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SCHROTTGRENZE (CHRISTOF KOHLER/ ALEX TSITSIGIAS)

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DIE ERSTE FRAGE, DIE MIR UNTER DEN NÄGELN BRENNT, IST NATÜRLICH, WAS ICH GENAU UNTER DEM BEGRIFF „SCHROTTGRENZE“ ZU VERSTEHEN HABE. ICH KENNE SCHNEE- UND BAUMGRENZEN, AUCH STAATSGRENZEN, ABER SCHROTTGRENZE MÜSST IHR MIR ERKLÄREN Christof Kohler: Eigentlich entstand der Name der Band, weil Timo und Alex damals, vor 13 Jahren, an einem Schrottplatz probten. Um den Begriff aus meiner und daher heutiger Sicht zur Musik zu deuten, sehe ich im aktuellen Album einen roten Faden in der Kombination von klassischen Songs mit etwas mutigeren, darüber hinausgehenden Inhalten. Die überschreitet schon mal die Grenze zum „trash“. Eine Facette, mit der man auch viel Spaß haben kann. Das hat die Band allerdings immer schon in irgendeiner Form gemacht, finde ich. Der Name ist also nach wie vor aussagekräftig, vielleicht mehr denn je. IM MOMENT STEHT BEI EUCH WAHRSCHEINLICH ALLES UNTER DEM EINDRUCK DER NEUEN SCHEIBE „SCHROTTISM“ – WIE GEHT’S EUCH, WENN IHR DEN SILBERLING JETZT IN HÄNDEN HALTET? Christof Kohler: Zufriedenheit. Darüber, dass man in den Händen hält, woran man viele Monate gearbeitet hat, dass das Artwork gedruckt noch viel besser kommt als vorher immer nur am Bildschirm und die Musik dazu vom Silberling ertönt. Das alles rechtfertigt die Mühe im nachhinein. WO WIR SCHON BEI DEN BEGRIFFLICHKEITEN SIND: WAS BEDEUTET „SCHROTTISM“ FÜR EUCH? EUER AKTUELLES ALBUM IST JA WAHRLICH KEIN SCHROTT! Christof Kohler: Es ist musikalisch die, denke ich, Fortführung dessen, was spätestens die „Chateau Schrottgrenze“ begonnen hat, daher macht die Referenz zum Titel einerseits Sinn und hat uns gefallen. Außerdem hat die Suche nach einem Titel fürs Album zu einem Zeitpunkt stattgefunden, als erste Artworkvorschläge eintrafen und da machte der bis dato noch Arbeitstitel „Schrottism“ noch mehr Sinn. Im Endeffekt steckt sicherlich auch ein wenig “jetzt-aber-erst-recht”-Attitüde mit drin, in Richtung der ewigen Bandname-Beschwerden, aber das spielte nur am Rand eine Rolle. Das Album zeigt einfach das Spektrum der Band. IM LAUFE DER 13-JÄHRIGEN BANDGESCHICHTE HAT SICH EUER MUSIKALISCHER STIL JA GANZ SCHÖN VERÄNDERT – WELCHE KONSTANTEN SEHT IHR? Christof Kohler: Achtung Eso-Antwort: Die Musik und der Wunsch sie weiterzuentwickeln bzw. an ihr zu wachsen. HABT IHR FANS DER ERSTEN STUNDE (DIE NICHT MIT EUCH VERWANDT SIND – DAS ZÄHLT NICHT!), DIE MIT EUCH DEN GLEICHEN WEG DES WANDELS GEGANGEN SIND ODER HABEN SICH IM DIE LEUTE, DIE ZU EUREN KONZERTEN KOMMEN, DEUTLICH VERÄNDERT? Christof Kohler: Beides, klar haben die Leute sich teils verändert, aber Fans der ersten Stunde trifft man immer wieder, wenn man nach Konzerten mit Leuten spricht. Alex und Timo kennen da sicher einige Beispiele, da sie ja von Anfang an dabei sind. Ansonsten kommen aber auf jeder Tour Leute, die uns noch nie gesehen haben. Auf der Visions-Tour mit ROBOCOP KRAUS letztens waren sicher viele Leute, die uns noch nie live gesehen haben. WAS HAT EURE MUSIK BEEINFLUSST UND WAS BEDEUTET EUCH EURE MUSIK? Christof Kohler: Gerade wenn man von der ganzen Band spricht, ist es wohl nicht möglich alle Einflüsse kurz aufzuzählen. Kann ich jetzt ohne sterbenslangweiliges, mindestens zweiseitiges Beiblatt nicht beantworten. Und, nicht dass ich mich um Antworten drücken will, aber was Musik nicht so alles für mich bedeutet ist mir a. zu persönlich und b. auch nicht eben mal mit ein, zwei Schlagwörtern zu umreißen. IN EUREM LINE UP HAT ES GERADE ZWEI VERÄNDERUNGEN GEGEBEN, DA EUER ALTER SCHLAGZEUGER CADDY SICH UM SEIN STUDIUM KÜMMERN WILL UND HERR POHN ÜBER SEINER DIPLOMARBEIT SITZT. DIE HERREN VON SCHROTTGRENZE STREBEN ALSO AUCH NACH „ANSTÄNDIGEN“ BERUFEN? Christof Kohler: Na ja, wir sind jetzt alle Ende zwanzig, und machen uns folglich „Sorgen über unsere Chancen auf dem Arbeitsmarkt” (Peter Licht). Alex Tsitsigias: „Ich würde mich lieber umbringen als einen Job anzunehmen“ (Robert Smith) Herr Pohn: „Ich mache grad ein Praktikum bei SCHROTTGRENZE, finanziert vom Arbeitsamt“ WAS MACHT DENN DIE AKTUELLE BESETZUNG AUSSERHALB VON PROBERAUM, STUDIO UND BÜHNE? Christof Kohler: Alex und ich studieren. Timo macht nix und Benni ist Vater und arbeitet als Tontechniker in FFM. Timo: Ich mach hier ne ganze Menge mein Freund. NEU DAZU GEKOMMEN IST AUCH CHRISTOPH KOHLER, DER ZUVOR BEI JUNGES GLÜCK DEN BASS GEZUPFT HAT. IST ER DORT AUCH NOCH AKTIV ODER HABT IHR IHN EXKLUSIV? Christof Kohler: JUNGES GLUECK sind aufgelöst, der Hauptverantwortliche Niclas Breslau arbeitet derzeit an seinem Comeback, in diesem Rahmen ist eine Kollaboration angedacht. MIT JUNGES GLÜCK HABT IHR DOCH IN DER JÜNGEREN VERGANGENHEIT AUCH WAS GEMEINSAM GEMACHT, WAS WAR DAS NOCH MAL GANZ KONKRET? Christof Kohler: Eine 7-inch Split-Maxi, auf der ebenfalls HERRENMAGAZIN sowie JANKA vertreten sind. INZWISCHEN SEIT IHR SEIT ANFANG OKTOBER AUF TOUR. WIE KOMMEN DIE NEUEN SONGS BEI DEN ZUSCHAUERN AN? HABEN SICH BEI EUCH SCHON LIEBLINGSLIEDER HERAUSKRISTALLISIERT? Christof Kohler: Die Resonanz ist sehr gut, hat uns eigentlich auch ein wenig überrascht, gerade in Bezug auf die trashigeren Nummern wie „Künstler“ und „Schuldizm“. Aber die kommen live sehr gut. GIBT ES EINE BAND, MIT DER IHR GERN MAL EIN GEMEINSAMES KONZERT BESTREITEN WÜRDET? Christof Kohler: THE WURST NIGHTMARE wäre mein persönlicher Favorit (www.myspace.com/thewurstnightmare) Alex Tsitsigias: Ja stimmt, die sind gut. ROBERT POLLARD AND THE ASCENDED MASTERS wären auch super. WIE SEIT IHR ÜBERHAUPT ZUR MUSIK GEKOMMEN? ALEX UND TIMO KENNEN SICH JA SCHON AUS PEINE, SEIT IHR DORT AUCH GEMEINSAM ZUR SCHULE GEGANGEN? Alex Tsitsigias: Ja aber nur für in halbes Jahr. Timo war in der Klasse über mir und wir haben uns in der Raucherecke kennen gelernt. Dann musste ich die Schule verlassen, aber die Band blieb zusammen. ICH VERMUTE MAL, DASS IN PEINE NICHT SO WIRKLICH VIEL LOS IST, TREIBT EINEN DA ALLEIN SCHON DIE PURE LANGEWEILE IN DEN PROBERAUM? Alex Tsitsigias: Das stimmt, dort gab es eigentlich nur das UJZ Peine, ein autonomes Jugendzentrum und dort gab es einige Bands und Konzerte. Das war die beste Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben bzw. eine alternative Lebensform zu entwickeln. IRGENDWANN HAT’S EUCH DANN JA AUCH IN DIE GROSSSTADT GEZOGEN UND IHR SEIT IN HAMBURG GELANDET. EINE STADT, DIE ICH SEHR MAG, DIE ICH NUR LEIDER VIEL ZU SELTEN BESUCHEN KANN. WO SOLLTE ICH BEI MEINER NÄCHSTEN STIPPVISITE IN DER FREIEN- UND HANSESTADT AUF JEDEN FALL HALT MACHEN? Christof Kohler: Da ist ein sehr guter griechischer Imbiss in der Horner Landstrasse! Alex Tsitsigias: Ja genau und wenn du schon mal in der Stadt bist: In der Fuhlsbüttler Straße gibt es sehr lohnenswerte Quartierskneipen. BEKOMMT MAN VON DEN STÄDTEN, IN DENEN MAN AUF TOUR AUFTRITT ÜBERHAUPT IRGENDWAS MIT? HABT IHR IRGENDEINEN ORT VIELLEICHT SPÄTER NOCH MAL BESUCHT, WEIL ER EUCH BESONDERS GUT GEFALLEN HAT? Christof Kohler: Wenn der Weg von einem Veranstaltungsort zum nächsten nicht so weit ist, ergibt es sich immer wieder, dass man was von der Gegend mitbekommt, das sind dann auch die Gründe, weshalb der eine oder andere mal außerhalb einer Tour verreist. Alex Tsitsigias: Wobei man sagen muss, dass Christof nie eine Disse auf Tour auslässt. Mach endlich mal was Sinnvolles und schreib doch mal einen Diskotheken-Guide! KOMMEN WIR NOCH MAL ZURÜCK ZUR „SCHROTTISM“. WAS IST FÜR EUCH DAS BESONDERE AN DIESEM ALBUM? Christof Kohler: Für mich fühlt es sich an, wie ein sehr selbstverständliches, harmonisches Album, denn das war es in der Zeit, die wir daran gearbeitet haben. Ich denke, das hört man auch, und das ist auf jeden Fall etwas Besonderes. WIE GEHT IHR ÜBERHAUPT BEIM SCHREIBEN EURER SONGS VOR? GEMEINSAMES BRAINSTORMING? ERST TEXT, DANN MUSIK? ERZÄHLT MAL! Alex Tsitsigias: Bei dieser Platte ist viel von der Musik während der Proben entstanden. Die Texte schreibe ich allein. Die entstehen im Laufe der Zeit, manchmal vorher, manchmal später. Je nachdem. ICH KANN NUR WIEDERHOLEN, DASS MIR DAS ERGEBNIS SEHR GUT GEFÄLLT UND WÜNSCHE EUCH FÜR DIE TOUR ALLES GUTE UND VIEL ERFOLG FÜR DIE PLATTE. ICH DANKE EUCH, DASS IHR EUCH DIE ZEIT GENOMMEN HABT, MEINE FRAGEN ZU BEANTWORTEN UND ERTEILE EUCH HIERMIT DAS LETZTE WORT. NUTZT DIE GELEGENHEIT, NOCH MAL ALLES LOSZUWERDEN, WAS IHR DEN TERRORVERLAG-LESERN IMMER SCHON MAL SAGEN WOLLTET! Christof Kohler: Danke ebenso!

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