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DIGITAL FACTOR (MIKE/ GUIDO/ LEO)

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IM SEPTEMBER WAREN DIGITAL FACTOR AUF EINER UMFANGREICHEN TOURNEE, BEI DER SIE UNTER ANDEREM AUCH MIT FRONTLINE ASSEMBLY UND CONJURE ONE ZUSAMMEN GESPIELT HABEN. NACH EINEM SEHR BEEINDRUCKENDEN UND DYNAMISCHEN AUFTRITT IN DER MATRIX IN BOCHUM LUDEN MICH DIE JUNGS BACKSTAGE EIN, UM IHNEN EINIGE FRAGEN ZU STELLEN. IN EINER SEHR ENTSPANNTEN ATMOSPHÄRE HATTEN WIR SO ZEIT, ÜBER DIVERSE THEMEN ZU PLAUDERN. SCHÖN, DASS ICH HIER BEI EUCH IM BACKSTAGE SITZEN DARF. ICH HABE AUF UNSERER SEITE EINMAL NACHGESCHAUT UND GESEHEN, DASS IHR VOR GERAUMER ZEIT SCHON EINMAL EIN INTERVIEW FÜR UNS GEGEBEN HABT. AUS DIESEM GRUND WILL ICH EUCH NICHT DIE GLEICHEN FRAGEN NOCH EINMAL STELLEN, SONDERN ICH DENKE, ES IST INTERESSANTER, WENN WIR ÜBER EINIGE AKTUELLE THEMEN SPRECHEN. TROTZ ALLEM WÄRE ES SCHÖN, WENN IHR EUCH EINMAL DEN LESERN, DIE EUCH NOCH NICHT KENNEN, VORSTELLEN KÖNNTET. Leo: Das ist Mike. Mike: Das ist Leo. Guido: Und wer stellt mich vor? Leo + Mike: Das ist Guido! WER IST BEI EUCH IM PROJEKT FÜR WELCHE AUFGABEN ZUSTÄNDIG? Mike: Alle machen alles. Guido: Klar kann man das nicht trennen. Mike: DIGITAL FACTOR war eigentlich immer eine Dreier-Konstellation, wo alle an der Musik gearbeitet haben – wobei jeder Song etwas anders entsteht. Manchmal setzt sich einer dran und baut den Song auf und wir gehen zu dritt ins Studio und machen die Endproduktion. Einige Songs gehen dann von der 1. Fassung bis zur letzten Version so durch und manchmal hat man Songs, die noch einmal vollkommen umgekrempelt werden, weil neue Ideen mit reinfließen. Guido: Wobei, wenn Du auf die Arbeitsweise der Band hinauszielen solltest, auf der Bühne meine ich, dann macht Mike ganz glasklar den Gesang und in zweiter Funktion… Mike: Schön, dass es glasklarer Gesang ist. (lacht dabei) (ALLGEMEINES LACHEN) Guido: … Synthies. Leo macht Drums, Synthies und Vocals. Mike: Und Guido übernimmt die Gitarre und ebenfalls Synthies. Guido: Und ab und zu auch Singen. ALSO SEID IHR RECHT FLEXIBEL AUF DER BÜHNE? Mike: Ja, es gibt live sehr viele Wechsel. WAS HABT IHR VOR EINEM AUFTRITT FÜR GEFÜHLE – WAS GEHT EUCH DA DURCH DEN KOPF? SEID IHR NERVÖS – HABT IHR LAMPENFIEBER ODER GEHT IHR DA GANZ GELASSEN DRAN? Mike: Ja, man kann ja nie vorher die Location einschätzen – wie sind die Leute drauf, wann sind sie da – gerade, wenn man wie heute relativ zeitig spielt. Insofern sind wir von der Bühne gegangen und waren eigentlich sehr überrascht – positiv überrascht, dass es so funktioniert hat. Weil wir heute eine Position gespielt haben, die nicht einfach ist. Dafür war es mehr als okay – es war wirklich cool! Das muss ich noch etwas einschränken – für deutsche Verhältnisse. Bei Auftritten im Ausland ist das immer noch etwas anderes. Es hat echt Spaß gemacht. DU SPRICHST GERADE VON AUFTRITTEN IM AUSLAND. SEID IHR DA AKTUELL AUCH UNTERWEGS? Mike (lacht): Also heute nicht mehr… (ALLGEMEINES LACHEN) Mike: Wir sind im Grunde noch einige Zeit mit FRONTLINE ASSEMBLY zusammen. Wir haben nur kurze Freizeit – dann fahren wir nach Prag, dann sind wir in Deutschland, Österreich, in der Slowakei, in Ungarn, Schweiz, Frankreich – zwischendurch mal wieder in Deutschland – also wir sind bei ein paar Auslandsgigs mit dabei. Wir sind aber auch schon vorher immer mal wieder im Ausland gewesen – das hat uns immer sehr viel Spaß gemacht, weil man auch mal mit anderen Situationen konfrontiert wird. Deutschland kennt man halt schon – da weiß man wie das Publikum ist, wobei das mich aus meiner Sicht heute positiv überrascht hat, zumal wir von Kollegen auch schon anderes gehört hatten. WARD IHR DENN VORHER SCHON EINMAL HIER IN DER MATRIX? Mike: Ne, das war das erste Mal. IST BEI AUSLANDSAUFTRITTEN GENERELL EIN NOCH GRÖSSERER ANDRANG, ODER WERDEN DA AUFTRITTE VON DEN FANS NOCH MEHR GEWÜRDIGT? WAS MACHT DEN UNTERSCHIED AUS? MIke: Ich glaube, wir Deutschen sind nicht grundsätzlich die Partyhengste. Zudem haben wir mit dieser sehr dichten Party-, Festival- und Konzertlandschaft natürlich auch ein sehr, sehr hohes Angebot. Das ist in anderen Ländern bei weitem nicht so ausgeprägt und dann sind die Leute dort auch anders drauf. Wir hatten im Dezember (2010) ein Konzert in Prag, wo wir wussten, dass man uns dort eigentlich noch nicht so richtig kannte, da dort noch keine richtige Promotion gelaufen war. Von der ersten Minute an haben die Leute dort gestanden und getanzt bis zum letzten Song. Das ist in Deutschland sehr schwer, wobei es hier heute Abend – die Überraschung – ganz anders war. Oft ist es wirklich so, dass man sich die Leute erst vor die Bühne spielen muss – das kann schon mal ein halbes Konzert dauern und das war ja hier völlig anders. DAS MUSS ICH SO AUCH BESTÄTIGEN. HEUTE WAR VOR DER BÜHNE GLEICH RICHTIG WAS LOS. IHR HABT EINIGE SONGS VOM NEUEN ALBUM GESPIELT – ICH HABE DAS GUTE STÜCK BEIM MERCHANDISING-STAND JA AUCH SCHON GESEHEN. ERZÄHLT DOCH BITTE EINMAL WAS ZU DER CD – GIBT ES DA EINE BESTIMMTE GESCHICHTE ZU? Mike: Die Hauptgeschichte um das Album herum ist, glaube ich, der Wechsel innerhalb der Band – dass das Gründungsmitglied Torsten, der seit 1993 dabei war, im letzten Jahr, also 2010, ausgestiegen ist und mit Leo ist nun der neue Mann dabei ist. Das ist die wichtigste Geschichte, dass wir uns in dieser neuen Konstellation gefunden haben. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit, mitten im Produktionsprozess des Albums, hatte sich diese Tourgeschichte entwickelt. So mussten wir das Album in einer sehr knappen Zeit fertig stellen. Es ist nicht einfach, wenn jemand neues dabei ist – aber wir hatten den Vorteil, dass wir uns schon kannten und auch bereits zusammen gearbeitet hatten – das hat sich natürlich in der Produktion wiedergespiegelt. Leo: Es war jetzt aber nicht so, dass das Album nur wegen der Tour entstanden ist. Es war im Grunde genommen schon fast fertig, es waren nur noch einige Dinge zu tun und so haben wir das Release etwas vorgezogen. JA, DAS IST AUCH SINNVOLL, WENN MAN EIN AKTUELLES RELEASE AUF DER TOUR HAT. Guido: Daraus resultiert auch der Name des Albums. Deswegen heißt es „Trialog“, weil wir in der Kürze der Zeit viel miteinander machen mussten und auch gemacht haben. Unter anderem natürlich auch viel miteinander kommunizieren mussten, was aus unserer Sicht auf sehr fruchtbaren Grund gefallen ist. „Trialog“ ist also ein Hinweis auf unsere Arbeitsweise. KÖNNTE MAN DAS ALBUM ALS KONZEPTALBUM BEZEICHNEN? HÄNGEN DIE SONGS ALLE THEMATISCH MITEINANDER ZUSAMMEN ODER STEHT JEDER TRACK FÜR SICH ALLEINE? Mike: Es sind schon in sich geschlossene Geschichten, Situationen, die da beschrieben werden, die einen dramaturgischen Überbau bekommen – aber es ist jetzt kein Konzeptalbum, wo ein Song dem anderen Song etwas übergibt. Wir haben aber, das war eine schöne Idee von Leo, diese Interludes, die praktisch Brücken schaffen innerhalb dieser Dramaturgie bei den Songs. Es hat eine Grundthematik – aber Konzeptalbum wäre jetzt zuviel gesagt. IN WELCHEM ZEITRAUM SIND DIE SONGS ENTSTANDEN? Mike: Es ist relativ zeitnah. Es gab einige ältere Layouts, die aus der Zeit waren, wo Torsten noch dabei war – aber das waren die wenigsten. Das Meiste ist nach dem Wechsel innerhalb der Band entstanden – im November 2010 hat die heiße Produktionsphase begonnen. WAS MACHT EUCH LIVE MEHR SPASS: EIN ÄLTERER SONG, BEI DEM IHR WISST, WIE DAS PUBLIKUM REAGIEREN WIRD ODER EIN NEUES STÜCK? Guido: Das kann man nicht pauschalisieren. Mike: Also wenn man das mal als Konzertbesucher betrachtet, der man selbst ja auch manchmal ist, dann hasst man es natürlich, wenn die Band nur Neues spielt, da man ja nicht weiß, wo die Einsätze sind. Als Band schleppt man viel Altes mit sich rum und freut sich, wenn man einen neuen Song antesten kann – das macht beides Spaß. Wir haben selbst festgestellt, dass man manchmal einen Song hat, der auf dem Album funktioniert, aber eben nicht live – dann tauscht man den aus. Aber das momentane Lineup macht sehr viel Spaß – das geht sehr strikt durch. Guido: Wie hast Du das denn empfunden? ICH FAND ES SEHR GUT – ICH WAR JA DIREKT VORNE IN DER ERSTEN REIHE. VORHER KANNTE ICH NOCH NICHT SO VIEL VON EUCH. IM HINBLICK AUF DAS KONZERT UND DAS INTERVIEW HABE ICH MICH NATÜRLICH MIT EUCH BESCHÄFTIGT – DA HABE ICH AUCH EIN AKTUELLES VIDEO VON EUCH GEFUNDEN – WAS GIBT DA ZU BERICHTEN? Guido (zeigt auf die Hauptdarstellerin Alexis, die ebenfalls im Raum ist): Da sitzt sie! Frag sie mal. Alexis: Ja, ich glaube, wenn man den Song ohne das Video hört, dann hat man nur die halbe Geschichte erfahren. Das Video ergänzt sich sehr gut mit dem Song. Ich glaube, ich habe mit den Jungs während des Videodrehs ein bisschen diskutiert, wer wen schlägt… (ALLGEMEINES GELÄCHTER) Mike: Das war eigentlich die Idee, dass man durch das Video eine Situation hat, die dem Song noch eins draufgibt. Und das ist das Schöne, das man erst mit dem Song in Kombination mit dem Video den Sinn versteht, den wir meinen. Das ist eine schöne Kombination im multimedialen Zeitalter. WIE SIND EURE PLÄNE FÜR DIE ZUKUNFT? Mike: Für uns haben das Release des Albums und die ganze Tourvorbereitung keine Luft gelassen, um über Weiteres nachzudenken. Jetzt machen wir erst einmal die Tour, werden durchatmen und dann spielen wir bis Ende des Jahres auch noch einige Einzelgigs in Kassel und Dresden. Mittlerweile haben wir auch Anfragen für Remixe bekommen. Dann muss man mal sehen. Der Plan ist eigentlich, im kommenden Jahr verstärkt Festivalgeschichten zu machen. Dann geht es irgendwann wieder an neue Songs, Ideen austauschen – das ist in gewisser Weise ein Kreislauf. Wie sagt man beim Fußball – nach dem Album ist vor dem Album – aber das macht viel Spaß und so denke ich, werden wir nächstes Jahr auch schon wieder an neuen Sachen schrauben. ICH BEDANKE MICH GANZ HERZLICH BEI EUCH FÜR DAS INTERVIEW UND EIN TOLLES KONZERT. GIBT ES NOCH ETWAS, WAS IHR UNSEREN LESERN MIT AUF DEN WEG GEBEN WOLLT? Guido: Tja, was soll ich sagen. Bleibt dran!!!

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