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HERRENMAGAZIN

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ANLÄSSLICH DER VERÖFFENTLICHUNG DER AKTUELLEN CD „DAS ERGEBNIS WÄRE STILLE“ WAREN DIE JUNGS VON HERRENMAGAZIN SO NETT, DEM TERRORVERLAG UND SEINEN LESERN EINIGE FRAGEN ZU BEANTWORTEN. OFFEN BLIEB ALLERDINGS, WAS AUS DEM KELLERGEIST GEWORDEN IST, ABER LEST SELBST… ES IST DER DRITTE SILBERLING DER HERRENMAGAZIN-DISKOGRAFIE – WELCHE UNTERSCHIEDE ODER AUCH GEMEINSAMKEITEN GIBT ES EURER MEINUNG NACH IM VERGLEICH ZU DEN BEIDEN VORGÄNGERN „ATZELGIFT“ (2008) UND „DAS WIRD ALLES EINMAL DIR GEHÖREN) (2010)? Wir haben diesmal vier Editeure beschäftigen müssen, die unsere dahin geschluderten Spuren zurechtschneiden mssten. Offenbar werden wir kontinuierlich schlechter. GAB ES BESONDERE VORKOMMNISSE BEI DER ENTSTEHUNG DER PLATTE? Faul hat eine ausgezeichnete Carbonara serviert, der Produzent Torsten Otto trug einen eigens für ihn angeschafften Arbeitskittel und Rasmus’ Fahrrad hatte direkt am ersten Aufnahmetag einen Platten. Ab da kam er gerne anderthalb Stunden zu Fuß: „Der Arved Fuchs des Indierock“ (Deniz). MAN HÖRT, DASS BEI EUREN KONZERTEN AUCH SCHON MAL EIN KELLERCLUB IN BRAND GERATEN SEI. WAS IST DA PASSIERT? Davon wissen wir leider nichts. Es handelt sich offenbar um ein Gerücht, das uns noch nicht erreicht hat. INZWISCHEN SEID IHR JA AUCH SCHON EINE MENGE RUMGEKOMMEN. WELCHE ERFAHRUNGEN HABT IHR MIT DEM PUBLIKUM GEMACHT? GIBT ES TATSÄCHLICH REGIONALE UNTERSCHIEDE, WAS DIE BEGEISTERUNGSFÄHIGKEIT UND ZURÜCKHALTUNG DER LEUTE ANGEHT? Das kann man nicht generell sagen. Ist eher wochentagsabhängig – wenn die Leute am nächsten Morgen aufstehen und arbeiten müssen, merkt man es ihnen doch zuweilen an. 2008 HABE ICH EUCH ALS SUPPORT FÜR DIE HIVES GESEHEN. VORBANDS HABEN ES HÄUFIG NICHT EBEN LEICHT, DAS HERZ DES PUBLIKUMS ZU GEWINNEN – WELCHE ERLEBNISSE HABT IHR DIESBEZÜGLICH GEMACHT? Die Bands sind fast immer ausgesprochen nett. Das Publikum manchmal skeptisch. Wir haben uns mittlerweile entschlossen, dieses notwendige Übel nach Möglichkeit von uns abzuwenden, bleiben aber ab einer gewissen Summe noch immer käuflich. GEHT IHR AN KONZERTE ANDERS HERAN, ABHÄNGIG DAVON, OB IHR SUPPORT SEID ODER ALS MAINACT AUF DER STAGE STEHT? Selbstverständlich. Support-Konzerte sind schlicht und ergreifend Arbeit. MAL ABGESEHEN VON BRÄNDEN – UNTERWEGS ODER AUCH IM PROBERAUM IST DOCH BESTIMMT SCHON SO MANCHES PASSIERT, WAS INZWISCHEN ZUR GERN ERZÄHLTEN ANEKDOTE WURDE, ODER? Die bis heute rätselhafteste Geschichte ereignete sich in der Frühphase. Damals probten wir noch im Keller von Deniz Mutter. Wir hörten alle zeitgleich zu spielen auf und sahen uns entgeistert an: „Habt ihr das auch gehört?!“ – Hinter dem Schlagzeug war ein gellender Schrei aus der Wand gedrungen. Der Geist hat sich später allerdings nie wieder zu Wort gemeldet. GIBT ES INNERHALB DER BAND RUNNING GAGS ODER BESTIMMTE RITEN, OHNE DIE ES NICHT GEHT? Sachliches Schütteln der Hände direkt vor dem Konzert. WAS IST FÜR EUCH DENN ÜBERHAUPT DAS SCHÖNSTE AM MUSIK MACHEN? Tiefste Klischeegewässer: Wenn man an der Reaktion der Leute merkt, dass sich diese ganzen verfluchten Anstrengungen und Entbehrungen am Ende vielleicht doch gelohnt haben. UND WIE SEID IHR ZUR MUSIK GEKOMMEN? Alle auf recht übliche Weise: Punk gehört, auch machen wollen. HERRENMAGAZIN GIBT ES INZWISCHEN SEIT FAST EINER DEKADE. HAT SICH NACH EUREM GEFÜHL IN DIESER ZEIT DIE MUSIKLANDSCHAFT IN DEUTSCHLAND VERÄNDERT? Schwierig zu sagen. Vor allem hat sich ja auch unser Platz in der Musiklandschaft sehr verändert. Möglicherweise haben mittlerweile mehr Menschen die Musikindustrie als den Witz, der sie ist, durchschaut. IST ES FÜR JUNGE BANDS EINFACHER ODER SCHWIERIGER GEWORDEN, GEHÖR ZU FINDEN UND FUSS ZU FASSEN? Die Verbreitungsmöglichkeiten sind halt besser geworden, aber dadurch ist die Masse guter Bands, die angeblich das nächste große Ding werden sollen und auch das Tempo, in dem sie wieder vergessen werden, einfach zu hoch. MIT DEM WISSEN, DASS IHR JETZT HABT: WÜRDET IHR IRGENDWAS ANDERS MACHEN? Ja. Wir würden keine Band gründen. WELCHE PLÄNE GIBT ES FÜR DIE ZUKUNFT? Nach der Platte ist vor der Platte und nach der Tour ist vor der Tour – und wir müssen die Beckentasche zum Sattler bringen. Außerdem würden wir den EAIS im Herbst gerne wieder als Vorband und Merchandiser auf Tournee nehmen. Er möchte aber nicht. Noch nicht. AB APRIL GEHT’S AUF CLUBTOUR UND IM SOMMER SEID IHR AUCH AUF EINIGEN FESTIVALS – WAS IST EUCH LIEBER: OPEN AIR ODER INDOOR? GROSS ODER KLEIN? Auf Festivals sind den Leuten die aufspielenden Bands meistens etwas egaler. Dafür hat man bisweilen wenigstens was vom schönen Wetter, was allerdings in unserem Falle manchmal zu den ausgeprägtesten Exzessen geführt hat. BEKOMMT IHR UNTERWEGS VON DEN STÄDTEN, IN DENEN IHR STATION MACHT, ÜBERHAUPT WAS MIT? Wir bemühen uns schon, uns ein wenig von den Städten, in denen wir spielen, anzugucken. Allerdings ist das oftmals aus Zeitmangel gar nicht möglich. Oder weil der Club im tiefsten Industriegebiet liegt. Großes Interesse hegen wir übrigens immer an lokalen Spezialitäten. UND WENN JA, IN WELCHEN STÄDTEN UND/ ODER CLUBS HAT ES EUCH BESONDERS GUT GEFALLEN UND WO GING’S GAR NICHT? Die Höhepunkte auszuwählen, ist sehr schwierig. Das beste Essen wird im Gleis 22 in Münster serviert, und freundliche und bemühte Menschen vor Ort gibt es ja zum Glück fast überall. Der menschliche Tiefpunkt war der Wirt Dietrich Eggers und eine weitere aufspielende Band in Hemmoor. IHR SEID IN HAMBURG ZUHAUSE. WO SOLLTE MAN IN HAMBURG UNBEDINGT MAL GEWESEN SEIN? Für ausgezeichnete Drinks: in der „Gesellschaft“ im Karo-Viertel. Für ein nächtliches Mettbrötchen: Erika’s Eck am Schlachthof. Für einen schönen Spaziergang: Vor den Stadtgrenzen. UND WAS WIRD VÖLLIG ÜBERBEWERTET? Die Musikszene. WENN DIE BERÜHMTE FEE MIT IHREN DREI WÜNSCHEN KÄME, WELCHE WÄREN DAS BEI EUCH? Kostenlose Benzin-Flatrate, bedingungsloses Grundeinkommen, Merch-Gott Fuchs kommt wieder mit auf Tour. DANN BLEIBT MIR NUR NOCH, EUCH ZU WÜNSCHEN, DASS DIE DAME MIT DEM ZAUBERSTAB SCHON BALD BEI EUCH VORBEISCHAUT UND SICH AN DIE ARBEIT MACHT. AUF JEDEN FALL HABT IHR DAS LETZTE WORT UND KÖNNT AN DIESER STELLE DEN TERRORVERLAG-LESERN ENDLICH SAGEN, WAS IHR SCHON LANGE LOS WERDEN WOLLTET. VIELEN DANK, DASS IHR EUCH ZEIT GENOMMEN HABT UND ALLES GUTE FÜR HERRENMAGAZIN! Recht herzlichen Dank! Uns bleibt nur zu sagen, dass unser aufblasbarer Tourfrosch Jäckel immer mehr Luft verliert – wir werden ihn vermissen.

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