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LETZTE INSTANZ (SPECKI)

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EURE FANS SIND JA TOTAL BEGEISTERT VOM NEUEN ALBUM, FINDEN ES ABER SCHON IRGENDWIE „ANDERS“. STICHWORT WAR DA AUCH „KITSCHIG“. ICH GEHE MAL DAVON AUS, DASS KITSCHIG NICHT DAS VON EUCH ANGESTREBTE ZIEL WAR – ANDERS, VIELLEICHT SOWAS WIE „GESETZTER“ ALS EURE VORHERIGEN WERKE IST DAS ALBUM ABER DURCHAUS. WAS AUCH OFT GESAGT WIRD IST, DASS DIE THEMEN ERNSTER SIND. EINE GANZ PASSENDE BEZEICHNUNG FINDE ICH, DASS DAS ALBUM INTENSIVER IST ALS DER VORGÄNGER UND SICH NOCH STÄRKER NACH EIGENEN ERFAHRUNGEN ANHÖRT… ES IST JA IM TOURBUS ENTSTANDEN. Da stecken auf jeden Fall eigene Erfahrungen drin, das mit Sicherheit. Was ich jetzt aber nicht ganz nachvollziehen kann, ist, dass es so „anders“ ist. Also eigentlich war von uns schon der Aufhänger, dass wir sagen, mit „Ins Licht“ haben wir eine neue Richtung eingeschlagen und das ist die richtige Richtung für uns und die wollen wir eigentlich weiterhin verfolgen. Und – natürlich, wir wollen kein „Ins Licht“ 2 machen, und wir wollen auch kein „Das Spiel“ 0815 machen, sondern eigentlich erfindet man sich immer wieder neu als band, gerade wenn man sagt es steht eine wichtige Produktion an, wir machen ein neues Album, wir gehen wieder auf Tour und so weiter, wie soll die Show werden, wie wollen wir rüberkommen. Wir sind ja auch noch – in Anführungszeichen – „relativ jung“, und wir haben den Gral noch nicht gefunden. Man muss sich eben ständig neu ausprobieren und sich auch was trauen. Das ist, finde ich, wichtig, weil sonst macht’s auch keinen Spaß wenn man sagt „Das ist jetzt unser Style“ und die Leute wollen nur den und jetzt dürfen wir auch nur noch das machen. Das würde die INSTANZ nie machen. Keine Ahnung, was beim nächsten Album kommt (lacht) FIND ICH EINE ÄUSSERST POSITIVE EINSTELLUNG.. Das ist ja auch positiv, ich will keine Band hören, wo ich sage, ich kauf mir die neue Platte und die klingt genau so wie die anderen auch. Schon 1000 Mal gehört. IST DAS FÜR EUCH AUCH EIN ZEICHEN DAFÜR, DASS IHR WIRKLICH JETZT ENDGÜLTIG „EINE BAND“ SEID NACH DEM GANZEN HIN UND HER UND IHR EUCH ENDGÜLTIG ALLE ALS EINE, ALS DIE „LETZTE INSTANZ“ FÜHLT MIT DER BESETZUNG, DIE IHR JETZT SEIT CA. 2 JAHREN HABT? Ja. Es ist auch DIE LETZTE INSTANZ… DIE LETZTE LETZTE INSTANZ? Die letzte LETZTE INSTANZ, genau. Dazu muss man aber auch sagen, dass wir uns nicht nur musikalisch inzwischen sehr gut verstehen, sondern einfach, dass die Crew der Wahnsinn ist. Auf Tour fahren ist nicht mehr der nervenaufreibende Stress, der es damals war, sondern es ist inzwischen wirklich alles entspannt, macht Spaß, es ist lustig – wir lachen den ganzen Tag! – das ist auch eigentlich das, warum wir sagen, das ist die letzte LETZTE INSTANZ – besser kann es nicht werden. Besonders auch die Tour mit SCHANDMAUL zum Beispiel, da muss man auch immer wieder erwähnen, was das für eine Party für die beiden Bands war. Da haben sich zwei Bands gefunden und das wird auch hoffentlich nicht das letzte Mal sein. Wir werden ja im Sommer viele Festivals mit SCHANDMAUL spielen, und das gibt knackige Geräusche (lacht). IHR SPIELT JA AUF WIRKLICH VIELEN FESTIVALS, UNTER ANDEREM AUF DEM WACKEN. GIBT ES EIN FESTIVAL, WO IHR EUCH AM EHESTEN „ZU HAUSE“ FÜHLT ODER EINFACH GERNE SPIELT? Generell sind Festivals meines Erachtens nach die beste Zeit im Jahr… DA WÜRDE ICH SCHON MAL UNEINGESCHRÄNKT ZUSTIMMEN. Ja… man trifft viele andere Bands, viele andere Musiker, die unterwegs sind, man kommt unter Leute, die einen vorher vielleicht noch gar nicht gekannt haben – erreicht somit neue Leute, die dann sagen „Was – wieso hab ich euch nicht gekannt“ „Das war ne Wahnsinnsshow, die Band ist immer an mir vorbeigegangen“. Das ist ein gutes Gefühl, wenn man merkt: Das was wir hier machen, das trägt auch Früchte. Es ist natürlich auch eine große Eigenwerbung für die Band. Aber auch das einfach unterwegs sein auf Festivals, und wie gesagt, gerade mit SCHANDMAUL supercool. Wacken ist natürlich so ein persönliches Highlight. Zu Wacken gibt es meine persönliche Story: Ich komme aus der Nähe von München und Wacken, das sind dann schon 900 km. Irgendwann habe ich mir geschworen, dass ich irgendwann nach Wacken fahre. Aber nicht einfach als Besucher, sondern ich habe mir als Ziel gesetzt wenn ich dahin fahre, dann spiel ich da auch. Und ja, im Jahr 2007 soll’s jetzt soweit sein, ich freu mich wahnsinnig drauf. ES WIRD ALSO DOPPELT GEROCKT. Es wird doppelt gerockt – ich hoffe auch, dass wir vielleicht noch einen Tag bleiben können, obwohl das Wochenende wahrscheinlich auch voll gebucht wird, wir werden wieder gut 20 Festivals diesen Sommer machen. Was gibt’s denn sonst noch für Festivals… Das Highfield Festival ist immer so ein Highlight für uns, aber was gibt’s denn noch für welche, ich vergesse jetzt wahrscheinlich die Hälfte. Wir sind immer auf so vielen Festivals… MERA LUNA, WGT, SUMMER BREEZE, AMPHI .. Summer Breeze ist cool, das hat Spaß gemacht, WGT ist auch eine schöne Veranstaltung, das ist eben nicht wirklich draußen, wir waren da in der Agra-Halle… normalerweise spielt man lieber draußen, aber… Ach Festivals sind generell immer super. Alle mitnehmen, alle machen (grinst) NOCHMAL KURZ ZURÜCK ZUM ALBUM. WAS AUF JEDEN FALL HERAUSSTICHT, IST „MEIN TON“ ALS GESPROCHENES STÜCK. WIE ENTSTAND DIE IDEE UND DANN DER TEXT? (CELLINI LÄUFT VORBEI, ALBERT RUM) Da läuft grad der Herr Cellini vorbei und macht Grimassen… Die Idee ist so entstanden, dass bei uns ganz wichtig ist… – He, der macht Sperenzchen. Ich fühl mich durch deine Anwesenheit gestört, merk dir das (entrüstet zu Cellini, lacht) Ich bin immer wieder angetan von seinem Hüftschwung. So. Die INSTANZ-Alben sind was extrem persönliches. Das ist ein großes Ziel von uns, heutzutage wird Musik so viel mit den „Augen gehört“ muss man fast schon sagen, und nicht mehr so, dass man sich auch auf etwas einlässt. Das ist wirklich nur noch schnell, visuell, da geht was rein, da geht was raus, man sieht irgendwas, einem gefällt es oder nicht, abgehakt, fertig. So machen wir unsere Musik nicht. Wir wollen das auch nicht unterstützen. Und ich denke, so eine Hörspielidee ist so was sehr persönliches auf einem Album. Und das ist eigentlich die grundsätzliche Idee gewesen. Der Text ist – ich weiß gar nicht, wie der Text entstanden ist, ich glaube auch auf der Tour mit SCHANDMAUL, als wir eben unsere Songs im Nightliner noch mal arrangiert haben bzw. wir haben ein kleines Studio eingerichtet im Bus und sind auf die Idee gekommen, dass noch irgendwo was fehlt. Und „Mein Ton“ ist ja auch eine Überleitung zu dem Stück „Meine innere Stimme II“, und da haben wir gesagt da muss vorher noch was kommen. Ich glaub, der Holly hat sich dann irgendwie mal hingehockt und hat tief in sich hineingehört und kam dann mit der Idee an, und das fanden wir alle super. Benny hat gleich gesagt, er macht ein paar Cello-Sounds drunter und ruckizucki war das dann auch schon besiegelt. KÖNNTET IHR EUCH VORSTELLEN, AUCH NOCH MEHR IN DIE RICHTUNG ZU MACHEN? LESUNGSMÄSSIG EVENTUELL? Ja, auf jeden Fall. Ich denke schon, dass der Holly prädestiniert dafür wäre, sich auch einfach mal ohne großartig Rock ’n’ Roll im Hintergrund auf die Bühne zu setzen und seine Texte vorzutragen. Oder, er schreibt ja sonst auch viel Gedichte und so weiter, das würde er mit Sicherheit machen. Nur lässt es momentan bei uns die Zeit einfach nicht zu. Wir haben nach „Ins Licht“ getourt, auf Festivals gespielt, nebenbei Songs geschrieben, die Tour mit SCHANDMAUL, die Songs fertig gemacht, dann ins Studio, jetzt VÖ, jetzt wieder Tour, jetzt kommen wieder die Festivals, wenn wir nach Hause kommen, und dann ist es ja so, dass wir dieses Jahr auch noch Zehnjähriges haben, und natürlich lassen wir den Fan da nicht außen vor. Der kriegt da natürlich noch was… geboten im Laufe des Jahres. MEINE OMA WÜRDE JETZT SAGEN „SAG MAL DEN ANFANGSBUCHSTABEN“ – IM ERNST; WORAUF DÜRFEN DIE FANS SICH FREUEN? Wahrscheinlich wird’s in Form von einem Tonträger sein. (DIE ANDEREN LETZTE INSTANZLER SCHLENDERN ZUM KICKERTISCH UND FANGEN AN, WILD ZU KICKERN) IHR REISST DA JA SCHON GANZ SCHÖN WAS… SCHLAFT IHR EIGENTLICH AUCH NOCH ZWISCHENDURCH? Wir schlafen schon noch – aber nicht viel (lacht). Viel Zeit zum Schlafen ist nicht, aber wir haben ein paar totale Arbeitstiere in der Band. Gerade unser Gitarrist, der Olli, der braucht das auch. Der spielt den ganzen Tag Gitarre und am Abend und in der Nacht hockt er sich hin und schreibt Songs. Das zieht er eisenhart durch und das will er auch so, nur so ist er mit sich im Reinen. Da sind wir auch froh, dass wir einen haben, der da so anschiebt und… (guckt zum Kickertisch) das nervt, wir gehen mal dahin wo’s leiser ist. (steht auf) Ja und aufgrund der fleißigen Leute waren die Ideen da und sind zustande gekommen, eben auch das neue Album zu machen und so haben wir’s gemacht. Und da hatte die Plattenfirma gesagt „Klar, wenn ihr meint, ihr habt Material, was wirklich so gut ist“… die haben uns auch sehr viel machen lassen dieses Mal, haben, na ja reingeredet ja eh nicht, aber sie wollten gar nicht so genau wissen, was gerade passiert. Und wir haben gesagt hey, ihr kriegt die Platte dann und dann, dann ist sie fertig und dann sind wir gespannt, was ihr sagt. Ganz cool. GROSSES LOB GAB ES JA AUCH FÜR DAS ARTWORK DES BOOKLET. ICH KANN MICH DA NUR ANSCHLIESSEN – EINFACH GELUNGEN. UNTER ANDEREM DANKT IHR JA AUCH DEN EHEMALIGEN BANDMITGLIEDERN. IHR SEID JA NICHT MIT ALLEN IN FRIEDEN AUSEINANDERGEGANGEN. IST DAS MEHR EINE FORMALE SACHE ODER SEID IHR INZWISCHEN WIEDER SOWAS DICKE FREUNDE? Dicke Freunde ist ein bisschen schwierig, weil wir ja aus allen oder fast allen Teilen Deutschlands kommen: Drei Bayern, drei Sachsen, ein Berliner, und die alte Band ist ja zum größten Teil noch in Dresden, das heißt, ich seh die nie. Ich telefonier auch nicht, ich schreib auch keine Mails. Nur einfach mit dem gewissen Abstand zu dem damals Passierten… Es ist nicht so, dass wir das rein schreiben, weil wir sagen ja, die müssen wir ja auch noch rein schreiben, sondern das sind auch Leute, die haben viel für die Band getan und zu dieser Zeit auch noch mit voller Überzeugung. Irgendwann hat’s nicht mehr gereicht und dann hat man sich getrennt, aber für diesen Aufwand, oder für dieses Reinhängen bedanken wir uns natürlich, klar. UND JETZT EINE FRAGE, DIE ICH MIR ALS ERSTES GESTELLT HAB, ALS ICH DAS ALBUM IN DER HAND HIELT. WARUM IST DAS BOOKLET FESTGEKLEBT? Ist es festgeklebt? JA, IST ES… Warum ist das Booklet festgeklebt… Oh Gott. Ja wahrscheinlich, damit man’s nicht verliert. ES IST TROTZDEM UNÜBLICH… Ja, wir sind eine unübliche Band, wir machen nicht das, was alle anderen auch machen (lacht). Musikalisch nicht und auch nicht im sonstigen Leben .. und ich find es gar nicht so schlecht, denn wenn ich mir meine CD-Sammlung anschaue, die ist relativ umfangreich, da sind manche CDs da in Hüllen, wo die ganz bestimmt nicht reingehören. Und dass das nicht mit den Booklets auch noch losgeht, damit man die nicht auch noch sortieren muss, hat man’s einfach reingeklebt. Mit der hand (lacht) Nee, natürlich nicht. WIE KAM ES ZUR ENTSCHEIDUNG, DOCH EIN VIDEO ZU „WIR SIND ALLEIN“ ZU PRODUZIEREN? Der Song ist so geil, finden wir alle, und natürlich auch die Plattenfirma, die das angeschoben hat, dass auch noch ein Video gemacht wird… Wir haben den Song ja auch schon auf der SCHANDMAUL-Tour als neuen Song präsentiert, als er noch nicht veröffentlicht war, und haben einfach gemerkt, dass die Resonanz vom Publikum gigantisch ist. Das wirst du heute Abend sehen, also ich gehe davon aus, dass es heute Abend auch funktioniert, das hat bei über 20 Konzerten super hingehauen… daher Die Plattenfirma hat gesagt „Leute, der Song ist so stark, da müssen wir ein bisschen mehr machen, habt ihr nicht Bock, ein Video zu machen?“. Da haben wir natürlich gesagt klar, natürlichen machen wir ein Video. Wir sind ja nicht besonders videoaktiv, wahrscheinlich auch aus dem Grund, weil wir sagen ein Video zu machen aus dem Grund, dass man ein Video braucht, ist zuwenig. Da würden wir genau das unterstützen, was wir nicht unterstützen wollen: Hier rein, da raus, visuell, blablabla, schnell was abfrühstücken und das war’s dann wieder. Wenn wir was machen, dann wollen wir’s auch immer gut machen, ein bisschen mehr zeigen und ein bisschen mehr geben. Und ich denke, der Song hat sich absolut dafür geeignet und die Resonanz ist ja auch super. Und dabei war das eine totale Schnellschussaktion. Am Mittwochabend habe ich die Mail bekommen, dass ich am Freitag in Berlin sein muss. Und dann hieß es „Drehbuch wird noch geschrieben, morgen kommt eine Mail von der Firma, die das Video produzieren wird.“ Und dann kam auch wirklich die Mail und da stand drin „Specki muss nen Penner machen“. Okay, hab ich gedacht, dann mach ich eben den Penner… so lief das, in zwei Nächten wurde das gedreht in Berlin, und nach eineinhalb Wochen hat das fertige Video da gelegen. WIR SIND ALLEIN IST JA EINE COVERVERSION. WIESO GERADE „YOU CHAINED ME UP“ VON THE INCHTABOKATABLES (UND ICH VERHASPEL MICH DOCH JEDES MAL WIEDER BEIM AUSSPRECHEN)? Ja, von den INCHTIS sagen wir immer (lacht) Ja, warum gerade der Song… es gibt viele schöne Songs, die man covern könnte, aber der hat’s uns halt angetan. Damals kam die Idee von unserem Sänger, der kam in den Proberaum und sagte „Hey, hört euch das mal an, das würde ich gerne noch mal machen. Und nachdem die INCHTABOKATABLES natürlich eine Vorbildfunktion für uns hatten, lange Zeit, haben wir gesagt: Klar. Als Dankeschön nach Berlin zu den INCHTIS machen wir einen Song von denen und pimpen den, motzen den ein bisschen auf. OKAY… WIE SIEHT ES DENN DANN AUCH MAL WIEDER MIT EINER DVD AUS, WENN IHR SCHON MAL WIEDER VOR DIE KAMERA TRETET? EIGENTLICH WIRD ES JA ZEIT, NACHDEM IHR SEIT 2005 „FESTE“ BESETZUNG HABT UND DIE LETZTE DVD 2004 ERSCHIENEN IST. Ja, das wär cool… die Sache ist auch wieder: Zeit ist eigentlich im Moment das Problem. Wir würden sofort sagen ja, tolles Konzert, vielleicht in Dresden, Heimspiel für die Band, es würde sich sehr eignen. Nur spielen wir auf der Tour nicht in Dresden und während eines Jahrs ein Einzelkonzert zu buchen, das ist einfach ein wahnsinniger Aufwand. Aber ich denke, da kommt auch so mal wieder was. Kann man schon so sagen. MAN DARF ALSO HOFFEN? Ja, mit Sicherheit. Hoffen darf man immer (lacht) WENN MAN AUF DIE WIKIPEDIA-SEITE DER LETZTEN INSTANZ SCHAUT, AUF DIE IHR JA SELBST AUF EURER WEBSEITE VERWEIST, DANN FINDET MAN DA IMMER NOCH ALS ERSTEN SATZ „Letzte Instanz ist eine Rockband aus Dresden, die Einflüsse aus Mittelalter-Rock und Folk miteinander vermengt.“ ICH WÜRDE DAS MIT DEM MITTELALTER-ROCK INZWISCHEN EHER ANDERS SEHEN, AUS DER ECKE SEID IHR DOCH EIGENTLICH TOTAL RAUS. WIE SEHT IHR SELBST DAS UND WIE WICHTIG SIND EUCH SOLCHE „EINSORTIERUNGEN“ ODER NERVEN SIE EUCH EHER? Zuerst mal vielen Dank, dass du das nicht mehr so siehst, weil dann hast du es kapiert. Wir wollen uns nicht vom Mittelalter distanzieren, aber das Schlimme ist eigentlich, dass das die Leute schreiben, weil sie das irgendwo gehört haben. Das heißt, diese Leute, die schreiben, wir wären eine Mittelalterband, haben unsere Musik nicht kapiert, weil sie sich’s nicht angehört haben. Und jetzt muss ich noch mal sagen: Wir wollen nicht die Musik machen, die da reingeht und da raus, sondern die Leute müssen es anhören. Und die Platte ist auch glaub ich ne Platte, die hört man nicht zum ersten Mal und sagt „Boah ist das geil“ .. oder man sagt vielleicht „Boah ist das geil“, aber die wird beim vierten, fünften, zehnten Mal Hören noch viel geiler. Und Mittelalter hat natürlich absolut eine Berechtigung, aber die LETZTE INSTANZ ist definitiv keine Mittelalterband. Ist sie nicht. Wird sie auch nie mehr werden. War sie eigentlich auch nie… so richtig. GASTMUSIKER AUCH AUS DE MITTELALTERBEREICH SIND BEI EUCH JA KEINE SELTENHEIT, VON SCHANDMAUL, ABER AUCH ERIC FISH – GÄBE ES JEMANDEN, EGAL AUS WELCHEM MUSIKALISCHEN BEREICH, DEN IHR GERNE MAL DABEI HÄTTET (UTOPISCH ODER NICHT UTOPISCH) UND MIT IHM ENTWEDER LIVE AUFTRETEN ODER EINEN SONG MACHEN WÜRDET? Wir würden gerne was mit DAVID BOWIE machen, glaube ich. DAVID BOWIE ist so ein Typ, der fasziniert uns. Das mag vielleicht nicht besonders realistisch sein, aber da hätt ich Bock drauf! Mit DAVOD BOWIE nen Song machen wäre was… ZUR LETZTEN LETZTEN INSTANZ GEHÖRT JA GANZ EINDEUTIG AUCH EURE CREW. IHR STELLT SIE NEBEN DER BAND AUCH AUF EURER HOMEPAGE VOR. DAS, WAS IHR ÜBER DAS TEAM SAGT, KLINGT NACH EINER GROSSEN, GLÜCKLICHEN FAMILIE. WIE LANGE SIND DIE LEUTE SCHON DABEI? Unser Lichtmann, der live die Lightshow macht, macht ja auch die ganzen Artworks, Grafikdesign, Cover, Internetseite und so weiter, der ist, soweit ich weiß, vom ersten Tag an mit dabei. Da kommt er grad. Andraj, wie lange bist du schon dabei? Ich sag grad vom ersten Tag an, das ist richtig, oder? Andraj (lacht): Ja Also ein Mann der frühen Stunde.. also die Crew ist teilweise länger dabei als die eigentliche Band, unser Backliner, der Lutz ist glaub ich 2002 dazugekommen, als ich auch eingestiegen bin. Alex, unser Tonmann, ist auch schon ewig mit dabei. Das ist total wichtig, ich hab ja vorher schon erzählt, was wir für ne gute Stimmung haben, das liegt nicht zuletzt daran, dass unsere Crew einfach super funktioniert und die auch einfach Bock auf die Sache haben. DAS IST WIRKLICH VERDAMMT VIEL WERT Ja, das superwichtig auf Tour, weil das würde gar nicht gehen sonst. DREI VON EUCH SIND WIDDER, HOLLY, HOLLY D. UND MICHA: HATTEN SIE SCHON GEBURTSTAG ODER KOMMEN SIE NOCH UND GAB’S SCHON PARTY ODER GIBT’S DIE DANN BEI DEN FOLGENDEN KONZERTEN NEBENBEI AUF DER TOUR? Ja, da gab’s schon ordentlich Party. Bei unserem letzten Probewochenende wurde der Geburtstag von unserem Sänger gefeiert. Und ich glaube in Jena war der Geburtstag von unserem Bassisten. War’s in Jena? Ich weiß es gar nicht.. Egal. Wir haben gefeiert. (lacht) UND DAS IST JA BEKANNTLICH NIE VERKEHRT. IHR HABT DREI VERSCHIEDENE VORBANDS DABEI AUF DER TOUR. WIE KOMMT IHR MIT DEN JUNGS UND MÄDELS VON JESUS ON EXTASY KLAR? WIE FINDET IHR IHRE MUSIK? DIE IST JA SCHON EIN BISSCHEN „ANDERS“ ALS EUER WERK… UND VOR ALLEM: WIE KAMEN SIE BEI DEN FANS AN? Ich muss ganz ehrlich gestehen, ich hab mir die Show noch nicht angeschaut, weil wenn der Support spielt, hat man grad selbst noch was zu tun, sei es umziehen, noch irgendwas für die Show klarmachen, noch mit den Kollegen absprechen was heute anders ist als gestern. Daher kann ich gar nicht so viel zu der Show von JESUS ON EXSTASY sagen, ich weiß nur, dass sie backstage sehr nette und super Leute sind. Haben wir gerne mit dabei. Und KILOHERZ ist ja unser Stammsupport mehr oder weniger, und die nehmen wir deswegen immer mit, weil sie erst einmal ne super Musik machen und zweitens im Backstagebereich ja noch besser zu uns passen CELLA DOOR IST JA DIE DRITTE BAND: WIE SEID IHR AN DIE GEKOMMEN? DIE SIND ALTE BEKANNTE VON MIR UND STAMMEN JA ALS EINZIGE BAND VON DEN DREIEN, DIE EUCH BEGLEITEN, AM EHESTEN AUS DEM MITTELALTERSEKTOR. Ich kann dir gar nicht sagen, wie das gelaufen ist, ich denke, das war die Agentur. Weil weder JESUS ON EXSTASY noch KILOHERZ haben an dem Tag Zeit, das heißt, die sind eingesprungen, und ich denke das hat die Agentur auf die Schnelle gerissen. Ich kenn die Band auch nicht. WIE KAM ES ZUR ENTSCHEIDUNG IN LINGEN ZU SPIELEN? DAS IST IM VERGLEICH ZU STUTTGART ODER MÜNCHEN NICHT GERADE EINE WELTSTADT… Das mag sein, aber das ist ein ganz netter Club da, und man muss auf einer Tour, auf der man die Hochburgen abgrast, auch mal sagen, jetzt versuchen wir mal, wie wir da ankommen oder was passiert eigentlich, wenn wir in Lingen spielen. Das ist der Grund, und wir haben wirklich auf der Tour jetzt ein paar Städte mit dabei, in denen wir schon mit SCHANDMAUL waren, wie zum Beispiel gestern in Bremen, oder morgen in Bochum, da ist Oberhausen um die Ecke und so weiter, das sind so Dinger die werden funktionieren. Oder, gestern hat’s auch super geklappt, in Bremen war ein Wahnsinnsgig. Man muss ab und zu mal ein bisschen experimentieren und sich auch mal sagen so, jetzt probieren wir mal die Gegend aus. Schöner Club und das Konzert war auch wunderbar, war natürlich nicht so wahnsinnig gut besucht, weil wir da eben zum ersten Mal gespielt haben, aber da fahren wir bestimmt wieder hin. UND WARUM GIBT’S KEIN HEIMSPIEL DIESES MAL? Weil wir uns auf dieser Tour mehr aufs westliche Bundesgebiet spezialisieren… Wir werden aber dieses Jahr noch mal ne Tour dranhängen im Winter, und da ist dann vorrangig Osten dran. Wir waren ja jetzt in Leipzig bzw. in Jena, und man darf auch nicht zu viele Städte auf einem Fleck machen, weil sonst kommen die Veranstaltungen sich gegenseitig in die Quere und das ist auch nicht so cool… WART IHR SCHONMAL IN DER BERLINER GASTSTÄTTE „ZUR LETZTEN INSTANZ“? Ne, ich war da noch nicht. Wir wollten da schon mal hingehen… wir wissen natürlich, dass es die Kneipe gibt und wir wissen auch, dass der Kneiper, dem diese Kneipe gehört, uns kennt. Wir wissen nicht woher, aber der weiß, dass es die Band gibt und wir wissen, dass es ihn gibt und leider hat’s noch nicht geklappt, dass er auf ein Konzert kommt oder wir auf ein Bier da hingehen, aber beim nächsten Berlin-Termin wenn alle versammelt sind, kann’s gut sein, dass wir mal vorbeischauen. EUER MOTTO FÜR DEN REST DIESES JAHRES? WENIG SCHLAFEN, VIEL ROCKEN? Das ist richtig, aber das ist kein Motto, das machen wir eh (grinst). Motto für dieses Jahr ist die Leute wachzurütteln, dass sie hinhören und nicht stumpfsinnig irgendwas fressen.

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