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PETER HEPPNER

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“WIR HÄTTEN UNS SELBER NIE GRUFTIS GENANNT…” PETER HEPPNER IST IN ALLER MUNDE UND HAT SICH ANLÄSSLICH SEINES 2TEN SOLOALBUMS DIE ZEIT GENOMMEN, MIT UNS ZU PLAUDERN. DA FREUT SICH NICHT NUR DER WOLFSHEIM-FAN… ALSO DEINE SINGLE „MEINE WELT“ IST JETZT DRAUSSEN UND DEIN NEUES ALBUM „MY HEART OF STONE“ IN EIN PAAR TAGEN IM LADEN ERHÄLTLICH… JETZT MAL GANZ EHRLICH, WIE FÜHLT SICH DAS FÜR DICH AN – ICH MEINE „SOLO“ IST JA SCHON EIN PAAR JÄHRCHEN HER? Öhhh … joaaah … was soll ich jetzt dazu sagen? Ich bin nervös wie immer, freue mich auf das Feedback, was hoffentlich bald kommen wird. Ich bin im Moment einfach nur neugierig, wie es dann ankommt. Es ist aber bei einer Platte immer so. Sehr nervös und sehr aufgeregt … BEI DER VORBEREITUNG DIESES INTERVIEWS HABE ICH OFT GEHÖRT: “DER HEPPNER LEBT NOCH?” – SOMIT IST DAS AUCH MEINE ZWEITE FRAGE: WARUM HAST DU SO LANGE FÜR DIE PRODUKTION FÜR „MEINE WELT“ UND „MY HEART OF STONE“ GEBRAUCHT? (lacht) … Also erstmal kam es mir selber ehrlich gesagt gar nicht so lange vor … das habe ich letzendlich auch dann erst gemerkt, als wir am Ende der Produktion waren, dass es ja schon 4 Jahre her sein wird, wenn wir mit der Platte rauskommen. Das liegt wohl auch ein bisschen daran, dass ich mehr getourt bin zur letzten Platte, als ich das sonst gemacht habe. Naja, es hat einfach so einen Spaß gemacht, dass wir dachten, dann machen wir nochmal ‘ne Runde … Und dann habe ich auch noch das Plattenlabel gewechselt, und wusste deshalb auch sehr lange nicht, wann ich wieder produzieren würde oder ähnliches und dann sind auch so noch ein paar Sachen passiert, wo ich ehrlich gesagt gar nicht so wirklich gemerkt habe, wie schnell die Zeit vergeht. Ich bin auch ein paar Mal danach gefragt worden: “Warum denn dieses Comeback?” – Wo ich sage: “Was für’n Comeback?!” Ich war eigentlich nicht weg und wenn man nicht weg ist, kann man kein Comeback haben … also ehrlich gesagt ist es mir nicht so aufgefallen, aber ich sehe schon ein, dass es beim nächsten Mal nicht 4 Jahre werden. Da werde ich jetzt mehr drauf achten. … DAS IST ZU WOLFSHEIM-ZEITEN JA ÄHNLICH GEWESEN … ES HAT MIT ‘NER NEUEN PLATTE HALT IMMER EIN BISSCHEN LÄNGER GEDAUERT … Na ja … wir hatten ja auch mal so einen Rhythmus wie alle 2 Jahre oder sowas, aber das wurde dann alle 2 1/2 … dann alle 3 und dann am Ende alle 3 1/2 … es wurde halt immer länger … aber naja ich hatte es in diesem Augenblick bei dieser Platte gar nicht so im Blick gehabt. WIE WAR DIE PRODUKTION DES ALBUMS IM ALLGEMEINEN FÜR DICH? WAR ES EHER EINE RUHIGE ODER EINE MIT VIEL STRESS VERBUNDENE SACHE? Also sagen wir es mal so: Wir wollten ursprünglich in einem Monat fertig werden und haben dann 4 dran gesessen, das beantwortet deine Frage eigentlich schon. Es war sehr sehr viel Arbeit am Ende, viel mehr, als wir vorher dachten und ich habe auch tatsächlich ein paar Mal gedacht: Das wird jetzt ein bisschen viel. … Und die letzten Wochen waren dann wirklich schon ein bisschen anstrengend, weil ich habe dann eigentlich pro Nacht kaum noch mehr als vier oder fünf Stunden schlafen können, hab’ dann so quasi direkt neben meinem Schlafplatz gearbeitet und bin immer nur zwischen Platz, Sofa und Arbeitsplatz hin- und hergerobbt sozusagen. Das ist natürlich auf Dauer ein bisschen anstrengend, das war sehr sehr viel Arbeit und sehr aufwendig an vielen Stellen aber na ja gut. Ich bin ja wirklich jemand, der sagt: “Wir müssen eine Sache auch hundertprozentig fertig haben, bevor wir sie rausbringen und dann bin ich auch selber dran Schuld, dann ist das eben so!” Dann muss man sich einfach fragen, ob man das alles dafür in Kauf nimmt oder halt nicht. Und bislang bin ich ja auch bereit das in Kauf zu nehmen, damit es am Ende auch gut wird. DU HAST VORHIN ANGESPROCHEN, DASS DU DEIN PLATTENLABEL GEWECHSELT HAST … VON WARNER ZU UNIVERSAL. WIE KAM ES DAZU? Das hatte schon seine Gründe, aber darüber würde ich jetzt gar nicht so sehr reden wollen. Das, was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass ich mich im Nachhinein ein bisschen drüber wundere, warum ich nicht gleich bei Universal abgeschlossen habe, denn bei Universal kenne ich relativ viele Leute schon sehr lange … mit SCHILLER oder PAUL VAN DYK bin ich bei Universal gewesen … erstaunlich eigentlich, dass ich nicht gleich bei Universal gelandet bin. Aber na ja jetzt Ist es so und es ist gut und ich fühle mich da auch wohl. Alles in Ordnung. ICH WÜRDE GERNE EINMAL AUF DEIN ALBUM ZU SPRECHEN KOMMEN, “MY HEART OF STONE” IST IN MEINEN AUGEN EIN BISSCHEN “POPPIGER” GEHALTEN IM VERGLEICH ZU “SOLO”, “SOLO” IST JA EINE RECHT TRAURIGE UND DÜSTERE SCHEIBE … IN DEM ZUSAMMENHANG_ WELCHEN BEZUG HAST DU 2012 NOCH ZUR “SCHWARZEN SZENE”? Schwarze Szene ist sowieso so ein Kuriosum gewesen … Ich gehörte zur schwarzen Szene, als es die noch gar nicht gab, das sind die Achtziger gewesen, aber das haben wir nicht “schwarze Szene” genannt. Wir hätten uns selber auch nie Gruftis genannt, haben aber die entsprechende Musik damals gehört und ich habe dann auch jahrelang nur schwarz getragen und mir die Haare dann noch entsprechend frisiert und so, nur wir hätten uns damals nicht Gruftis genannt. Das war einfach so. Es hießt New Wave für uns, das war eben ein Teil des New Wave, weil in den Achtzigern kam das ja alles aus England aus einer Welle von viel mehr Sachen. Das gab’s ja auch viel mehr als diese Sachen wie BAUHAUS oder CURE oder Ähnliches. Da gab’s ja auch noch ganz andere Dinge, da gehört ja auch noch THE SMITHS dazu, die ja viel poppiger waren, ja eher Gitarrenpop waren und ganz ganz viele andere Sachen und das haben wir alles letztendlich zu New Wave gezählt, und wir waren dann eben der Teil des New Wave, der sich dann schwarz angezogen hat und die Haare schwarz gefärbt hat oder Ähnliches. Und damit habe ich dann irgendwann Ende der Achtziger, ich will nicht sagen aufgehört, aber irgendwann habe ich mich dann dazu entschlossen, dass mir das Äußere eigentlich gar nicht mehr so wichtig ist. Und dass ich das irgendwie auch nicht so wichtig finde, meine modische Einstellung oder meine Lebenseinstellung so sehr nach außen zu tragen in meiner Kleidung. Deshalb habe ich auch ein bisschen damit aufgehört, mich auffällig anzuziehen. Auf der anderen Seite war es dann aber so, dass ich dann mittlerweile mit WOLFSHEIM angefangen hatte und wir anfingen auf die ersten Festivals zu gehen, und da sah ich ja auch erst was sich aus der Szene entwickelt hat, zu der wir dann mal Jahre vorher gehörten. Das war so ein bisschen lustig, weil ich hatte so ein bisschen “Urlaub” von der schwarzen Szene genommen und gehörte dann quasi als Band wieder dazu und habe seit dem her ein relativ zwiespältiges Verhältnis dazu, weil viele Teile der schwarzen Szene finde ich komisch und befremdlich und andere Teile wiederum interessant, nett und da macht’s auch Spaß, aber ich glaube das geht jedem so. DAS WÄRE JETZT EIGENLTICH SCHON MEINE NÄCHSTE FRAGE GEWESEN … ABER GUT … (LACHT) Also ehrlich gesagt war ich jetzt schon seit zwei Jahren nicht mehr unterwegs und auch bei der letzten Tour muss ich sagen, war auf meinen Konzerten auch ein Teil der Leute schwarz angezogen … sagen wir es mal so, aber es sind dann ja sowieso eher die “EBMler” und “Elektroniker” die dann kommen und weniger die richtigen Grufits … Es ist eigentlich mehr so die “Elektronik-Abteilung” der schwarzen Szene, die zu mir kommt … Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, da müsste ich jetzt gerade mal gucken, wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Bei der nächsten Tour oder bei den nächsten Festivals … aber gucken wir doch mal … VORHIN HAST DU DIE MUSIKALISCHEN ASPEKTE DEINER SOZIALISATION ANGESPROCHEN … WELCHE VORBILDER HAST DU EIGENTLICH? Och, da habe ich so viele, da könnten wir mal irgendwie ‘nen Tag drüber quatschen, wenn wir mal das Glück haben zusammen zu sitzen. Da kann ich dir jetzt nicht so ein paar Namen runterbeten. Das möchte ich auch nicht, weil ich sehr sehr viel und sehr verschiedene Musik gehört habe und da jetzt ein oder zwei Bands heraus zu heben fände ich eigentlich nicht gut, weil da gibt es eher Hunderte von Bands, die da ‘ne Rolle spielen. Ich kann dir mal ein Beispiel geben: Ich wollte mal irgendwann für ‘ne Zeitschrift meine 20 Songs für die Insel aufschreiben. Dann habe ich mich hingesetzt und wollte dann mal “eben” zwei Stunden lang die Songs runterschreiben, die ich unbedingt mitnehmen müsste. Ich war nach ‘ner halben Stunde schon bei 60! Und hätte ich da noch 2 1/2 Stunden weiter gesessen, dann wäre das auch entsprechend mehr geworden, weil da waren noch nicht einmal annähernd alle dabei. Ich kann nicht mit ‘ner CD mit 20 Songs auf die Insel – ich brauche da doch ein MP3-Player mit ein paar Gigabyte Platz sonst geht das nicht. Es ist einfach sehr viel … OK ZURÜCK IN DIE GEGENWART. DEIN BALD ERSCHEINENDES ALBUM HAST DU JA “MY HEART OF STONE” GENANNT. WELCHE BEDEUTUNG HAT DIESER ALBUMTITEL (FÜR DICH)? Hmm … was glaubst du denn? HMM, ICH GLAUBE DAS IST SEHR INTERPRETIERBAR… Wie findest du den denn in Bezug zur Platte? Eher unpassend oder was empfindest du dabei? ICH FINDE DEN RECHT PASSEND, OBWOHL MEIN ERSTER GEDANKE WAR: “DAS KLINGT ABER WIEDER RECHT TRAURIG …” UND BEIM REINHÖREN FIEL MIR DANN AUF, DASS ES NICHT UNBEDINGT SEHR TRAURIG ABER DOCH NACHDENKLICH IST … Ja … und da hast du letztendlich so ziemlich genau den Eindruck getroffen, den ich auch hatte. Dieser Titel ist mir auch eingefallen und ich kann dir auch gar nicht genau sagen warum und woher der kam. Wie das so ist, fand ich den komisch passend und komisch widersprüchlich zugleich und dann habe ich gedacht, na ja dann lass’ uns doch einfach gucken, wie sehr mein Herz aus Stein ist oder ob es das überhaupt ist. Denn ich beschäftige mich seit 25 Jahren mit vielen Themen, wo die Leute sagen, das lässt einen aber abhärten oder ähnliches. Da hat es mich selber schon interessiert, wie sehr mein Herz aus Stein ist, … so muss ich sagen, so sehr ist es nicht aus Stein, es tut immernoch alles genauso weh wie früher, also zumindest spüre ich da keinen Unterschied, und na ja ich glaube die Zeit spricht da auch für sich. JETZT WO WIR BEIM ALBUM ANGELANGT SIND … WIE WÜRDEST DU ES MIT 3 WORTEN BESCHREIBEN? Gar nicht (!) … weil 3 Worte reichen nicht. Ich habe 16 Songs und einen Bonus-Track dafür gebraucht, um das Album zu beschreiben und da kann ich nicht in 3 Worten was zu sagen. UM MAL AUF DIE SINGLE ZU KOMMEN – WIE STELLST DU DIR “DEINE” WELT VOR? (lacht) Meine Welt … ach Gott nee … also wenn ich das jetzt wirklich ernsthaft und wahrheitsgemäß beantworten soll, wäre mir das entweder viel zu privat oder wenn die die Frage in irgendeiner Form politisch stellst … da würde ich sagen, da bräuchten wir aber auch ein paar Tage, um zu diskutieren, was ich denn genau damit meine … Also zur Antwort: Anders als heute, das kann ich dir definitiv sagen, das finde ich aber auch ganz gut so, weil dadurch habe ich ja auch noch Visionen und Träume, auf die ich auch noch zu arbeiten kann und die auch wichtig finde, und was das jetzt im einzelnen ist, das umfasst das Lied … was mich sonst noch bewegt, sagen ja auch viele andere Stücke, die ich in den 25 Jahren gemacht habe. Also ich glaube da sagt das einfach mehr, als alles was ich da jetzt zu sagen hätte … VORHIN HABE ICH MIR MAL DEINE FACEBOOK-SEITE ANGESCHAUT, UND MIR IST EIN KOMMENTAR BESONDERS AUFGEFALLEN, WO EIN FAN SCHREIBT, ER VERMISSE DIE ALTEN WOLFSHEIM-ZEITEN … (unterbricht) Das ist dir also nur EIN MAL aufgefallen … Aha. NUN GUT, DA IST ER NICHT DER ERSTE. MIR GEHT ES JA AUCH SO… Ja … tue ich auch … ich vermisse auch die alten WOLFSHEIM-Zeiten … MEINE FRAGE DAZU: GIBT ES DA NOCH IRGENDWELCHE HOFFNUNGEN ODER NUR EIN NOSTALGIEGEDANKE DEINERSEITS? Na ja was heißt Nostalgiegedanke meinerseits? Ich habe WOLFSHEIM nicht beendet, ich hätte WOLFSHEIM nie beendet … das ist von einer anderen Seite gekommen, sagen wir es mal so. Ich stand dann plötzlich auch vor den Scherben meines Lebens oder eines großen Teils meines Lebens. Das ist natürlich nicht toll, aber es lag nicht in meiner Entscheidung … ich habe auch nichts in irgendeiner Form getan, dass das herbeigeführt haben könnte. Zumindest nicht soweit ich das sehe oder das weiß, und deswegen weiß ich da auch genauso viel wie du oder jeder andere über die Gründe zum Beispiel. Nur ich kann das nicht sagen, was ich da von Markus Reinhardt gehört habe in der Richtung. Das glaube ich so nicht, oder das was er dann danach durch seine Anwälte teilweise hat verkünden lassen. Das stimmt so nicht. Zumindest größtenteils. … Das weiß ich jetzt auch nicht, was ich davon halten soll. Ich glaube nicht, dass das irgendwann nochmal funktioniert, weil die ganzen Vorgänge auch irgendwie so ein bisschen dazu geführt haben, dass ich das nötige Vertrauen verloren habe, und ich weiß nicht, wie das wieder hergestellt werden sollte – ganz einfach! Na ja, das ist jetzt einmal so passiert … wer würde mir denn garantieren, dass das beim nächsten Mal nicht wieder so passiert? Und deswegen würde ich mich dafür nicht wieder so arrangieren – zumindest nicht so in der Form. Also deswegen kann ich dir nur sagen: Ich glaube nicht, dass es WOLFSHEIM in der Zusammensetzung noch mal geben kann, die es vorher gab und über andere Zusammensetzungen, … weiß ich nicht, kann ich dir nicht sagen. … ES IST SCHWER HIN ZU NEHMEN … ABER VÖLLIG VERSTÄNDLICH … Was soll ich dir dazu sagen? Es ist ja nicht so, dass es irgendwas gibt, worüber ich mich mit Markus gestritten habe und deswegen sind wir jetzt verstritten … das ist Quatsch … das ist so nicht passiert. Ich weiß nicht, was passiert ist, ich kann dir das nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass mich eines Tages Markus verklagt hat … so plötzlich. Er wollte mich rausschmeißen und dann hat er mich verklagt. Ich weiß jetzt auch nicht warum … ehrlich. PETER, WENN ES FÜR DICH OK IST WÜRDE ICH GERNE WIEDER ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT KOMMEN … Oh ja, gerne. MIT WELCHEM TITEL VOM ALBUM IDENTIFIZIERST DU DICH AM MEISTEN BZW. MIT WELCHEM TITEL VERBINDEST DU AM MEISTEN? Ohhhhhhhhhh … das wechselt . … keine Ahnung. Also identifizieren kann ich mich mit allen. Das sind ja auch alles Titel, hinter denen ich 100%ig stehe und auch 100%ig zumindest ein Teil von dem beschreiben, was ich denke und wichtig finde u.s.w. Und deswegen kann ich das mit jedem Song … ich kann mich mit jeden Song gleich identifizieren, nur ich habe auch meine Lieblingsstücke … aber das ändert sich auch. Im Moment höre ich sehr sehr oft “Noch Nicht Soweit”, das war jetzt aber vor ein paar Wochen “Give Us What We Need” und davor war es dann “Meine Welt” … also das ändert sich, das wechselt … NOCH MAL ZUR SINGLE “MEINE WELT” – WOHER HATTEST DU DIE INSPIRATION, SO EIN AUFWENDIGES VIDEO ZU PRODUZIEREN? Also ich tue in dem Lied ja so ein bisschen, als wäre es ein Kinderlied – es ist aber kein Kinderlied, das hört man ja auch an vielen Stellen sehr deutlich oder zumindest an einigen Stellen , aber ich tue ja so, als wäre es eins, und dann habe ich irgendwann auch mit Ulrike Rank zusammen gesessen, das ist eine Freundin von mir und zudem eine sehr gute Grafikerin und sie ist auch eine sehr gute Videoregisseurin. Ich habe mit ihr auch schon in Island gedreht für das Video von “Glasgarten”, sie hat auch schon für SCHILLER eine Tourdokumentation gemacht u.s.w.. Wir treffen uns halt regelmäßig und ich habe dann mit ihr darüber gesprochen, denn bei einer Grafikerin bin ich dann auch erstmal an der richtigen Stelle, wenn ich sowas möchte. Ich habe ihr dann erzählt von der Idee, was sie denn davon halten würde, ein Animationsvideo zu machen, ein Video zu machen, indem wir auch so ein bisschen tun als wäre es ein Kinderlied quasi als würden wir ein Kinderlied illustrieren. Es ist so ein bisschen eine Gradwanderung, denn so sehr nach Kinderlied sollte es auch nicht aussehen, weil es sonst auch künstlerisch nicht mehr aufgegangen wäre. Es geht ja gerade darum, dass es eben nicht nur ein Kinderlied ist. Darauf hat sich das dann so ergeben und ich wusste auch von vornherein, weil ich ja schon viel mit Videoproduktion zu tun hatte, dass ich so ein Animationsvideo machen möchte. Und dass man da eben viel Zeit für braucht, weil ich halt sehr aufwendig ist, und so wie sich das andeutet bei dem Lied musste das auch Aufwand haben, damit es am Ende richtig gut wird und gut funktioniert. Und so sind wir halt auf die Idee gekommen und dann haben wir uns so ein bisschen “Fachmaterial” angeguckt sprich “Die Sendung mit der Maus”-DVDs, die es so gibt, weil da auch sehr gute Animationen bei sind und man dabei auch sehr schön sehen kann, wie man teilweise mit einfachen Mitteln ganz große und tolle Effekte erzielen kann. Das haben wir uns dann an einem Abend so durchgeguckt und danach haben wir angefangen los zu legen. UND HAST DU DICH SELBER KÜNSTLERISCH AN DEM VIDEO BETEILIGT, HAST DU BILDER DAVON SELBER GEMALT? Nee, das hat alles Ulrike gemacht. Das war aber aber von vornherein so geplant, weil ich wollte gar nicht so in der Sache involviert sein, also nicht so direkt. Ich wollte als Produzent eher im Hintergrund stehen. Weil wenn man selber an solchen Sachen arbeitet, dann verliert man so ein bisschen den Abstand und kann selber auch nicht mehr so entscheiden, ob eine Sache gut ist oder nicht. Und deswegen hat ein Produzent auch die Aufgabe, genau diesen Abstand zu wahren und deswegen habe ich die ganze grafische Umsetzung an Ulrike Rank gegeben und die Animationen und die computermäßige Umsetzung ist auch noch von jemand anders gemacht worden. Ich bin dann eben in regelmäßigen Abständen, oder auch immer wieder zwischendurch über alles informiert worden und habe dann immer, wo ich meinte, dass es nötig ist auch eingegriffen und dann eben gesagt: “Nö, das nicht … oder dieses oder jenes oder macht mal davon mehr …” oder Ähnliches. Das ist aber als Produzent auch wichtig, dass man da nicht zu sehr und zu tief drin steckt, weil man sonst eben nicht mehr entscheiden kann, ob es auch anderen gefallen könnte oder ob es noch funktioniert oder ob man einfach selber etwas betriebsblind wird. ALS WEITEREN TITEL HAST DU EIN “LIED FÜR WETTKÄMPFE” AUF DER SCHEIBE – DAS IST “ALLES KLAR” UND MEINE FRAGE: WIE KOMMT MAN AUF DIE IDEE, SO EINEN SONG ZU MACHEN – SIEHST DU DICH SELBST ALS WETTKÄMPFER? WENN JA, IN WELCHEM ZUSAMMENHANG? Also ein bisschen schon glaube ich, weil sonst hätte ich das glaube ich in dem Lied nicht so gut nachvollziehen können. Das Lied beschreibt ja die Stimmung oder das, was in einem Wettkämpfer vorgeht, das war ja auch der Anspruch, das so zu machen und nicht einfach nur irgendwie irgendwas zu schreiben. Sonst hätte ich auch texten können, was ich will aber das war nicht das Vorhaben. Gekommen auf die Idee bin ich aber eigentlich so ein bisschen wie die Jungfrau zum Kind … oder sagen wir es mal so … es waren eher die Geister, die ich selber rief. Ich hatte mit Dirk Riegner und Lothar Manteuffel schon einige Stücke für die LP geschrieben und mir ist aufgefallen, dass sehr sehr viele langsame Stücke dabei sind und dann habe ich den beiden gesagt, dass wir bei der nächsten Session mal ein paar schnellere Songs machen. Und das haben wir gemacht und plötzlich saß ich mit diesem Stück Musik da … und ich fand das toll, auch richtig klasse, musste aber doch sehr lange darüber nachdenen, was ich denn damit machen sollte. Das ist zwar ein tolles Stück aber mir ist nicht eingefallen, was ich da jetzt als Peter Heppner zu singen soll. Das muss ja auch passen, wenn man was dazu singt. Das ist mir eben besonders wichtig, dass das, was ich singe, auch authentisch wirkt und auch gut passt. Ehrlichgesagt war ich mir da zuerst nicht sicher, ob ich da einen Gesang zu finden würde, den ich dann auch passend finde. Dann ist mir irgendwann doch tatsächlich aus heiterem Himmel die Idee gekommen (Wer weiß denn schon wie er auf Ideen kommt?), einen Sportsong daraus zu machen. Aber ich dachte dann, wenn ich schon ein Sportlied mache, also ein Wettkampflied, dann sollte das schon ein Lied sein, das mir gefällt und nicht gerade wenn ich 2,0 Promille Intus habe … das muss ich auch so gut finden und habe mich auch daran gewöhnt und es dann gemacht. Allerdings ist es nicht so, dass wir es gezielt für diese EM oder die Olympiade gemacht haben, aber mir ist natürlich auch aufgefallen, dass diese Events 2012 stattfinden, also insofern muss ich schon sagen, gewusst haben wir es auch, aber nicht dafür und nicht im Hinblick darauf geschrieben. Das ist tatsächlich zufällig passiert. DER TITEL „DESERVE TO BE ALONE“ IST EIN SEHR BERÜHRENDES DUETT MIT KIM SANDERS … WIE KAM ES DAZU, DASS DU WIEDER MIT IHR ZUSAMMEN EINEN SONG MACHST – HABT IHR EUCH ZUSAMMENGESETZT UND GESAGT: “JA, DANN MACHEN WIR MAL WIEDER EIN DUETT!” – ODER LIEF ES DOCH GANZ ANDERS? Nee … wir wollten das wirklich schon ganz ganz lange, schon seit der SCHILLER-Tour, wir haben dann ja auch ein bisschen was zusammen gemacht mit Anke (MILU). Aber ich wollte auch schon immer was mit Kim alleine machen, ich hatte ja mit Anke auch schon ein Stück alleine gemacht (“Lustschmerz”) und es war für mich immer so ein bisschen der Traum, mit ihr auch nochmal ein Lied zusammen zu machen. Ich finde, sie hat eine unglaubliche Stimme und kann unglaublich toll singen und ist übrigens auch eine sehr gute Songwriterin, das wissen viele Leute nicht. Sie schreibt wirklich unglaublich tolle Songs und unglaublich tolle Stimm-Parts … und das, was sie da bei SCHILLER teilweise gemacht hat, finde ich, gehört zu den besten Sachen, die ich je gehört habe. Und deswegen wollte ich mit ihr endlich mal was zusammen machen, aber das ist immer nicht dazu gekommen, es hat sich immer nie ergeben und als ich jetzt an dieser Platte gearbeitet habe, war mir klar, dass es doof wäre, darauf einfach nur zu warten, bis sich was ergibt. Dann habe ich mir auch einfach zum Ziel gesetzt, ein Lied für Kim zu schreiben. Also das ist von mir eigentlich nur für Kim geschrieben worden und eigentlich nicht als Duett. Wir haben es jetzt auf Platte als Duett gebracht, aber geschrieben geworden ist es tatsächlich nur für Kim. Und dann habe ich ihr das letzendlich irgendwann geschickt und das über Umwegen, weil Kim hat ja bei “The Voice Of Germany” mitgemacht und das war unglücklicherweise zum gleichen Zeitpunkt, als wir produziert haben. Und es hieß eigentlich, dass wir das nicht verwirklichen können, denn wenn du bei so einem Contest bist, hast du einfach nicht die Zeit dafür. Und leider hätte Kim diese Zeit nicht gehabt, deswegen hätte ich mich schon fast damit abgefunden, dass es nicht mit auf der Platte sein würde und hatte schon eine Version aufgenommen, die dann nur ich alleine singe. Wir haben aber in unserer Produktion so lange gebraucht, dass Kim mit dem Contest fertig war und doch Zeit hatte. Ich hatte ihr das dann wie gesagt geschickt, sie war begeistert und ist auch nach Berlin gekommen, wir haben’s zusammen aufgenommen und waren beide ganz glücklich, dass wir das machen konnten. DANN HATTEST DU NOCH DEN SO LANG ERWARTETEN TITEL “GOD SMOKED” (AUCH AUF “MY HEART OF STONE”), DEN MAN JA SCHON AUF DER “SOLO”-TOUR HÖREN KONNTE. VOR KURZEM STAND ER ZUM DOWNLOAD ZUR VERFÜGUNG. WIE KAM ES ZU DIESEM TITEL UND WIESO DAUERTE ES SO LANGE? Na ja, klar war, wir wollten ihn auf der LP drauf haben und deswegen haben wir ihn im Zusammenhang mit der LP veröffentlicht. Und ihn einfach zwischendurch raus zu hauen, wäre nicht im Sinne dieses Liedes gewesen, obwohl ich sagen muss, dass der Song ja eine Auftragsarbeit ist, ich habe das also nicht selber gemacht, der stammt auch nicht von mir, sondern von Howard Marks, ich weiß nicht ob du den kennst, der hat auch eine Autobiographie geschrieben und tourt auch auf Musikfestivals mit Lesungen, die er dann macht. Ist schon ein sehr interessanter Mensch. Und von ihm stammt auch dieser Spruch “God Smoked”. Ich bin angefragt worden von einem deutschen Regisseur, der einen Film über Howard Marks machen und in diesem Zusammenhang eben Musikvideos integrieren wollte. Ich fand das eine spannende Idee und habe mich dann hingesetzt mit Dirk und Lothar und wir haben dieses Lied geschrieben. Das kam dann sehr gut an bei den Leuten und dann haben wir dieses Musikvideo gedreht und das ist das was du jetzt siehst. Und das ist auch so in der Dokumentation drin, die auch “God Smoked” heißt – das ist nicht der Film “Mr. Nice”, der in den Kinos war. DU BIST JA AUCH MIT VIELEN DEINER NEBENPROJEKTE BEKANNT GEWORDEN SPRICH JOACHIM WITT, SCHILLER, PAUL VAN DYK, GOETHES ERBEN … VOR GAR NICHT SO LANGER ZEIT WAR ES JA „HAUS DER DREI SONNEN“ MIT NENA. … KANN MAN ALS FAN DEINER NEBENPROJEKTE MAL WIEDER MIT ETWAS NEUEM RECHNEN? Weiß ich jetzt nicht … ich habe erstmal die Platte gemacht. Zwei Nebenprojekte sind ja auch erstmal auf der LP drauf, einmal das Lied mit Kim Sanders und auf der Zusatz-CD ist auch ein Lied, dass ich mit Marianne Rosenberg zusammen gemacht habe. Allerdings muss ich dazu sagen, da habe ich wirlich nur mitgesungen. Marianne hat alles komplett mit Dirk Riegner geschrieben. Ich fand das aber auch alles sehr toll, weil es auch mein Lieblingsstück auf ihrer LP gewesen ist und dass sie mich dann ausgerechnet bei diesem Stück gefragt hat, war dann glücklicher Zufall. Ich bin ja auch kein Studiosänger, man kann mich ja nicht “mieten”, um irgendwo ein bisschen mit zu singen … das mache ich normalerweise nicht und deswegen hätte ich ja auch beinahe die NENA-Sache abgesagt. Nur bei der NENA-Sache war es ja so, dass ich mich mit NENA darauf geeinigt habe, dass ich dann auch mit Dirk und Lothar die Produktion übernehmen. Das war dann für mich was anderes und ich hatte die Möglichkeit, mich künstlerisch einzubringen. Bei Marianne ist das nun das allererste Mal, dass ich im Grunde genommen nur gesungen habe, was mir bei dem Stück aber auch echt ‘ne große Ehre war. Ich fand es selber ja auch extrem gut und was sie nicht wusste – zu dem Zeitpunkt als sie mich gefragt hat, ob ich das mit ihr zusammen singen möchte, hatte ich schon eine Version von Dirk Riegner bekommen und hörte es auch schon die ganze Zeit auf Repeat … Ich sehe gerade unsere Zeit ist um … KÖNNEN WIR NOCH KURZ DIE TOUR ANSPRECHEN? Ja, einer geht noch! WIE SCHAUT ES DAMIT AUS? IM ERSTEN TOUR-TEIL SPIELST DU IN 12 STÄDTEN … Ja erstmal in 12 Städten, das ist wie gesagt der erste Teil. Es soll auch wirklich nur der erste Teil sein, es wird auf jeden Fall auch noch einen zweiten Teil geben für alle die, die jetzt schon nachfragen. Wir haben viele Anfragen und wir gucken mal, nur dieses Jahr schaffen wir definitiv nicht mehr als diese 12 Städte. Was ich sagen kann ist, dass wir Anfang 2013 auf jeden Fall einen zweiten Teil nachschieben und es werden hoffentlich auch alle anderen Städte dabei sein. UND WAS KÖNNEN WIR PLAYLIST-TECHNISCH VON DIR ERWARTEN? NUR SACHEN VOM NEUEN ALBUM ODER WIEDER SCHÖN GEMISCHT? Es wäre ja langweilig, wieso sollte ich denn jetzt nur vom neuen Album spielen? Das ist ja doof – neeee … natürlich spiele ich auch alte Sachen, SELBSTVERSTÄNDLICH! Also mindestens fifty-fifty, die Hälfte alte Sachen, die andere Hälfte neue Sachen. Das macht mir ja auch Spaß … vorallem bei der Tour konnte wir so schöne alte Sachen wie “Die Flut” oder die SCHILLER-Sachen mal wieder hören auf der Bühne. Ich habe doch nur mal eine und eine halbe SCHILLER-Tour mitgemacht und anderweitig waren die Lieder live einfach nicht mehr zu hören. Mit Joachim bin ich z.B. nur zweimal aufgetreten und das konnte ich nie live spielen. Und jetzt kann ich es endlich mal … dann mache ich es doch auch, wäre ja doof wenn nicht. ICH WÄRE DANN MIT MEINEN FRAGEN SOWEIT DURCH … ICH BEDANKE MICH BEI DIR, DASS DU DIR DIE ZEIT FÜR DAS INTERVIEW GENOMMEN HAST, WÜNSCHE DIR VIEL GLÜCK FÜR DAS NEUE ALBUM UND VIEL SPASS BEI DER TOUR… P.H.: Ahh … gefällt dir das Album überhaupt? JA, IST WIEDER GENAU MEIN FALL… (lacht) … Ja das interessiert mich ja auch, ich brenne natürlich darauf zu erfahren, wie die Leute das finden. Ich habe da lange genug dran gearbeitet, jetzt möchte ich auch wissen, wie die Leute es finden und wie es ankommt. NEIN, EHRLICH … ES GEFÄLLT MIR RICHTIG GUT, DIE KONZERTE KÖNNEN KOMMEN … Das freut mich.. wunderbar! … Dann sehen wir uns … also du mich auf jeden Fall … schauen wir mal…

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