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LEAVES’ EYES (LIV KRISTINE)

EIN STRESSIGES JAHR HAT DIE HÜBSCHE NORWEGERIN HINTER SICH. ERST DIE TRENNUNG VON THEATRE OF TRAGEDY, DANN DIE HOCHZEIT MIT ALEX KRULL (ATROCITY), DIE AUFNAHMEN DES DEBUT-ALBUMS VON LEAVES EYES UND KURZ DANACH BEKAM DIE NORWEGERIN ZUDEM NOCH EINEN SOHN, LEON ALEXANDER. NUN, KURZ VOR BEGINN DER ATROCITY/ LEAVES EYES TOUR, HATTE ICH DIE MÖGLICHKEIT MIT DER CHARISMATISCHEN SÄNGERIN ZU SPRECHEN.

ZUERST MAL HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH NACHTRÄGLICH ZUM FAMILIENGLÜCK. ICH HOFFE EUCH GEHT’S GUT. Vielen vielen Dank. Ja, ich bin super glücklich. Und das schon seit der Geburt. Es lief alles echt problemlos, ohne Zwischenfälle, Schwierigkeiten oder was man sonst noch so alles hört, was passieren kann. Zudem ist der Kleine echt super lieb und brav. Wir können ihn auch ohne Probleme mit ins Mastersound Studio nehmen. Er fühlt sich hier schon richtig zuhause und es lässt sich bislang auch Familie und Arbeit problemlos koordinieren. ICH KÖNNTE MIR VORSTELLEN, DASS DAS ALLES SEHR ANSTRENGEND IST, WENN MAN FAMILIE, BABY UND ARBEIT UNTER EINEN HUT BRINGEN MUSS/WILL Das klappt eigentlich ganz gut. Klar, der ganze Tag ist ziemlich voll gepackt. Aber ich bin nicht der Mensch, der den ganzen Tag zuhause sitzen kann, fern sieht und aufs Baby aufpasst. Ich muss raus, was tun und den ganzen Tag Action haben. Aber ich denke das geht nur, wenn man einen Mann, der auch den gleichen Job hat und im gleichen Studio arbeitet. So können wir uns tagsüber auch mal abwechseln, wenn der eine mal Stress hat. Zudem haben wir eine ganz tolle Omi, die sehr gerne auf den Kleinen aufpasst, wenn wir z.B. Interview-Termine haben. Es klappt also alles echt wirklich gut und wir sind sehr sehr glücklich. KOMMT DER KLEINE EHER NACH DER MUTTER ODER DEM VATER? Zuerst dachte ich, dass er ganz klar nach der Mutter kommt. Aber je älter er wird, merkt man doch ganz deutlich, dass er so einiges vom Vater mit bekommen hat (lacht). Aber erstaunlicherweise hat er sehr viel von seinen beiden Opas. Aber das ändert sich ja fast täglich in dem Alter. Jeden Tag ist was neues. Klar, es ist auch sehr hektisch und die Nächte sind oft kurz, aber das macht man ja alles gerne. Es ist auf jeden Fall die schönste Zeit meines Lebens. VIELE MUSIKER, DIE AUCH PRIVAT ZUSAMMEN SIND, TRENNEN LIEBER ARBEIT UND PRIVATES. IHR HÄNGT JA NUN TAG TÄGLICH ZUSAMMEN. NERVT DAS IRGENDWANN? Eigentlich gar nicht. Zwar arbeiten wir im gleichen Studio, aber wir so oft sehen wir uns auch nicht. Ich arbeite meistens im Büro, während Alex meist im Studio ist und Bands produziert. Da sehen wir uns eigentlich nur zum Essen oder wenn wir mal mit Leon Alexander raus gehen. Also vom Alex hatte ich bislang noch nicht die Schnauze voll (lacht). Und er von mir auch noch nicht, soweit ich weiß. Aber ich glaube, dass ganze ist auch nur möglich, wenn beide die gleiche Leidenschaft, die Musik, haben. So versteht man den anderen viel besser. Wir sind beide viel unterwegs, haben auch mal viel Stress. Das würde ein „normaler“ Partner vielleicht nicht so gut verstehen… WIE SAH DAS BEI DEN AUFNAHMEN ZUM LEAVES EYES – ALBUM AUS? TRETEN DA HEMMUNGEN AUF, WENN MAL EIN TAKE NICHT SO GUT IST UND MAN ES DANN DEM PARTNER SAGEN MUSS? Kritik ist natürlich immer nervig. Und vor allem wir Frauen können da sehr empfindlich sein und regelrecht explodieren, wenn eine Kritik falsch rüberkommt. Da muss man schon den richtigen Ton und das richtige Feingefühl finden um es mir zu sagen. Aber das macht Alex schon ganz gut. Doch wenn ich mal wirklich mies drauf bin, schickt Alex schon mal jemanden anderes herein, um mir etwas mitzuteilen (lacht). Aber das klappt schon alles ganz gut. WIE WAREN DIE AUFNAHMEN ZU „LOVELORN“? ES WAR JA DIE EINFACHSTE LÖSUNG DIE KOLLEGEN VON ATROCITY DAZU ZU HOLEN. ABER GERADE DESWEGEN HÄTTEN ANDERE DAS VIELLEICHT NICHT GEMACHT. Die Jungs von ATROCITY waren meine erste Wahl als Musiker für „Lovelorn“. Ich kenne die schon sehr sehr lange, seit fast zehn Jahren. Sie sind echt sehr gute Musiker und ich weiß, wie sie arbeiten. Das war sehr wichtig für mich. Und dadurch, dass wir wussten wie der andere tickt, konnten wir auch immer ehrlich zu einander sein, wenn mal was nicht passen sollte. Es brauchte sich keiner mit seiner Meinung zurück halten und Angst haben, zu sagen, was er denkt. Das war bei mir in der Vergangenheit sehr oft nicht so. Da hatte ich immer Angst, dass meine Meinung nicht ernst genommen wird bzw. wurde ich überhaupt nicht gefragt. Das wir hier alle sehr gut befreundet und eigentlich eine große Family sind, hat die Arbeit ungemein erleichtert. WIE IST DIE AUFTEILUNG BEI EUCH. BIST DU DIE ALLEINIGE CHEFFIN, ODER SIND DIE ANDEREN VOLLWERTIGE MITLGIEDER? Wir sind schon eine richtige Band mit festen Mitgliedern und wollen auf jeden Fall zusammen noch mehrere Alben aufnehmen. Zu Anfang verfasse ich ein Konzept und schon einige Texte. Das zeige ich dann den anderen, damit sie wissen, in welche Richtung ich mit dem Album gehen möchte. Mir sind dabei nicht nur die reinen musikalischen Ideen wichtig, sondern auch Stimmung, die da drin steckt. „Lovelorn“ ist ja ein sehr positives Album. Da spielt Liebe eine große Rolle. Klar, ich war ja auch schwanger, als ich das Konzept, die Texte und die Gesangslinien geschrieben habe. Das färbt natürlich ab. Und ich hoffe, die Hörer spüren das auch, dass ich im Moment sehr glücklich bin. Klar, als Frontfrau, Sängerin und Verfasserin der Texte bin ich natürlich die Hauptfigur, aber alle anderen sind genauso wichtig bei LEAVES EYES, wie ich selbst. Ohne die anderen und ihr Verständnis würde es nicht funktionieren. WIE KAMST DU AUF DEN BANDNAMEN? Das war auf der Hochzeitsreise von Alex und mir. Da habe ich mir dann überlegt, wie ich die Band nennen könnte. Ich habe ja Linguistik studiert und dachte mir, es wäre doch lustig ein Wort einzubauen, das genauso klingt wie meine Name, aber anders geschrieben wird und auch eine andere Bedeutung hat. So kam ich dann auf „Leave“. Aber ich wollte noch einen Zusatz. Mir fiel aber nichts ein und irgendwann fragte ich Alex, was ihm besonderes an mir auffällt, wenn er mich anschaut. Er meinte nur, dass es meine Augen wären. Und das war es! „Eyes“, das war perfekt. „Leaves Eyes“ war geboren. Es steckt also rundrum ziemlich viel von mir in diesem Album. ERZÄHL DOCH MAL ETWAS ÜBER DIE TEXTE. ES SIND JA SCHON SEHR GEFÜHLSBETONTE ZEILEN. „Lovelorn“ ist ein sehr persönliches Album. Z.B. im ersten Song „Norwegian Lovesong“ geht es ganz klar um meine Liebe und Beziehung zu meinem Heimatland Norwegen. Die Orginal-Melodie wird auch noch genauso in Norwegen gesungen. Und auch das restliche Album handelt von meinen persönlichen Gefühlen und Empfindungen. Das ist das erste Album, wo ich wirklich meine persönlichsten Gefühle mit eingebracht habe und auch mit einbringen konnte. O.k., ich war schwanger und das hat natürlich alles beeinflusst. Da denkt man auch wieder an seine Kindheit zurück und wie es damals war. Das ganze hat mich glücklich gemacht. So habe ich meine Gedanken und Gefühle über mein Heimatland, meine große Liebe und das Leben das zu der Zeit in mir heranwuchs mit in meine Musik eingebaut. Natürlich hoffe ich, dass die Fans das etwas nach fühlen können. WER IST AMELIE? Ich mache es mal kurz: Es sollte eigentlich eine Amelie werden, statt eines Leon Alexander (lacht). Wir dachten bis zum sechsten Monat, dass es ein Mädchen wird und da wäre der Name dann Amelie gewesen. Aber eigentlich war es auch ganz gut so, vor allem zu Alex. Denn als Mann kann man doch besser und schneller eine Beziehung zu einem Jungen aufbauen als zu einem Mädchen. Da war auch schnell der Name gefunden. Für Mütter ist es ja immer einfacher eine Beziehung zum Kind aufzubauen. Man trägt es ja neun Monate in sich. Und ich denke für einen Vater ist es einfach eine Beziehung zu einem Sohn aufzubauen als zu einer Tochter, auch wenn er natürlich beide gleich lieb gehabt hätte, keine Frage. WIR WAREN DENN DIE RESONANZEN DER FANS AUF DIE NEUE BAND UND DAS NEUE ALBUM? Ich war schon sehr gespannt, wie die Reaktionen ausfallen würden. Und es war echt großartig. Das Feedback ist durchweg positiv. Das war einfach toll. Was mich noch am meisten überrascht hat, ist, dass sich die Platte so gut im Ausland verkauft. Sei es Griechenland, Italien, Spanien oder Frankreich. Sogar in der Türkei läuft das richtig gut. Wir haben dort auch schon vor einige Monaten auf dem „Rock the Nation-Festival“ gespielt. Das war echt fantastisch. So was hatte ich echt schon lange nicht mehr erlebt. DU MUSST DIR SICHERLICH IMMER WIEDER LÄSTIGE VERGLEICHE MIT DEINER EX-BAND THEATRE OF TRAGEDY GEFALLEN LASSEN. WIE SIEHT DAS BEIM NEUEM ALBUM AUS? Klar wird da immer wieder zwischen LEAVES EYES und den ersten drei Alben von THEATRE OF TRAGEDY verglichen. Vor allem, da ja Alex auch einige Growls beigesteuert hat. Aber das ist vollkommen o.k. und auch ganz logisch. Schließlich war ich ein wichtiger Teil von TOT. Aber die Leute, die mich etwas kennen, wissen, dass ich aus dem Metal komme und von meinem Vater die Leidenschaft für Black Sabbath, Deep Purple und Iron Maiden geerbt habe. Daher war es für viele Leute ganz logisch, dass ich wieder in diese Richtung gehe und solch ein Album mache. Black Sabbath ist immer noch meine Lieblingsband und ich fühle mich in diesem Genre immer noch sehr wohl. Und was TOT betrifft, bin ich stolz auf jedes Album, das ich gemacht habe. Daher ist es nicht wirklich nervig, immer noch darauf angesprochen zu werden. „TANZ DER SCHATTEN“ IST JA IMMER NOCH EIN RICHTIGER CLUB-HIT. Tatsächlich? Das ist auch mit mein Lieblingssong aus dieser Zeit und hat auch live am besten funktioniert. Schön, dass der nicht vergessen wird. Sowieso sind die alten Songs um längen besser als die neueren. Die letzten waren ja wirklich nicht so das wahre. Das ist was völlig anderes. Das lag vor allem daran, dass einige Mitglieder plötzlich ihren Musikgeschmack änderten. Raimond (Sänger, TOT) hat z.B. auf einmal seine Metal-Platten weg gesperrt und plötzlich Eminem und so was gehört. Und da man sich alleine nicht gegen sechs andere durchsetzen kann, kommen dann solche Platten wie „Musique“ und „Assembly“ bei heraus. Das hatte mit den eigentlichen THEATER OF TRAGEDY nicht mehr viel zu tun. Wir hatten zu der Zeit auch schon des öfteren überlegt, den Namen der Band zu ändern. HAST DU SCHON ETWAS VON DEINER NACHFOLGERIN GEHÖRT? Ich hab das auch erfahren, aber sie noch nie getroffen, live gesehen oder von ihrem Gesang gehört. Daher kann ich ihre gesangliche Leistung nicht beurteilen. Aber ich finde es schon seltsam, dass sie sich erst von mir trennen und dann doch wieder eine Sängerin holen, die aus einer Gothic Metal-Band kommt. Dabei wollten sie diese Musik nicht mehr machen. Aber vielleicht verkauft es sich einfach besser als die anderen Sachen. Ich weiß ja auch bis heute noch nicht, warum ich aus der Band geflogen bin. Ich habe das ganze durch Zufall von der Band-Homepage erfahren und seit dem von keinem der Jungs mehr was gehört. Das finde ich sehr schade, dass es so gelaufen ist. Aber ich denke, es liegt auch daran, dass es intern einige Änderungen gab. Als Raimond noch der Chef war, lief alles besser. Mit ihm kam ich immer gut klar. Aber als der Drummer mehr übernahm, änderte sich auch alles andere. Aber das Thema ist nun durch und ich bin glücklich mit LEAVES EYES. IHR GEHTJA DEMNÄCHST AUF TOUR. WIE FUNKTIONIERT DAS MIT EINEM KLEINKIND? WIRD ES EINEN BABY-BUS GEBEN? Wir hatten tatsächlich überlegt, einen Family-Baby-Bus zu mieten, um den Kleinen immer dabei haben zu können. Aber mittlerweile haben wir gemerkt, wie wohl er sich bei der Omi fühlt und haben dann doch entschieden, ihn für die Zeit dort zu lassen. Da kann ich mir sicher sein, dass es ihm gut geht und kann unbesorgt auf Tour gehen. Wir werden ihn natürlich sehr vermissen, aber für den Kleinen selbst wird das kein Problem sein. Auf einzelnen Gigs ist er schon mal mit dabei, aber jetzt auf der Tour im Oktober und November bleibt er bei der Omi. WIRD ES „TANZ DER SCHATTEN“ LIVE GEBEN? Nein. Wenn es eine beidseitige, freundschaftliche Trennung gewesen wäre, dann wohl schon. Aber da wir nicht mehr miteinander reden und keinerlei Kontakt haben, werden wir das nicht machen. IST DAS EINE DOPPEL-HEADLINER-TOUR? Mhm, das müssen Alex und ich noch ausdiskutieren (lacht). Aber das wird sich auch so ergeben, denke ich. Je nachdem in welchem Land bzw. in welcher Stadt eine Band bekannter ist, wird diese auch Headliner sein. In Skandinavien werde ich dann wohl als Headliner spielen. Und beim Rest müssen wir mal schauen. Das ganze wird vor allem für die Musiker anstrengend. Die müssen ja immerhin zwei volle Sets spielen. Das wird ein tägliches, zweistündiges Fitness-Training für die Jungs! Da werden wir sicherlich einiges abnehmen (lacht). WAS DU JA NICHT UNBEDINGT NÖTIG HAST. UND DAS SCHON NACH RELATIV KURZER ZEIT NACH DER SCHWANGERSCHAFT. Ja, da habe ich echt Glück. Aber das liegt in der Familie. Das geht bei uns immer sehr schnell und wir sind wieder so schlank für vorher. Da bin ich auch ganz froh drüber. ZUM SCHLUSS NOCH EINEN ABSTECHER NACH ENGLAND. DU HAST BEIM TITELSONG DES NEUEN ALBUMS VON CRADLE OF FILTH GESUNGEN UND SPIELST AUCH IM DAZU GEHÖRIGEN VIDEO MIT. Ja, das kam alles ziemlich überraschend. Ich kannte die Band vorher noch überhaupt nicht persönlich, nur die eigentliche Sängerin Sarah. Eines Tages bekam ich dann eine E-Mail von Roadrunner Rec. USA, in der sie fragten, ob ich beim Titelsong mitwirken möchte. Ich habe gesagt, ich würde es nur machen, wenn mir der Song gefällt. Die haben mir dann den Song als mp3 geschickt und ich fand ihn sofort klasse. Ich habe dann hier im Mastersound Studio dazu gesungen und die Band hat es dann auch fürs Album genommen, wobei ich nicht wusste, dass sie mehrere Sängerin ausprobierten. Ich bin dann nach London zum Videodreh geflogen und habe dort die Band zum ersten Mal persönlich kennen gelernt. Sie waren alle sehr nett und höflich zu mir und gar nicht so wie man liest, von wegen Saufen und Grölen. DARÜBER HAT MAN JA AUCH SCHON ANDERES GEHÖRT… Ja, ich weiß. Aber da waren alle echt Gentleman-like, sehr nett und brav mir gegenüber. Ich habe mich bei denen echt wohl gefühlt und hoffe, dass wir irgendwann den Song auch mal zusammen live performen können. Das wäre bestimmt ziemlich klasse! GUT, DANN WÜNSCHE ICH EUCH EINE ERFOLGREICHE TOUR UND WEITERHIN ALLES GUTE FÜR EUER FAMILIENGLÜCK Vielen lieben Dank. Schau doch mal bei einem Konzert rein und wir trinken was. Und viele Grüße an Eure Leser und vielen Dank für die große Unterstützung! Wir sehen uns auf Tour!

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