Terrorverlag > Blog > POWERWOLF > POWERWOLF (MATTHEW)

Interview Filter

POWERWOLF (MATTHEW)

Powerwolf-1.jpg

FANGEN WIR GANZ AM ANFANG AN. NEHMT UNSERE LESER DOCH EINMAL MIT AUF EINE REISE IN DIE BANDVERGANGENHEIT. ERZÄHLT UNS DIE GANZE GESCHICHTE VON DEN ANFÄNGEN BIS ZUM AKTUELLEN ALBUM IN KOMPRIMIERTER FORM. WIE KONNTE ES ZU POWERWOLF KOMMEN? Durch Fügung des Schicksals. Powerwolf wären niemals Powerwolf geworden, wenn nicht Charles und ich im Urlaub zufällig Attila kennen gelernt hätten, der sofort von der Idee besessen war, mit uns eine Metalband zu gründen. Gesagt getan, ein Paar Wochen später stand Attila bei uns vor der Tür, wir fingen an Songs zu komponieren und wenige Monate später war unser Debüt „Return in Bloodred“ fertig. Wir tourten danach viel, unter anderem mit Gamma Ray, und zwei Jahre später folgte unser Zweitwerk „Lupus Dei“. Es folgten touren unter anderem mit Candlemass oder Grave Digger, und jetzt sind wir mit unserem dritten Album „BiIble of the Beast“ zurück… DER VISUELLE ASPEKT SCHEINT BEI EUCH NICHT UNWICHTIG ZU SEIN. WAS STECKT HINTER DEN KOSTÜMEN UND DER SCHMINKE, DIE EUCH REIN OPTISCH JA EHER IN DIE BLACK METAL-RICHTUNG SCHIEBEN. GIBT ES BEI EUCH IRGENDEINEN BEZUG ZUM BLACK METAL? Nein. Ich persönlich mag das ein oder andere Black Metal Album, zum Beispiel finde ich, dass das neue Satyricon-Album absolut grandios ist – aber auf Powerwolf bezogen hat Black Metal überhaupt keinen Einfluss. Das Konzept mit den Bühnenkleidern und dem Make Up kommt von Attila, und der wusste bis vor kurzem gar nicht, dass es so etwas wie Black Metal gibt… Attila kommt ja aus der Klassik bzw. Musical-Ecke, und dort ist es gang und gäbe, dass man mit Kostümierung und Make Up Auftritt, und daher schien es Attila auch naheliegend, etwas ähnliches auch bei Powerwolf umzusetzen. Letzten Endes haben die Blackmetaller diese Optik ja auch nicht erfunden. Uns haben da eher diverse Vampirdarstellungen beeinflusst. Wir werden auch oft gefragt, warum wir das alles überhaupt tun… nun, für uns gehört es einfach dazu. Es gehört zu Powerwolf, und zwar nicht, um von der Musik abzulenken, sondern einfach um gerade live einen Bonus zu bieten. Wir stehen auf Bands, die live eine coole Show bieten, für uns gehört das zu einem guten Metalkonzert dazu. IHR SPIELT JA VIEL MIT RELIGIÖSEN SYMBOLEN HERUM. WESHALB? WIE STEHT IHR ZUM THEMA RELIGION? Privat sind wir sehr religiös bzw. spirituell interessierte Menschen – jeder von uns fünf auf seine Weise. Deshalb gibt es auch keine einheitliche religiöse Position bei Powerwolf, und aus dem Grund werden wir auch niemals als Powerwolf einer bestimmten Sichtweise zugehören, denn dazu sind bandintern die Ansichten viel zu verschieden. Ich könnte dir auch nicht sagen, wie wir zum Thema Religion stehen, denn was ist schon Religion? Wir sind privat tief in der Materie verschiedener Theorien, es wäre eine viel zu allgemeine Aussage, was wir von Religion halten. Daher sagen wir immer mit einem Augenzwinkern: Wenn wir uns schon auf eine Religion einigen müssen – dann ist Metal unsere Religion. Was uns eint ist das Interesse an Religiösen Thematiken, und diese sind oft Grundlage unserer Texte. Zum einen passt das zu uns als Menschen, weil wir alle daran interessiert sind, und zum anderen passen diese Themen auch zu Powerwolf. Religiöse Gleichnisse haben oft etwas mystisches, dunkles, und das passt perfekt zur Musik von Powerwolf. REDEN WIR ÜBER EURE LYRICS. ICH MUSS IMMER WIEDER GRINSEN, WENN ICH MIR GERADE DAS AKTUELLE ALBUM ANHÖRE UND AUF DIE TEXTE ACHTE. WIE ERNST KANN MAN EURER LYRICS NEHMEN? WIE ERNST NEHMT IHR SIE? GEH MAL NÄHER AUF DIE TEXTE DES DRITTEN WERKES EIN. Nun, da gibt es durchaus verschiedene Ebenen. Wer sich genauer mit unseren Texten befasst wird merken, dass unter jedem Augenzwinkern durchaus Substanz zu finden ist. Wir sind keine Band mit Spaßtexten. Wir erlauben es uns, hier und da mit Worten zu spielen und auch mal die ein oder andere ironische Spitze einzubauen, aber das heißt nicht, dass wir mit unseren texten Witze erzählen. Lass es mich mal so sagen: Für uns ist es wichtig, dass die texte auf verschiedenen Ebenen funktionieren: Man kann sich durchaus mit den Hintergedanken beschäftigen, muss es aber nicht, und kann sich stattdessen über Wortspiele freuen. Wir sind nicht Rage Against The Machine, die eine Message an dem Mann bringen wollen, wir wollen auch nicht Missionieren, wir wollen unterhalten. Und da liegt die dritte ebene: Ein geiler Metalsong braucht geile Metal-Lyrics – die müssen nicht immer superintelligent sein, sie müssen passen. WORIN UNTERSCHEIDET SICH DAS DRITTE ALBUM VON DEN VORGÄNGERN? BESCHREIBE DAS ALBUM BITTE IN DEINEN EIGENEN WORTEN! „Bible of the Beast“ ist härter als seine Vorgänger, ein stück weit komplexer, und bombastischer. Wir haben mehr denn je mit Chören und Orgeleinsätzen gearbeitet, wofür wir uns die Mühe gemacht haben, mit einem 25köpfigen Chor zu arbeiten, und eine echte Kirchenorgel aufzunehmen. Dennoch ist „Bible…“ ein typisches Powerwolf Album geworden. Unsere stärke, eingängige Metalsongs zu schreiben haben wir auf dem Album mehr denn je ausgelebt wie ich finde. HAND AUFS HERZ, HAT EUCH BEI „PANIC IN THE PENTAGRAMM“ „FEAR OF THE DARK“ DER GÖTTLICHEN IRON MAIDEN PATE GESTANDEN? Nicht bewusst. Mir wurden diverse parallelen erst klar, als mich vor kurzem ein Journalist darauf angesprochen hat. Natürlich sind Iron Maiden ein großer Einfluss, aber als wir „PanicIin The Pentagram“ schrieben, dachten wir nicht bewusst darüber nach. Überhaupt lassen wir unseren Songs einfach freien Lauf, wenn wir komponieren. Wir scheren uns nicht drum, wenn mal ein Part stark nach einer anderen band klingt – weil es völlig egal ist, solange es zu dem Song passt. Manchmal verlangt ein Song einfach nach einem Iron Maiden-Part, und dann bekommt er ihn. Uns geht es nicht um Originalität, uns geht es um gute Songs, und wenn mal was eindeutig nach einem unserer Einflüsse klingt, dann ist das durchaus auch als Tribut zu sehen. Wir gehen da sehr offen mit um. ICH FINDE DA GIBT ES WIRKLICH EXTREM VIELE PARALLELEN. WELCHES SIND EURE HAUPTEINFLÜSSE IN MUSIKALISCHER HINSICHT. ICH FINDE VIEL MAIDEN, RUNNING WILD UND HELLOWEEN BEI EUCH… Klar. Wir sind alle eingefleischte Metalfans, und das nicht erst seit gestern. Wir haben alle recht große Plattensammlungen, und natürlich beeinflusst auch alles, was man so hört das eigene schaffen. Dennoch denke ich, dass wir trotz aller offensichtlichen Einflüsse mittlerweile einen sehr eigenen charakteristischen Sound gefunden haben. Attila klingt zum Beispiel absolut nicht wie der typische Metalsänger, auch von der Atmosphäre her haben unsere Songs eine sehr eigene Note. EIGENTLICH SEID IHR DOCH EINE BAND, DIE MIT SICHERHEIT BEI EINER VERANSTALTUNG WIE DEM GRAND PRIX ODER DEM RAAB-SONGCONTEST WAS REISSEN KANN, ODER NICHT? WÄRE SO EINE AKTION NICHT MAL ETWAS FÜR EUCH, UM METAL UNTERS GEMEINE VOLK ZU BRINGEN, WIE DAS LORDI DAMALS TATEN? Wir könnte das tun. Wollen wir aber nicht. Wir sind eine Metalband, und eine Metalband passt nicht auf solche Veranstaltungen. Das mag engstirnig klingen, aber so empfinden wir das. Wir erspielen uns unsere Fans lieber durch echte Konzerte statt durch Fernsehplayback. Ich gönnen den Band die Aufmerksamkeit, die sie dadurch bekommen, aber für Powerwolf wäre das im Moment nicht denkbar. LAST WORDS? Ehret den Metal!!!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu POWERWOLF auf terrorverlag.com