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FELIX MUSTER (FELIX NEEF)

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“Max Mustermann” dürfte sicherlich jedem in irgendeiner Form schon einmal in Deutschland begegnet sein. Seinen Namen liest man nahezu überall – zumindest wenn es um Vorlagen, Ausfüllhilfen oder Formulare geht. Sein Schweizer „Bruder“ nennt sich „Felix Muster“ – und diesem Namen wird man zukünftig vermehrt wohl auch abseits von Ämtern und Briefumschlägen begegnen. Denn drei junge Musiker aus Ostwestfalen machen sich derzeit daran, als FELIX MUSTER ihre Musik unter das Volk zu bringen und statt langweiliger Dokumente lieber zünftigen Indie-Rock mit elektronischen Einflüssen an den Start zu bringen. Ob man außer dem Bandnamen noch mehr mit der Verwandtschaft von „Otto Normalverbraucher“ zu tun hat, wie man über den aktuellen Lokalband-Trend „Bandcontest“ denkt und wie man „1“ aus „3“ macht erfahrt ihr neben vielen anderen interessanten Informationen im folgenden Interview mit FELIX MUSTER-Bandgründer, Bassist und Sänger Felix Neef: HI FELIX. WIR HABEN VIEL ZU BESPRECHEN HEUTE, DARUM LASS UNS DOCH EINFACH DIREKT LOSLEGEN: UNTER DEM GESICHTSPUNKT, DASS „FELIX MUSTER“ JA DAS SCHWEIZER PENDANT ZUM DEUTSCHEN „MAX MUSTERMANN“ IST: WER IST „FELIX MUSTER“, SO WIR IHR IHN MIT MUSIKALISCHEM LEBEN FÜLLT? Oh, wie füllen wir den mit Leben aus… Also erstmal fand ich es ehrlich gesagt einfach nur recht witzig, dass in der Schweiz „Max Mustermann“ der „Felix Muster“ ist und ich ja nun auch Felix heiße, „haha“. Und da das ganze ja als Soloprojekt begonnen hat, fand ich das eine ganz nette Geschichte. Es gab allerdings auch kurz die Überlegung, jetzt wo wir zu dritt sind, eventuell einen anderen Bandnamen zu wählen, aber wir sind dann nun doch gerne dabei geblieben. Man kann sich den Namen gut merken, außer dass wir ihn nun aus der Schweiz her geholt haben, verbindet uns eigentlich nichts weiter mit dem dadurch oft symbolisierten „Durchschnittstypen“ oder dem „Otto Normalverbraucher“ und er klingt ganz gut denke ich. Und auch wenn es immer mal wieder vorkommt, dass mich jetzt die Leute ansprechen mit „Mensch, DU bist doch der FELIX MUSTER“ ist das nicht weiter tragisch. Ich sage dann immer „WIR sind FELIX MUSTER“ und das klappt dann eigentlich ganz gut. OKAY, ALSO STECKT KEIN „GROSSES“ KONZEPT DAHINTER, WIE ZUM BEISPIEL IN DER FORM, ALS DASS IHR DURCH DEN NAMEN BEWUSST ALS „STIMME DES VOLKES“ BZW. DES GANZ NORMALEN DURCHSCHNITTSMENSCHEN AUFTRETEN WOLLT UND DAHINGEHEND AUCH DIE THEMEN EURER LIEDER WÄHLT? Also ich finde es sehr schön, was du da rein interpretierst (lacht), eventuell könnte man zukünftig auch so vorgehen. Aber der Name ist dann doch eher aus Jux und Dollerei entstanden. Es funktioniert ja auch ganz gut, die Leute wissen wer wir sind und es gibt ja auch zum Beispiel ALEX AMSTERDAM und zig andere Leute, die quasi einen Namen haben, der auf den Frontmann schließen lässt. Alles in allem sieht man dann ja auf der Bühne, dass wir als Band funktionieren und auch beim Songwriting basteln wir ja alle zusammen daran. Soweit ich weiß, sind die anderen beiden ebenfalls zufrieden mit dem Namen (lacht) – ich spreche ja leider heute für mich alleine, da sie heute keine Zeit haben. MAN KENNT DICH JA NUN BEREITS AUCH VON GRUPPEN WIE FRÜHER „CROWDED KITCHEN“ UND AKTUELL „SIGHTBILL“. ENTSTAND „FELX MUSTER“ ALS ANFÄNGLICHES SOLOPROJEKT DANN AUS DEM WUNSCH HERAUS, MUSIKALISCHE IDEEN UMZUSETZEN, DIE IN DEN ANDEREN FORMATIONEN SO NICHT UNBEDINGT MÖGLICH GEWESEN WÄREN? Also im direkten Vergleich mit SIGHTBILL ist es so, dass Ann ja nun die weibliche Hauptstimme ist, obwohl wir auch beide an den Songs schreiben. Es ist dann nur manchmal schwer für mich, etwas zu schreiben, was sie auch wirklich fühlt – nicht nur weil sie eine Frau, sondern vor allem da sie ja auch ein ganz anderer Mensch ist. Da ist es bei FELIX MUSTER für mich schon leichter, kleine Feinheiten in die Songs einzubauen und die Dinge wirklich so zu sagen, wie ich sie denke und vor allem auch SINGEN kann, wie ich sie denke. Ich kann die Melodie, die ich dann dazu im Kopf habe, gesanglich genau so umsetzen, wie ich sie fühle. Jemand anderes hat wenn er meine Text dann liest vielleicht eine ganz andere Melodie dazu im Kopf. So fühle ich mich einfach wohler dabei. KLAR, AUCH HIER GIBT ES NATÜRLICH EIN FÜR UND WIDER. DORT WO DAS MUSIZIEREN IM KOLLEKTIV DEN VORTEIL HAT, GEMEINSAM KREATIVITÄT ZUSAMMENFLIEßEN ZU LASSEN, MUSS MANN IM GEGENZUG ALLERDING EBEN AUCH EINE GEWISSE KOMPROMISSBEREITSCHAFT MITBRINGEN. Genau. Am Anfang war ich ja ganz alleine, aber nun zusammen mit Benny (Gitarre), mit dem ich ja schon ewig lange Musik mache (u.a. CROWDED KITCHEN, Anmerk. d. Red.) passt das so gut, dass seine Ideen ganz genau so gut in das Gesamtkonstrukt passen wie meine, zumal wir auch außerhalb des Proberaums die gleiche Musik hören. Man weiß, wie die Idee bei dem anderen ankommt und auch einfach ob man diese Idee überhaupt mitbringen muss. Und so kommen, wie ich ich finde, immer wieder schöne Sachen zustande. Es ist ebenfalls auch schön, wenn man dann von jemandem direkt Rückmeldungen dazu bekommt, weshalb völlig alleine vielleicht auch schon irgendwo wieder blöd ist. Ich denke, ohne Benny wäre der Stil jetzt auch deutlich anders und auch ohne Steffen früher (Schlagzeug) und jetzt Timo würde es anderes klingen. Aber: ich finde es jetzt so besser. IN ETWA DIESE RICHTUNG GEHT AUCH MEINE ANSCHLUSS-FRAGE: GÄBE ES FELIX MUSTER WOHL HEUTE AUCH NOCH, WENN IHR EUCH NICHT MITTLERWEILE ALS TRIO GEFUNDEN HÄTTET? HÄTTEST DU DICH DANN EVENTUELL SCHON ALS ALLEINIGE PERSON AUSGETOBT? Also ich war damals schon relativ lange auf der Suche nach jemandem, der Gitarre spielt. Ich hatte erst vor, selber Gitarre zu spielen, was dann allerdings nur so halb-gut geklappt hat mit dem gleichzeitigem Singen, da ich sonst ja Bass spiele. Dann war ich bei den Leuten zugegebener Maßen sehr kritisch, die Bass spielen wollten im Bezug auf das, WAS sie am Bass spielen wollten (lacht)… Ich hätte das schon irgendwie wohl gemacht, aber ich glaube der Zufall hat es gewollt, dass ich nun genau die richtigen Leute dabei habe. FELIX MUSTER HÄTTE ES WOHL ALLEINE ZUMINDEST AUF DER BÜHNE NICHT SO EINFACH GEGEBEN, ODER? Ja genau. Es ist eine richtige Band aus etwas geworden, von dem man vorher schon gehört hat, dass es einer alleine macht – und es ist auch besser, wenn jeder sein eigenes Instrument bedienen kann. WIE KAM ES DANN LETZTENDLICH DAZU, DASS IHR EUCH ZUSAMMENGEFUNDEN HABT? DER KONTAKT ZU BENNY HAT JA IN DER ZWISCHENZEIT BZW. NACH EURER GEMEINSAMEN ZEIT BEI CROWDED KITCHEN SICHER WEITER BESTANDEN? Also er hat quasi gesagt, dass er gerne dabei wäre (lacht). Das war auf einer Party, da wir uns auch weiterhin immer wieder gesehen und getroffen haben. Nachdem dann aber Benny zu FELIX MUSTER dazu gekommen ist, haben wir noch nicht direkt losgelegt, sondern online nach einem Schlagzeuger gesucht. Das war dann Steffen – und mit ihm ging das ganze dann musikalisch auch schon stark in die Richtung von dem, was wir es jetzt machen. Wir haben zwar erst versucht, die alten Songs auf ein Trio umzugestalten, aber gemerkt, dass wir wenn wir zusammen Songs schreiben, diese doch besser werden. Mit Timo haben wir dann ebenfalls wieder über das Internet einen neuen Schlagzeuger gefunden, der glücklicherweise auch die gleiche Musik hört wie wir. So hat sich das dann weiterentwickelt. Wir haben viel mit technischen Sachen herumgebastelt. Ich hatte, als ich noch alleine war, ja schon recht einfach so Elektro-Sachen mit einbauen können, was sich nun auf der Bühne ohne Keyboarder doch sehr schwierig gestaltet. Ich habe mal herum geschaut, was man da technisch so machen kann und es gab sogar auch kurz die Überlegung, einen Keyboarder mit dazu zu holen. Da war allerdings dann wieder problematisch, dass wir festgestellt haben, dass wir gar nicht in jedem Song unbedingt etwas Entsprechendes drin haben wollen. Zu dritt passt es ja nun aber auch zurzeit sehr gut, wir fühlen uns wohl mit den Songs wie sie sind und es geht alles gut voran. PASSEND DAZU HEIßT EURE AKTUELLE CD JA AUCH „AUS 3 MACH 1“, WAS JA SICHER AUCH GENAU AUF DIESEN SCHRITT VOM SOLO-PROJEKT ZUR DREIKÖPFIGEN BAND ANSPIELT. Ja genau, drei Leute machen zusammen eins, so zu sagen. Es spielt schon auch auf mehre Sachen an: Auf dem Cover zum Beispiel ist ja ein Kartenspiel zu sehen, ein ganz altes, welches tatsächlich auch „Aus 3 mach 1“ heißt. Dann sind es drei Tracks auf dieser EP, also drei Tracks machen eine EP, Wahnsinn, ne (lacht)? Dann natürlich wir drei, die zusammen gefunden haben, um eine Band, eine Musik zu schaffen… …EINE IDEE ZU VERFOLGEN? Genau, eine Idee zu verfolgen und einfach zusammen die Musik zu machen die wir gut finden und die uns vor egal wie viel Publikum Spaß macht, die uns im Proberaum immer wieder Spaß macht und die uns nicht irgendwann mal langweilt. WURDEN DENN BEWUSST AUS DIESEM GRUND DREI SONGS AUF DIE EP GEPACKT, UM DIE „3“ DA NOCHMAL DRIN ZU HABEN ODER GAB ES NOCH ANDERE GRÜNDE. ICH FRAGE JETZT DESHALB, DA ES JA SONGS VON EUCH ALS TRIO GIBT WIE ZUM BEISPIEL „SCHREIB“, DER MEINER MEINUNG NACH AUCH AUF EINE CD GEHÖREN SOLLTE. Also wir hatten leider nur begrenzte Studio-Zeit, das war eigentlich so das Ding. Wir konnten dankenswerter Weise in Detmold an der Hochschule für Musik aufnehmen. Und wir dachten anfangs „Okay, vier Tage: da geht einiges“ (lacht), aber die Arbeit dort war dann sehr, sehr professionell, professioneller als das was ich bisher vorher kannte, weil man dort sonst glaube ich mehr im klassischem Bereich angesiedelt ist. Dort wird sowas von genau auf Takt geachtet, wobei ich immer dachte, dass ich in dem Punkt schon recht gut bin, aber wir haben dann letzten Endes wirklich zwölf Stunden pro Song aufgenommen. Sicher ist das bei großen Produktionen ähnlich, aber für mich war das das erste Mal, bei dem ich in der Intensität wirklich daran gearbeitet habe. Dies hat uns im Nachhinein aber schon wirklich weiter gebracht. Es war streng, also unser Mischer/ Produzent war sehr streng, aber es hat uns auch nach vorne gebracht und besser gemacht. Es hat uns ebenso noch weiter zusammengeschweißt, diese 3 Tage Arbeit, Urlaub und Spaß zusammen. Das mit der „3“ entstand auch während dessen; gedacht hatten wir eigentlich an vier oder fünf Lieder, letztendlich haben wir uns dann aber für diese drei entschieden, da sie die für uns in dem Moment als die eingängigsten und besten erschienen. Mittlerweile – und auch in der Zeit zwischendurch, in der gemastert wurde – haben wir dann auch schon wieder andere Sachen geschrieben, von denen wir vielleicht heute sagen würden „Okay, die packen wir jetzt auf die CD“. Gerade was völlig fehlt ist der vergrößerte Elektro-Einfluss, der nun ja vermehrt drin ist in den Songs. Das merken wir jetzt schon, wenn wir die EP irgendwo hinschicken und dabei schreiben „Indie-Rock mit Elektro-Einflüssen“, und niemand weiß irgendwie, was jetzt hier der Elektro-Einfluss ist (lacht). Das kommt aber dann später, hoffe ich. WAS MIR DAZU JETZT AUCH AUFFÄLLT, IST, DASS DIE GESANGPARTS VON BENNY AUF DER CD GEGENÜBER EUREN LIVEAUFTRITTEN DEUTLICH REDUZIERT SIND. Die sind sogar gar nicht drauf (lacht). (lacht) JA, GANZ SO KRASS WOLLTE ICH ES JETZT NICHT AUSDRÜCKEN. Es war sogar Bennys eigene Entscheidung. OKAY?! DAS ERZÄHL! Eigentlich wollten wir das schon irgendwie auch zweistimmig machen, vielleicht war es dann aber doch die Strenge des Produzenten, dass er sich da nicht so ran getraut hat. Es waren auch Stellen angedacht, wo ich zweistimmig singe, aber letzten Endes sind wir froh, dass wir sozusagen die „Grundgerüste“ in der Zeit, die wir zur Verfügung hatten, geschafft haben. DARUM SO WIE ES IST. Darum so wie es ist. Ich denke bei den nächsten Aufnahmen wird da wieder mehr kommen. Wir überlegen selber im Proberaum Stücke aufzunehmen, die dann für das Internet sind oder es vielleicht auch mal auf eine CD schaffen, je nachdem was in Zukunft noch so alles kommt. Wir möchten in jedem Fall ein bisschen mehr Zeit haben, um an den Songs rumzuspielen. Gerade in Sachen Gesang probiere ich auch gerne aus, deswegen macht mir das zuhause arbeiten daran sehr viel Spaß. Das in einem Studio zu machen, welches man dann bezahlt, ist für eine Band wie uns mit kleinem Budget dann doch leider nicht unbedingt drin. Aber da kommt sicher noch mehr von uns. GIBT ES DA SCHON KONKRETE VORSTELLUNGEN BEI EUCH? HABT IHR EUCH SCHON EINEN GROBEN ZEITRAHMEN GESTECKT? Angedacht war schon ziemlich zeitnah, weil wir unseren nächsten Gig erst wieder am 2. Juni haben. Wir wollten den April, Mai dazu nutzen. Der April ist nun halb rum und wir haben dahingehend noch nichts gemacht (lacht), von daher… aber das können wir ja auch relativ bequem auch nebenbei im Proberaum mit dem Notebook uns so machen; das geht ja heutzutage so nebenher! Ich fände es jedenfalls cool, wenn wir es hinkriegen, tatsächlich noch im Mai was zu liefern, sonst aber spätestens zur Festival-Saison (grinst). DAS LÄSST JA SCHON FROHLOCKEN! WAS IHR NUN BEREITS SCHON AUFGENOMMEN HABT IST EIN VIDEO ZU EINEM SONG AUS EURER ANGESPROCHENEN AKTUELLEN EP, UND ZWAR ZU „MÖGEN“. Ja, wir haben uns die „Schnulze“ rausgepickt (lacht). Nein, ich finde es ja gar nicht schnulzig. NEIN, ICH FINDE AUCH ES IST EHER EIN ROMANTISCHES LIED, RUHIGER IM VERGLEICH ZU DEN BEIDEN ANDEREN, ABER DENNOCH NUN NICHT GERADE ALS BALLADE ZU VERSCHREIEN. Gegen Ende ziehen wir nochmal die Schraube an, da geht es nochmal nach vorne. Für den einen oder anderen ist es beim ersten Hören vielleicht etwas zu ruhig, aber wir haben uns für das Lied entschieden… WEIL…? Weil es doch tatsächlich immer wieder beim Proben unser Highlight ist. EIGENTLICH UNGEWÖHNLICH, DA IHR DAMIT JA FÜR EUER ERSTES VIDEO – ICH LASSE HIER BEWUSST DAS VIDEO ZU „DISKUSSION“ MAL WEG, DA DAS NOCH VOR EUER ZEIT ALS DREIGESTIRN WAR – EIN STÜCK AUSGEWÄHLT HABT, DASS AUFGRUND SEINES STILS JETZT NICHT ZWANGSLÄUFIG EIN PARADEBEISPIEL FÜR EURE MUSIK IST. Es ist eigentlich schon nicht wirklich repräsentativ, das stimmt. Der ein oder andere, der uns vielleicht nur über das Video kennen lernt, denkt vielleicht „Oh, das ist mir eigentlich schon ein bisschen zu lasch“, aber das ist ja nun auch so ähnlich wie zum Beispiel bei JUPITER JONES, die viele nun über „Still“ kennenlernen. Wobei, wenn uns in den Massen die Leute dann ebenfalls die Bude einrennen, ist mir das auch egal (lacht). Es bot sich aber auch an, zu diesem Song in dem Video eine Story zu erzählen und darum haben wir es einfach mal mit dem probiert, der vielleicht auch am ehesten ins Ohr geht von der EP. Und wer möchte kann sich ja auch relativ schnell und einfach die anderen Songs auf unserer Website anhören. DIE AUFNAHMEN ZU DEM VIDEO SELBER HABT IHR JA IN DEINER WOHNHEIMAT HERFORD GEDREHT… …ja und auch in Bennys Heimatstadt Bad Salzuflen, da haben wir die Bahnhof-Szene zu Anfang gedreht. Der schöne, alte, ruhige Bahnhof bot sich da an. IHR HABT DAS GANZE DANN JA AUCH IM WAHRSTEN SINNE IN EIGENREGIE GEDREHT. Genau. Wir hatten ursprünglich sogar die Idee, es komplett alleine zu machen, haben uns dann aber Hilfe geholt von Ann-Christin Weiß… …DIE JA… …ihres Zeichens Sängerin bei SIGHTBILL ist. DA SCHLIESST SICH DER KREIS. Ja (lacht). Sie ist auch schon eine ewige Freundin von uns und praktischerweise auch Fotografin mit dem Hang, wie ich finde, sehr gute Videos zu produzieren. So bot sich das an. Mit ihrer Hilfe und der von Anne, die die Hauptrolle spielt, haben wir da richtig was Nettes gemacht, finde ich. Ich schaue es mir auch gerne an (lacht). UND DAS ZU RECHT. HATTEST DU DIE „STORY“ DES VIDEOS SCHONSO IN DER ART IM KOPF, ALS DU DEN TEXT ZU DEM LIED GESCHRIEBEN HAST ODER HAT SICH DAS IM NACHHINEIN ENTWICKELT? Die Story hat sich erst später entwickelt, als wir erstmals an Video gedacht haben. Im Grunde steht die Story des Videos eher konträr zu dem, was das Lied vermittelt. Der Songtext beschreibt sozusagen die perfekte Beziehung, also wie ich mir das vorstelle, im Video klappt das dann aber nicht so richtig. Aber es darf natürlich jeder gerne in das Lied interpretieren was er möchte. DIE NAHENDE FESTIVAL-SAISON HAST DU JA SCHON GANZ KURZ ANGESPROCHEN. DU BIST JA EBENFALLS MITVERANSTALER VON „SCHWEICHELN ROCK CITY“ WELCHES DIESES JAHR STATTFINDET AM… …25. August, direkt nach den Schulferien geht es los. Der Einsendeschluss für die Bandbewerbungen ist gerade am 15.04. abgelaufen und nun gucken wir mal, wer dann so spielt. Sicherlich wird es wieder einige bekannte Gesichter geben. DAS IST AUF JEDENFALL ETWAS, DASS MAN SICH IN SEINEM KALENDER MARKIEREN SOLLTE. IM PRINZIP WAR DIES EINE KLEINE EINLEITUNG AUF EIN THEMA, ÜBER WELCHES ICH MIT DIR SEHR GERNE SPRECHEN MÖCHTE, DA DU ALS VERANSTALTER UND MUSIKER QUASI BEIDSEITIG BETROFFEN BIST. UND ZUSÄTZLICH BETRIFFT ES FELIX MUSTER AUCH NOCH ALS BAND, SO DASS SICH HIER QUASI GERADE EIN RICHTIGER FRAGEN-KOLOSS AUFBAUT (lacht). ES GEHT UM DAS THEMA „BANDCONTESTS“, WELCHES SICH GERADE IM LOKALBAND-BEREICH MOMENTAN JA AUCH EXTREM STARK VERBREITET HAT. UND MEINE FRAGE IST NUN, WIE DU AUS BEIDEN BLICKWINKEL DIESEN „TREND“ BEWERTEN WÜRDEST: IST DAS NUN ETWAS GUTES ODER EHER NEGATIV ZU BETRACHTEN? Aus Musiker-Sicht muss ich mittlerweile fast sagen… das kann ich jugendfrei gar nicht mehr kommunizieren (lacht). Also es geht mir auf die Nerven. Ich fand es anfangs ganz cool, dass zum Beispiel über Facebook diese Abstimmungen gemacht werden, da bei vielen anderen Onlineabstimmungen oft auch bei den IPs und so gehackt wird – aber das es jetzt fast bei jedem Konzert oder jedem Festival angesagt ist… Es ist halt schon ein bisschen anstrengend. Wir haben uns jetzt bei drei, vier, fünf Festivals oder so beworben und wenn von jedem dann erst mal zurück kommt „Ja, danke für die Bewerbung, ihr seit mit dabei, ABER ihr müsst euch noch gegen fünf weitere Gruppen durchsetzen“… Aktuell haben wir gerade wieder zwei Sachen dahingehend am Laufen. Das eine haben wir gar nicht richtig verfolgt, muss ich sagen (lacht). Das war für ein E-Heim Rockt Festival in Bielefeld, dabei musste dann ein Bild von der Band geliked werden, gleichzeitig haben wir aber auch schon groß laufen den „Stringed Contest“ in Bad Oeynhausen, bei dem wir gerne weiter kommen wollen. Irgendwann kann man seine Leute und Fans auch nur noch zu einem gewissen Punkt dafür begeistern, zumindest ist es bei uns so. Es gibt da sicher auch andere, die da mehr begeisterungsfähige Fans, Freunde oder was auch immer haben – aber es führt dazu, dass dann meiner Meinung nach irgendwann nicht mehr die Qualität dabei gewinnt, sondern die Band, die einfach beispielsweise die meisten Facebook-Freunde hat. Und das geht meist nicht immer Hand in Hand. DA HAST DU LEIDER RECHT. ICH KÖNNTE MIR AUCH VORSTELLEN, DASS GERADE IN DIESEM LOKALEN BEREICH, WO MAN DOCH AUCH OFT ALS KÜNSTLER DAVON ABHÄNGIG IST, SICH GEGENSEITIG ZU UNTERSTÜTZEN – BEISPIELSWEISE „KOMM, IHR KÖNNT BEI UNS EINEN GIG MITSPIELEN DAFÜR SPIELE WIR NÄCHSTES MAL BEI EUREM KONZERT“ – DURCH DIESEN NUN STÄNDIG AUFERLEGTEN KONKURRENZDRUCK VON EINANDER ERNTFERNT. NATÜRLICH WIRD MAN DADURCH NICHT BITTERBÖSE VERFEINDET, ABER MAN SIEHT SICH JA IMMER ÖFTER GEGENEINANDER GESTELLT, WAS FÜR DIE VERHÄLTNISSE UNTEREINANDER BEI DER HÄUFIGKEIT IRGENDWANN NICHT MEHR UNBEDINGT ZUTRÄGLICH SEIN DÜRFTE. Ja, es ist auch genau das. Ich bin ja auch so mit vielen Bands befreundet und dann gibt es so viele Umfragen, wo mindestens zwei von denen gegeneinander antreten… Es ist gerade jetzt durch Facebook sehr beliebt bei den Veranstaltern; wir haben selber auch überlegt ob wir das bei SRC machen, wobei wir es mittlerweile schon fast sicher ausschließen können. Man möchte zwar ganz gerne viele Facebook-Freunde haben als Veranstalter und das ganze dadurch pushen, aber oft hat man dann eventuell 1000 Facebook-Freunde mehr durch die Abstimmung, wirklich mehr kommen dann vielleicht 100, weil die Bands aus der ganzen Republik kommen oder viele auch einfach nur für „ihre“ Band gekommen wären, aber nicht für die anderen. Es liest sich zwar immer gut, aber ob es nicht vielleicht dann doch besser ist, die Künstler nach Qualität aus zu suchen… Als Bandmitglied geht es mir wie gesagt auf die Nerven und ich wäre froh, wenn der ein oder andere Veranstalter davon wieder Abstand nehmen würde. Gut finde ich wie beim Holter Meeting oder auch bei anderen Sachen, dass man den Contest im Rahmen eines Konzertes macht, denn dann hat man zumindest erst mal als Band auch einen Gig, den man spielen kann. Das hat zwar auch alles Nachteile, so wie dass wenn es nur einen Publikumsentscheid gibt, eben das Publikum entscheidet (lacht) – und so dann meist die Band aus der Nachbarschaft gewinnt. Aber man hat eben diesen einen Abend als Band, an dem man sich den Leuten vorstellen kann. Das Miteinander geht tatsächlich ein wenig zurück im Moment, vielleicht bin ich selber gerade aber auch nicht mehr so drin. Im Metalbereich ist es glaube ich momentan noch etwas besser, was ich so mitbekomme von den Bands, dass man auch deutschlandweit Gigs tauscht. Bei uns in der Richtung ging vor ein paar Jahren noch viel mehr, da gab es immer mal eine Band, die was aufgerissen hat und gefragt hat. Das ist aktuell recht dünn gesät. Ich fände es einfach mal wieder schön, wenn es Konzerte gibt wo man den Bands sagt: „Kommt, spielt“ und fertig. WO WIR JETZT BEI KONZERTEN SIND: WIE SIEHT ES DA BEI EUCH AUS, STRECKT IHR DA AUCH MAL DIE FÜHLER AUS, UM IN ANDEREN, FEHRNEREN ECKEN AUFZUTRETEN? OFT SCHREIBT MAN JA BEWUSST BANDS VON WEITER WEG AN UM ZU FRAGEN, OB MAN NICHT ZUSAMMEN EINMAL DORT UND EINMAL HIER SPIELEN MAG. Am Anfang habe ich das mit Bands tatsächlich probiert. Dann hatte ich auch wirklich Gruppen aus Bremen hier oder Osnabrück, jedenfalls auch weiter weg, habe aber von den meisten abgesprochenen Re-Gigs nichts mehr gehört. Sagen wir mal: zwei von zehn sind dann auch wirklich mal was geworden. Das hat mich auch schon genervt, dass die Leute so etwas dann nicht einhalten. Man reißt sich im Prinzip den Arsch auf für ein Konzert und würde sich im Gegenzug freuen, auch mal woanders spielen zu können, wozu es aber nicht kommt. Andererseits versuchen wir nun eher richtige Veranstalter oder Kneipen anzuschreiben, wo es dann tatsächlich auch Rückmeldung gibt. Wir sind also dran, leider gibt es noch keine konkreten Sachen. Es geht dann eher so Richtung Bremen oder Ruhrgebiet. APROPOS „ANSCHREIBEN“: WIE SIEHT ES DA AUS IN SACHEN LABEL? MIT DER EP UND NUN AUCH DEM VIDEO, GIBT ES DA BEMÜHUNGEN PLATTENFIRMEN ZU KONTAKTIEREN? Tatsächlich ja (lacht). Gerade gestern habe ich Adressen rausgesucht… AH, WAS SIND WIR VOM TERRORVERLAG WIEDER AKTUELL (lacht)! …(lacht) CDs eingepackt und morgen bringe ich die zur Post. Ich habe einfach mal geguckt, wo ähnliche Bands unter Vertrag sind. Wir wollen das tatsächlich mal probieren. Mittlerweile sind wir so weit, dass wir glauben, vielleicht auch mal eine Chance verdient zu haben – ob es klappt, wissen wir nicht. Wir wollen aktuell einfach gerade mit dem Video intensiv versuchen, das zu verteilen, also nicht nur mit Facebook sondern eben auch Briefe, E-Mail etc. Wir treten momentan also aufs Gas, auch wenn wir leider aus zeitlichen Gründen schon wieder einige Konzerte absagen mussten. Geplant ist aber momentan der angesprochene „Stringed Band Contest“ am 2. Juni in Bad Oeynhausen, wo es dann – wenn wir da weiter kämen – noch einen weiteren Auftritt geben würde. Ebenso wurden wir noch richtig schön einfach angefragt für das „URock“-Festival. Die haben uns letztes Jahr in der Friedrichshöhe in Steinhagen gesehen und fanden das gut. Das Ganze findet im Bürgerpark Ummeln bei Bielefeld statt, am 1. September, eine Woche nach „Schweicheln Rock City“, statt – und da spielen wir sicherlich auch. HABT IHR INTERN SCHONMAL DARÜBER GESPROCHEN, WIE WEIT IHR MIT FELIX MUSTER KOMMEN WOLLT? SOLL DAS GANZE EIN „HOBBY“ BLEIBEN ODER KÖNNTE ES – SO GOTT WILL – VON EUCH AUS AUCH GERNE MEHR WERDEN? Ich glaube, wir sind alle drei bereit, sehr weit zu gehen – je nachdem, was kommt. Man könnte ja im gewissen Rahmen neben der Arbeit, quasi im Urlaub, kleinere Touren spielen. Wir würden natürlich nicht alles sofort hinschmeißen, aber wir sind da ganz offen, was kommt. Interessant wäre es wie bei Bands wie MIKROBOY zum Beispiel, die ab und zu auch tatsächlich mal einen TV-Auftritt haben, Bundesvision Song Contest beispielsweise, und dann durch die Orte touren, wo immer so 100 bis 150 Leute kommen – so was wäre schon richtig cool. Wenn man so einen Status erreichen würde, dann wäre ich auch schon voll zufrieden. MAN HÄTTE DANN JA AUCH DIE CHANCE, BEI JEMANDEM GRÖSSEREN AUCH MIT ZU TOUREN UND ALS SUPPORT AUFZUTERETEN. WER WÄRE DENN IN DEM FALL DEIN WUNSCH-KÜNSTLER ODER DEINE WUNSCH-BAND? Neben den bereits erwähnten MIKROBOY würde ich glaube sehr gerne mal vor KETTCAR spielen, alleine mal im Rahmen von einem „Grand Hotel van Cleef“-Festival. Das ist denke ich schon etwas, was richtig geil wäre für uns. Das sind unsere Vorbilder, die zum Glück auch noch Musik machen. Klar, mit JUPITER JONES wäre auch Wahnsinn. Alles was größer wäre, nehmen wir sehr gerne ebenso dankbar an – ansonsten: mehr Gigs geht auf jeden Fall immer. WO WIR NUN BEI GRÖßEREN NAMEN SIND: MIT WELCHEM KÜNSTLER WÜRDET IHR DENN GERNE MAL EINEN SONG AUFNEHMEN? Da kann ich so erst einmal nur für mich sprechen. CLUESO wäre gut, die eben schon genannten Gruppen und Künstler wären natürlich auch klasse. Ich glaub MIKROBOY macht auch Remixe von Songs (lacht), die könnten ja mal … (zwinkernd). Also CLUESO fände ich sehr cool; für einen kommerziell so erfolgreichen Künstler sehr sympathisch – und gute Mucke. UM JETZT NOCH WEITER IN DIE KLISCHEE-FRAGEN-KISTE ZU GREIFEN (LACHT)… …(lacht) Hast du noch eine? „Wann habt ihr euch gegründet?“ NEIN, ES GEHT NOCH TIEFER (lacht). ALSO SOWEIT ICH EUCH BISLANG VERFOLGT HABE – UND DAS HABE ICH DOCH RECHT INTENSIV GETAN – HABT IHR BISLANG KEINEN SONG GECOVERT. Stimmt. GIBT ES DENN DA EINEN SONG, AUF DEN IHR EUCH DA EINIGEN KÖNNTET? ODER SELBST WENN IHR EUCH NICHT EINIGEN KÖNNTET… (lacht) Das Einigen könnte sogar das Problem werden, trotz der Tatsache, dass wir doch sehr ähnliche Musik hören. Wir haben darüber auch schon mal gesprochen, da war auch schon wieder KETTCAR als Name dabei (lacht) – das ist eben wegen der tiefen Stimme bei KETTCAR und eben bei mir sogar am Wahrscheinlichsten. Allerdings haben Benny und ich schon immer, egal in welcher Bandkonstellation, gesagt, dass wir auf jeden Fall unsere eigenen Sachen machen. Früher wäre es vielleicht besser gewesen, wenn wir mal was nachgespielt hätten (lacht). Klar, um das Publikum mitzunehmen, wäre das schon nicht schlecht, den einen oder anderen Song dabei zu haben, da einen die meisten dann ja doch noch nicht kennen bei den Konzerten. Allerdings sind wir dann schon wieder bei der Musik, die wir hören, so weit weg vom Mainstream, dass es sich bei so einem Publikum gar nicht lohnen würde. Also wenn ich jetzt sagen würde „Auf dem und dem KETTCAR-Album von vor drei Jahren oder von CLICKCLICKDECKER oder sowas, gibt es den geilen Song, den spielen wir jetzt spielen“, wäre das für viele schon wieder unbekannt. Also wenn der richtige Song uns mal über den Weg läuft oder wir einfach Bock drauf haben, dann kann das schon passieren. KÖNNTE DAS DENN AUCH EIN ENGLISCH-SPRACHIGER SONG SEIN ODER GEBIETET ES DAS FELIX MUSTER GEBOT, DEUTSCH ZU SINGEN? Ich glaube das gebietet es (lacht). Wir haben uns da schon so festgelegt. Vielleicht mal aus Spaß, bei einem Gig für die eigenen Fans oder Bekannte, dass man da ein bisschen „rumblödelt“, aber in ernsterem Sinne wohl eher nicht. Da sind wir festgelegt. Da würden sich wohl auch Leute wundern (lacht). SIND DENN DIE BEREITS GENANNTEN BANDS WIE KETTCAR, CLICKCLICKDECKER, VIELLEICHT AUCH SELIG GLEICHZEITIG EURE EINFLÜSSE, GERADE VIELLEICHT AUCH WAS DICH ALS TEXTSCHREIBER ANGEHT? Was die Wortwahl angeht vielleicht schon. Inhaltlich versuche ich mehr aus meinem Leben, meinen Erfahrungen oder meinen Überzeugungen zu formen, auch soweit dass es die anderen beiden mit vertreten können. DAS FINDE ICH IST AUCH IMMER EIN SEHR INTERESSANTER ASPEKT BEI BANDS, DIE EINEN ALLEINIGEN TEXTSCHREIBER HABEN: IN WIE WEIT SICH DIE ÜBRIGEN BANDMITGLIEDER DAMIT DANN AUCH IDENTIFIZIEREN KÖNNEN, WOLLEN ODER AUCH SOLLEN. Ich achte da auf jeden Fall schon darauf und höre auch, was die anderen mir dazu sagen. Mittlerweile habe ich glaube ich auch das Gefühl dafür, dass es zum einen inhaltlich so ist, wie es die anderen auch sagen würden, und zum anderen, dass es auch von den Gesangsmelodien her, die ich ja sozusagen mehr oder weniger eigenverantwortlich darüber setze, stimmig ist. Es gibt dann auch Rückmeldungen dazu, deren ich mich auch annehme, aber in den meisten Fällen passt das schon so. Vielleicht sind die anderen aber auch zu sehr mit ihren Instrumenten beschäftigt (lacht). Mir ist es einfach wichtig, nicht unbedingt immer das zu singen, was schon 1000 mal gesungen wurde. Klar lässt sich das nicht immer vermeiden und klar kann ich das nur anhand von Liedern entscheiden, die ich schon mal gehört habe. Es gibt vielleicht auch woanders jemanden, der schon einmal gesungen hat „Der Schmerz ist auch nicht mehr, das was er mal war“ oder so was. Aber ICH habe es vorher so noch nicht in einem Lied gehört und es beruht eben auf Emotionen, die mir begegnet sind. Es ist allerdings auch nicht alles autobiografisch, was ich singe. Es sind ebenso Sachen, die ich von anderen gehört habe oder die ich mir bei anderen in bestimmten Situationen vorstelle. Ob es dann wirklich auch so ist, ist eine andere Frage (lacht). Aber ich denke dann: „Okay, das ist nun eine Geschichte, die ich gerne erzählen möchte“. Mir ist wichtig, dass es auch in die Tiefe geht und nicht einfach der nächste stumpfe Liebes-Song ist mit „Ich hab’ dich lieb“ und „Du bist die Hübscheste“…. Es kommt schon vor, dass ich Themen oder Ideen – bewusst oder unbewusst – bei anderen Bands höre. Dann ist es manchmal ein Satz, der mir besonders auffällt und den ich aufschnappe. Ich tippe das dann immer in den PC ein – ich habe keine handschriftlichen Notizen, weil ich das nie lesen könnte, glaube ich (lacht). Dann reifen die aber ewig oder aus denen wir gar nichts. Die Zeile „Der Schmerz ist auch nicht mehr, das was er mal war“ aus dem Song „Schmerz“ zum Beispiel war vorher in einem anderen Text, den ich geschrieben habe nur eine Zeile – nun ist er in einem anderen Lied das Hauptthema, um den ich etwas ganz neues gestrickt habe. ES IST ALSO EIN SICH STÄNDIG IN BEWEGUNG BEFINDLICHER KREATIVER PROZESS, DER AUSGEFORMT WIRD UND DANN IRGENDWANN ALS TEXT DABEI HERAUS KOMMT. Genau, es kann dann auch immer noch passieren, dass ich den Song drei, vier Mal so singe und dann denke: „Ne, das passt jetzt nicht“, und dann kommt doch ein ganz anderer Text zu dem bestimmten Song – selbst nach Monaten kann das mal passieren. Manchmal merken wir auch erst bei Konzerten, dass etwas, was im Proberaum noch kurzweilig genug war, uns auf einmal doch nicht so gefällt und dann gestrichen oder geändert wird. Da sind wir doch sehr flexibel. Wir sagen uns da schon: wir möchten die Songs zumindest aus unserer Sicht wirklich perfekt haben. UM NUN SO LANGSAM ZU EINE ABSCHLUSS ZU KOMMEN, HAUE ICH JETZT EINFACH MAL EIN KURZES FRAGE UND ANTWORT SPIEL: DAS BESTE ALBUM, DAS JE AUFGENOMMEN WURDE, IST… Die Ärzte – 13 DER BESTE FILM, DER JE GEDREHT WURDE, IST… Snatch DER SONG, DER ZU OFT IM RADIO GESPIELT WIRD, IST… „Das Beste“ von Silbermond (um nur einen rauszupicken) MIT WELCHER PERSON WÜRDEST DU GERNE MAL IN EINEM FAHRSTUHL STECKEN BLEIBEN? Oh, da muss ich jetzt jemanden Prominentes nennen, oder? ALSO ES GIBT MUSIKER, DIE AN DIESER STELLE… …ihre Freundin nennen? (lacht). …IHRE FREUNDIN NENNEN, GENAU (lacht). ABER DANN STELLE ICH DIE FRAGE EINFACH ANDERS: WENN DU MIT DEINER FEUNDIN(!) IN EINEM FAHRSTUHL STECKEN BLEIBEN WÜRDEST, MIT WELCHER WEITEREN PERSON SOLLTE DAS SEIN? Hmm… ich würde gerne mal mit CLUESO quatschen. Um bei Musikern zu bleiben. CLUESO und Hulk Hogan. MIT WELCHER PERSON WÜRDEST DU GERNE IN EINEN WRESTLING-RING STEIGEN? (überlegt) Also… als Wrestling-Fan denke ich automatisch bei so einer Frage: „Mit wem könnte ich wohl ein gutes Match aufziehen?“ (lacht) Aber nun habe ich die Frage denke ich verstanden und sage: Dieter Bohlen, für alles, was er so macht mit den Menschen. Und der Graf. WENN DU AUF EINER INSEL STRANDEN WÜRDEST, WELCHE DREI DINGE WÜRDEST DU MIT DABEI HABEN WOLLEN? Eine Gitarre. An das Internet komme ich wohl ich nicht heran, oder? Ein Floß! Nein, um dabei zu bleiben: also die Gitarre, den größten iPod den es gibt mit aller Musik die es gibt… wie klischeehaft als Musiker, oder? (lacht) NIMM NOCH EIN BUCH MIT. Okay, ein Buch. Es müsste ja schon eins sein, das man öfter lesen kann. Dann das schön lange „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett – da weiß ich dann am Ende nicht mehr, wie es angefangen hat. BEVOR UNS DAS NUN AUCH BEI DIESEM INTERVIEW PASSIERT BEDANKE ICH MICH BEI DIR FÜR DIESES NETTE GESPRÄCH. ES HAT MIR SEHR VIEL SPAß GEMACHT UND ICH ÜBERLASSE DIR HIERMIT DAS LETZTE WORT AN UNSERE LESER. Es freut mich, wenn ihr bis zum Ende gelesen habt und noch mehr, wenn ihr die Chance jetzt nutzt unsere Musik näher kennenzulernen auf Facebook oder unserer Website www.felix-muster.de Schaut euch unser neues Video an und kommt zu den Konzerten, wir freuen uns auf euch. Vielen Dank an Dich, Alex, es war das „beste. Interview. ever.“

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