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FOZZY (CHRIS JERICHO)

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MAN SIEHT SICH IMMER ZWEIMAL IM LEBEN… 15.04.2010: ZWEI WRESTLINBEGEISTERTE TYPEN SITZEN BEI DER WWE SMACKDOWN!-HOUSESHOW IN DER ERSTE REIHE DER TUI-ARENA, ALS WWE-SUPERSTAR CHRIS JERICHO EINEM DER BEIDEN DAS PLAKAT ZU EHREN DER WRESTLINGLEGENDE BRET „THE HITMAN“ HART ENTREISST, DAMIT IM RING DEN RINGPFOSTEN ERKLIMMT UND ES DORT IN STÜCKE ZERLEGT. 08.12.2012: ZWEI MUSIKBEGEISTERTE TYPEN FAHREN NACH KÖLN, UM DORT DIE BAND FOZZY ZU INTERVIEWEN, NACHDEM DIESE MIT IHREM SÄNGER CHRIS JERICHO ALS SUPPORT FÜR SOIL DIE LOCATION „UNDERGROUND“ MUSIKALISCH IN STÜCKE ZERLEGT HABEN. NUN IST ES ALSO AN DER ZEIT, HERRN JERICHO ZUR REDE ZU STELLEN! DOCH DA WIR NICHT NACHTRAGEND SIND, GEHT ES EHER UM „SANDPAPER“ ANSTELLE UM ZERRISSENE PAPPE, SOWIE NATÜRLICH UM DAS NEUE ALBUM „SIN AND BONES“, DIE BISHERIGE TOUR UND EINIGES MEHR. ALEX: HI CHRIS, DANKE DASS DU DIR SO KURZ NACH EUREM AUFTRITT ZEIT FÜR UNS NIMMST. KOMMEN WIR ALSO GLEICH MAL DIREKT AUF DEN GIG ZU SPRECHEN: IHR HABT JA ORDENTLICH EINGEHEIZT! Ja, in der Tat, es war eine großartige Show. In den letzten Wochen waren wir viel in Großbritannien und hatten ein paar denkwürdige Auftritte dort, aber heute… Ich meine immer wenn man hört „die Show ist ausverkauft“, weiß man, dass es eigentlich nur gut werden kann. Natürlich ist das eine Publikum dann auch mal aufgeregter als das andere, aber hier hat man direkt gemerkt, dass die Leute heiß sind und was sie für eine Energie haben. Wir hatten eine lange Anreise hierhin. Nach unserem Konzert in Brighton sind wir gestern Nacht nach Dover gefahren, saßen dort dann aber erst mal fest, da die Fähre wegen der unruhigen See nicht fahren konnte. So waren wir dann heute erst gegen 17 Uhr hier, geplant war eigentlich eher 13 Uhr, es war also sehr stressig. Wenn der Bus fährt, dann bekommt man nicht viel mit, da man dann meist schläft. Und als ich dann auf einmal um circa 15:30 Uhr wach wurde, dachte ich nur „What the hell?!“. Aber sobald man dann auf die Bühne geht, ist das alles vergessen – es war einfach eine großartige Show, der Sound war gut, das Publikum toll. Ich würde sagen, dass der Gig heute für mich zusammen mit dem in Glasgow und dem in Leeds der beste der bisherigen Tour war! ALEX: BEI SOWAS IST ES SCHWIERIG, DEN BRITEN DEN RANG AB ZU LAUFEN (lacht). Ja, aber ich denke dies ist wohl auch die beste Show gewesen, die wir jemals in Deutschland gespielt haben. Als wir als Band starteten, haben wir viel in Großbritannien gemacht, viele Konzerte dort gespielt und uns so einen Namen gemacht. Nun wollen wir das natürlich auch in Deutschland schaffen und werden weiterhin versuchen, mindestens einmal im Jahr in Deutschland zu spielen, gerne aber auch öfter. Solche coolen Shows wie heute helfen uns natürlich, das gibt gute Mundpropaganda, wenn die Leute sagen „Wow, das war ein Hammer Auftritt“ und so nächstes Mal weitere Besucher zu uns locken. Wir hoffen und glauben wirklich, dass das heute uns geholfen hat, unseren Namen hier zu etablieren. ALEX: DAZU WOLLEN WIR MIT DIESEM INTERVIEW NATÜRLICH AUCH BEITRAGEN (lacht). Dankeschön!! (grinst) ALEX: WIE SIEHT ES NACH SO EINEM AUFTRITT AUS? BIST DU EHER DER TYP, DER DANN ERSTMAL NOCH RELAXT ODER BIST DU DANACH NOCH SO ADRENALINGELADEN UND IN FEIERLAUNE? Oh, also wenn du auf die Bühne gehst, dann gibst du dort alles. Das bedeutet, dass du all deine Energie und deine Leidenschaft herauslässt. Wenn es dann vorbei ist, bist du ausgelaugt. Ich will mich dann erst mal hinsetzen und wahrscheinlich sitze ich hier auch noch die nächsten zwei bis drei Stunden, bevor ich auch nur daran denke, meine Schuhe aus zu ziehen. Aber das ist auch ein Zeichen für eine gute Show, das Gefühl, so einen Auftritt abgeliefert zu haben, ist sehr befriedigend und man fühlt, dass man einen guten Job gemacht hat, es war ein Erfolg und nun kannst zu entspannen. Später gönnen wir uns dann vielleicht ein paar Drinks, da wir erst um 4 Uhr heute Nacht weiter fahren und dann sitzen wir hier wohl noch eine Weile mit den Jungs. FELIX: FOLGEN EUCH DIE „FOZZY“-CHANTS, DIE WIR HEUTE NACH FAST JEDEM SONG GEHÖRT HABEN, SCHON DIE GANZE TOUR? Ja, das ist super! Ich meine wir haben einen Namen, den man leicht rufen kann, was auch ein Grund für den Namen war, als wir damals damit starteten und daher haben wir diesen auch nie geändert. Die Leute lieben es ihn zu rufen und es ist immer ein guter Hinweis darauf, ob es für uns gerade gut läuft. Wenn die Leute es während des Intros, nach dem ersten Song oder wann auch immer rufen, dann wissen wir, dass es gut ist, was wir tun. FELIX: IN DEUTSCHLAND IST ES GAR NICHT SOOO TYPSICH, DASS DIE FANS SO HÄUFIG NACH DEN SONGS IMMER WIEDER DEN BANDNAMEN RUFEN, DAS IST ALSO IN DER TAT EIN GUTES ZEICHEN. Oh, gut, was für ein Glück. Gerade heute habe sie ja gar nicht mehr aufgehört damit. Gut zu wissen. Es war überhaupt sehr lustig heute: wir haben recht viele Circle Pits, aber das passiert meistens bei den Songs „Blood happens“ oder „Sin and Bones“. Aber heute gab es einen großen „Circle Pit“ während „To kill a stranger“ – das hatten wir noch nie. Scheinbar lieben die Kölner diesen Song, dies war also eine Premiere für uns als Band. ALEX: ES IST ALSO IMMER WIEDER ETWAS BESONDERES FÜR EUCH IN EUROPA ZU TOUREN? Natürlich, absolut! Viele unserer amerikanischen Fans sind sauer, dass wir so oft hier drüben sind. Wir lieben es natürlich in den Staaten unterwegs zu sein, wir hatten dort gerade eine sechswöchige Tour, aber es ist immer wieder cool in Europa zu sein. Wie gesagt haben wir uns eine große Fanbase in England erarbeitet und sind sehr gerne hier in Deutschland oder auch in Frankreich, wo wir glaube ich einen guten Job machen. Aber man muss eben dran bleiben und immer wieder hierhin kommen, um sich einen Namen zu machen. Aber jedes Mal können wir es nicht abwarten, wieder nach Europa zurück zu kommen. FELIX: STEHEN FÜR EUCH IM KOMMENDEN SOMMER AUCH DEUTSCHE FESTIVALS AUF DEM PLAN? Ja, sehr gerne. Natürlich liegt uns viel daran, hier in Europa auch Festivals zu spielen. Wir haben schon auf dem „Sonisphere“ und dem „Download Festival“ gespielt – und natürlichen wollen wir auch auf den deutschen Festivals spielen, von denen es so viele gibt. FELIX: AUF DEM „ROCKHARZ“ HABT IHR JA AUCH SCHON GESPIELT. Ja genau. Nächstes Jahr sind wir auf den „Bloodstock Festival“ in England und wir hoffen, um diesen Termin herum eine Festivaltour zu spielen. Mal schauen. FELIX: WIE MAN LIEST, BIST DU JA EIN GROSSER FAN VON DEUTSCHEM METAL… Ja (begeistert), habt ihr das schon gesehen (zeigt auf einen tätowierten Kürbis auf seinem Oberarm)? Kennt ihr das? ALEX: KLAR, DAS IST DER KÜRBISKOPF VON HELLOWEEN. M. Shadows von AVENGED SEVENFOLD und ich sind große HELLOWEEN-FANS und wir beide haben dieses Tattoo zur gleichen Zeit bekommen, in Los Angeles. HELLOWEEN ist meine viertliebste Band und ich bin einfach begeistert, wie sie die ganze Powermetal-Szene geprägt haben. Es gab METALLICA, es gab IRON MAIDEN, aber HELLOWEEN war die erste Bands die die Geschwindigkeit von METALLICA mit der Gitarren-Arbeit und dem Gesangsstil von IRON MAIDEN kombinierte. Michael Kiske ist einer meiner absoluten Lieblingssänger und ich liebe die Band einfach. Also ich bin nicht Fan von jeder deutschen Power-Metalband; ich liebe die SCORPIONS, Rich (Ward, FOZZY-Gitarrist, Anmerk. d. Redaktion) ist großer Fan von ACCEPT, die ich auch gut finde, aber nicht zu meinen Lieblingsbands zählen würde. Aber HELLOWEEN… also ich meine ich verehre sie mehr als THE POLICE, DREAM THEATER, OZZY oder KISS. Meine Rangliste ist in dieser Reihenfolge: THE BEATLES, IRON MAIDEN, METALLICA, HELLOWEEN – für immer! ALEX: LASS UNS ÜBER EUER NEUES ALBUM „SIN AND BONES“ REDEN. DER ERSTE EINDRUCK, DEN ICH NACH DEM ERSTEN DURCHHÖREN HATTE WAR: „DAS(!) IST FOZZY“. WÜRDET IHR SAGEN, DASS IHR NUN MIT DIESEM ALBUM EUREN SOUND GEFUNDET HABT? Ja, du hast recht, so kann man es sagen. Jede Band braucht am Anfang Zeit, um ihren Sound zu finden und ihren Stil zu formen. Bei uns hat es etwas gedauert, da auch die ganze Band einen Entwicklungsprozess durchschritten hat. Wenn man unsere Anfänge bedenkt und was nun daraus geworden ist, dass das Ganze an Ernsthaftigkeit gewonnen hat, dann kann man schon sagen, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, wo wir uns musikalisch dort befinden, wo wir zurzeit sein wollen. „Sin and Bones“ ist wesentlich härter von den Riffs und den Drums her, gleichzeitig sind die Melodien viel klarer und definierter. Ich schätze besonders METALLICA und JOURNEY, und auf dieser Scheibe haben wir eine coole Mischung aus der Geschwindigkeit von METALLICA und den Melodien von Bands wie JOURNEY. ALEX: ÄHNLICH WIE AUF DEM VORGÄNGER-ALBUM „CHASING THE GRAIL“ GIBT ES AUF „SIN AND BONES“ MIT „STORM THE BEACHES“ EINEN SONG, DER MIT EINER LÄNGE VON MEHR ALS ELF MINUTEN GEGEN ÜBER DEN ANDEREN STÜCKEN HERAUSSTICHT. Genau, so wie bei „Wormwood“ , bei dem es um die Offenbarung des Johannes geht, war es wieder so, dass ich beim Schreiben der Lyrics einfach eine Idee hatte – in diesem Fall den Einmarsch am D-Day – und dann auf einmal 7 Seiten Text geschrieben habe. Ich dachte, dass es ein tolles Thema für eine Metal-Band wäre, das noch nicht so oft so detailliert thematisiert worden ist. Mir gefallen diese epischen Tracks im Stile von beispielsweise „Keeper Of The Seven Keys“ von HELLOWEEN. Auch METALLICA haben ja viele Songs die heutzutage über übliche Länge hinausgehen. Wir legen es nun nicht darauf an, diese überlangen Songs zu schreiben, weil wir denken „weil wir dies nun ein, zwei Mal gemacht haben müssen wir dies nun auf jeder Scheibe machen“. Auf diesem Album hat es sich also wieder so ergeben und mir gefällt der Song sehr gut. Es ist sicher ein klasse Live-Song. Die Leute lieben diese epischen Tracks auf Konzerten und ich würde es lieben, wenn wir diesen Song irgendwann einmal mit entsprechender Visualisierung und Effekten live präsentieren können. Ich hoffe, wir schaffen es soweit. ALEX: WIE STEHT IHR ZU „KONZEPT-ALBEN“. KÖNNT IHR EUCH VORSTELLEN, MAL SELBER EIN SOLCHES AUFZUNEHMEN? Also in gewisser Weise ist „Sin and Bones“ sogar ein Konzept-Album. Es hat zwar keine direkte Story, die sich durch die einzelnen Stücke zieht. Aber insgesamt sind die Lieder alle sehr düster. Es ist im Prinzip ein übergeordnetes Leitmotiv, welches wir vorher gewählt haben und nachdem wir die Titel ausrichten wollten. Beim „schwarzen Album“ von METALLICA ist es ähnlich. „She’s my addiction“ ist auch so ein Song auf „Sin and bones“: es hat so diesen Sound von GUNS’N'ROSES oder auch BLACKSTONE CHERRY, so was dunkles, dreckiges, ähnlich auch wie bei den ROLLING STONES. Es ist ein Song über diese Frau, von der man nicht loskommen kann. Allen Drogen kann man abschwören, aber nicht dieser Frau. Der Track hat diesen bestimmten Groove, diesen Vibe – zu dem Frauen strippen können (lacht). „Sin and Bones“ ist quasi nicht direkt ein Konzept-Album, eher ein „Vibe-Album“. FELIX: WO DU „SHE’S MY ADDICTION“ GERADE ANSPRICHST, HABEN DEINE LYRICS PERSÖNLICHEN BEZUG ZU BESTIMMTEN PERSONEN ODER EREIGNISSEN? Nein, dies nicht. Es sind eher fiktive Texte oder Charaktere, die mir in den Sinn kommen. Ich finde es generell gut, wenn Musiker persönliche Geschichten verarbeiten, bei FOZZY sind die Texte aber fiktiv. Wenn ein Text fertig ist, gebe ich diesen an Rich und er komponiert dann die Musik dazu. FELIX: KOMMT ES NIE VOR, DASS ERST DIE MUSIK STEHT UND DU DANN DEN TEXT DARÜBER SCHREIBST? Nein, eigentlich nicht. Es gibt einen Song, bei dem haben wir auch gemeinsam daran geschrieben, während Rich komponiert hat, kamen von mir neue Zeilen in den Sinn. In der Regel ist es aber anders. ALEX: HAST DU EINE BESTIMMTE METHODE, WIE DU DEINE TEXTE SCHREIBST? SITZT DU IM DUNKELN AN DEINEM SCHREIBTISCH MIT EINER BRENNENDEN KERZE ODER LÄSST DU DICH EINFACH VOM LEBEN BEEINFLUSSEN UND SCHREIBST ES DANN SPONTAN AUF? Das ist unterschiedlich. Manchmal brauche ich nur einen Satz oder ein Stichwort zu lesen – so wie bei „Spider in my mouth“ – und schon geht es in meinem Kopf los „I woke up with a spider in my mouth – and a cockroach in my head“. Manchmal schreibe ich es, wenn es mir gefällt, aber auch einfach auf und lasse es in einer Schublade. Dann kann es sein, dass wenn ich mir die Notiz das nächste Mal anschaue, mir weiter nichts dazu einfällt, oder dass ich neue Sachen ergänze – oder ich schreibe direkt sieben Seiten Text dazu. ALEX: MAN KÖNNTE ALSO SAGEN, DASS DU DEINE LYRICS EHER „ZUSAMMENBAUST“? Ja genau, das könnte man so sagen. Ich spiele in Bands seit sich zwölf bin, damals bin ich mit dem Bass angefangen. Da hat sich das so entwickelt, dass ich Ideen teilweise sammle, oder eben manchmal direkt schon als Text zu Papier bringe. FELIX: AN SONGS WIE „INSIDE MY HEAD“ AND „SHINE FOREVER“ HÖRT MAN, DASS DU DICH STIMMLICH WEITERENTWICKELT HAST. HAST DU VIEL ZEIT INVESTIERT, UM AN DEINER STIMME ZU ARBEITEN? Erst mal vielen Dank, es ist gut das zu hören. Ich habe nicht direkt geübt, zwar hatte ich 2005, nach den Aufnahmen zu „All that remains“ Gesangsunterricht, wirklich weitergebracht hat mich aber vor allem das viele Touren zum letzten Album „Chasing the grail“. Ich habe meine Stimme mehr und mehr kennengelernt und weiß nun, wie ich sie einzusetzen habe. Zudem kam dazu, dass wir diesmal im Studio auf die übliche Situation mit „Mikrofon auf dem Ständer, Poppschutz davor“ verzichtet haben und ich, ähnlich wie man es bei METALLICAs „Some kind of monster“ sieht, wie bei einem Konzert oder einer Probe mit dem Mikro in der Hand und dem Gefühl eines Liveauftritts die Lyrics viel entspannter eingesungen haben. Unser Produzent war zudem der Meinung: Wenn etwas nach zwei Stunden nicht im Kasten ist, wird’s auch nicht mehr besser. Nach diesem Motto haben wir gearbeitet und das Beste aus meiner Stimme herausgeholt. Ich denke, dass ich mittlerweile auf einem hohen Niveau bin und mit Größen wie Bruce Dickinson mithalten kann. FELIX: NACHDEM IHR NUN SCHON SEIT 13 JAHREN MUSIK MACHT, WANN HATTET IHR DAS GEFÜHL: „YES, WIR HABEN ES GESCHAFFT! VON NUN AN SIND WIR BERÜHMT!“? Da gibt es gar nicht wirklich einen bestimmten Moment, es sind mehr Momentaufnahmen, die einem das Gefühl geben: wow, hier entwickelt sich richtig was. Da gehören Auftritte als Support von Bands wie ANTHRAX dazu, die wir selbst schon ewig bewundern und die man plötzlich kennenlernen darf. Aber auch der Erfolg hier in Köln, eine ausverkaufte Show zu spielen, ist für uns wirklich etwas sehr besonderes. Wir wollen aber immer weiter, irgendwann möchten wir die größte Arena in Köln füllen und im Jahr darauf wollen wir sie dann zweimal füllen. Es ist das, was uns antreibt. FELIX: HAST DU AUS DEINER FRÜHEREN ZEIT IN DEUTSCHLAND ALS WRESTLER NOCH BEKANNTE, MIT DENEN DU KONTAKTE PFLEGST? Als ich für 6 Monate in Hamburg gelebt habe, lernte ich viele Menschen kennen. Aber es war 1993 und es gab nicht wie heute E-Mail, Handy, Facebook. Also hinterließ man den Leuten einen Zettel mit einer Adresse, was aber dazu führte, dass der Kontakt in den meisten Fällen abgebrochen ist, weil es eben nicht so einfach ist wie heute. ALEX: EINER NÄCHSTER WICHTIGER SCHRITT WAR SICHER, DASS IHR NUN BEI CENTURY MEDIA RECORDS UNTERSCHRIEBEN HABT. WAS HAT SICH NUN FÜR EUCH GEÄNDERT? Es ist natürlich schon etwas Besonderes, als es für uns auf einmal hieß: „Wir sind nun bei Century Media“. Viele unserer Freunde haben gesagt „Hey, das ist das Label von IN FLMAMES und IN THIS MOMENT, von LACUNA COIL…“ Century Media haben gesehen, was wir abliefern können und genau das wollen wir ja auch: abliefern. Sie unterstützen uns in vielerlei Hinsicht, sei es bei der Gestaltung des Covers oder durch Toursupport – vorher wussten wir gar nicht, was das ist (lacht). Es ist ein Geben und Nehmen. ALEX: ALSO EINE ART TEAMPLAY? Ja, es ist Teamplay. Sie unterstützen uns und wir liefern ab was wir können, So hat jeder etwas davon. ALEX: DU BIST WRESTLING-STAR, ERFOLGREICHER AUTOR, VATER UND EHEMANN, HAST DIE TV-SHOW „DOWNFALL“ MODERIERT – NUN BIST DU ROCKSTAR. WOHER BEZIEHST DU ALL DIE ENERGIE, UM DAS ALLES ZU SCHAFFEN? Oh keine Ahnung, es klingt ziemlich anstrengend, wenn du das alles so aufzählst (lacht). Ich nehme die Dinge einfach wie sie kommen. Wenn sich etwas ergibt, das interessant ist, dann gebe ich dem eine Chance. Und wenn ich denke das ist etwas, was ich nicht gut machen kann, dann lasse ich es lieber. FELIX: IST DEINE FAMIELE AUF DICH MEHR STOLZ IM BEZUG AUF DEINE WRESTLING-KARRIERE ODER AUF DEINEN MUSIKALISCHEN AUFSTIEG? Ein bisschen auf das Wrestling, ein bisschen auf die Musik, aber am meisten hat sie meine Teilnahme bei der Show „Dancing with the stars“ gefreut (lacht). Das lieben sie am meisten. FELIX: IST ES FÜR DICH AUSSERHALB DER USA EINFACHER, DICH ALS MUSIKER ZU ETABLIEREN ALS IN DEN USA, WO DICH DIE MEISTEN JA SCHON ALS WRESTLER KENNEN? Einfacher würde ich nicht sagen. Ich glaube viele Leute haben eine falsche Auffassung von dem, was ich mache und denke „Ach, das ist jetzt nur so ein Wrestling-Ding von ihm“ oder „Jetzt hat er gerade mal Lust in einer Band zu sein“. Die Leute haben aber jetzt nach all der Zeit verstanden, dass das hier echt ist und dass wenn wir irgendwo hingehen uns als großartige Band präsentieren. Die letzten 3, 4 Jahre waren in meinen Augen der größte Triumph, den wir je hatten. Wie schon gesagt mache ich das, seit ich 12 Jahre alt bin. Und mir ist egal, ob die Leute daran zweifeln, da scheiße ich drauf. Ich mache das hier und ich werde es auch nächstes Jahr machen und übernächstes Jahr und so weiter. Wisst ihr, wenn ich IRON MAIDEN sehe, dann sehe ich sie nicht als die „Airline-Pilot Band“, nur weil Bruce Dickinson einen Pilotenschein hat und mit seine Jet und seiner Crew rumfliegt. Mir ist das egal, ich sehe mir IRON MAIDEN an, weil ich IRON MAIDEN liebe. Und so ist es denke ich auch bei uns. Die Leute denken sich das Drumherum weg. Und wenn es dann immer noch Leute gibt, die das stört, dann interessiert mich das nicht. Die sollen doch dann einfach zur Seite gehen und Platz für die Leute schaffen, die es mögen. Ich glaube, die meisten Leute die unsere Sachen hören mögen unsere Musik auch. Die, die unser Zeug nicht kennen sagen meist „Ich mag das nicht“, aber sobald sie es gehört haben, ändern sie ihre Meinung. Und das freut und natürlich. Wir bekommen jeden Tag die Bestätigung, wenn wir die Leute bei unseren Shows sehen, wenn wir einen unserer Titel im Radio hören, oder Reviews lesen. Das ist cool. ALEX: WÜRDEST DU DENN SAGEN, DASS DIE MUSIK, DIE DU JETZT MACHST, AUCH DIE MUSIK IST, DIE DU ALS 12 JÄHRIGEN MACHEN WOLLTEST ODER HAT SICH IN DEN JAHREN DARAN ETWAS VERÄNDERT? Ich würde schon sagen ja, da ich mit den Bands in meiner Schulzeit meist Liedgut von METALLICA und IRON MAIDEN gecovert habe. Aber heute klingen wir als FOZZY wie ein Hybrid aus so vielen Sachen. Wir klingen nicht wie jemand bestimmtes. Natürlich gibt es hier und da Spuren von anderen Formationen, aber letztendlich liefern wir etwas, dass es so noch nicht gibt – und das ist meiner Meinung nach die einzige Chance, die man hat. Wir sind keine Nachahmer. Manche mögen es dann, andere nicht. Als unsere CD in Amerika raus kam, klang das Material anders als das, was dort sonst so im Radio läuft. Ist das nicht gut? Ich meine: als „Bohemian Rhapsody“ ins Radio kam – gab es so was schon? Oder SYSTEM OF A DOWNs „Chop suey“? Oder „The Number of the beast“? Wir tun was wir tun, weil das nun mal „wir“ sind – und wir werden uns nicht ändern nur um im Radio zu laufen. Das wäre nicht echt. Das wäre für ‘n Arsch. Mit 12, 13 oder 14 habe ich sicherlich nicht gedacht, dass das hier jetzt die(!) Band ist (lacht), aber wenn ich mir so ansehe, was wir so machen ist das schon sehr nah an meiner Vorstellung dran, da es die Kombination aus all den Einflüssen ist, die ich habe und hatte. ALEX: SO, UM NUN ZU EINEM ENDE ZU KOMMEN MÖCHTEN WIR DIR NOCHMAL DANKEN, DASS DU DIR DIE ZEIT GENOMMEN HAST UND MIT DER FRAGE NACH DEINEN VORSÄTZEN FÜR DAS NEUE JAHR ENDEN. Ich will einfach mit dem weitermachen, was ich gerade mache. Ich möchte alles dafür tun, Leute glücklich zu machen, ein guter Entertainer sein und einfach weiter die Welt rocken. Ich liebe das was ich tue, das Touren und all die Leute zu treffen – und glücklich sein. Ich will einfach weiterhin glücklich sein.

Hier noch ein Audio Ausschnitt aus dem Interview

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