Terrorverlag > Blog > LOST AREA > LOST AREA

Interview Filter

LOST AREA

VOR DEM KONZERT DER CRÜXSHADOWS IN DER HALLENSER ROCKSTATION TRAFEN WIR UNS MIT DER DEUTSCH/ SCHWEIZERISCHEN NEWCOMERBAND LOST AREA UND UNTERHIELTEN UNS MIT IHNEN ÜBER IHR PROJEKT UND IHRE MUSIKALISCHE ZUKUNFT. WER STECKT DENN EIGENTLICH HINTER DER BAND LOST AREA? JAN B.: Also wer dahinter steht, das bin einmal ich, der Jan, …. JAN M.: …. ich, der andere Jan, … INGO: …. ich der Ingo, … DANI: … und ich Daniela. WOHER KOMMT DER NAME LOST AREA, WAS WOLLT IHR MIT DIESEM NAMEN AUSDRÜCKEN? JAN B.: Der Bandname ist eigentlich auf meinem Mist gewachsen. Ich habe mir gedacht, dieses Verlorene, „verlorene Arena“, „verlorene Ebene“, das passt irgendwie ganz gut zu der Musik, die wir damals machen wollten. Irgendwie fühle ich mich jetzt bei der Labelsuche auch auf verlorenem Posten, da passt der Bandname also einwandfrei. Weil man auch gerade zufällig viele Bilder von Annie hatte, die da auch unheimlich gut zu passten, hatten wir da schon mal die ersten komischen buckligen Wege geebnet. Und darum LOST AREA. Es ist halt auch mal was anderes und außerdem sollte es nicht unbedingt so ein absoluter Klischeename sein, der einen gleich in eine Ecke stellt, wie z.B. BLUTENGEL oder so. Da hätte man nämlich auch automatisch kommerzielle Probleme mit VIVA oder MTV. Und solchen Dingen wollte ich gleich aus dem Weg gehen. Daher ein recht kommerzieller Name, der nicht irgendwie anstößig ist. GAB ES DAS FOTO, BEI DEM IHR DREI IN DER GROSSEN FABRIKHALLE VEREINZELT STEHT VOR DER FINDUNG DES BANDNAMEN? JAN B.: Nein. ES IST ALSO WEGEN DEM BANDNAMEN ENTSTANDEN UND SOLL DIE MESSAGE RÜBERBRINGEN, IHR BEFINDET EUCH AUF VERLORENEM TERRAIN? JAN B.: Ja, also wir versuchen mit dieser Musik nicht nur ausschließlich Clubsounds zu produzieren, sondern die Texte und die Stimmen sollen im Vordergrund stehen. Unsere Stimmen sind sehr breit und extrem stark, und dieser große Raum soll das wiedergeben. Gab es vor LOST AREA andere Projekte, an denen Ihr gearbeitet habt? JAN M.: Ich habe vorher zum einen bei NAMNAMBULU mitgemacht, musste dann aber aus beruflichen Gründen aussteigen, und zum anderen habe ich auch Power Metal gemacht. Und davor professionelle Musik im Jazz, bin sozusagen auch klassisch angehaucht. Ich glaube, Daniela kann da auch noch was sagen. DANI: Ja, ich komme aus dem klassischen Bereich. Habe im Chor gesungen, mit dem Klavierspielen angefangen und später hatte ich auch in einer Metalband Keyboard gespielt und den Backgroundgesang gemacht. Und dann war ich auch noch bei ILLUMINATE. WIE BEKOMMT MAN DIE KURVE VON DER KLASSIK ZU DER MUSIKART, DIE DU JETZT BEDIENST? DANI: Für mich ist Musik ein großes Ding an sich, ich bin da sehr offen, für mich passt das alles zusammen. Ich habe kein Problem, Klassik und Elektro unter einen Hut zu bekommen. Ich brauche sowieso viel Abwechslung beim Musikhören selbst und dementsprechend auch beim Musikmachen. INGO: Ich habe in Sachen Band noch keine große Erfahrung gemacht. Ich hatte mal ein Projekt mit ein paar Leuten angefangen, aber das ist dann eingeschlafen, hat sich irgendwie verlaufen. Es wurde einfach nichts draus. JAN B.: Ich war vorher 12 Jahre als DJ unterwegs. Und habe dann hier und da häufiger mal gedacht, irgendwie hätte ich auch mal Bock drauf, selbst was zu machen. Und der letzte Anstoß war dann einfach, als ich bei einem bekannten Musiker im Studio gesessen habe und ihm über die Schulter geguckt habe und dachte, das machst du jetzt mal. AUF WELCHEM WEG HAST DU DANN DIE LEUTE ZUSAMMENGETROMMELT? JAN B.: Ich habe nach dem ersten NAMNAMBULU Gig in der Schweiz mit VNV NATION aufgelegt und da habe ich dann auch den Soundcheck mitbekommen und war da ziemlich angetan von Jans Leistung. Ich kannte ihn vorher schon, wusste aber nicht, dass er so musikalisch unterwegs ist. Ich war richtig überrascht, als ich ihn dann dort auf der Bühne sah. Und als ich dann hörte, dass er ausgestiegen ist, war ich gerade dabei, die Band zusammenzusuchen. Und da habe ich ihn halt gefragt, ob er Bock auf ein eigenes Projekt hat, bei dem er sich selbst austoben kann, bei dem ihm keiner sagt, was er machen muss und dann war er sofort dabei. Daniela hatte ich mal auf dem Wave Gotik Treffen angesprochen, ob sie nicht mal Lust hätte, einen Song mit uns zu machen. Ich kannte sie halt von ILLUMINATE und war auch schon immer angetan von ihrer Stimme. Und aus diesem einen Song ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Band geworden. Ingo ist schon seit 15 Jahren mein bester Freund, er kommt aus meiner Heimatstadt, ist zwar jetzt 700 km entfernt, hat es aber tierisch drauf und deshalb dachte ich mir, hole ich ihn mir auch noch dazu. So ist das eigentlich von statten gegangen. WIE ENTSTEHEN DEN DIE SONGS BEI EUCH? WER HAT BEI EUCH DIE IDEEN ODER TRAGT IHR DAS GEMEINSAM ZUSAMMEN? JAN B.: Der große kreative Kopf ist ganz klar Jan M. bei uns. Er schreibt hauptsächlich die Texte und kümmert sich auch um das Instrumentale. Er kann Klavier spielen und spielt die ganzen Sachen im Studio ein. Da ich bei der Produktion zu 90 % mit dabei bin, sitzen wir meistens gemeinsam im Studio, wobei die Ideen schon größtenteils von Jan sind. Wir setzen sie halt gemeinsam um. Ingo schraubt auch an eigenen Songs rum, wobei es bei ihm natürlich etwas mühsamer ist, weil er die ganze Zeit allein ist. Daniela kommt dann immer zum Einsingen vorbei und schreibt aber auch eigene Texte. Irgendwo hat jeder seine Finger mit drin. WIEVIEL VON EUCH STECKT IN DEN TEXTEN BZW. WOVON HANDELN DIE TEXTE? JAN M.: Ich habe einen langen Arbeitsweg, fahre viel mit dem Zug und beobachte dann die Leute. Da steckt sicher ein Teil von mir drin, es steckt aber auch viel Beobachtung drin, dass du den Leuten einfach mal über die Schulter guckst und ihnen zuhörst, was sie erzählen. Irgendwann kommt dann die Textidee, dann habe ich eine Phrase im Kopf, dann höre ich die Melodie und dann bekomme ich das irgendwie zusammen. Eins kommt dann zum anderen und ergibt den Text zum Song. DU BIST ALSO EINE ART GESCHICHTENERZÄHLER: EINE GESCHICHTE, DIE DU ERLEBT HAST, WANDELST DU MUSIKALISCH UM UND GIBST DIESE DANN WIEDER? JAN M.: Ja, das kann so passieren. Das kann aber auch sein, dass ich was in den Nachrichten höre, dass mich beschäftigt und wobei ich mir dann denke, diese Message will ich den Leuten rüberbringen. Man muss auch immer einen Kompromiss finden zwischen dem, was man ist und dem, was man darstellt. Um beim Publikum die Emotionen zu wecken, muss man das, was man ausdrücken will, verstärken. Ich habe mal mit einem bekannten Jazz-Musiker zusammen Musik gemacht, und er hat immer gesagt „Übertreibe es solange bis ich sage, Stop jetzt wird es zu kitschig!“ Und er hat mir nie Stop gesagt. Wenn man sich da nicht einbringt, dann prallt die Musik am Publikum ab. Ich möchte, dass die Leute sagen, dass die Texte die Leute zum nachdenken anregen. DANI: Ich denke auch, es gibt keine Texte, die nicht persönlich beeinflusst sind. Es ist fast unmöglich, einen Text zu schreiben, bei dem überhaupt nichts von der Persönlichkeit mit einfließt. Und so ist es bei mir auch, meine Texte geben ganz klar persönliche Erlebnisse wieder. WARUM IST ES DIE ART VON MUSIK, IN DER IHR EUCH AUSDRÜCKT? JAN B.: Also ich sehe es von meinem Standpunkt so, dass wir uns nicht in die Gruftie-Schublade stecken müssen. Ich finde unser Sound ist schon etwas kommerzieller nutzbar. Ich möchte mich von der Szene aber auf keinen Fall abwenden, ich stehe dazu, ich lebe das und ich denke, dass tun wir alle irgendwo. Für mich ist es eben elektronische Musik, weil ich die am liebsten mag. Du wirst nie eine Gitarre bei uns hören, ne E-Gitarre, ne Handgespielte, niemals! DU HÄTTEST ALSO ÜBERHAUPT NICHTS DAGEGEN, IN EINIGEN JAHREN DEIN VIDEO BEI VIVA ODER MTV HOCH UND RUNTERLAUFEN ZU SEHEN? JAN B.: Nein, solange ich mich nicht prostituieren muss, nicht. Aber ich würde jetzt niemals irgendeine Musik machen, weil dir das Label sagt du musst jetzt klingen wie CHIPZ oder sonst irgendwas. Das würde ich niemals machen, auf keinen Fall. IHR HABT ES JA SCHON KURZ ANGESPROCHEN: HABT IHR MUSIKALISCHE VORBILDER? JAN B.: Ich auf jeden Fall. Ein musikalischer Mentor von mir ist der Graf von UNHEILIG. Auch Hardy von SCREAM SILENCE hat mich geprägt. Die beiden sind sozusagen die musikalischen Vorbilder von mir. DANI: Bei mir sind es eher Sängerinnen, die Vorbildcharakter haben. Die Anke von MILA MAR ist z.B. einmalig. Sonja von L´ÂME IMMORTELLE ist auch klasse. Vorbilder kann man nicht unbedingt sagen, ich versuche jetzt nicht wie die oder die zu klingen. Man schaut sich aber schon teilweise Techniken ab, das ist ganz klar, das macht jeder Sänger. INGO: Meine musikalischen Vorbilder liegen eher in der Vergangenheit. Das geht dann so in Richtung JEAN MICHEL JARRE oder KRAFTWERK. Das sind sehr starke Melodien und sehr große Vorbilder, obwohl man weiß, dass man das niemals erreichen wird. Wie ist es für Euch vor einem Livepublikum zu spielen, die die CRÜXSHADOWS erwarten? IST DAS EIN GROSSER DRUCK? JAN B.: Nein, eigentlich nicht, weil wir können nicht mehr, als unsere Musik zu produzieren, hinter der wir persönlich voll und ganz stehen. Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Musik beim Publikum ankommt. Wir hatten ja schon das Glück, 2 Gigs mit den CRÜXSHADOWS haben zu dürfen und die waren beide an und für sich sehr gut. Es ist keiner gegangen oder hat Buh gerufen, es war so schon ok. Da ich ja nun ziemlich intensiv als DJ unterwegs bin, kann ich auch hier oder da mal unsere eigenen Songs antesten, wie sie beim Publikum ankommen. Da habe ich bislang ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Man kann nicht mehr machen, als sein Bestes zu geben und hoffen, dass es die Leute gut finden. Man kann es ihnen ja nicht aufzwängen, wenn ein paar Leute gehen sollten, um lieber ein Bierchen zu trinken, als unsere Show zu sehen, dann kann man das nicht ändern. Man kann nun mal nicht jeden Geschmack treffen. JAN M.: Ich denke, gerade weil uns noch niemand kennt, erwartet das Publikum auch nichts von uns. Man kann zwar negativ überraschen, indem man eine schlechte Show liefert, aber bei einer technisch guten Show kann man die Nullerwartung bei den Zuhörern nur übertreffen. Weil man eben noch nicht in eine Schublade gesteckt wurde. Da gibt es kein „… das letzte Album hat geklungen wie …, das muss jetzt auch so klingen, sonst gefällt es nicht…“. Vom Prinzip her ist noch alles offen. Wir können unseren Sound präsentieren und die Leute können dann entscheiden – gefällt mir, gefällt mir nicht. Da werden wir noch unvorbelastet bewertet. JAN B.: Mir ist noch aufgefallen, dass man in Foren liest: „… beim Dark Dance Treffen in Lahr war LOST AREA gar nicht so schlecht wie gedacht …“. Als Vorband hat man meistens den Ruf, da spielt halt irgendeine Kapelle, die wird eh scheiße sein, und wenn man dann einen halbwegs ordentlichen Sound bringt, ist das schon ok. Jeder hat mal klein angefangen. JAN M.: Man kann den Zuhörer auch positiv überraschen und das nachträgliche Urteil verbessern. Ich denke, man wird besser unterschätzt und kann dann angenehm überraschen, als wenn man überschätzt wird und die Leute mit einer schlechten Meinung nachhause gehen. WIE GEHT’S MIT EURER LABELSUCHE VORAN? WAS KÖNNEN WIR DIESES JAHR NOCH VON EUCH ERWARTEN? JAN B.: Es ist was am Laufen, es brodelt gerade was. Deshalb werden wir uns in nächster Zeit auch nicht mehr selbst um Auftritte kümmern. Wir haben zwar noch 2-3 Anfragen, ob wir da spielen würden, das würden wir dann auch mitnehmen, wenn das klappt. Wir werden dann aber erst einmal vernünftiges Material produzieren. Wir werden außerdem noch 3 Remixe von ziemlich bekannten Kapellen machen. Ich möchte da noch keine Namen nennen, ich habe zwar schon die mündlichen Zusagen, aber noch kein Material zuhause liegen und in sofern glaube ich das noch gar nicht so ganz (lacht). Das wäre einfach zu schön, um wahr zu sein, und das würde uns auch wieder einen mächtigen Schritt nach vorne bringen. Dieses Jahr wird auf jeden Fall nichts mehr mit irgendwelchen Releases labeltechnisch oder so. Ende des Jahres kommt unheimlich viel in unserer Musikrichtung raus, das würde dann höchstens Anfang des nächsten Jahres klappen. Mitte bis Ende Dezember wird es dann evtl. 2-3 Songs auf EPs von anderen Bands geben, wo wir uns an deren Material vergnügt haben. So sieht’s erst einmal aus. LOST AREA SIND: JAN BERTRAM, JAN MOSER, INGO ERTEL UND DANIELA DIETZ. WEITERE INFORMATIONEN UND SOUNDBEISPIELE FINDET IHR UNTER WWW.LOSTAREA.DE

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu LOST AREA auf terrorverlag.com