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PARADISE LOST (GREG MACKINTOSH)

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HEY GREG, DAS NEUE ALBUM STEHT BALD IN DEN REGALEN UND ICH BIN MIR SICHER, DASS MEINE KOLLEGEN BISHER NUR GUTES DAZU ZU SAGEN HATTEN! Richtig, bislang gab’s noch nichts Negatives zu hören, toi toi toi! Aber gut, wenn wir ein Album machen, kümmern wir uns ja nicht darum, was andere sagen, das ist ja eh klar. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht gespannt auf die Reaktionen wäre, hehe. Viele Leute denken ja einfach, dass wir zurück zu den Wurzeln gehen. Aber so einfach ist es ja dann auch nicht, denn die Wurzeln sind ja nicht einfach unsere ersten Alben, sondern auch, wie wir uns dazu entwickelt haben als junge Leute, die z.B. auf Death, Gothic und Doom Metal standen! So gehen wir einerseits zwar auch zu unseren Wurzeln zurück, aber das ist bei weitem nicht alles, denn wir bringen auch neue Facetten mit ein, mit denen vielleicht nicht alle rechnen. Aber ja, wir wollten auf jeden Fall wieder mehr von der Einstellung und der Ausrichtung der ersten Platten mit einbringen! DIE NÄCHSTE FRAGE GEHT AUCH AUF DIESES THEMA EIN, BRINGT UNS ABER ERSTMAL ZURÜCK ZU DEN SHOWS, DIE IHR 2008 MIT MY DYING BRIDE UND ANATHEMA GESPIELT HABT. WAR DIES AUCH EIN ANSTOSS FÜR DEN SOUND DER NEUEN PLATTE? Erstmal hatten wir zu unserem 20. Jubiläum überlegt, was wir machen sollten. Ein große Party in Form eines Festivals oder gleich eine Tour? Und dann dachten wir uns, dass wir diese beiden Bands, die wir schon so lange kennen, einfach für ein paar Konzerte einladen. Wobei wir nie mit MY DYING BRIDE gespielt hatten. Mit ANATHEMA schon einige Male. Ich glaube, dass eine ihrer ersten Shows als Support für uns damals war. Es war cool, mit denen zu spielen und dabei auch mal wieder zu treffen. Ich hätte gerne noch mehr Konzerte mit ihnen gespielt. Wir haben leider nur die Shows in Paris und London zusammen gespielt. Das liegt aber auch an MY DYING BRIDE, weil die einfach nicht so gerne auf Tour gehen. ANATHEMA und wir hatten schon überlegt, eine ganze Tour für so 3 Wochen zu spielen. Aber vielleicht klappt das ja irgendwann mal und wir locken MY DYING BRIDE für etwas länger aus ihrem Versteck, haha! Aber diese Shows hatten eigentlich keinen Einfluss auf die Ausrichtung des neuen Albums. Wir waren schon recht weit im Songwriting als diese Konzerte stattfanden. Klar, es hat uns sicherlich auch bestätigt. Aber die Ausrichtung an sich kam alleine von uns. Es ist schon komisch, je älter ich werde, desto nostalgischer werde ich. Ich höre z.B. wieder oft die ersten Platten von CANDLEMASS. Oder die frühen CELTIC FROST, BATHORY und CARNIVORE. Irgendwie kommt man dann doch wieder zu den Ursprüngen zurück, die einen dazu bewegt haben, Musik zu machen! VOR EINIGEN JAHREN HABT IHR, UND BESONDERS NICK, SEHR GENERVT UND BEINAHE GEREIZT REAGIERT, WENN FANS BEI KONZERTEN SONGS WIE „AS I DIE“, „GOTHIC“ ODER „EMBERS FIRE“ GEFORDERT HABEN. WER HAT SCHLUSSENDLICH DEN WEG ZURÜCK IN DÜSTERE UND HÄRTERE GEFILDE EINGESCHLAGEN? Das ging klar von mir aus. Nick war damals wirklich genervt von diesen Situationen. Er war die alten Songs richtig über. Aber in den letzten Jahren fand ich wieder Zugang zu den alten Songs, meinen alten Lieblings-Platten und vor allem fand ich die Liebe zur Gitarre wieder! Auch ich war dem ganzen Zeug so was von überdrüssig, ich konnte es nicht mehr sehen und hören. Wir waren für „Icon“ und „Draconian Times“ über 4 Jahre fast permanent auf Tour. Wenn man dann irgendwann nicht genervt davon ist, dann dreht man wohl völlig durch! Nach der Tour zu „Draconian Times“ waren wir wirklich am Überlegen, ob wir uns auflösen sollten! Aber wir haben entschieden, dass wir was völlig anderes machen wollen und die Band am Leben erhalten können. Wir haben die Band als Hobby begonnen. Ein Hobby soll Spaß machen! Und das geht nur, wenn es sich entwickelt, verändert und spannend bleibt! Ist das nicht der Fall, gibt man es auf und sucht sich was anderes. Es ging damals schon nicht mehr alleine ums Geld. Das fing damals schon an und wurde über die Jahre durchs Downloaden weniger und weniger. Darum geht es also schon lange nicht mehr. Es geht einfach um die Leidenschaft. Ich kann die Leute voll und ganz verstehen, die uns und das „Host“-Album gehasst haben! Aber das waren wir zu dieser Zeit und ich bereue diesen Schritt nicht ein bisschen! Gäbe es dieses Album nicht, würden wir jetzt nicht hier sein. Und auch durch dieses Album konnte ich dann die alte Leidenschaft wieder neu für mich entdecken! Anderen Falls hätten wir uns damals aufgelöst und wären jeder seinen eigenen Weg gegangen. WIR SCHWER WAR ES, NICK DAVON ZU ÜBERZEUGEN BZW. DIESE WIEDERGEWONNEN BEGEISTERUNG ZU ÜBERTRAGEN? Nick war anfangs keineswegs so davon begeistert wie ich. Aber ich hatte schon auf meiner tiefer gestimmten, 7saitigen Gitarre so einige Riffs geschrieben, die auch gleich ne Ecke heavier und aggressiver klangen. Im Grunde hatte er überhaupt keine Chance! Mir hatte schon beim Songwriting zum Album davor besonders die Atmosphäre von „Never for the Damned“ und „In Requiem“ sehr gefallen. Das habe ich aufgegriffen und weiter auf mich wirken lassen! Da bin ich diesen Weg einfach weiter gegangen und glücklicherweise ist Nick darauf eingestiegen und ist diesen Weg mitgegangen! Und im Studio ging es dann schon in die Richtung „Härter, komm schon… mehr Druck!“ – hahaha! MUSS EIN HERRLICHES ANBLICK GEWESEN SEIN, ALS DU NICK DIE ERSTEN RIFFS PRÄSENTIERT HAST, HAHA! Auf jeden Fall! Ich habe tonnenweise Riffs geschrieben und einige waren derart extrem, dass es schon fast zu krass war. Aber das war Absicht, denn ich wusste genau, wenn ich dann die eigentlichen Ideen vorstelle, diese auch genommen werden, weil sie im Vergleich zu den anderen halt nicht so extrem sind, haha! Z.B. der Einstieg zu „I remain“… das ist ein pures Death Metal-Riff! Aber ich habe in durch bekommen und weitere auch noch, haha! VOR KURZEM KAM VON NICK DIE AUSSAGE, DASS DAS NEUE ALBUM EIN ECHTES GOTHIC METAL-ALBUM SEIN WIRD, OHNE DIESEN GANZEN ROMANTIK-KRAMS. „AN ALBUM TO BE MURDERED BY“, WIE ER ES SAGTE… Es klingt ja immer, wie ein Werbe-Slogan, wenn es heißt “Die Begründer des Gothic Metal”. Aber im Grunde ist es einfach die Wahrheit. Vor vielen Jahren hatten wir dieses Interview im Kerrang! und schon damals brauchte man Schubladen, wo man sich platzieren konnte. Es gab Death Metal, Grind Core, Doom und und und… da fragte man uns, was wir eigentlich spielen. Ich weiß nicht, ob Nick oder ich darauf meinte „Gothic Metal“! Und damit war das Genre geboren! Dann kamen all die anderen Bands, wie ANATHEMA, MY DYING BRIDE, TIAMAT, MOONSPELL, die diesen Begriff mit prägten! Und was ist jetzt? Emo-Bands nennen sich Gothic Metal… Die female-fronted Bands nennen sich Gothic Metal! Dieses ganze weinerliche und romantische Zeug… Das ist nicht Gothic Metal, verdammt! DAS ist Gothic Metal, dieses Album! IST DIE AUSRICHTUNG DER SONGS AUCH DER GRUND FÜR DEN WECHSEL BEIM PRODUCER? RHYS FULBER HAT EIGENTLICH IMMER EINEN GUTEN JOB GEMACHT… Jens Bogren hat vorher nicht nur KATATONIA, OPETH u.a. produziert, sondern auch unsere Live-DVD gemischt. Dafür haben wir ihm nur die Aufnahmen geschickt und ihn machen lassen. Das Ergebnis war echt klasse und da dachten wir uns, wenn er das schon mit Live-Aufnahmen schafft, dann sicherlich erst recht mit Studio-Aufnahmen! Die Songs hatten wir vor dem Termin schon komplett stehen, so konnten wir direkt loslegen. Und als Vorgabe gaben wir ihm nur, dass wir ein richtig heavy Album wollen, aber nicht im Sinn einer amerikanischen Produktion! Da wird alles gepresst und komprimiert. Wir wollten einen Sound, der Luft hat und sich noch entwickelt! Er hat es toll hinbekommen. Es ist ein sehr klarer Sound. Dabei sind die Gitarren und alles so dermaßen tief gestimmt, dass es schon fast nicht mehr feierlich ist. Aber dennoch ist alles schön differenziert und verliert sich nicht in einem Brei-Sound! Sehr ungewohnt war, dass der Mann wirklich um 8:30 Uhr morgens mit der Arbeit anfängt. Und das bei der Musik… wir fangen sonst nachmittags an und arbeiten bis früh in den Morgen. Und jetzt waren wir immer so um 19h durch. BESONDERS AUFFALLEND, NEBEN DEINER GENIALEN GITARREN-ARBEIT, IST DER GESANG VON NICK. DIESER BIETET SOWOHL DIE ATMOSPHÄRISCHEN CLEANEN VOCALS ALS AUCH WIEDER ENERGISCHE, JA FAST GROWL-ARTIGE SHOUTS. DA FRAGEN SICH DIE FANS SICHER, OB ER DAS ÜBER EINE GANZE TOUR DURCHHÄLT… Mhm, das werden wir sehen, haha! Wir haben ja noch keine der neuen Songs live gespielt. Aber wir haben ja noch einige Wochen Zeit bis zur Tour und da werden wir natürlich gut überlegen, welche Songs am besten funktionieren. Dafür werden wir im September viel proben, damit wir auch gut vorbereitet sind für den Start im Oktober. Und ich denke, dann sollte auch Nick fit für die Tour sein. Zudem hat er das Album wirklich recht schnell eingesungen und dabei keinerlei Probleme mit der Stimme gehabt! Was sicherlich eine Herausforderung sein wird, ist der Wechsel zwischen den cleanen und den energischen Vocals, was ja nun sehr oft der Fall ist bei den neuen Songs. Das kann live schon sicherlich schwierig werden. Aber auch das ging im Studio schon sehr gut. ZUM NEUEN ALBUM HABT IHR AUCH EINEN NEUEN DRUMMER PRÄSENTIERT. LEIDER STIESS ADRIAN (ERLANDSSON, EHEM. CRADLE OF FILTH / AT THE GATES) ZU SPÄT ZU EUCH, ALS DAS ER DAS ALBUM NOCH HÄTTE EINSPIELEN KÖNNEN. Richtig, Adrian hat sich eine Woche vor den Aufnahmen bei uns vorgestellt und da hatten wir schon gut einen Monat die Songs mit Peter Damin eingeprobt. Er hätte es gerne noch gemacht, aber wir wollten da doch auf Nr.-Sicher gehen und das konnte Adrian voll und ganz verstehen. Aber Peter hat auch einen wirklich guten Job gemacht! Er ist wirklich ein toller und vielseitiger Schlagzeuger. Aber Adrian ist jetzt fest dabei und findet die neuen Songs klasse. Er studiert bereits fleißig ein! Wir kennen ihn schon seit einigen Jahren und er passt wirklich gut zu uns. Übrigens haben wir das Ganze Jeff Walker von CARCASS zu verdanken! Er hat Adrian erzählt, dass wir nen neuen Schlagzeuger suchen. Ich hatte Jeff das bei einer Show, die wir zusammen gespielt haben, erzählt. Wir hatten bis dahin einfach kein Glück bei unserer Suche. Und da Jeff und Adrian ja bei BRUJERIA zusammenspielen, kam so der Kontakt zu Stande. Adrian passt einfach sehr gut zu uns. Er ist in unserem Alter, ist schon lange im Geschäft und weiß, was einen da erwartet und er hat einen guten Sinn für Humor, ohne den man einfach nicht klar kommen würde. WAHRSCHEINLICH MÜSST ER IHN EIN WENIG BREMSEN, WO ER BEI CRADLE UND AT THE GATES DOCH EIN ANDERES TEMPO GESPIELT HAT, HA HA! Oh ja, das mussten wir tatsächlich, haha! ABER MIT DIESEM SCHLAGZEUGER UND DER WIEDERENTDECKUNG DER URSPRÜNGE… DA MUSS DOCH LIVE MAL WIEDER EIN SONG VON DER ERSTEN PLATTE DRIN SEIN… „FROZEN ILLUSION“ Z.B.? Das ist gar nicht so abwegig! Wir haben da letztens tatsächlich drüber gesprochen! Vielleicht spielen wir auf Tour mal wieder „Breeding Fear“ oder auch „Frozen Illusion“. Aber man muss halt schauen, wie sich der Song im Set machen würde. Wenn er so gar nicht wirklich passen will, macht es keinen Sinn. Wir werden das bei den Proben sicherlich mal versuchen. Ich hätte da überhaupt keine Probleme mit, im Gegenteil! Schließlich sind ja auch auf der neuen Platte auch Elemente von unserem Debüt zu finden. KAM MIT DEM WIEDER WOHLFÜHLEN MIT DEN WURZELN AUCH DIE IDEE, DIE DEMOS WIEDER ZU VERÖFFENTLICHEN? Dafür gab es zwei Gründe. Erstmal hat uns Century Media einfach gefragt, ob wir das machen wollen. Ok, manche der alten Demos hatte ich seit 1990 nicht mehr gehört. Nur das „Frozen Illusion“-Demo hab ich vor 3 Jahren mal wieder hervor geholt. Ich mag das immer noch, weil es auch eng an unser erstes Album gebunden ist. Wir hatten allerdings nicht Master-Tapes nicht mehr. Dann stellte sich heraus, dass Hammy von Peaceville die Demos an einen Typen aus Frankreich weitergegeben hat. Der hat für ein Fanzine gearbeitet und wollte die Demos halt veröffentlichen, hat dies aber nie getan. Aber er hatte die Tapes noch und hat sie uns auch sofort geschickt, als wir anfragten. Die lagen bei ihm auf dem Dachboden! Ich meine, uns ist klar, dass sich die Aufnahmen keiner so alltäglich anhören wird. Das ist einfach ein Sammler-Stück. Aber dazu sind viele Fans erst durch „One Second“ auf uns aufmerksam geworden. Die haben keine Ahnung, dass wir ursprünglich aus der damaligen zweiten Welle der extremen Death und Doom Metal-Bands kamen. So dürfte dies eine interessante Sache sein. DIE CHANCE HATTET IHR JA SCHON BEI „REFLECTIONS“. Das kam uns damals überhaupt nicht in den Sinn. Erst als Century Media ankam, haben wir darüber nachgedacht. Und wir haben mehrmals gefragt, ob die wirklich meinen, dass das wer hören will. Und dann dachten wir halt an den Sammler-Faktor und an die Fans, die noch nicht unsere Wurzeln kennen. Die werden zwar erstmal denken, dass das nicht die gleiche Band sein kann, haha… Aber wenn man die Demos im Zusammenhang zur neuen Platte sieht, wird man merken, dass da keine Lichtjahre zwischen sind! FÜR VIELE FANS IST DIE SETLIST DER DVD-SHOW NAHE AM PERFEKTEN SET. DIE MISCHUNG AUS ALTEN UND NEUEN SONGS PASST, ES SIND DIE HITS DABEI UND AUCH AUSGEFALLENES MATERIAL… SELBST „SO MUCH IS LOST“ UND „MOUTH“ FUNKTIONIEREN WUNDERBAR. WIR WIRD SICH DIE NEUE SETLIST AUFBAUEN? Auch uns, wie wohl jeder Band, ist schon vor Jahren klar geworden, dass man bei einem Backcatalogue, wie dem unseren, nie alle Fans wird zufrieden stellen können! Dann würden wir 5 Stunden spielen und trotzdem dies nie schaffen. Zudem müssen wir ja die Songs quasi jeden Tag und das über Wochen spielen, also uns damit zuallererst einmal wohl fühlen! Dazu muss man einfach sagen, dass ein Set über gut 100 Min. einfach zu lang ist. Da gibt es sicherlich einige Ausnahmen bei den großen Stadion-Bands, aber an sich verliert man nach diesen 100 Min. als Fans schnell die Aufmerksamkeit. Andersherum ist ein 60 Min.-Set für eine Band mit mind. 4 oder 5 Alben natürlich zu wenig fürs Geld. Daher meine ich, dass eine Dauer von 90 Min. perfekt ist! Was das Set betrifft, interessiert uns natürlich auch, was die Leute sagen. So hat ja z.B. „Sweetness“ einen Platz auf der DVD gefunden und das ist halt eigentlich ne B-Seite! Aber die Fans wollten das und so haben wir es gespielt. Aber sonst haben wir einfach auf unser Gefühl gehört, was passt. So wie z.b. „Embers Fire“ oder „True Belief“. Wir werden sehen, wie wir uns beim neuen Set fühlen, so mit den neuen Songs. Was könnte dazu passen… wie gesagt, ich hätte wirklich Lust mal wieder was vom ersten Album zu spielen! WIE DU SELBST SAGST, HAST DU IN DEN LETZTEN JAHREN DIE LEIDENSCHAFT ZUM GITARREN SPIELEN WIEDER ENTDECKT. DAS IST UNS AUCH BEI EUREN LIVE-AUFTRITTEN DER LETZTEN JAHRE DEUTLICH AUFGEFALLEN, DA BESONDERS DU GANZ ANDERS AUFGEHST ALS NOCH VOR… SAGEN WIR 10 JAHREN… Wie ich ja schon meinte, waren wir als Band nach „Draconian Times“ über „One Second“ bis hin zu „Host“ ja sehr gelangweilt von uns selbst und wollten uns verändern! Andernfalls wäre es zu Ende gewesen. In einer Story fiel mal der Begriff „Hair Metal“ und da dachte ich dann… Jetzt reicht’s! Ich will niemals als „Hair Metal“ bezeichnet werden! Und zack das war’s… weg waren die Haare! Und wie ich damals sehen nun diese Emos aus… grausam. Eigentlich sollte das anders sein. Ich komme ja auch aus einer Punk-Umgebung… DISCHARGE und so was. Eigentlich sollte die Frisur an diese Zeiten erinnern, haha! Tja, und so haben wir ne harte Zeit durchgemacht. „Believe in Nothing“ ist das Resultat. Da wussten wir überhaupt nicht, wo wir hinwollen und was aus uns werden sollte… Wieder zurück zu finden, war ein sehr schwerer Prozess. Wir haben dies und jenes versucht und nie das richtige gefunden. Dann hat mir Ruud von WITHIN TEMPTATION einen Link geschickt. Er meinte Mayones hätte ihm eine geniale Gitarre gebaut. Er stellte den Kontakt her und die schickten mir eine Gitarre. Und es hat soviel Spaß gemacht, diese zu spielen. So habe ich gefragt, ob ich noch 2 bekommen könnte und dazu noch ne 7saitige! Und die haben mir gleich mehrere geschickt und ich wurde wieder regelrecht besessen vom Spielen. Ich habe zu Hause wieder Gitarren an der Wand hängen, was lange nicht so war, haha. Das war so der Kick-Start. Dazu kommt noch, dass mein Sohn (12) total aufs Gitarre spielen steht! Er steht auf Classic Rock, so BLACK SABBATH, LYNARD SKYNARD, HENDRIX… Und so habe ich ihm einiges beigebracht und dabei wieder das Gefühl dafür bekommen, wie sich ein Instrument und eine Melodie so entwickeln kann. Das Gefühl hatte ich für über 10 Jahre nicht mehr! AUFM WACKEN SPIELTEN JA JETZT AUCH HEAVEN & HELL UND DA MUSSTEN WIR AUCH AN DICH DENKEN… MR. IOMMI LÄSST GRÜSSEN… Ja, richtig. Bei „Shades of God“ war ich regelrecht besessen von den frühen BLACK SABBATH! Ich habe alle Boxsets und alle Songs rauf und runter gespielt… sowohl die DIO-Sachen, aber hauptsächlich die Ozzy-Songs. Klar, das war ein großer Einfluss. Aber meine Anfänge kamen mehr aus der Punk-Ecke mit Blues-Einschlag. Und von da ging’s weiter zum Gothic und dann Metal. Aber auch klassische Musik, Hymnen, Chöre usw. finde ich sehr faszinierend. Und das alles zu kombinieren, war schon immer meine Absicht für mein Spiel. Und daher entwickelte sich meine Chord-Progression und mein ganz eigener Stil. IN DEM ZUSAMMENHANG KOMMT AUCH GLEICH MEINE LIEBLINGS-FRAGE: WENN DU DIE CHANCE HÄTTEST MIT EINEM KÜNSTLER DEINER WAHL, TOT ODER LEBENDIG, ZU ARBEITEN/ SPIELEN, WIE WÜRDE DEINE WAHL AUSFALLEN? Da würde ich sofort Lisa Gerrard (DEAD CAN DANCE) wählen. Ich denke, würde ich mit einem Musiker aus dem Metal-Bereich arbeiten, der genauso einen eigenen Stil hat, wie ich, würde sich das eher aufheben, als ein besonderes Ergebnis bringen. Bei Lisa Gerrard kämen so vielfältige Möglichkeiten mit ins Spiel, dass dies eine mehr als interessante Erfahrung wäre. Oder LOREENA MCKENNIT. Auf jeden Fall etwas in der Art. NÄCHSTES JAHR WACKEN? ;-) Klar, warum nicht? Aber bestätigt ist da noch nichts. Aber es würde sicherlich mehr als Sinn machen. Das alles wird sich aber dann mit und nach der nun anstehenden Tour ergeben. Aber ich denke, dass es nicht unwahrscheinlich sein dürfte, haha. UND ZUM SCHLUSS NOCH SCHNELL DIE FRAGE, WIE WEIT DAS BUCH IST? Erstmal ist die Idee entstanden, als die wir London-Show mit ANATHEMA gemacht haben. Da kam diese Agentur auf uns zu. Die haben schon z.B. was für THE CLASH gemacht. Die kamen auf uns zu und präsentierten uns diese Idee. In dem Buch soll es weniger um die Musik, sondern mehr um die Menschen dahinter gehen. Eine sehr interessante Sache. Aber eine Buch-Veröffentlichung ist viel komplizierter als man meint. Man braucht erstmal ein ganzes Jahr an Marktforschung, bevor man überhaupt an den Arbeiten beginnt. So wird dieses Jahr noch vergehen und man wird dann schauen, ob man dieses Projekt angeht. Und dann geht es ums Artwork, wie viele Seiten, Kapitel und das ganze. Musik wird veröffentlicht und man schaut, was daraus wird. Bei einem Buch muss man alles bis ins Detail klar haben, bevor man überhaupt an eine Veröffentlichung denkt! Wir werden also sehen… Wenn es wirklich realisiert wird, was ich mir ehrlich erhoffe, soll es amüsant und unterhaltsam werden. Da gibt es z.B. eine Doku zu ANVIL, die ich derzeit auf meinem Ipod habe. Das ist wie SPINAL TAP in echt! Herrlich! Einmal kannst du dich total weglachen und dann ist es total traurig. Und das ist doch ein Anspruch, den ich auch für das Buch aufnehmen würde. Da muss alles rein, egal ob lustig oder böse. Das könnte doch sehr interessant werden! Also Leute, wenn ihr darüber was seht, tragt Euch ein! Das ist nicht einfach Werbung, sondern die wollen wirklich wissen, wer an so was Interesse hat! Und über die Musik ein Buch zu machen, wäre ja witzlos… dafür kennen uns die Leute ja eh schon, haha! Man soll entdecken, was dahinter steckt! Es soll ja auch einen therapeutischen Faktor haben, haha! OHA, SO „SOME KIND OF MONSTER“, ODER WIE? Ach, hör auf. METALLICA nerven mich total! Ich habe die Doku nicht gesehen, aber gehört, dass sie sehr gut und interessant sein soll. James soll sich ja in eine Art Cartoon-Figur von sich selbst entwickelt haben. Und ein Freund meinte, dass man bei dem Film tatsächlich lernt Lars zu mögen! Da ist Hetfield der Assi und nicht Lars! Man findet Lars sympathisch… das muss man sich mal reinziehen, haha! OK, VIELEN DANK FÜR DEINE ZEIT UND WIR SEHEN UNS AUF TOUR! Vielen Dank an Dich!

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