCH MASSIV BETOURT…. Marc: Generell hatten wir eigentlich mit mehr negativen Reaktionen gerechnet als wir letztendlich bekommen haben. Wir dachten halt, weil viele durch diesen Label-Wechsel zu Roadrunner, und halt vom Indie-Label zum großen Label, dann irgendwie… dass da eigentlich eher die Stimmen kommen würden mit: “Ja, hier – Sellout! Und jetzt werden sie softer!” Obwohl das Album – haben wir schon ein paar mal in Interviews gesagt – das Album war eigentlich schon fertig, bevor Roadrunner überhaupt einen Vertrag hingelegt hatten. Das Album war vorher schon aufgenommen. Ich meine klar, da waren natürlich welche dabei, die gesagt haben: “Ist mir jetzt zuviel Gesang!”, oder “Die Stimme gefällt mir jetzt nicht so gut wie bei dem anderen Album!” Aber generell fanden wir es eigentlich schon sehr positiv. Und ich meine, auch die Verkaufszahlen vom Album zeigen das. Ich meine, das kann man jetzt so oder auslegen, ob es an dem Label liegt, oder an der Musik, oder an beidem. Was auch immer. Aber die Zahlen sind halt nun mal besser als bei den Alben davor. Also, müssen wir ja… Irgendwas müssen wir dann ja schon richtig gemacht haben. Andy: Ja, ich würde auch sagen, dass eigentlich mehr Leute dazugekommen sind als abgesprungen, im vergleich zur letzten Platte. Weil alle, die sich als Hardcore Underground-Leute bezeichnen, die sind eh schon ein bisschen eher abgesprungen. Das war schon zu “Shadow Hearts”-Zeiten so, weil die Produktion damals schon besser war. Und Clean-Gesang: “Oh, nee! Das geht gar nicht! Sellout!” Und von der “Shadow Hearts” zur “Opposite” da wurde es ein bisschen weniger, aber dafür sind meiner Meinung nach viel mehr neue Leute dazugekommen. Was ja dann auch ein positives Zeichen ist. Marc: Ja, genau. Also, diese Leute, die du jetzt gerade angesprochen hast, die haben wir eigentlich schon durch die “Shadow Hearts”-Platte längst verloren. Und deswegen waren diese Stimmen bei dem “Opposite from within”-Album dann gar nicht mehr so laut wie davor. Davor hatten wir mehr Leute, die – obwohl wir noch weiter bei dem Indie-Label Lifehouse waren – gesagt haben: “Ja, jetzt ist da mehr Gesang drin, und dies und das und so!”. Aber deswegen, also, deswegen war es eigentlich bei dem neuen Album jetzt nicht so stark. DASS ES DER RICHTIGE SCHRITT FÜR EUCH WAR, HAT SICH JA AUCH BEI DEN LETZTEN TOUREN GEZEIGT. IHR SPIELT JE HEUTZUTAGE DEFINITIV GRÖSSERE HALLEN ALS NOCH VOR WENIGEN JAHREN. PASSEND ZUM ABSCHLUSS DES JAHRES 2005 HABT IHR DIE WEIHNACHTS-TOUR IM PACKAGE MIT VIER WEITEREN BANDS ZU ENDE GETOURT. WIE WAR DIE STIMMUNG ZWISCHEN DEN BANDS? BEI FÜNF BANDS KOMMT DA DOCH LOCKER EIN TROSS MIT 50-60 LEUTEN ZUSAMMEN? Marc: Ja, war schon so. Also, die Stimmung unter den Bands an sich war supergut. Ich meine, viele von den Leuten kannten wir sowieso schon vorher, bis auf ein paar. DESTINY kannten wir vorher, FEAR MY THOUGHTS kannten wir vorher. Und die meisten, wie gesagt, kannten wir halt. Die von NARZISS kannten wir vorher. Die Leute, die wir nicht kannten, das waren jetzt NEAERA. Und wer war noch dabei? (überlegt) Nee, haben wir doch alle. Also, die einzigen, die wir nicht kannten waren eh nur die von NEAERA. Und die Stimmung war unter den Bands super und die Shows, die waren echt sehr, sehr, sehr gut. Weil, ich meine, wir haben ja eigentlich, ich sag jetzt einfach mal kleinere Städte gespielt. Damit meine ich, wir haben jetzt keine Städte gespielt, wo man normalerweise ‘ne Headliner-Tour machen würde. Es war jetzt kein Köln, es war jetzt kein München, es war kein Berlin, es war jetzt keine Stadt im Ruhrgebiet oder so was dabei. Das war halt Absicht, weil wir im März wohl noch mal touren werden. Und da haben wir gesagt, dann machen wir halt da ‘ne Tour, wo man auf so ‘ner Tour nicht hinfährt, damit man die Leute auch – ich sag jetzt einfach mal – bedient. Und das fanden wir gerade erstaunlich, dass wir in solchen Städten, wo die Städte halt nicht so groß, wo nicht so viele Leute leben, wo vielleicht auch nicht so viele Städte drum rum sind, dass da so viele Leute gekommen sind. Also, wie zum Beispiel Karlsruhe oder Herford. Da waren sieben, acht, neunhundert Leute. Und das war schon erstaunlich. Es war eigentlich so gut wie alles ausverkauft, bis auf ein paar Shows, wo dann ein paar Tickets gefehlt haben. Andy: Herford, oder? Marc: In Herford hätten auch 1500-1600 Leute reingepasst. Und es waren dann, glaube ich, mit Gästen 950. Also auch schon sehr viel. Karlsruhe war ausverkauft im Vorverkauf mit 700. Ich weiß gar nicht, was noch. Dann Würzburg war, glaube ich, bis auf drei Tickets ausverkauft, und der Rest war alles sehr nah dran. Also, entweder ausverkauft oder ganz knapp dran vorbei. Das war schon erstaunlich. Andy: Vor allem in ein oder zwei Städten oder so, da hatten wir ja auch noch nie gespielt. Das war dann auch überraschend, dass das dann so voll wurde. Marc: Karlsruhe. Andy: Ja. Marc: Da waren wir eigentlich noch nie. Und direkt weit im Voraus schon 700 Tickets verkauft. Und die meinten auch, die hätten noch viel mehr Leute kriegen können. Aber ‘ne größere Halle war nicht verfügbar, oder sowas. So hätte man theoretisch noch auf was Größeres gehen können. Und die Stimmung bei allen Bands war echt gut. Das war jetzt nicht so – das fanden wir auch sehr gut – dass die Stimmung jetzt nur bei den letzten zwei Bands gut war. Ich meine, klar, bei der ersten Band sind sie meist noch ein bisschen verhaltener als bei der zweiten oder der dritten, aber das hat sich schon gesteigert. Aber es sind alle Bands gut angekommen, und das fanden wir auf jeden Fall alles sehr gut. Die Leute, die da hingekommen sind, waren auf jeden Fall alle sehr gut drauf. IHR HABT ALSO DEN SPRUNG VON DEN KLEINEREN CLUBS IN DIE HALLEN GESCHAFFT. ZURÜCK GEHT ES WOHL DIE NÄCHSTEN JAHRE ERST MAL NICHT FÜR EUCH. VERMISST IHR VIELLEICHT JETZT SCHON DIE KLEINEN VERSCHWITZTEN SHOWS MIT DEM ENGEN KONTAKT ZUM PUBLIKUM? ICH HÖRE ES ÖFTER VON “GRÖSSEREN” BANDS, DASS SIE DEN ALTEN ZEITEN IN DEM SINNE NACHTRAUERN… Andy: Das hat beides was für sich, finde ich. Also, ich mag diese kleineren Shows halt. Ich meine, die Tour die wir jetzt gefahren haben, das war ja mehr so ein Mittelding. Das war ja immer noch teilweise… Marc: Das hat sehr variiert zwischen den ganzen Hallen, zwischen den einzelnen Städten. Andy: Manche waren größer, manche waren noch ein bisschen kleiner. Man hatte teilweise Kontakt mit den Leuten, teilweise auch nicht soviel. Und das ist eben das, was ich an den kleinen Shows ziemlich geil finde. Dass man viel mit den Leuten agieren kann. Dass die auf die Bühne kommen, und dass da jetzt nicht so ‘ne großartige Absperrung ist. Dass man mit denen singen kann, dass die hochkommen, runterspringen, mitsingen, was auch immer. Das finde ich dann immer sehr familiär und angenehm bei diesen kleineren Shows. Bei den größeren, keine Ahnung, die haben halt auch was für sich, weil man echt schön viel Platz auf der Bühne hat, um selber zu agieren, halt ‘ne gute Show hinzulegen. Dafür sind auch die größeren Hallen dann echt gut. Und mittlerweile ziehen wir ja dann auch schon ein paar Leute, dass dann auch größere Räume gebucht werden müssen, damit auch alle dann irgendwie die Chance haben, hinzukommen. Marc: Ja, das ist auch, was er schon gesagt hat. Es gibt halt bei größeren und bei kleineren jeweils Vor- und Nachteile. Was ich immer finde ist, dass wir selbst ‘ne bessere Show bieten, wenn wir größere Hallen spielen. Weil, wir haben dann wesentlich mehr Bewegungsspielraum, wir spielen alle ohne Kabel mit Sender, wir können dann über die Bühne rennen, und keine Ahnung was. Halt viel mehr Show in Anführungsstrichen halt, sag ich jetzt einfach mal, bieten. Und dann auch so Sidedrops und Backdrops aufbauen, was in den kleineren Hallen nicht geht. Mit Licht arbeiten, wo die Musiker dann angestrahlt werden. Es sieht dann für die Leute einfach besser aus. Und das andere ist halt, dass es dann familiärer ist und da dann mehr passiert. Also, es ist beides gut. FÜR MÄRZ IST DIE NÄCHSTE TOUR ANGEPEILT, DAS WIRD DANN WOHL DIE RECORD RELEASE-TOUR SEIN. WIRD DAS EINE GRÖSSERE ODER EINE KLEINERE TOUR SEIN? Marc: Also eigentlich ‘ne größere Tour, ja. Wir sind halt immer noch dabei zu buchen und leider auch ein bisschen spät dran. Aber wir gucken gerade. Bis jetzt ist noch nicht alles bestätigt. Aber Köln, Live Music Hall oder Berlin, SO36. Release Show wird wohl in der Turbinenhalle in Oberhausen sein (KORREKT, siehe unseren Konzertbericht, Anm. der Red.), also auch recht groß, wo man ja die Möglichkeit hat zwischen zwei Räumen hin und her zu wechseln, oder dann halt mit ‘nem Vorhang. Also, ich meine, ganz voll machen wir die Turbine natürlich nicht, da passen 5000 Leute rein oder so. Aber der T-Club ist halt mit 1500 – oder in der Turbinenhalle kann man ab 2000 mit Vorhang spielen – da wird man auch ‘ne sehr gute Show haben. Und in Hamburg ist es ein bisschen kleiner, das ist im Grünspan. ich weiß nicht, wie viele da rein passen, so 700 oder so. Irgendwie so was in dem Dreh. So in diesem Spielraum wird sich das wohl abspielen so, denke ich mal. So um die 1000er Hallen ungefähr. ZURÜCK ZUM ALBUM: DIE ERSTE SINGLE IST “IT’S OUR BURDEN TO BLEED”. WARUM IST EUCH DER SONG SO WICHTIG, DASS IHR IHN ALS ERSTE AUSKOPPLUNG GEWÄHLT HABT? Marc: Eigentlich ist das so gewesen: Wir haben halt gesagt, dass wir dieses Mal auf jeden Fall zwei Singles machen. Und wir haben uns als Band zwei Songs für die erste Single ausgesucht, wo wir dachten, die würden beide funktionieren. Und auf der anderen Seite auch zwei für die zweite ausge-… ja, klar. Zwei auch für die zweite ausgesucht, und die haben wir dann Roadrunner vorgespielt: “Was haltet ihr von den beiden? Einer von den beiden für die erste, einer von den beiden für die zweite?” Wir konnten halt mit dem jeweiligen gut leben. Und wir haben uns dann absichtlich bei der ersten Single für was härteres entschieden. Ja, und Roadrunner haben dann halt gesagt: “Ja, wir finden von den beiden den besser, und von den beiden den besser!” Und die sind es dann halt geworden. Also, es ist jetzt nicht so, dass uns das jetzt irgendwie vorgeschrieben wurde. Oder, keine Ahnung, was. Und was heißt „so wichtig“? Also, wir fanden halt, dass sehr… wie gesagt, dass diese erste Single halt sehr viel vom Album widerspiegelt. Sie ist halt recht schnell, es ist ein Moshpart drin und besitzt einen guten Wiedererkennungswert vom Schreigesang her, vom Refrain. Und der Clean-Gesang ist auch sehr prägnant. Also… es spiegelt halt das Album sehr gut wider, finde ich. Andy: Ist ein guter Mix, weil der Song, finde ich auch, hat was schnelles, was moshiges und ‘ne gute Hookline, ‘nen guten Ohrwurm – nochmal – (lacht): Ohrwurm! Und ich finde auch, er ist gut. Wir wollten nicht direkt so seicht anfangen. Die zweite Single, wie gesagt, die wird ein bisschen ruhiger. Damit nicht wieder die Leute schimpfen, ne? (lacht) Marc: Das zeigt halt einfach… Man zeigt im Grunde Flagge, dass das Album auch wirklich härter ist, und schneller ist, wie auch immer. Und das ist halt, wie dieser Song ungefähr zur Sache geht. Ich meine, klar, dass wir nicht den allerhärtesten genommen haben, der dann irgendwie zwei Minuten ist, dieser Thrash Metal-Song mit Mille von KREATOR. Also, das ist dann vielleicht nicht unbedingt die Single. Aber so vom Mittelgrad passt der Songs halt gut rein, finde ich. AUCH VON DEN LYRICS HER – ALS “SEICHT” WÜRDE ICH ZEILEN WIE “WE KILL YOU ALL, DIE!” NICHT ZWINGEND BEZEICHNEN… GAB ES IRGENDETWAS ODER IRGENDWEN, GEGEN DEN SICH DAS RICHTET? Andy: (lacht) Frag mich doch nicht so was schweres! DU SCHREIBST DIE TEXTE! Andy: Ich weiß! Also textmäßig ist es eh einer der verwirrendsten. Selbst für mich, weil er halt aus zwei Perioden entstanden ist. Und eigentlich ist es halt mehr ‘ne Traumsequenz. Und ich meine, meine Texte sind ja eh meistens immer ein bisschen so, ne, „düster“, „kaputtmachen“, „Tod“ und so. Und das mit dem Chorus, das hat sich dann irgendwie so ergeben. Der war erst gar nicht Chorus, aber dann haben wir den hinterher noch mal umge-, also ich habe den noch mal umgeschmissen. Und dann ist der bei raus gekommen. Aussagetechnisch ist es einfach nur wie so ‘ne Traumsequenz, die ich hatte. Von wegen: wenn wir zu weit gehen und Scheiße machen, irgendwann holt’s uns, und dann sind wir… Es ist halt so ein bisschen höllenmäßig, weil: wir sind in der Hölle, und jetzt ist alles scheiße, alles ist vorbei. Aber gleichzeitig sind wir auch die Leute, die dann die anderen Leute, die Scheiße machen, in die Hölle holen. Deswegen: “We kill you all!” Ja, so was in der Art halt. Wie gesagt, es ist selbst für mich ein komplexes Ding, weil der aus zwei Perioden entstanden ist, und mehr so eine Traumsequenz ist. ANDY, DU HAST MAL GESAGT, DASS DU NUR TEXTE SCHREIBEN KANNST, WENN ES DIR RICHTIG, RICHTIG SCHLECHT GEHT. ABER DIE LETZTEN ZWEI JAHRE LIEFEN DOCH EIGENTLICH RECHT PERFEKT FÜR EUCH. WIE KOMMST DU DANN TROTZDEM MIT TEXTEN UM DIE ECKE? Marc: Dem geht’s immer scheiße! Wenn nicht, dann sorgen wir dafür. Andy: Dann hauen die mich immer…! Nein. (lacht) Ja, man hat ja immer irgendwas zu kacken. Meistens jedenfalls, mehr oder weniger zumindest. Obwohl jetzt auf der letzten Platte habe ich auch zwei Texte mal so geschrieben, ohne jetzt dass ich irgendwie ‘nen äußerlichen Einfluss hatte, gefühlstechnisch. Wo ich einfach nur drauflos geschrieben habe. Aber sonst ist es eben einfach so, wie du sagst. Wenn ich was zu kacken habe, dann schreibe ich’s halt so. Ich schreibe ja auch das ganze Jahr über. Und manchmal schreibe ich dann im Monat fünf Sachen, weil es mir da gerade mal richtig scheiße geht. Und das hat jetzt nichts mit der Band zu tun, dass wir gute Shows spielen oder sonst was. Darüber schreibe ich ja nicht. Ich schreibe ja meistens über gefühlsbezogene Dinge wie Freundinnen, Ex-Freundinnen oder was auch immer. Alte Geschichten, die ich dann noch mal neu aufarbeite oder so was. Daraus resultiert das dann halt immer. WAS AUFFÄLLT BEI DER LEKTÜRE DER TEXTE, IST DIE TATSACHE, DASS SEHR HÄUFIG DIE ZEILE “I GAVE YOU MY HEART / I GAVE MY HEART AWAY” AUFTAUCHT. DAS FÄLLT DANN UNTER DIE AUFARBEITUNG? Andy: Ja, oft halt. Ich meine, ich bin jetzt schon Ewigkeiten solo. So, seit dieser einen letzten Person, der ich die ganzen Texte zu „verdanken“ habe. (lacht) Und darauf hacke ich halt immer noch rum, mehr oder weniger. Ich meine, da kommt natürlich auch mal irgendwas Neues dazwischen, aber eigentlich ist es immer noch die alte Geschichte. SCHEINT EIN SEHR FRUCHTBARES THEMA ZU SEIN… ICH FAND ES SEHR SPANNEND, DASS DEIN EINZIGES AUFWÄRMTRAINING VOR SHOWS DARIN BESTEHT, DASS DU DICH IN STIMMUNG SCHREIST. WIE HAT MAN SICH DAS VORZUSTELLEN? STEHST DU DANN MITTEN IM BACKSTAGERAUM ODER BEVORZUGST DU EHER DIE PRIVATSPHÄRE EINER ABGESCHLOSSENEN TOILETTE? Andy: Manchmal einfach im Backstage Bereich. Aber ich schreie jetzt nicht den Leuten die Ohren voll. Also, das habe ich mir so ein bisschen vom Robb (Anmerkung: Robert Flynn, Sänger von MACHINE HEAD) abgeguckt. Man muss ihn ja Robert jetzt nennen. Marc: Nee. Nur die Presse! Andy: Ah, nee! Wir dürfen ihn “Robb” nennen. Nur ihr müsst Robert sagen. Ätsch! Wie auch immer. Auf jeden Fall macht der das dann auch oft im Backstage, aber der macht’s mit ‘nem Handtuch, um die anderen Leute dann nicht so… Also er schreit dann halt. Der macht halt sein Aufwärmding. Ich meine, ich fange auch nicht an, dann wie ein Bescheuerter an los zu schreien, sondern ich fange auch erstmal ein bisschen ruhiger an, um die Stimmbänder aufzuwärmen. Und dann schreie ich los, und irgendwann bin ich dann in Stimmung, und dann geht’s dann ab. So halt, ne? INTERESSANTES BILD… Andy: Manchmal mit Handtuch, manchmal ohne. Je nachdem, wo ich bin. Marc: Wir hoffen immer mit! MARC, WIE SIEHT DAS BEI DIR ALS HAUPTSONGWRITER AUS, WANN HAST DU DEINE KREATIVITÄTSSCHÜBE: WENN DU GERADE VON EINER TOUR KOMMST UND NOCH VOLLER ADRENALIN STECKST ODER DOCH EHER ZUHAUSE IM STILLEN KÄMMERLEIN? Marc: Zuhause. Das hat eigentlich nicht wirklich mit Stimmungen zu tun, dass ich da irgendwie jetzt schlecht drauf sein muss, um da jetzt irgendwas zu schreiben. Weil, das ist, das kommt immer drauf an. Also, bei mir ist das so, ich falle immer in ein kreatives Loch, nachdem ‘ne Platte fertig ist, das dauert dann immer mindestens ein halbes, dreiviertel Jahr, bis ich mich da wieder dran setze, weil sonst kommt da eh nix bei raus. Und wenn ich dann anfange damit, dann kommt das alles in zwei Monaten oder so aus mir raus. Wenn wir ein Album machen, das entsteht eigentlich in den Grundstrukturen in zwei Monaten, oder so. Also sehr schnell. Wenn ich dann einen Song schreibe – also, ich kann dann wirklich pro Tag fast einen Song schreiben. Wenn’s denn sein muss, sozusagen. Also, klar wird dann hinterher noch was dran verändert. Es wird noch feiner, es werden noch Feinheiten gemacht. Aber ich setze mich dann auch wirklich stundenlang zuhause hin. Das ist jetzt nicht so, dass ich das in einer halben Stunden mache. Sondern ich stehe dann auf, esse was, und dann fange ich irgendwann mittags, nachmittags, zwei, drei Uhr an zu spielen, bis dann abends, neun, zehn Uhr. Und da fallen einem natürlich dann schon einige Riffs ein. Die nehme ich dann auf und packe die in eine Reihenfolge, wie ich das denke. Oder manchmal fehlt mir noch irgendwas, habe aber ganz viel Überschuss, wo ich denke: das könnte noch was Gutes werden. Und dann am nächsten Tag fällt mir dann dafür irgendwas ein. Und dann habe ich dann am nächsten Tag halt zwei, wo ich am Tag davor halt nicht wirklich was hatte. Also, so ungefähr. Und das geht dann eigentlich immer recht schnell. UND DAZWISCHEN SCHREIBST DU GAR NICHTS?? NACH DER TOUR KOMMT DIE GITARRE DANN EIN HALBES JAHR IN DIE ECKE, ODER WIE?! Marc: Nee, Gitarre in die Ecke nicht. Ich spiele halt normal Gitarre, aber ohne dabei irgendwelche erwähnenswerten Sachen zu kreieren. Das geht einfach nicht immer. Das haben wir ein paar Mal versucht, und die Songs sind eigentlich immer auf’m Schrott gelandet. Andy: Angefangen, und dann irgendwann nicht weitergekommen, weil, ging halt nicht mehr. Marc: Oder die Songs waren dann im Endeffekt halt nicht gut genug oder so. Oder man hat zum Beispiel mal ‘nen Song, von dem man dachte: “Och, wir haben jetzt einen, den spielen wir mal!” Den haben wir dann noch zwei, dreimal gespielt. Und dann irgendwie so: “Häh, so geil… Wie?! Ja, so geil ist der dann doch irgendwie nicht!” Und dann haben wir ihn doch wieder komplett umgeändert, bis am Ende fast 90% noch mal geändert worden sind. Und deswegen macht das eigentlich gar keinen Sinn. Also, das Management versucht uns ja immer zu animieren: “Ihr müsst immer die ganze Zeit auf Tour und auch so immer Riffs sammeln, Riffs sammeln, Riffs sammeln! Also, so macht man so was!” Und wir so: “Ja, ja…”. Ich sag dann immer: “Ja, ja! Mache ich.”, und so. Aber das bringt halt überhaupt nichts, wenn ich auf Tour Riffs sammeln würde, weil halt nur Schrott zusammenkommen würde. Ich muss mich wirklich… Das legt sich… ist bei mir irgendwie so’n Schalter, der irgendwann…dann irgendwann macht es “klick”, dann kriege ich meine kreative Phase, und dann kann ich mich da am Stück hinsetzen und alles fertig machen. So läuft das ungefähr. IHR HABT WIEDER MIT ANDERS FRIDEN UND ANDY SNEAP GEARBEITET – WELCHES BEIDES KORYPHÄEN AUF IHREM GEBIET SIND, DIE EUCH MIT SICHERHEIT AUCH EINE MENGE INPUT GEBEN KÖNNEN. GEHT IHR MIT KOMPLETT AUSGEARBEITETEN SONGS INS STUDIO ODER LASST IHR NOCH EIN BISSCHEN FREIRAUM, DASS IHR DIE SONGS DORT NOCH WEITERENTWICKELN KÖNNT? Marc: Also ich glaube, musikalisch sind wir da immer ein bisschen weiter als gesangsmäßig, würde ich jetzt einfach mal behaupten. Wir lassen auf jeden Fall immer noch ein wenig Luft – und, klar so, wir versuchen auch immer, die Songs jetzt nicht Milliarden mal zu spielen, dass man wirklich zu fest gefahren ist, sondern, dass wir uns da wirklich auch noch für neue Ideen offen halten, und so. Es kommt auch immer noch vor, dass da noch was geändert wird. Ich glaube, bei diesem Album war es ausgearbeiteter als beim letzten, würde ich sagen. Also, musikalisch ist diesmal nicht so viel passiert wie bei dem davor. Da waren wir doch weiter. Aber er unterstützt halt auch viel die Gesangssachen. Und auch wie er manche Sachen singt, ebenso bei Denis. In dem Bereich, so glaube ich, sind die Songs noch weniger entwickelt. Zwar sind natürlich schon Strukturen da, aber weniger entwickelt als die musikalischen Sachen. Wobei, wie gesagt, auch musikalisch einige Sachen dann noch mal gemacht werden und Ideen ausgetauscht werden und so was. Also, zu dem Gesang muss Andy eigentlich was sagen, weil ich kaum dabei war. Andy: Gesangsmäßig bzw. schreimässig haben wir jetzt nicht so viel gemacht. Bei zwei Songs haben wir was geändert, ein wenig. Wir haben dann halt zwei Derivationen aufgenommen und dann die Band entscheiden lassen, was sie besser findet. Und er sagt ja jetzt nicht: “Ja, du machst das jetzt so!” oder… Der macht dir Vorschläge und dann macht man das. Und dann entscheidet man hinterher zusammen, was besser ist. Das war jetzt so bei zwei Textsachen, also Textpassagen. Und das ist ja auch eigentlich kein Problem. Sonst haben wir im Grunde nicht viel geändert. Einen Song haben wir mehr oder weniger komplett umgeschrieben… Also, ne, (blickt zu Marc herüber) das war der “Song about killing”. Der ist ja eigentlich relativ neu da noch mal entstanden. Marc: Ja. Andy: Da habe ich dann im Studio noch mal einen Text geschrieben und mir da komplett was neues für einfallen lassen. Aber da waren eigentlich auch alle mit einverstanden. Marc: Ja, ich glaube, er hat ihn einfach nur gesangsmäßig, also von der Stimme her sehr gepusht diesmal. And: Obwohl er teilweise auch sehr baff war. Weil die Stimme ja jetzt schon viel kräftiger ist als auf dem Vorgänger. Aber der hat ja auch immer so seine schönen Pulte, und dann klingt’s natürlich auch wunderbar. Aber er pusht einen halt schon irgendwie: “Na ja, noch mal? Noch mal, noch mal, noch mal!” Dann machst du mal einen Take 15, 20 Mal, und er pickt sich dann halt die netten Sachen raus. Und am Ende hasst man ihn dann schon ein bisschen. (lacht) Weil, das ist ja dann auch gute Arbeit von ihm. Ich meine, darum geht’s, oder? Das Ergebnis zählt. BEIM SONG “MOMENT OF CLARITY” ´HABE ICH MICH DIE GANZE ZEIT GEFRAGT, OB IHR DIESEN STÜCK MIT ODER FÜR MILLE GESCHRIEBEN HABT?! WIE WAR’S?? Marc: Eigentlich war es so: Das ist zum Beispiel ein Song, den wir vorher im Studio noch mal mit dem Anders ein bisschen geändert hatten. Der war grob schon ähnlich. Aber da war halt noch ein Midtempo-Part drin, irgendwo in der Mitte. Ich kann mich nicht mehr genau dran erinnern, aber dann meinte Anders: “Wie wär’s denn, wenn ihr mal ‘nen Song macht, der ganz schnell ist? Also, lasst doch einfach mal diesen mittelschnellen Part raus oder schreibt den um!” Und dann haben wir den noch ein bisschen umgeändert, der wurde dadurch dann noch kürzer. Und ich meine, der Song war eh vorher schon schnell. War auch gar nicht beabsichtigt, dass da Clean-Gesang rein kommt oder sonst irgendwas. Der war halt schon die ganze Zeit sehr schnell. Und treibend und so was. Und dann war da halt dieser Part, wo der Mille singt. Und das war mehr oder weniger Zufall. Also, er wollte eh vorbeikommen im Studio, sich das mal angucken, weil wir auch privat miteinander zu tun haben. Vor allem ich, weil ich halt in Essen wohne. Und dann hatten wir ihn (blickt zu Andy hinüber) eigentlich mehr oder weniger fragen wollen, weil er nicht so wirklich wusste, wie er zu so einer Art von Part singt, weil so einen von vorne bis hinten schnellen Song hat er (Anmerkung der Verfasserin: Andy) eigentlich noch nie so wirklich gemacht. So, und dann auch noch einen Chorus entwickeln, der geschrieen, aber so schnell ist und so. Und dann haben wir Mille halt gefragt – weil das irgendwie der totale KREATOR-Part ist. Das war irgendwie so: Schon als wir den gespielt hatten, meinten wir: “Boah, das ist ja voll KREATOR. Voll der Thrash!!”, und so. Und dann irgendwie… und dann hat er sich den angehört. Und er meinte: “Ääaah!” So grob, so grob, kann man sagen, ist die Kurzfassung davon. Dann hat er gesagt: “Joh, dann singe ich es!”. Dann hat er das gemacht, und das passte halt perfekt. So muss es sein. INNERHALB DER LETZTEN PAAR JAHRE IST DIE SZENE ZIEMLICH ANGESCHWOLLEN. HABT IHR DAS GEFÜHL, DIE SZENE IST MOMENTAN IM BEGRIFF, SICH “GESUND ZU SCHRUMPFEN”? WIE HABT IHR DIESEN PROZESS ERLEBT? Marc: Ja, sind viele neue Bands gekommen, was? Sehr viele. Einige gute, einige schlechte – die sind aber eigentlich auch schon wieder verschwunden, oder man hat nichts mehr davon gehört. Die Szene hat, finde ich, ein gesundes Wachstum gehabt, und ist auch immer noch dabei zu wachsen, beziehungsweise auf eine normale Art. Also, das ist jetzt nicht so dieser, wie beim Nu Metal, dieser Boom, der jetzt vollkommen wieder ab-, also einbricht. Sondern hat sich halt, würde ich sagen, etabliert. So kurz gesagt. Andy: Ja. Viele Bands gekommen, viele aber auch schon wieder untergegangen, weil sie halt gedacht haben: “Ja, springen wir mal auf den Zug auf. Machen ‘ne CD und sind cool. Aber da gehört halt mehr zu, als mal eben irgendwo aufzuspringen. Sondern man muss ja auch echt dahinter stehen. Und wir machen es ja nicht erst seit gestern. Wie andere auch: HEAVEN SHALL BURN zum Beispiel. Ich denke mal, dass sich, wenn dieser Hype jetzt endlich mal komplett wieder runter gefahren ist, dass man dann irgendwie vielleicht sieht, wer das jetzt ernsthaft macht und so. Ja, die Entwicklung ist schon da. Marc: Auf jeden Fall.

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