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METALLICA (KIRK HAMMETT)

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METALLICA LIVE IN GELSENKIRCHEN UND DAS FAST GENAU 1 JAHR NACH DER VERÖFFENTLICHUNG DES NICHT UNUMSTRITTENEN „ST. ANGER“-ALBUMS. KIRK HAMMETT STELLTE SICH AM 10.6.2004 DEN FRAGEN UNSERER KOLLEGIN STEFFI MAHSMANN.

WER BIST DU UND BEI WELCHER BAND SPIELST DU? Ich bin Kirk Hammett und ich bin der Lead Gitarrist von Metallica. DAS WICHTIGSTE ZUERST: WAS IST DENN MIT LARS PASSIERT, ER WURDE JA AM SONNTAG IN EIN KRANKENHAUS EINGELIEFERT? Das war bei dem Flug nach England, wo er plötzlich Schmerzen in der Brust verspürte, Angstschweiß, das Gefühl von tausend Nadeln in seinen Armen und er hat wirklich gedacht, er hätte einen Herzinfarkt. Die Crew gab ihm Sauerstoff, was natürlich das falscheste war, was man tun konnte. Einfach ruhig ein- und ausatmen, das wäre die richtige Maßnahme gewesen. In Deutschland gab es dann eine Notlandung und im Krankenhaus wurde schnell festgestellt, dass alles o.k. ist, es war „nur“ eine Art Panikattacke. Doch er musste 6 Stunden dableiben, weil das nun mal die Vorschriften sind. Und so mussten uns die Drummer der anderen Bands an diesem Abend (in Donnington, Anm. der Red.) aushelfen, Dave Lombardo bei 2 Tracks und Joey Jordison von Slipknot, der hat so 8 bis 10 Songs gemacht. Zum Glück fanden wir heraus, dass Joey mal in einer Metallica-Coverband gespielt hat. DA HABT IHR DANN WOHL EHER DIE ALTEN SACHEN GESPIELT? Genau, nichts von „Load“, „ReLoad“, „St. Anger“, nur Klassiker… Als die neuen Sachen herauskamen, war Joey schon bei Slipknot (lacht). Lars spielt aber schon wieder, z.B. in Ludwigshafen vor ein paar Tagen und auch heute Abend, kein Problem, es war wie gesagt nur eine Art „Angstzustand“. ALSO NICHTS ERNSTES, GENAU DAS WOLLTE ICH HÖREN! Nein, nur die Tatsache, dass wir ihn ersetzen mussten, sonst geht es ihm gut! DU SAGTEST GERADE, DASS IHR AN DEM ABEND DIE BETONUNG AUF DIE ALTEN SONGS GELEGT HABT, GENAUSO WAR DAS JA AUCH AUF DEN FESTIVALS DES LETZTEN JAHRES, WO IHR TEILWEISE NUR 2 STÜCKE DER ST.ANGER GESPIELT HABT. WIE LEGT IHR EURE SETLISTS FEST? Ich kann mich gar nicht erinnern, wie viele Alben wir haben, 8, 10, 12 (lacht)… Wir versuchen einfach alles abzudecken. Wir wollen keine bestimme Phase unserer Geschichte besonders betonen. Und wir versuchen natürlich Sachen zu spielen, die wir z.B. in Deutschland lange nicht in der Setlist hatten wie “I Disappear“ oder „No Leaf Clover“. Und dann gibt es natürlich die Lieder, die wir einfach spielen müssen: „Enter Sandman“, „Master of Puppets“, „Nothing Else Matters“… Außerdem sind wir zu faul, das neue Material zu lernen… DU FÜHLST DICH ALSO MIT DEM NEUEN MATERIAL WOHL, AUSSER DASS DU NATÜRLICH ZU FAUL BIST, DIE STÜCKE EINZUSTUDIEREN? (lacht) Ja, wir sagen uns immer: Das müssen wir jetzt lernen, das müssen wir jetzt, aber wir lassen uns immer so schnell ablenken… DU WURDEST DAS SICHER SCHON OFT GEFRAGT – GIB MIR EINEN GUTEN GRUND, WARUM ES KEINE GITARRENSOLOS AUF DER ST. ANGER GIBT? NENNE MIR NUR EINEN… Es sollte mehr eine Art „Band-Ding“ sein, 4 Leute, die etwas zusammen erschaffen. Die Stücke wurden so geschrieben, wie sie nun mal sind. Dann standen wir vor dem Problem, wie wir Gitarrensolos in die Songs integrieren sollten, und es funktionierte nicht. Und wir haben gesagt: Gitarrensolos sind die Sache eines Individuums, wir aber wollten ein „Band Statement“. Eine Band – Eine Stimme! Wir wollten auch nicht zurückgehen und die Lieder irgendwie aufpolieren. In Zukunft werden wir das wieder machen, dann wird es wieder Solos geben. WITZIG, DASS NACH ST. ANGER VIELE BANDS WIE SLIPKNOT UND SOULFLY WIEDER SOLOS BENUTZT HABEN, WO IHR SOZUSAGEN GENAU DAS NEGATIVE VORBILD ABGEGEBEN HABT… Das stimmt, ich wundere mich immer wieder, wie viel die Leute mitbekommen, wie viele Leute diese Parts vermissen. Und ehrlich gesagt fühle ich mich ein wenig geschmeichelt, dass unsere Fans die Solos zurückhaben wollen. ST.ANGER IST JETZT FAST AUF DEN TAG GENAU 1 JAHR ALT, ES IST SICHERLICH DAS AM KONTROVERSESTEN DISKUTIERTE METALLICA-ALBUM. WIE DENKST DU SELBST DARÜBER MIT DEM ZEITLICHEN ABSTAND IM HINTERKOPF? Dieses Album bedeutet uns persönlich am meisten, wir hatten vorher so viele interne Probleme. Dass wir überhaupt wieder eine Band sind, die Alben herausbringt, dass ist so emotional! Wir machen letztlich Musik für uns selbst. Es ist ein wirklich dunkles Album, es ist schwer erfassbar und nicht so zugänglich. Die Leute werden vielleicht nicht verstehen, wer wir sind und woher wir kommen. Es ist ein Konzeptalbum über unsere Gefühle und Gedanken, zu einem bestimmten Zeitpunkt unserer Bandhistory. Ich denke auch, wenn der Film „Some kind of Monster“ im Juli erscheint, dann werden viele merken, was eigentlich hinter „St. Anger“ steckt. Der Film wird einiges erklären. DIE DOKU WIRD IM JULI HERAUSKOMMEN, SIND DIE FILMEMACHER FREUNDE VON EUCH ODER FREMDE? Wir kannten Joe (BERLINGER, „Blair Witch Project II“) und Bruce (SINOFSKY) bereits durch den Film „Paradise Lost“, wir hatten ihnen da einige Metallica-Stücke überlassen. Es geht dabei um die „West Memphis 3“, 3 schwarze Kids, die seit Jahren in der Todeszelle sitzen, die trugen schwarze Klamotten und waren früher als Metalheads Außenseiter in ihrer kleinen Stadt. So haben wir die Filmemacher in unseren kreativen Prozess integriert, wir wollten eigentlich einen kleinen Promotion Film haben, um unseren Back-Katalog zu verkaufen. Aber dann fingen wir an, Sachen im Studio filmen zu lassen. Und der Streifen wurde immer tiefgründiger und im Laufe der Zeit bekam er eine Bedeutung, die weit über einen kleinen Promotionfilm hinaus ging. Wir machten den Film nicht vom Tag 1 an, sondern es entwickelte sich halt mit der Zeit. Irgendwann trafen wir die Entscheidung, die Sache einfach laufen zu lassen, das wurde ein dynamischer, sich selbst immer wieder neu generierender Prozess. Sehr erstaunlich eigentlich, denn keiner von uns hätte je gedacht, dass es mal einen Film über uns geben würde. DU SAGTEST BEREITS, DASS IHR DIE MUSIK EIGENTLICH FÜR EUCH SELBST MACHT. WIE WICHTIG SIND EUCH DIE WÜNSCHE/ ANREGUNGEN DER FANS? Frage 10 Fans und du kriegst 10 unterschiedliche Antworten. Es gibt Leute, die mögen die ersten 3 Alben, andere die ersten 5, manche mögen uns seit „Load“ und ich kenne auch Fans, die nur auf „St. Anger“ stehen… Wenn du das machst, was die Leute wollen bzw. das machst, wovon du denkst, dass die Leute es wollen, beißt sich die Katze selbst in den Schwanz. Man muss seinem eigenem kreativen Instinkt folgen, das tun wir seit Tag 1, so wird das bleiben und nur das befriedigt uns. UND WERDET IHR DEN DRUMSOUND DANN WIEDER ÄNDERN? Lars wird die Snare beim nächsten mal anders justieren. (lacht) Es war irgendwo ein Soundexperiment, so etwas haben wir eigentlich bei allen Veröffentlichungen gemacht, denk’ mal an das „schwarze Album“, das wurde von einigen erst verflucht und heute gilt es als absoluter Klassiker. Es wird seine Zeit brauchen, bis die Leute „St. Anger“ verstehen und schätzen werden… Die Zeit wird die Antworten bringen… ALLES KLAR, DANKE FÜR DAS INTERVIEW!

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