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PSYCHO LUNA (MR. LUNA/ LEILA LUGOSI)

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EINMAL IN INTERVIEWLAUNE KNÖPFTE SICH UNSER RASENDER REPORTER NACH THE BIRTHDAY MASSACRE SPONTAN AUCH DEN SUPPORT ACT PSYCHO LUNA INTERVIEWTECHNISCH VOR. DABEI SCHEUTE ER AUCH NICHT DAVOR ZURÜCK, GLEICH MIT EINEM NETTEN „KOMPLIMENT“ INS GESPRÄCH EINZUSTEIGEN, DOCH LEST SELBST… UM GANZ EHRLICH ZU SEIN. ICH HABE EUCH HEUTE ABEND DAS ERSTE MAL GEHÖRT. DIE KOMBINATION VON EINEM INTERNATIONALEN HEADLINER UND EINER DEUTSCHEN VORBAND IST BEMERKENSWERT. VOR ALLEM AUCH, WEIL IHR MUSIKALISCH IN DIE GLEICHE KERBE HAUT, ABER DEUTSCHE TEXTE HABT. NICHT SCHLECHT, ABER FÜR MEINEN GESCHMACK PASSEN DIE TEXTE NICHT GANZ ZUR MUSIK… Mr. Luna: Okay… … UM ES KURZ ZU MACHEN: WAS IST DA SCHIEF GELAUFEN? Leila Lugosi: Woho! Es fängt ja gut an! (lacht) DU WEISST DOCH, IMMER ERST BELIEBT MACHEN! Mr. Luna: Naja… Also schiefgelaufen ist da meiner Meinung nach Garnichts! Es geht mir darum, Gefühle zu transponieren und ich halte unsere Musik für ziemlich abwechslungsreich. Aber das Kernelement, das sich in jedem Song widerspiegelt ist so etwas wie ein Gefühlsausbruch. Die Texte sollen das eigentlich unterstreichen und ich denke, in den meisten Fällen gelingt das sogar. ABER DENNOCH GEHEN SIE EIN WENIG KONTRÄR ZU DER HARTEN MUSIK Mr. Luna: Ja. Das liegt allerdings mehr an unserer Entwicklung. Wir haben ein Set, das aus Liedern aus ganz verschiedenen Epochen besteht. Wir haben da zum Beispiel ein paar poppige Nummern drin und dann wieder die Härteren. Es wird jedoch in der Zukunft auch weiter in die härtere Richtung gehen. Was die Texte angeht, finde ich es immer gut, wenn so ein kleiner Widerspruch drin ist. Bei sehr emotionalen Texten zum Beispiel, wo man dann denkt da passt am besten so ein Liebesgedönse zu, auch musikalisch, so ein Gedudel, genau da richtig Energie reinzusetzen… ich denke, das könnte eine Mischung geben die es noch nicht gibt. Mir geht es auch darum etwas Neues zu schaffen und ich denke, es gibt nicht so viele Bands die das in dieser Form so machen. NEIN BESTIMMT NICHT. WIE GESAGT, ICH HABE EUCH HEUTE DAS ERSTE MAL ERLEBT UND DAS WAREN DIE REIBEPUNKTE DIE MIR SOFORT AUFGEFALLEN SIND. ES GIBT JA AUCH GENUG DEUTSCHE BANDS, DIE IHR GLÜCK IM ENGLISCHEN SUCHEN. Mr. Luna: Das ist auch wieder sowas! Ich denke, es gibt genug Bands weltweit, die Englisch singen und Englisch Musik machen. Wir bleiben erstmal deutsch. Wir haben zwar auch vor irgendwann mal ein paar Nummern auf Englisch zu machen – wir haben ja auch schon englische Phrasen drin – aber insgesamt soll Psycho Luna schon deutsch bleiben. Komischer Weise sind die Resonanzen im Ausland vor allem sehr gut! Wir waren zum Beispiel in Paris oder in London, da sind die Leute voll ausgeflippt obwohl sie kein Wort verstanden haben. Leila Lugosi: Oder vielleicht genau deswegen! Mr. Luna: Vielleicht deswegen! Wenn die Texte schon nicht zur Musik passen… WIR HABEN UNS VORHIN ÜBRIGENS KOLLEKTIV DISKRIMINIERT GEFÜHLT! SO EIN SONG NUR FÜR DIE FRAUEN! Leila Lugosi + Mr. Luna unisono: Danach kam aber gleich eins für die Männer! Mr. Luna: Aber was wären wir denn ohne die Frauen? DARÜBER BRAUCHEN WIR UNS, GLAUBE ICH, NICHT UNTERHALTEN! Mr. Luna: Denke ich auch! (grinst) WO WIR GERADE BEI DEN FRAUEN SIND! LEILA! DIE FRAGE HAT CHIBI AUCH SCHON ABBEKOMMEN: WIE ISSES SO ALS FRAU IM BÖSEN, BÖSEN MUSIKBUSINESS? Leila Lugosi: Frauen sind viel böser als Du denkst! KEIN KOMMENTAR… ABER IST ES NICHT NACH WIE VOR A MENS WORLD? Leila Lugosi: Kann ich gar nicht sagen. Ich kenne es nicht anders. Ich spiele jetzt seit rund 10 Jahren in der Band… Keine Ahnung! Ich habe da kein Problem mit. Ich habe auch als Kind schon nur mit Jungs gespielt, wahrscheinlich ist das von Frau zu Frau anders. Ich kann mir aber vorstellen, dass es Frauen gibt, die da nicht mit klar kommen. Aber dann wäre ich höchstwahrscheinlich nach 3 Jahren weg gewesen, wenn ich das gemerkt hätte. ES IST JA AUCH SCHÖN KUSCHELIG BEI EUCH IM BUS WIE ICH HÖRTE… Leila Lugosi: JA! Sehr WÜRDET IHR EUCH DAS ALLES DENN NOCHMAL ANTUN? Mr. Luna: Sofort! Leila Lugosi: Definitiv! Von mir aus nächste Woche! PLAUDERT DOCH NOCH EIN BISSCHEN AUS DEM NÄHKÄSTCHEN! Mr. Luna: Wir haben jetzt seit 2 Wochen ein neues Album draußen. Das Album heißt „Göttin“ und ist der Abschluss eines Dreiteilers. Wir sind sehr zufrieden mit den Resonanzen bis jetzt, es gibt sehr viele Kritiken. Natürlich nicht nur positive, aber ich mag es auch, wenn es Kritikpunkte gibt so wie Du sie ja gleich zu Anfang geäußert hast. Wir haben jetzt unsere erste, große Tour mit The Birthday Massacre hinter uns und sind gespannt was die Zukunft bringt. 2008 wollen wir versuchen uns auf den Festivals zu platzieren. Im Oktober ist bereits die nächste Auskoppelung geplant und wir blicken mit Spannung darauf! Es wird das erste Mal sein, dass wir kein Konzeptalbum haben werden, sondern einfach nur Lieder aneinanderreihen. Die werden zwar auch irgendwo noch einen roten Faden haben, aber es muss keine große Geschichte mehr sein, sondern einfach nur gute Lieder. Ich denke auch, wir haben viel von der Zusammenarbeit mit The Birthday Massacre gelernt. Sowohl was das Zusammenleben angeht, aber auch wie man Musik auf der Bühne präsentieren kann. Nicht unbedingt um es genau so zu machen, aber einfach weil sie vollkommen professionell sind. Wir sind eigentlich in diesem Business Neueinsteiger, das muss man mal so sagen, wir lernen viel dazu! Insofern hat sich die Tour 100%ig gelohnt! Leila Lugosi: Auch für die Band intern hat es sich sehr gelohnt. Weil wir noch mehr zusammengewachsen sind. ABER IHR WERDET TROTZ ALLEDEM EUREN EIGENEN STIL BEHALTEN? Mr. Luna: Klar! ICH DENKE, EINE BIRTHDAY MASSACRE COVERBAND BRAUCH KEIN MENSCH… Mr. Luna: Nee! Das braucht man nicht! Wir werden unseren Stil weiterhin entwickeln natürlich. Ich mag das grundsätzlich auch nicht so gerne, wenn Bands pro Album sich so verändern, dass man sie nicht wiedererkennt. Das ist das eine Extrem. Das andere Extrem ist, dass sich alles ständig wiederholt. Das ist auch nicht das Richtige! Es sollte ein Treppchen hoch gehen und sich langsam steigern. Genau da wollen wir ansetzen, wo wir jetzt aufgehört haben. Einige Songs stehen schon… Wir sind schon mitten im Prozess quasi. Wir haben mit unserem Album auch ein Label bekommen, Black Bards Entertainment aus Gummersbach, die leisten dort sehr gute Arbeit und zusätzlich haben wir einen sehr guten Verlag und der strengt sich sehr an alle Bereich abzudecken. Anfang 2008 wird es dann auch ein vernünftiges Management geben! Und ich denke, da ziehen wir dran! Genau darauf bauen wir auf, auf diese Tour. WIE SEID IHR AN DIESEN JOB GEKOMMEN? Mr. Luna: Zufall, Schicksal… wie man es nennen will (grinst). Wir sind durch MySpace daran gekommen. Es gibt ja viele Kritiker, die sagen „Vergiss MySpace! Das ist bald wieder vorbei!“ aber komischer Weise ist über einen MySpace Kontakt diese Tour in dieser Form überhaupt erst zustande gekommen. Eigentlich war wohl erst eine andere Band geplant – zumindest habe ich das so verstanden, ich weiß es aber nicht ganz genau – aber die hat sich wohl intern zerschlagen und dann sind wir gefragt worden, weil wir eben über MySpace diesen Kontakt hatten. So kamen wir von Hölzchen auf Stöcken und zu Wings Of Destiny, über Andre Springer usw. hat sich dann alles für uns ergeben. Es war viel, viel Mühe! DIE WELT IST DOCH EIN DORF… Mr. Luna: Ja schon irgendwie. Andererseits, wenn wir jetzt bei The Birthday Massacre angerufen hätten, so nach dem Motto „Hallo! Wir sind ne gute Band aus Köln! Wir wollen euch Supporten!“ Dann hätten die wahrscheinlich nein gesagt. Leila Lugosi: Die hätten wahrscheinlich nicht mal nein gesagt… Mr. Luna: Die hatten noch nicht mal nein gesagt! (lacht) Aber mittlerweile sind wir wirklich zusammengewachsen zu Freunden und es ist alles sehr kollegial. Wir sind alle schon echt traurig wegen morgen und blicken mit Entsetzen dem Augenblick entgegen, an dem wir uns endgültig trennen müssen. JA, DAS SAGTEN CHIBI UND RAINBOW AUCH, DAS ES SEHR ANGENEHM WAR MIT EUCH ZU TOUREN! Mr. Luna: Das spricht für sich! ICH DENKE AUCH! DAS KANN MAN ALS STATEMENT SO STEHEN LASSEN! VIELLEICHT KÖNNTET IHR UNTEREINANDER NOCH HEIRATEN, ABER VIEL MEHR GEHT DA NICHT MEHR Mr. Luna: Jooaa… Leila Lugosi: (lacht) Das wird schwierig bei nur 2 Frauen! IHR KÖNNT DAS JA AUF GERADE UND UNGERADE TAGE AUFTEILEN… Leila Lugosi : Nee… STICHWORT SAMPLES AUF DER BÜHNE. MUSS SOWAS SEIN? Mr. Luna: JA! JA? Mr. Luna: Ja! Das ist eine Frage, die immer heiß diskutiert wird, ich glaube sogar flächendeckend. Für mich ist es ein absolutes Muss und es wird auch so weiter gehen. Es gibt durch die technische Entwicklung die Möglichkeit, die Akustik unmöglich zu verbessern bis ins Unendliche und ich finde, man ist heutzutage auch gefordert diese Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Es gibt natürlich Bands, die würden so etwas nie machen. Zu Punkrock würde es auch nicht passen, aber zu meiner Einschätzung unserer Musik ist es ein unbedingtes Muss und es wird auch konsequent so weitergehen! MAN SOLLTE ABER MAL DRÜBER REDEN… Mr. Luna: Ja klar! Für die Einen ist es Standard, für die Anderen ist es Betrug oder hat so einen Betrugsfaktor, aber ich sehe das überhaupt nicht so. Es geht bei mir auch nicht darum. Beziehungsweise, wenn ich als Besucher zu Konzerten gehe, bei guten Bands, oder Bands die noch 2 Stufen weiter sind als The Birthday Massacre, bei richtig großen Bands, ist es sowieso seit Jahren schon ganz normal das man 6 Gitarren hört, obwohl nur eine gespielt wird. Da hat sich zwar noch keiner drüber beschwert, sondern zähneknirschend hingenommen. Kenner von Musik wussten das früher schon. Jetzt machen es auch viele kleinere Bands und jetzt fängt man an darüber zu diskutieren… Ich will ja auch einen möglichst guten Sound haben wenn ich als Besucher irgendwo hinkomme. Da ist es dann noch so, dass ich nicht nur den Sound haben will, sondern auch noch was fürs Auge geboten kriegen will. Das machen ja gut 50 Prozent des Konzertes, dass man auch was fürs Auge hat. Wenn man versucht das alles umzusetzen, was man auf den Samples hat, könnte man die Performance nicht mehr leisten. PERFORMANCE WAR EBEN GENUG. DU BIST SCHWER ZU HALTEN Mr. Luna: Ja! (grinst) Das sind die 45 Minuten am Tag. Sonst bin ich ganz ruhig und sage auch nicht viel eigentlich. Aber in diesen 45 Minuten gebe ich dann alles! WAS TUT IHR IHM IN DEN KAFFEE? Leila Lugosi: Nichts! Er ist so! Mr. Luna: Aber nur für dieses Zeitfenster! Es sei denn, ich habe noch Geburtstag oder so (lacht) Ich denke, ich könnte mich auch einfach nur da hinstellen und singen. Aber das wäre dann nicht ich! Ich muss einfach alles raus lassen. DA MUSS ICH AUCH SAGEN RESPEKT! BEI DEM TRANIGEN PUBLIKUM VORHIN IST ES BESTIMMT NICHT LEICHT DIE STIMMUNG ZU HALTEN. DER WESTFALE AN SICH IST HALT STUR… Mr. Luna: Danke! Es ist auch eigentlich so, dass es nur einen geringen Einfluss darauf hat. Ich schalte dann um. Es macht dann keinen Unterschied mehr, ob da 2, 50 oder 500 Leute vor der Bühne stehen. Leila Lugosi: Er macht es auch bei den Proben! Er brauch da kein Publikum für. Das ist einfach er! Mr. Luna: Ich rempel sie dann auch immer an. Aber sie sind mir dann nicht böse (grinst). Wir wollen auch versuchen, diese Bühnengröße zu halten. Die Bühnen sind nicht immer so groß. Das ist absoluter Luxus! Diese Bewegungsfreiheit macht einfach spaß. Ich glaube, das merkt man auch. Selbst wenn im Publikum nicht so die große Stimmung ist. Darum geht es in dem Moment auch nicht. Sondern wenn ich mir als Besucher denke „Da guck ich gerne hin, es hört sich gut an, ich werde unterhalten“ dann haben wir viel erreicht.

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