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REVOLVERHELD (KRISTOFFER/NIELS)

AM 3. DEZEMBER SPIELTEN REVOLVERHELD IN DER GÜTERSLOHER WEBEREI VOR RUND 650 FANS DAS BISHER GRÖSSTE KONZERT IHRER „GENERATION ROCK“-TOUR. BEVOR DIE FÜNF JUNGS DIE BÜHNE EROBERTEN, ERZÄHLTEN DIE GITARRISTEN KRISTOFFER UND NIELS IM BE-NET-INTERVIEW VON VERRATZTEN PROBERÄUMEN, ECHTEN FANS UND IHRER AUFFASSUNG VON GUTER ROCKMUSIK. „GENERATION ROCK“ IST EURE ERSTE HEADLINER-TOUR. SPIELT ES FÜR EUCH EINE ROLLE, OB IHR ALS VORBAND ODER ALS HAUPTACT AUF DER BÜHNE STEHT? Kristoffer: Es ist natürlich ein Traum, eine eigene Tour zu haben. Ich glaube, wir haben noch gar nicht richtig realisiert, dass die Leute nur wegen uns zum Konzert kommen. Und da gibt es viele, die sogar relativ unbekannte Albumtracks Zeile für Zeile mitsingen können. Das ist schon Wahnsinn. Als wir früher mit Silbermond oder Die Happy als Vorband unterwegs waren, hatten wir die Aufgabe, das Publikum anzuheizen. Jetzt müssen wir ein komplettes Konzert selbst gestalten. Das ist natürlich eine ganz andere Herausforderung. WELCHE ERFAHRUNGEN HABT IHR BISLANG AUF DER TOUR GEMACHT? Niels: Wir sind jetzt seit etwas über einer Woche mit der „Generation Rock“-Tour unterwegs und es ist nach wie vor unglaublich zu sehen, was da abgeht. Die Leute tanzen und springen wie die Verrückten Kristoffer: Ich finde es schön, dass wir in kleinen Clubs spielen. Da können wir die Reaktionen der Leute hautnah erleben und bekommen viel Feedback. Neulich habe ich vor dem Konzert mal kurz rausgeguckt und die Schlange der wartenden Fans gesehen – das war ein toller Moment. FÜHLT IHR EUCH ALSO JETZT ALS ROCKSTARS? Kristoffer: Ich finde, Rockstar ist ein sehr doofes Wort. Letztlich ist es einfach so, dass immer mehr Leute gibt, die unsere Musik toll finden. Das ist ein großes Kompliment. Natürlich ist es schon Luxus, den ganzen Tag das machen zu können, was man am Liebsten macht und am Besten kann: Songs schreiben und spielen. Und wir können inzwischen auch viele Dinge machen, von denen wir früher nur geträumt haben: Bei Viva auf der Couch sitzen zum Beispiel oder als Support von Silbermond im Hamburger Stadtpark spielen. WIE HABT IHR EUCH KENNEN GELERNT? SEID IHR VON ANFANG AN IN DIESER KONSTELLATION ZUSAMMEN? Kristoffer: Niels, unser Schlagzeuger Jakob und ich kannten uns schon aus einer anderen Band, die sich aber dann irgendwann aufgelöst hat. Niels und ich haben aber weiter Songs geschrieben und sie Jakob gezeigt, einfach, weil er so ein guter Drummer ist. Jakob hat Johannes im „Kontaktstudium Popularmusik“ an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater kennen gelernt. Und Flo war ein Zivi-Kollege von Jakob. Niels: Unsere erste gemeinsame Probe war 2003 in einem verratzten Probenraum irgendwo auf dem Hamburger Hafengelände. Wir haben von Anfang an super zusammen gepasst – das war schon fast unheimlich. Nicht, dass unsere Musik damals schon gut war, aber es hat einfach gerockt. WARUM SINGT IHR AUF DEUTSCH? Niels: Für uns kam nie etwas anderes als Deutsch für unsere Liedtexte in Frage. Wir wollen die Leute direkt ansprechen. Wenn eine deutsche Band auf Englisch singt, ist das immer ein Stück weit Fassade und endet schnell in Plattitüden und Phrasengedresche. Das versuchen wir tunlichst zu vermeiden. Uns ist wichtig, dass unsere Messages bei den Leuten direkt ankommen. Kristoffer: Das gilt auch für unseren Bandnamen Revolverheld. Wir wollten etwas Handfestes, das wie unsere Musik knallt. Unsere Texte sind sehr plakativ und so sollte auch der Bandname sein. Viele Leute denken, hinter dem Namen steckt eine ganze Philosophie. Das ist aber nicht so. WIE ENTSTEHEN EURE SONGS? Kristoffer: Zuerst hat einer von uns fünf eine Idee. Dann kümmern sich Niels, Johannes und ich um einer erste Ausarbeitung. Anschließend geht es in den Probenraum und wir probieren einfach rum, bis der Song steht. Im Großen und Ganzen ist das ein sehr demokratischer Prozess. IHR WOLLT EINE NEUE GENERATION SEIN, NÄMLICH DIE „GENERATION ROCK“, WIE ES IN EURER ERSTEN SINGLE HEISST. WAS IST DIE „GENERATION ROCK“? Kristoffer: „Generation Rock“ ist einfach ein Statement, wie wir den Rock definieren. Dahinter steckt unser Motto: „Arsch hochkriegen und abrocken.“ Wir wollen nicht, dass die Leute in einer depressiven Grundstimmung versinken. Jeder sollte versuchen, das zu schaffen, wovon er träumt. Wofür ist das Leben sonst da? Niels: Es geht uns auch um den uralten Grundgedanken des Rock. Man darf sich nichts von anderen vorschreiben lassen, muss sein eigenes Ding drehen. Für uns spielt Authentizität eine große Rolle. Darum verarbeiten wir in unseren Songs auch eigene Gedanken und Erlebnisse. WIE ERKLÄRT IHR EUCH DAS COMEBACK DES ROCK? Kristoffer: Ich glaube, die Leute hatten einfach genug von den Popmelodien schlechter Casting-Bands mit stumpfem Marketing. Da bleibt die Qualität zwangsläufig auf der Strecke. Die Leute wollen wieder echte Songs von echten Bands und keine Produkte. Rock ist echt und pur. Rock ist keine Maske. Und das merken die Leute. WIE SEID IHR ZU SONY BMG GEKOMMEN? Niels: Joachim Braun hat uns bei einem Konzert entdeckt. Er ist Talent-Scout und hat schon Bands wie Silbermond und Die Happy nach vorne gebracht. Er hat zuerst über ein halbes Jahr unsere Entwicklung begleitet und sich sehr um uns gekümmert. Anfang des Jahres hatten wir dann einen Showcase in München, das heißt wir haben vor der Geschäftsführer-Riege und Leuten aus dem Vertrieb gespielt und die fanden uns gut. Die Entscheidung für ein Album war schnell gefallen und so kamen wir bei Sony BMG unter Vertrag. Wir haben viel Glück gehabt, eine Plattenfirma zu finden, die uns so gut findet, wie wir sind! VIELE EURER FANS SIND NOCH SEHR JUNG UND AUCH ÜBERWIEGEND WEIBLICH. BEI KONZERTEN KOMMT ES ÖFTERS ZU WAHREN KREISCHANFÄLLEN. WIE ERKLÄRT IHR EUCH DIESE TEENIE-HYSTERIE UND WIE GEHT IHR DAMIT UM? Kristoffer: Ich glaube, die Mädels nehmen einfach die Erfahrungen aus ihrer Boyband-Zeit mit. Und dazu gehört auch ein gewisser Fanatismus. Ich finde es gut, wenn sich schon so junge Fans in Richtung Rock orientieren. Niels: Die Mädels sind für mich genauso ehrliche und wichtige Fans wie ältere Zielgruppen. Wir wollen viele Leute erreichen und haben darum zum Beispiel auch kein Problem damit, in der „Bravo“ zu stehen. Bisher hat es in den Jugendmagazinen auch nur wahre Geschichten und ehrliche Reportagen über uns gegeben. Ich finde es wichtig, dass gerade junge Fans verstehen, dass wir keine abgehobenen Stars sind, die ihr Konzert spielen und dann wieder ins Luxushotel verschwinden. Bis heute bauen wir bei unseren Konzerten mit auf und ab und das sollen unsere Fans auch wissen. Wir sind stolz darauf, einen Gegenpol setzen zu können – gerade in der Presse. HABT IHR TIPPS FÜR JUNGE BANDS? Kristoffer: Da gibt es kein Patentrezept. Das läuft bei jedem anders. Ich glaube, das Wichtigste ist, sich nicht zu verbiegen, Niels: Es ist wichtig, dass man sich gut kennt und zusammen arbeiten kann. Man sieht ja an den Casting-Bands was passiert, wenn man wild Leute zusammenwürfelt. Man sollte sich vor allem klar darüber sein, dass man den Weg als Band wirklich gehen will. Denn bis zum Erfolg und auch noch danach ist das echt harte Arbeit. WIE GEHT ES JETZT MIT REVOLVERHELD WEITER? Kristoffer: Jetzt hat erst mal die Tour für uns Priorität. Die geht noch bis Ende April. Danach freuen wir uns auf den Festival-Sommer. Unser neue Single „Freunde bleiben“ kommt Anfang 2006. Und natürlich soll es auch irgendwann ein zweites Album geben. Im Moment wollen wir aber eigentlich nur eins: Spielen, spielen, spielen,…

DAS INTERVIEW FÜHRTEN JANNE WISSMANN UND NICOLE VEEN FÜR DAS BERTELSMANN-INTRANET BE-NET.

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