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EISREGEN (M.ROTH)

HALLO MICHAEL! ERSTMAL GRATULATION ZUM 10-JÄHRIGEN BESTEHEN VON EISREGEN. DAS IST JA AUCH SCHON EINE SEHR ANSEHNLICHE ZEITSPANNE. Ja, gerade bei härteren Richtungen ist das schon eine längere Zeit, gell! HAT MAN DA NICHT EIN PAAR RUHIGE MOMENTE, WO MAN MAL ÜBER DIE VERGANGENHEIT NACHDENKT, WAS ALLES SO PASSIERT IST, ODER SAGT MAN SICH, DAS IST GEWESEN UND AUF DIE NÄCHSTEN 10 JAHRE? Ja, man denkt schon mal drüber nach, so ist das ja nicht. Ein paar schöne Sachen sind schon passiert. Gerade jetzt, wo wir die Jubiläums-CD zusammen gestellt haben, haben wir sehr viele Berge von alten Fotos durchwühlt, und da sind schon einige sehr putzige Sachen dabei gewesen. Es war auf jeden Fall eine sehr schöne Zeit gewesen. DA WIRD MAN BESTIMMT AUCH WEHLEIDIG, WENN MAN DIE SACHEN BETRACHTET? Na ja, es geht eigentlich (lacht). Wir richten dann eigentlich auch meistens den Blick nach vorne, weil direkt in der Vergangenheit zu leben, das bringt ja auch nichts, gell. WAS WAR FÜR DICH IN DEN GANZEN JAHREN AM POSITIVSTEN UND WAS AM NEGATIVSTEN, WENN DU DAS KONKRETISIEREN KANNST? Das Positivste ist auf jeden Fall das Verhalten der Fans, wie die zur Band stehen und so. Es ist dabei schon erstaunlich, was EISREGEN, mit unserem Status, bei denen so entwickelt hat. Wir haben da einen Haufen Leute, die zu jedem Konzert, egal wo es ist, nachreisen, und das macht einen dann schon irgendwie stolz. Negative Punke gab es natürlich auch genug, gerade wenn man so radikale Musik, mit solchen Texten macht, hat man zu manchen Leuten nicht so eine gute Beziehung (lacht). Aber damit lernt man umzugehen. Es ist halt immer ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist das purer Fanatismus, auf der anderen Seite komplette Ablehnung. So dazwischen pendeln wir uns dann irgendwo ein (lacht). ABER NUN ZU EURER NEUEN EP. DIESE TRÄGT JA DIESMAL DEN TITEL HEXENHAUS. WIE LANGE HABT IHR INSGESAMT AN DER SCHEIBE GEARBEITET? Ja, das war erst eigentlich gar nicht so geplant, wir hatten erst direkt vor, „Menschenmaterial“ zu machen, aber wir haben dann festgestellt, dass wir keinesfalls vor unserem Jubiläum im September/ Oktober fertig werden würden, und da haben wir uns gedacht, wir nehmen das, was fertig ist, das Material von „Menschenmaterial“ und packen da noch ein paar Sachen drauf , die wir schon immer mal machen wollten, wie die Coverversion von „Lili Marleen“ und die zwei Neuanspielungen von älteren Tracks, und da ist dann einfach das „Hexenhaus“ draus geworden. Wir haben dann noch den Kontakt gefunden zu den Videoproduzenten, und das Album war erstmal praktisch nur als Mini-CD geplant, und so ist dann praktisch noch die DVD da mit zugekommen. Ich denke so als Ergänzung ist es auf jeden Fall ein schönes Package, das Digi-Pack ist auch sehr schön geworden, und ich denke mal, für uns als aufsteigende Künstler und Band ist das eine gute Sache, die man den Fans gut an die Hand mit geben kann. DAS AUF JEDEN FALL. WENN MAN EINERSEITS DIE TEXTE BETRACHT UND AUF DER ANDEREN SEITE DIE DVD, UND WIE IHR DA RÜBERKOMMT, DANN KANN MAN EIGENTLICH NICHT MEHR SO NEGATIV ÜBER EISREGEN DENKEN Ja, wir haben schon einen sehr stark ausgeprägten Schwarzhumor und Sinn fürs Theatralische, was auch in der Musik und in den Texten immer so durchschimmert, aber ich denke, gerade wenn die Leute uns privat kennen lernen, dann ist das schon ein anderes Bild, was sich da vermittelt. Wir haben Spaß an dem, was wir machen, und das wollten wir auch auf der DVD vermitteln. Wir haben uns da komplett ungeschminkt präsentiert, das würden bestimmt nicht viele Bands machen, sich da so schweißtriefend und wirklich original, wie man halt ist, zu präsentieren, und das war unser Anliegen, und ich denke, das kommt gut rüber. WIESO HABT IHR EUCH GERADE FÜR DIESE ZUSAMMENSTELLUNG DER CD ENTSCHIEDEN? WAR DAS AUFGRUND DER ZEIT ODER HABT IHR EUCH GESAGT, DAS PASST VOM GEFÜHL HER ZUSAMMEN, ALSO MACHEN WIR DAS JETZT GERADE? Eher letzteres. Wir haben dann schon gesagt, die neueren Sachen sind sehr gut geworden und die ergänzen sich sehr schön mit den älteren Sachen. Das ist auf jeden Fall eine ganz gute Zusammenstellung. „Kaltwassergrube“ war ja praktisch von unserem Debütalbum und „Thüringen“ auf dem 2. Album, und das ist noch mal so ein Blick zurück, wie die Lieder heute dann klingen würden. Es ergänzt sich gut, und das, was man hört, ist halt EISREGEN auf dem aktuellen Stand. WIESO HABT IHR EUCH GERADE FÜR „LILI MARLEEN“ ENTSCHIEDEN? Das ist ein Lied, was ich damals in meinem Elternhaus sehr oft gehört habe, und ich habe schon als Jugendlicher eine Beziehung dazu entwickelt, und das ist auch ein Lied, was die Nazis gerade im zweiten Weltkrieg immer wieder verbieten wollten, weil den Obrigen das zu negativ war, aber das haben sie nie geschafft. Das Lied war so weit verbreitet, und es gab damals schon so viele Interpreten, wobei natürlich Marlene Dietrich die Bekannteste ist, und das ist eben etwas, was den Leuten viel Mut gegeben hat. Es war halt immer ein Stück, ein gewisser Widerstandssong, und ich denke, das passt dann ganz gut auch zu EISREGEN. Gerade da wir eine persönliche Beziehung zu dem Lied hatten, war es für uns ein großes Anliegen eine spezielle EISREGEN-Variante davon auf den Markt zu bringen. EHER EIN ALLGEMEINES THEMA, WAS EBEN SCHON LEICHT ANGESPROCHEN WURDE, THEMA KRITIK BEI EUREN TEXTEN. ENTWEDER MAN MAG SIE ODER NICHT, DEMENTSPRECHEND SIND DIE LEUTE JA SEHR HART, WAS IHRE AUSSAGEN ANGEHT. WIE GEHT IHR SELBER MIT SOLCHER KRITIK UM? Also, wir werden durch solche Angriffe oder Kritik schon sehr getroffen, das ist klar, aber man lernt damit umzugehen. Man sieht auch die andere Seite, und ich denke man hört auch, dass das nie Einfluss auf uns gehabt hat, und das ist wichtig. Wir verstehen jetzt natürlich auch die andere Seite der Kritiker, das ist ganz klar. Und man setzt sich auch damit auseinander, aber im Endeffekt hat das keinen Einfluss auf das, was man eben selber macht. Wie gesagt, wir haben Spaß an dem, was wir tun, und ein Haufen anderer Leute auch, und deswegen ist negative Kritik im Prinzip eigentlich egal, weil es bringt uns nicht weiter, und die Kritiker mögen uns halt nicht und das ist so die Sache und das ist auch ok so. Wem EISREGEN nicht gefällt, da hab ich kein Problem mit. ES IST JA AUCH SO, DASS IHR AUFGRUND EUER TEXTE MIT EINIGEN ALBEN AUF DEM INDEX STEHT. IST EUCH DAS LETZTENDLICH AUCH EGAL ODER SEID IHR SOGAR DAMIT EINVERSTANDEN, WEIL ES LETZTENDLICH NUR FÜR DIE LEUTE GEDACHT IST, DIE ES INTERESSIERT UND DIE VOM ALTER HER MIT DEN TEXTEN UMGEHEN KÖNNEN? Ja klar, die Indizierungsgeschichte muss man auch von zwei Seiten betrachten: Gerade deutsche Metal-Zensur, was anderes ist es ja eigentlich nicht, mutet willkürlich an, vergleiche das mal mit Filmen oder DVDs, die ab 16 Jahren freigegeben sind, da fragt man sich dann schon, was da für Maßstäbe angelegt werden. Nehmen wir mal „American Psycho“, der Roman, den kennst du bestimmt auch, von Bret Easton Ellis, der war ja auch jahrelang auf dem Index und wo dann der Film ab 16 raus kam, da wurde dann plötzlich das dazugehörige Buch auch wieder ab 16 freigegeben da sieht man eigentlich, wie willkürlich das ist. Härter oder brutaler ist kein Schriftstück, was jemals in Deutschland veröffentlicht wurde. Und das ist dann nachträglich als Kunst erklärt worden, und das ist dann eben bei Amazon mit der DVD im Doppelpack erhältlich, und da sieht man dann, wie willkürlich die Organisation da eigentlich arbeitet. Das muss man dann halt so betrachten. Ich denke, EISREGEN ist durchaus für ein Publikum ab 16 Jahren zulässig. Es ist ja auch wirklich Musik, die sich an ein erwachseneres Publikum richtet, dennoch gibt es da immer Ermessensspielräume. Unser 2. Album darf noch nicht mal mehr namentlich erwähnt werden, komplett mit Verbot für Verbreitung und Ausführung belegt, und ich denke, dass ist dann schon ein ganz schöner Eingriff in die Grundrechte, die jeder Musiker/ Künstler überhaupt hat, und das ist eigentlich dann schon mehr faschistisch zu sehen. Das ist nur ein deutsches Phänomen. In Österreich und der Schweiz haben wir da überhaupt keine Probleme. Wir können da alle Lieder Live spielen, und die Alben sind auch nach wie vor alle erhältlich. Wie gesagt, dass ist eine Sache, die man irgendwie abwägen muss. EISREGEN hatte man halt ne zeitlang auf dem Kieker, bevor sie sich dann wieder einem anderen Feindbild gewidmet haben, und das ist dann schon eher sehr bedauerlich. WIE SCHÄTZT IHR DIE SZENE EIN, SOWOHL DIE IN THÜRINGEN ALS AUCH DIE „GESAMTDEUTSCHE“? Das ist schon eher ein gemischtes Publikum. EISREGEN zieht schon unterschiedliche Schichten an. Wir haben Death und Black Metal Publikum, Gothic Fans, die kommen, einige Punks sind bei unseren Konzerten, auch direkt welche, die aus der Film–Splatter-Szene stammen. Ein sehr unterschiedliches Völkchen. Wir haben jetzt auch relativ gute Besucherzahlen erreicht, geht schon so bei 600-700 los bei den meisten Shows, und das ist eigentlich schon gut. Weil wirklich auch unterschiedliche Strukturen angesprochen werden, und das macht einen dann schon recht stolz (lacht). Die Leute kommen untereinander klar, und das ist dann auf alle Fälle positiv. ABER THEMA KRITIK NOCH MAL, IST DAS MIT EIN GRUND, WARUM EURE HOMEPAGE ZUR ZEIT NICHT ONLINE IST, ODER HAT DAS ETWAS MIT DEM AUSSTIEG DES BASSISTEN ZU TUN? Ne, das hat eher was damit zu tun, dass unser Webmaster einfach zu wenig Zeit hat. Er war die letzten Wochen und Monate ziemlich eingespannt, er hat bis zu 70-80 Stunden die Woche gearbeitet, und da war einfach zu wenig Zeit, um das noch zu machen. Heute gab es aber schon einen Aktualisierungsversuch, und da muss man dann weiter sehen. Wie haben auf alle Fälle unser Forum online, und das ist das Wichtigste, damit die Leute auf alle Fälle Kontakt zu der Band halten können. Das ist durch das Forum gewährleistet und die Homepage wird jetzt nach und nach auch wieder an den Start gehen. LIVE HATTET IHR JA EINE BASSISTIN DABEI, IST DIESE NUN FEST BEI EUCH EINGEPLANT ODER NUR FÜR LIVE – AUFTRITTE? Ja, genau. Wir werden auf alle Fälle live den Versuch so machen, dass sie die Konzerte macht, und im Studio ist das eh immer problematisch, weil die Bassspuren und so, die spielt jetzt Busche Lenz ein, wie auf der „Hexenhaus“, und das ist einfach ein besseres arbeiten und so. Live haben wir dann halt noch jemanden, der uns unterstützt. Im Studio sind wir eh immer quer mit unseren Ideen, und da wollen wir uns nicht reinpfuschen lassen (lacht). Und das passt eigentlich gut so. ALSO KEINE WEITEREN LEUTE VON AUSSERHALB, DIE SICH EINMISCHEN, WEIL MAN HAT JA SEINEN EIGENEN STIL, DEN MAN VERWIRKLICHEN MÖCHTE? Wir hatten eigentlich immer schon über die 10 Jahre hinweg das Bassisten-Problem, und unser zweites Album ist jetzt genau in der Besetzung entstanden, dass eben Bursche da schon Bass gespielt hat, und wir kennen die Situation auf alle Fälle, und so lässt sich eigentlich auch am Besten arbeiten. IST SIE DENN ANDERWEITIG AUCH IN DER SZENE BEKANNT? Sie spielt bei GARDENS OF GEHENNA, und die haben, glaube ich, auch drei Alben raus gebracht, und wir haben halt öfters mit denen gespielt, haben halt Kontakt zueinander gehabt, und sie ist eine gute Bekannte von uns, und da hat sich das so ergeben, weil wir wissen, wie sie privat so ist, und dass man mit ihr gut umgehen kann, da passt das eigentlich ganz gut. Gerade jetzt, wenn man länger unterwegs ist – wir gehen ab Januar wieder auf Tour (WIEDER MIT PUNGENT STENCH) – und wenn man dann eine komplett wildfremde Person dabei hat, weißt du nicht, wie sich das entwickelt, und wenn man dann längere Zeit mit der Person verbringen muss, ist das möglicherweise nicht so optimal. Da müssen wir halt schauen, dass wir gut klar kommen. WAS HAT EUCH, NACH DEM EISREGEN JA SEHR ERFOLGREICH IST, DAZU BEWOGEN, NEBENPROJEKTE UNTER DEN NAMEN EISBLUT UND EWIGHEIM ZU VERÖFFENTLICHEN? Ja, es fallen ja immer Ideen an oder Strukturen, die man direkt bei EISREGEN nicht verwirklichen könnte, obwohl wir da sehr offen sind. Aber gerade jetzt bei mir mit EISBLUT ist das so ein Album der streckenweise radikalen Art, wie es mit EISREGEN nicht möglich gewesen wäre. Gerade vom Songwriting her bestehen EISREGEN-Songs mehr aus Keyboard- oder Geigenmelodien, EISBLUT ist halt direkt auf der Gitarre entstanden, direkt auf Riffs. Das war halt auch mein Ansatz, musikalisch gesehen mal eine andere Richtung zu machen. Gerade auch vom Songwriting her. Und ich denke mal, wenn man sich den Versuch macht, sich bei EISBLUT und EISREGEN den Gesang wegzudenken, dann ergibt sich daraus musikalisch komplett was ganz anderes. Natürlich bringt Lenz und der Gesang die Lyrics wieder zusammen, aber das war halt eben der Ansatz. Und Yantit hat halt mit EWIGHEIM auch zwei Alben gemacht, die da eben auch in eine andere Richtung gehen. Vor allem auch bei EWIGHEIM, hat er die Texte komplett alleine verfasst, was ja bei EISREGEN und EISBLUT mein Metier ist. KÜMMERT IHR EUCH VERMEHRT UM DIESE PROJEKTE ODER IST EISREGEN NACH WIE VOR DIE PRIORITÄT? Ist schon Priorität, das ist klar. EISBLUT bedeutet mir auch sehr viel, muss aber auch mal hintenanstehen, wenn gerade wie jetzt neue Veröffentlichungen anstehen, z.B. ein neues EISREGEN Album, da muss man dann halt mit EISBLUT wieder etwas ruhiger machen. Man hat ja auch Zeit. Wir können uns schon die Zeit nehmen, die wir brauchen. Unsere Plattenfirma drückt da jetzt nicht drauf, dass wir dann und dann Veröffentlichungen abliefern, und das ist eigentlich ganz schön. Den Druck haben wir von vornherein abgebogen (lacht). Das bringt auch nichts, dann hast du irgendwie ein halbfertiges Produkt, dass du selber nicht vertreten kannst, und das wäre dann kompletter Blödsinn. ALSO, AGIERT IHR DA SCHON SEHR EIGENSTÄNDIG? Wir haben eine sehr stressfreie Beziehung zu Massacre, und die haben auch nicht viel Stress mit uns. Die Touren und so organisieren wir alle selbst, da brauchen wir keinen Support mehr für. Das läuft dann schon abgeschottet von der Plattenfirma. Die geben uns halt das Geld, um ne Platte zu machen, und die kriegen dann die Platte dafür, inklusive dem ganzen Artwork. Das machen wir ja auch selber. Ich denke, da haben sie nicht soviel Stress mit uns (lacht). Wir machen das, und dann ist die Plattenfirma zufrieden. VIELE GEBEN DAS BOOKING JA AN EXTERNE FIRMEN AB WEGEN ZEIT- ODER STRESSFAKTOREN… Ne, ne das machen wir schon alles selber, dann haben wir auch die optische Seite in der Hand. Das ist eigentlich schön. Wir haben dann noch Sureshot, die müssen die Interviews ranschaffen (WAS JA OFFENSICHTLICH KLAPPT:-), aber so die Platte und das ganze Artwork und so behalten wir alles in unserer Hand. IHR SEID JA VIER JUNGS UND EIN MÄDEL. GIBT DAS UNTER EUCH NIEMALS STRESS? Ja, genau. Eigentlich überhaupt nicht. Unser Schlagzeuger ist auch fest mit unserer Geigerin liiert, und da ist das eigentlich kein Problem (lacht). Die anderen sind auch entweder verheiratet oder in langjährigen Beziehungen, und da ist das eigentlich alles sehr stressfrei. Wir sind eigentlich ganz umgänglich, wie gesagt auf Tour haben wir auch unsere Bassistin dabei, unsere T-Shirt Verkäuferin, und so ist das eigentlich schon ein ganz guter Schnitt in der Gruppe (lacht). WIE WIRD ES MIT EISREGEN WEITERGEHEN? DU SAGST JA, NE NEUE TOUR AB JANUAR UND DAS NEUE ALBUM IST AUCH SCHON IN DER PRODUKTION? Ne, eigentlich nicht. Wie gesagt, die Sachen von „Menschenmaterial“, die wir machen wollten, haben wir ja auf der „Hexenhaus“ gemacht. Es ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um komplett neu mit dem Album anzufangen. Wir haben zwar soweit schon einige Texte fertig gehabt, die werden wir auch noch mal ein bisschen bearbeiten, und dann müssen wir mal sehen, dass wir komplett nach der Tour mit Volldampf an dem neuen Album arbeiten. Wie gesagt, wir haben da nicht so den Zeitdruck, und deswegen lässt sich da schön in Ruhe dran arbeiten, sobald Input möglich ist, arbeiten wir daran weiter. WIE WIRD DENN DIE STILISTISCHE AUSRICHTUNG WERDEN? VIELLEICHT WIEDER ETWAS HÄRTER? Die Richtung ist, denke ich mal, erst mal grob so vorgegeben, durch die neuen Songs wie „Westwärts“ oder „Kaltwassergrab“, oder eben auch „100 tote Nutten“. So in der Richtung, denke ich, wird das dann auch weitergehen. Wir sind offen für alles und schauen dann, was sich daraus entwickeln lässt, auch von unseren vorhandenen Ideen. Und dann schauen wir mal, dass „Menschenmaterial“ wieder ein Schritt nach vorne ist, auch vom Songwriting her. Und dann guckt man mal, was passiert. WIE LANGE BRAUCHST DU FÜR EINEN TEXT? Das ist immer unterschiedlich. Manchmal trage ich Ideen über Monate mit mir herum. Manchmal ist man schon in einer Stunde fertig. Das ist eben immer so eine Sache, da muss man mal gucken. Ich schreibe öfters auch nur Fragmente raus, wo ich dann später wieder dran arbeite, das ist dann halt immer so eine Sache. Das richtet sich dann immer nach den jeweiligen Texten. Das kann man schlecht übers Knie brechen (lacht). THEMA KONZERTE, IHR SEID JA GERADE MIT PUNGENT STENCH UNTERWEGS GEWESEN. WIE VERSTEHT IHR EUCH UND WIE SIEHT ES MIT DEM THEMA HEADLINER AUS? Das ist ja schon etwas her. Aktuell waren wir jetzt am Wochenende mit denen in Österreich. Das war auf der letzten Tour eh schon so geregelt, dass wir uns abgewechselt haben. Es war ne Co–Headliner-Tour, und wir haben dann auch gesehen oder eben die Veranstalter gefragt, wer gerne welchen Headliner hätte. Gerade bei den letzten Konzerten mit 800 Zuschauern war es klar, da haben wir dann eben geheadlined. Und so war das eigentlich schon häufig, und jetzt waren wir auch 2x in Österreich unterwegs, und da hat EISREGEN geheadlined, vor allem weil das Publikum jetzt auch schon die Tendenz dazu hatte, EISREGEN zu sehen. Das ist auch kein Problem für uns. Wir verstehen uns super und wir haben kein Problem damit, wenn der andere headlined. Bei uns ist das auch nicht so starr. Wir kommen privat sehr gut miteinander klar, und das wird dann manchmal auch tagsüber abgesprochen, wer headlined. Je nachdem. DAS ERLEBT MAN ABER SELTEN! Ja, eigentlich sehr selten (lacht). Na, aber bei uns eigentlich auch wieder nicht. Weil PUNGENT STENCH praktisch Anfang der 90er angefangen haben, da habe ich die Lieder auch privat sehr gerne gehört, und die haben mich dazu inspiriert, selber Musik zu machen. Daher habe ich zu der Band auch so ein besonderes Verhältnis, das ist auch schön, dass man sich privat auch so kennen gelernt hat. Ich kenne den Martin auch seit 2002, wo er mit uns auf Tour war, und wir haben schon auch ein gutes privates Verhältnis. WIESO BEWEGT SICH EUER KEYBOARDER EIGENTLICH NICHT AUF DER BÜHNE? Ja, ist gut, gell? (lacht) Keine Ahnung, Also, ich denke mal, das ist so sein Stil, sich so auf das Lied zu konzentrieren und keine äußeren Einflüsse zu zulassen. Aber privat oder nach Konzerten, ist er sehr umgänglich, aber wieso er die Zeit auf der Bühne komplett starr verbringt, keine Ahnung. (lacht). Ich denke, dass ist so sein privates Ding, wie er Konzerte abzieht ANDERES THEMA: WAS HALTET IHR VON NAZI BLACK METAL BANDS AUS THÜRINGEN? IHR SEID JA AUCH SEHR HEIMATVERBUNDEN. In unseren Verträgen steht drin, dass wir generell nicht mit irgendwelchen rechtspolitischen Bands auf die Bühne gehen. Auch persönlich nicht. Das wollen die Veranstalter auch nicht, wir haben mit der Szene nichts zu tun und wir wollen dann auch nicht, dass irgendwie ein falsches Licht auf uns fällt, wenn wir mit denen spielen. Wir lehnen so was komplett ab. GIBT ES ALSO AUCH KEINEN PERSÖNLICHEN KONTAKT? Gar nicht. Die wissen, wo wir stehen und da kommt das nicht dazu. Solange sie uns in Ruhe lassen ok, das war bisher auch immer so. Ich habe mit so was überhaupt nichts am Hut, und das muss man irgendwie auch nicht unterstützen, dass solche Bands im Vorprogramm, sich durch uns, einer größeren Masse präsentieren. Wir haben auch keinerlei politische Auslegung in den Texten, und das wird auch nie so sein. Wie gesagt, wir sind da privat eben auch anders als die rechten Bands. Und das muss man dann nicht auch noch unterstützen. ZUM ABSCHLUSS NOCH EINE EHER PERSÖNLICHE FRAGE? WIE HALTEN DEINE STIMMBÄNDER DIE GESANGLICHE BELASTUNG AUS? MACHST DU DAFÜR BESONDERE ÜBUNGEN ODER FREI NACH DEM PRINZIP „NO RISK NOCH FUN“? Ne, die ist schon trainiert mittlerweile. Ich habe viele Atemübungen gemacht und das ist, so denke ich, eigentlich mittlerweile ne gut trainierte Stimme. Ohne Übungen, das bringt nichts, das habe ich auf der ersten Tour gemerkt, dass ich damit nicht durchkomme über alle Tage, da komplett untrainiert ranzugehen und habe mir dann nach und nach die ganze Technik draufgeschafft. Gerade Atmung ist das „A und O“. Es ist halt doch was anderes, wenn du auf die Bühne gehst und der Raum ist komplett zugeraucht, das kannst du an zwei Abenden machen (lacht). Das musst du dann schon so machen, dass die Stimme das auch mitmacht. Das ist schon sehr erstaunlich, was für Frequenzbereiche mittlerweile vorhanden sind. Das muss man auf alle Fälle trainieren, das kann man auch über die Jahre verteilt kontinuierlich machen und dran arbeiten. Man erreicht dann mehr, als wenn man einfach ins Mikro reinbrüllt. Das ist klar, und gerade in den letzten Jahren habe ich verstärkt am cleanen Bereich gearbeitet. Mit den krassen Stimmen habe ich angefangen, und mir dann nach und nach auch den normalen Bereich erarbeitet! BEI EISBLUT BENUTZT DU JA EHER DEN CLEANEN GESANG ALS BEI EISREGEN! Da habe ich in den Texten schon einige cleane Parts mit drinne. Das ist auch extra so konzipiert worden. Ich habe bei EISBLUT vermehrt im cleanen Bereich gearbeitet. Und das ist natürlich klar, dass man das für EISREGEN nutzen kann. Die Stimme wird auf alle Fälle auch dominant bleiben. Die ist halt sehr charakteristisch. Aber gerade eben auch mit cleanen Sachen kann man eine ganz andere Atmosphäre erschaffen, als wenn man komplett nur durchkeift oder eben die extremen Tonlagen verwendet. So ist das eine gute Kombination, wenn verschiedene Facetten aufeinander treffen. Ich denke, dass werden wir auch weiter ausbauen, so in der Richtung. Klar, die bekannte Stimme soll aber schon dominant bleiben. Das bleibt bei EISREGEN der gewohnte Stil (lacht). DANN BIN ICH SOWEIT MIT MEINEN FRAGEN DURCH. DANKE, DASS DU DIR DIE ZEIT FÜR DAS INTERVIEW GENOMMEN HAST UND ICH WÜNSCHE DIR NUN NOCH WEITERHIN ALLES GUTE FÜR EISREGEN UND VIELLEICHT HÖRT MAN SICH BEIM NÄCHSTEN ALBUM MAL WIEDER Ja, ok schauen wir mal. Danke fürs Interview, gell

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