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HERRENMAGAZIN (DENIZ/ RASMUS/ KÖNIG)

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HERRENMAGAZIN SIND „DIE JUNGEN WILDEN“ AUS DEM MOTOR-STALL. ZURZEIT TOUREN DIE VIER HAMBURGER QUER DURCHS LAND (TEILS IM VORPROGRAMM VON WIR SIND HELDEN), UM FANS, FREUNDE UND NOCH-NICHT-INFIZIERTE, MIT IHRER NEUEN PLATTE ZU BEGLÜCKEN. DENIZ JASPESREN (VOC./ GIT.), RASMUS ENGLER (DRUMS) UND KÖNIG WILHELMSBURG (GIT.), NAHMEN SICH DIE ZEIT FÜR EIN PAAR PERSÖNLICHE WORTE. ZWISCHEN DEM DEBÜT- UND EUREM ZWEITEN ALBUM IST JA SCHON EINIGE ZEIT VERGANGEN, WIE LANGE HABT IHR JETZT DARAN GEARBEITET? Deniz: Ich würde mal sagen Netto 3 Wochen, aber Brutto… 2 Jahre (lacht) DAS MUSST DU GENAUER ERKLÄREN. Deniz: Also, daran gearbeitet haben wir schon 2 Jahre, oder ein Jahr? Also 1.5 Jahre haben wir gearbeitet, bis wir ins Studio gehen konnten und da haben wir dann drei Wochen aufgenommen. Die Lieder sind aber noch älter. IHR SEID JA AUCH NICHT MEHR IN DER URSPRÜNGLICHEN BESETZUNG UNTERWEGS. KÖNIG WILHELMSBURG, WIE BIST DU ZU HERRENMAGAZIN GEKOMMEN? König Wilhelmsburg: Ich hab’ vorher bei PETERS, STATION 17 und THE SEA Musik gemacht. Hab’ dann aufgehört, weil ich einen Job angenommen hatte, einen Vollzeitjob. PETERS haben sich aufgelöst und dann dachte ich „Ach Scheiße, jetzt mach ich keine Musik mehr.“ Dann hat Deniz mich angerufen und gefragt, ob ich nicht bei HERRENMAGAZIN spielen wolle. Da hatte ich natürlich gerade meinen Arbeitsvertrag unterschrieben (lacht). Deniz: Also wir kennen uns schon länger. Halt nicht so richtig gut, aber mit PETERS waren wir auf Tour. König Wilhelmsburg: Und ich hab’ halt immer gebettelt, dass ich bei denen spielen darf. (grinst) Deniz: Jetzt darf er, jetzt meckert er nur noch (lacht) König Wilhelmsburg: Ich wollte ein normales Leben beginnen, aber das wurde mir verwehrt. DIE TEXTE AUF DEM NEUEN ALBUM UNTERSCHEIDEN SICH SCHON SEHR VON DENEN AUF „ATZELGIFT“. WORAUF IST DAS ZURÜCK ZU FÜHREN? HAT ES VIELLEICHT ETWAS MIT DEINEM GEMÜTSZUSTAND ZU TUN, DENIZ? Deniz: Ja, nee. Das liegt eigentlich in der Natur der Sache. Als wir die Lieder für die erste Platte geschrieben haben da, ….da hatte ich keine Freundin und da ging es halt immer so um unerfüllte Liebe und immer wieder dasselbe Thema, Zurückweisungen und so weiter. Und dann, hatte ich aber eine Freundin und dann konnte ich darüber ja nicht mehr schreiben, weil’s ja keine Frauen mehr in meinem Leben gab, außer „die Eine“ und dann hab ich über mich geschrieben. (lacht) Wie schlecht es mir geht (grinst) König Wilhelmsburg: So alt sind die Lieder schon wieder? Deniz: Ja! KOMMEN WIR MAL ZUR TOUR. WIEVIEL KONZERTE HABT IHR SCHON GESPIELT UND WIE IST SO EUER EINDRUCK? Deniz: Im Grunde ist das ja eine sehr entspannte Tour, weil wir immer nur an Wochenenden spielen. In Berlin war der Auftakt, wenn man da so sagen kann, weil wir ja wieder nach Hause fahren, ist das ja kein richtiger Auftakt. Das hat unsere Erwartungen aber auf jeden Fall übertroffen! IHR HABT JA AUCH ALS SUPPORT FÜR WIR SIND HELDEN GESPIELT. WIE IST ES DAZU GEKOMMEN UND WAR DAS WIRKLICH EINE GUTE ENTSCHEIDUNG? Deniz: Also wir können nichts dafür…. Rasmus: Ich würde gerne mal wissen, wieso die Frage? Was soll denn daran schlecht sein? NAJA, EINIGE VON EUREN FANS WAREN DARÜBER NICHT SEHR GLÜCKLICH! Rasmus: Ja, dadurch ist ja ein Konzert ausgefallen, das wir alleine gespielt hätten. Aber das ist tatsächlich so, dass wir dieselbe Booking-Agentur haben. Also, wir sind dahin gewechselt und unsere Bookerin, wollte halt gerne, dass wir auch mit WIR SIND HELDEN spielen. Deniz: Das macht ja auch irgendwie Sinn. Aus Gründen die jetzt nicht unbedingt Rock ’n’ Roll sind. Zum Beispiel, dass… Rasmus: Die Merchandise-Kartons ein bisschen leerer werden… Deniz: Genau… König Wilhelmsburg: Wir sind nicht mehr pleite… Deniz: Wir sind nicht mehr pleite, dann ist es halt auch so, dass diese Konzerte schon bestätigt wurden, als die Platte raus kam. Es gibt dann halt immer so Vertriebsmeetings und da kommen halt so die hohen Herren von Media Markt und von Saturn, obwohl das ist ja auch irgendwie dasselbe. Auf jeden Fall kommen die dann alle und jede Plattenfirma hat so zehn Minuten und kann dann erzählen über die Band und dann kann die halt auch erzählen, dass HERRENMAGAZIN mit WIR SIND HELDEN spielen. Und dann sagt der Typ von Saturn „Ohh, geil! Dann nehmen wir Platten auf jeden Fall“. Und das sind dann eben Gründe, die da mit rein spielen, dass Booking-Agentur und Plattenfirma das total geil finden, dass wir mit WIR SIND HELDEN spielen. Und WIR freuen uns auch sehr, dass wir mit WIR SIND HELDEN spielen, weil die sind sehr nett! König Wilhelmsburg: Und wenn wir dreißig Leute bekehren können…. Deniz: Und da sind halt viele Leute. AUF FESTIVALS SIND AUCH VIELE LEUTE! Deniz: Auf Festivals kommen die aber nicht zu uns (lacht) WIESO STEHEN EIGENTLICH EURE HANDYNUMMERN IM BOOKLET UND AUF DER WEBSEITE? Deniz: Weil das, das sind wirkliche Nummern. Die kann man wirklich anrufen. JA, ABER WARUM? Deniz: Ähhhm, aus Bock ?! Aus Jux. HAT DENN SCHON MAL JEMAND ANGERUFEN? Deniz: Weiß’ nicht, wir haben die nie in irgendein Telefon getan. Keine Ahnung, aber es sind auf jeden Fall echte Nummern. ALSO WEN MAN GLÜCK HAT, KANN MAN EUCH DANN DARUNTER ERREICHEN? Deniz: Dann muss man aber wirklich sehr viel Glück haben (lacht) König Wilhelmsburg; Man erreicht mich ja nicht mal auf meinem Handy. Deniz: Wobei das wäre ganz geil, wenn wir die so rein tun und haben dann 1000 Anrufe in Abwesenheit. König Wilhelmsburg: Das war eigentlich wirklich nur ne Schnapsidee und die haben wir jetzt einfach umgesetzt. So spontan in unserem Gehirn (lacht). Deniz: Sind auch unsere Lieblingsideen – Schnapsideen. WIE DAS ART WORK. DAS IST JA AUCH SCHON SEHR AUSGEFALLEN. Deniz: Genau. Das sind auch alles ziemlich spontane Sachen gewesen. Der Mörtel, der auf dem Cover ist, der ist aus dem Fotostudio, also aus der Wand gehauen. Der lag da so rum. Wir sind eben eine sehr spontane Band. Wir machen viel aus dem Bauch heraus und das hindert uns manchmal daran, Sachen durchzuziehen. Wenn die erste Idee einmal verdaut ist, ist sie schon nicht mehr interessant, irgendwie und man muss sie dann ganz schnell umsetzen, sonst vergisst man sie auch. Aber meistens funktioniert das ganz gut was wir machen. Da sind wir uns alle einig und haben auch denselben Humor. ERZÄHLST DU MIR NOCH, WAS ES MIT DEN HUNDEN AUF EURER WEBSEITE AUF SICH HAT? Deniz: Also Hunde sind ja unsere Lieblingstiere, oder zumindest ist es mein Lieblingstier. Ich glaube, ich kann für alle sprechen, wenn ich sage, dass wir Hunde sehr amüsant finden und liebenswert. Und es gibt nichts Schöneres als Hunde, die auf ihren Besitzer warten, weil die irgendwie so treu aber auch irgendwie bescheuert da so sitzen. Ich habe irgendwie immer das Gefühl, sie versuchen krampfhaft, sich zu erinnern, wem sie überhaupt gehören. Ich könnte mir stundenlang Hunde angucken. Hunde interessieren sich für alles, checken nichts. Wie HERRENMAGAZIN. WIE SEID IHR DENN ÜBERHAUP ZU EUREM PLATTENVETRAG GEKOMMEN? Deniz: MOTOR waren die Einzigen, die sich für uns interessiert haben. IM ERNST? Deniz: Ja, tatsächlich. Zu dem Zeitpunkt waren es wirklich die Einzigen. Hätten wir noch mal kurz gewartet und die erste Platte aufgenommen und dann geguckt, wäre es vielleicht anders gelaufen. Aber MOTOR waren tatsächlich die Einzigen, die in dem Stadium, wo wir waren, Interesse angemeldet haben. Was ich, wenn ich jetzt noch mal drüber nachdenke… haben die da Weitsicht gehabt?? Eigentlich komisch, dass ausgerechnet die uns gut gefunden haben. Denn die HERRENMAGAZIN, die wir damals waren, die die gut gefunden haben, das war ein Haufen Scheiße. Mittlerweile kann man das vielleicht ein bisschen anbieten. Aber damals waren wir echt schlecht. Die müssen irgendwas in uns gesehen haben. Das würde ich Tim Renner eigentlich mal gerne fragen. Rasmus: Wenn es so bleibt wie in Berlin… Deniz: Dann hatten sie Weitsicht. Ansonsten….(lacht) DIE KRITIKER SIND SEHR POSITIV MIT EUCH UMGEGANGEN. HABT IHR DAMIT GERECHNET, DASS DIE PLATTE GUT ANKOMMT? Deniz: Jetzt kommt der Teil, wo man sagt „Nee, hat mich wirklich überrascht“. Oder arrogant rüber kommt und sagt „Hat mich gar nicht überrascht“ Rasmus: Um mal jetzt tatsächlich die ganz große Arroganz raus hängen zu lassen, wie wenig im Endeffekt doch dann auch anerkannte Musikjournalisten und Musikmagazine tatsächlich in der Lage sind, musikalisch zu differenzieren. Das finde ich wirklich unfassbar! Und ja, damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Das hat mich wirklich überrascht, also wenn sie es wenigstens auf einer sachlichen Ebene verrissen hätten, aber dann irgendwie eine Sache zu loben, oder „egal“ zu finden und dann mit einer Argumentation… das fand ich schon sehr beachtlich. König Wilhelmsburg: Also ich fand die ganzen Leute, die ein bisschen unabhängiger sind, sei es jetzt im Internet, in Foren oder so, da waren die Kritiken wesentlich differenzierter. Da hat man nämlich wirklich gemerkt, die nehmen die Musik ein bisschen auseinander. Schreiben zu den einzelnen Elementen mal ein bisschen was. Deniz: Man merkt halt immer, wie die Zeitung funktioniert, wenn man selbst in der Zeitung steht. (lacht) König Wilhelmsburg: Ich würde auf jeden Fall auch lieber einen astreinen Verriss lesen, also irgendwie so einen Text, wo man nicht weiß, finden die das jetzt gut, oder finden sie es schlecht? Sich nicht trauen, etwas schlecht zu schreiben und dann irgendwie so ein Mittelmaßding daraus zu machen. Das finde ich ganz furchtbar. Deniz: Meistens werden wir ja mit TOMTE, KETTCAR oder TOCOTRONIC verglichen und das finde ich einfach schade. Ich meine, wir mögen diese Bands, aber das stimmt einfach überhaupt nicht. WIE WIRD MAN EIGENTLICH SUPPORT VON HERRENMAGAZIN? Deniz: Wir haben unsere Supports auf dieser Tour weitestgehend selber ausgewählt. Zum Beispiel TUSQ und dann spielen noch mit der HEITERKEIT, bzw. DIE HEITERKEIT, ist eine neue Hamburger Band und wir spielen noch mit KIPPEN zusammen. Das ist eine ganz tolle Punkband aus Braunschweig, Hannover und Berlin. Ja, das sind die Supports jetzt für dieses Jahr und mal gucken, wer nächstes Jahr spielt. ABER DIE KENNT IHR JETZT AUCH PERSÖNLICH? Deniz: Ja, das sind alles Freunde von uns. König Wilhelmsburg: Es geht ja auch darum, wenn die jetzt unglaublich schlechte Musik machen würden, würde man die wahrscheinlich nicht mitnehmen, aber es ist einfach, dass man mit diesen netten Leuten abhängen kann, die man einfach mag und mit denen man Spaß hat. WÜRDET IHR DENN AUCH BANDS EINE CHANCE GEBEN, DIE IHR NICHT PERSÖNLICH KENNT? Rasmus: Es gibt sicherlich viele, die würden gerne, die aber aufgrund der Tatsache, DASS sie anfragen, bei mir bereits durchs Raster fallen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mal irgendwo jemanden zu fragen, den ich überhaupt nicht kenne, ob man mal mitspielen darf. Vielleicht muss man das mittlerweile so machen, wegen der Generation Internet, oder so. Aber die Überambitioniertheit verleitet mich dann dazu, mir das erst gar nicht anzuhören. ALSO LOHNT SICH DAS ANFRAGEN VIA MYSPACE UND CO. BEI EUCH DEFINITIV NICHT? Deniz: Neeee! Rasmus: Auf Grund von Genervtheit gibt es ja auch nun ein Formschreiben, in dem das alles ge- und erklärt wird. Wenn man Glück hat bekommt man das dann. (lacht). König Wilhelmsburg: Es soll nicht arrogant rüber kommen. Also es kann vielleicht passieren, dass man eine Band nicht kennt, hört sich die an und denkt so „Wow“. Wir alle sind Musiker und wir recherchieren auch viel und da würden die Bands, die man dann für gut empfindet, auch irgendwann auffallen. Also auch wenn sie noch keiner kennt und die irgendwie 17 wären, dann würde ich die sicher irgendwann, irgendwie kennenlernen. WIRD ES DENN BALD AUCH MAL EIN VIDEO GEBEN? Deniz: Also das ist eine Sache, die kann bei MySpace ruhig mal passieren. Dass uns irgendein Regisseur anschreibt und sagt „Hey, guck mal. Ich hab hier ein Treatment für den und den Song, sollen wir das mal machen?“ Da kann das sehr gut sein, dass wir sagen „Ja“. König Wilhelmsburg: Wenn er dazu schreibt „Kostet auch nichts“ (lacht). Deniz: Oder „Kriegen wir schon hin.“ König Wilhelmsburg: Und „Ihr müsst nicht mitspielen.“ (lacht) Deniz: Nein, also wenn ihr eine richtig gute Idee habt, schreibt uns an!

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