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THE DARK UNSPOKEN (DARKUN/ DIRK/ MICHA)

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DA LEMGO NICHT WEIT VOM TERRORVERLAG HAUPTQUARTIER LIEGT, FASSTE ICH DEN ENTSCHLUSS, MICH AUF DEN WEG IN DAS BESCHAULICHE LIPPER STÄDTCHEN ZU MACHEN UND DIE JUNGS ZU IHREM AKTUELLEN LONGPLAYER ZU BEFRAGEN. DASS NICHT NUR FRAGEN ZUR MUSIK BEANTWORTET WURDEN, WAR KLAR, DENN DARKUN, KOPF DER BAND, BETÄTIGT SICH NEBENBEI AUCH ALS SCHAUSPIELER. WAS ERWARTET DEN HÖRER VON “DIODE IN YOUR HEAD?” UND WAS MEINT IHR MIT DEM TITEL? Darkun: Den Hörer erwartet ein abwechslungsreiches Album zwischen Wave, Electro und Industrial mit Gitarrensound gepaart. “Diode In Your Head?” richtet sich gegen die Intoleranz und das einseitige Denken bei vielen Menschen. Wobei die Diode ein elektronisches Bauteil ist und den Strom nur in eine Richtung durchlässt und die andere Richtung sperrt. Dieses Verhalten kann man symbolisch sehen für das Verhalten mancher Menschen, die eben auch nur in eine Richtung denken und keine Argumente an sich heranlassen, sich dagegen sperren. IM MOMENT JA RECHT AKTUELL. Ja das kann man so sagen, aber das ist ein zeitloses Thema und deshalb immer aktuell. DAS ALBUM WAR FÜR 2009 ANGEKÜNDIGT, WARUM ERSCHEINT ES ERST JETZT? Darkun: Das hat mehrere Gründe. Ich habe nach dem letzten Album “Rotten Memories” schon angefangen, neue Songs zu schreiben und 2009 sind dann Micha und Dirk fest in die Band eingestiegen, woraufhin die Songs, die bis dato fertig waren, neu auf die Gitarre abgestimmt werden mussten. Und Mitte des letzten Jahres stürzte Dirk mit seinem Mountainbike so schwer, dass es ihn das Schlüsselbein zeriss. Da war an Gitarre spielen nicht zu denken. Des Weiteren sind wir ja alle berufstätig und da ist es normal, dass sich die Aufnahmen in die Länge ziehen. Micha: Die Arbeiten waren mehr oder weniger auch auf zwei Studios verteilt, den einen Part haben wir bei mir aufgenommen und die Gitarre wurde bei Darkun eingespielt. Dann wurden auch Songs wieder zur Seite gelegt und andere bekamen den Vorzug, die dann komplett neu entstanden sind, um dem Album die Richtung zu geben. Es ist recht gemischt auf dem Album: Da gibt es Elektro mit Gitarre und dann ist eine Sektion nur Elektro und die Gitarre kommt dann am Ende des Albums wieder dazu. Dirk: Eigentlich war es geplant, alte Songs mit Gitarre neu aufzunehmen, aber das haben wir uns im Nachhinein auch wieder anders überlegt und komplett neu angefangen. Zu den neuen Songs habe ich mir Gitarrenriffs ausgedacht, die Songs waren zu dem Zeitpunkt noch nicht vollständig, teilweise fehlte der Gesang oder wurden noch verändert. Später kam dann der Gesang dazu und ich musste wieder einige Sachen ändern. Darkun: Man muss es nach und nach hinbekommen, dass es harmonisch wird und zusammenpasst, das dauert dann eben seine Zeit. DIE ARBEITEN WAREN JA DANN FÜR DICH AUCH ETWAS KOMPLETT NEUES, DENN VORHER WAR THE DARK UNSPOKEN JA EIN EIN-MANN PROJEKT. Darkun: Jein, eigentlich ist es ein Back to the Roots, denn bevor ich THE DARK UNSPOKEN ins Leben gerufen habe, habe ich auch schon Musik gemacht und in anderen Bands gespielt. Meist als Keyboarder und nicht als Sänger, aber teilweise auch als Songwriter und irgendwie hatte ich damals keine Lust mehr auf Bands. Denn innerhalb der Band hatte jeder eine vollkommen andere Vorstellung, in welche Richtung es gehen sollte und damals nach der Schulzeit hat sich dann alles auseinandergelebt und einige sind weggezogen. Dann war es an der Zeit, lieber ein Soloprojekt zu starten. UND JETZT HAST DU DICH WIEDER DARAUF EINGELASSEN. Ja, es gibt dem Projekt viel und ist auf jedem Fall eine Bereicherung. Gerade was Konzerte betrifft und man nicht alleine auf der Bühne steht (lacht). SOWEIT ICH DICH LIVE GESEHEN HABE, HATTEST DU IMMER UNTERSTÜTZUNG AUF DER BÜHNE. Ja klar, ein Keyboarder war immer mit dabei. So alleine REINHARD MAY-mässig war es nie (lacht sich weg). WIE HAST DU DIRK UND MICHA REKRUTIERT? Darkun spontan: Ich hab die beiden bei Ebay ersteigert (allg. Gelächter). Dirk zynisch: Ja, wir haben uns verkauft! Darkun: Micha kenn ich ja schon viel länger als Dirk und kennen gelernt habe ich ihn durch das befreundete Projekt EXILANATION. Er hat nur mal aushilfsweise beim Auftritt in Trier Schlagzeug gespielt, weil er Bock drauf hatte. Micha: Ja wir hatten auch mit EXILANATION dort einen Gig und ich dachte, warum bleibst du nicht einfach stehen und machst bei Darkun weiter. Das hat sich dann so ergeben und macht heute noch fürchterlich Spaß. Darkun: Da haben wir uns gedacht, machen wir es generell bei allen Konzerten so und mittlerweile beschränkt sich das ja nicht mehr nur auf die Gigs, sondern auch auf das einspielen von Alben. Und den Dirk habe ich eigentlich durch einen Zufall kennengelernt. 2008 hatte ich mit befreundeten Bands das Sheba Shoots Festival veranstaltet und dort spielte unter anderem DIVAMEE, die zu dieser Zeit auch einen Gitarristen suchten. Dirk war als Zuschauer vor Ort, oder wie bist du da hingekommen? Dirk: Da muss ich dir noch sagen, dass ich als nichtzahlender Gast durch die Hintertür reingekommen bin (grinst). Darkun erstaunt: Was? Na ja, auf jeden Fall wollte er bei DIVAMEE einsteigen, doch das hat nicht geklappt, weil der Weg nach Nürnberg zum Proben doch recht weit ist. Wir kommen ja schon aus drei verschiedenen Orten und da ist es nicht einfach, das zeitlich zu organisieren. Auf jeden Fall wussten die, dass ich auch einen Gitarristen suchte und sie haben ihm dann THE DARK UNSPOKEN empfohlen. Auch ein gemeinsamer Bekannter gab ihm den Tipp und da haben wir uns mal im Bielefelder Ringlokschuppen getroffen und es hat sofort gepasst. Wir haben uns unterhalten, ein paar Bierchen getrunken und ich habe ihm dann meine alten Alben in die Hand gedrückt. Als er dann willenlos war, habe ich ihn dann den Bandvertrag unterschreiben lassen (allg. Gelächter). Und jetzt kommt er da nicht mehr raus. (lacht weiter). WIE HABT IHR “DIODE IN YOUR HEAD?” EINGESPIELT. BEDIENT IHR DIE INSTRUMENTE SELBST ODER SETZT IHR VERMEHRT AUF SOFTWARE? Dirk: Die Gitarre ist natürlich selbst eingespielt und der Sound und die Ideen stammen von mir. Es hat mir niemand reingeredet, man hat mir freie Hand gelassen, es sind meine Ideen, es ist mein Sound und es ist so geworden, wie ich mir das vorstelle und es klingen soll. Micha: Das Album basiert auf Software bzw. entsprechenden Plug-ins, die wir benutzt haben. Gerade was die Drums angeht, sind dort viele Samples benutzt worden. Darkun: Das erste Album ist noch rein hardwaremässig, also komplett mit den Synthies entstanden und die “Rotten Memories” war schon ein Hybrid. Da waren einige Songs bei, die auf Software basierten und jetzt ist es eben komplett Software, außer eben die Gitarre. Micha: Bei der “Rotten Memories” haben wir auch schon zusammengearbeitet – das Album habe ich doch gemastert. Darkun: Stimmt, bist ja doch schon länger dabei, hatte ich ganz vergessen zu erwähnen. Micha: Die Überlegungen gehen jetzt dahin, das nächste Album mal komplett live einzuspielen. Das können wir uns ganz gut vorstellen, zumindest das Grundgerüst, wie Drums und Gitarre. Das ist aber noch Zukunft, jetzt haben wir erst einmal die “Diode In Your Head?” fertig gestellt. WER IST FÜR DIE TEXTE VERANTWORTLICH? WAS FÜR THEMEN WERDEN AUFGEGRIFFEN? SELBSTERLEBTES ODER BEOBACHTUNGEN? Darkun: Die Texte hab ich geschrieben und das Ganze ist kein Konzeptalbum in dem Sinne. Es sind schon Einzelthemen, die in den Songs angesprochen werden, obwohl sie alle mit der vorhin angesprochenen Intoleranz und dem einseitigen Denken zu tun haben. Inhaltlich sind es schon eigene Erfahrungen, aber auch vieles, was man in den Nachrichten sieht, wird verarbeitet. Gerade das Stück “Wild Life” thematisiert die Wirtschaftskrise und der Titelsong ist wie schon erwähnt die Intoleranzgeschichte. “Abandon Thrill”, das merkt man vielleicht musikalisch auch, ist ein Befreiungsschlag. Thematisch handelt es von einer Person, das muss jetzt nicht ich sein, sondern es ist offengehalten, die von irgendwas unterdrückt worden ist oder vor etwas Angst hat und dieses jetzt abgelegt hat. Übersetzen könnte man “Abandon Thrill” vielleicht als abgelegter, aufgegebener oder vergessener Schrecken, also wie ein Befreiungsschlag eben. In “One Day” geht es darum, das jeder sein Leben selbst in der Hand hat und sich nicht später rückblickend fragen sollte :” Warum ist alles so schlimm” oder so ähnlich. Deshalb lautet die letzte Zeile auch: “It’s up to you”, also es liegt an dir, was du daraus machst. Das sind einige Beispiele von Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen. HABT IHR EINIGE STÜCKE VORAB SCHON LIVE PERFORMT? Darkun: Ja einen Großteil haben wir schon gespielt, nur die rein elektronischen wie “Growing Paintree” haben wir noch nicht gebracht. Mindestens 7, 8 Stücke sind es schon gewesen, die wir gespielt haben. ALSO, EINE ART “PROBEHÖREN” FÜR DIE FANS”? Darkun: Ja genau. Wir haben mit diesem Set 3 Konzerte gegeben und zwar in Berlin, Dortmund und dann Duisburg, wobei in Dortmund mit Abstand der geilste Gig war. Da hast du gemerkt, wie die Leute da richtig mitgegangen sind, das kam richtig gut. WOHER STAMMEN DIE ZITATE IN “ICH MACHE DIE MASCHINEN”? Darkun springt auf und nimmt aus dem Regal eine DVD: Hier, aus dem genialen Film “Midnight Express”. Gedreht wurde er Ende der 70er Jahre von Alan Parker mit Brad Davis in der Hauptrolle. Das Drama hat auch einige Oscars bekommen und handelt davon, dass ein amerikanischer Urlauber Drogen aus der Türkei in die USA schmuggeln will und dabei erwischt wird. Er wird in ein türkisches Gefängnis gesteckt und erlebt wie ungerecht und heftig es in so einem Knast zugeht. Das ist eigentlich ein nackter Überlebenskampf. Am Ende des Films kommt er in eine Art Klappse innerhalb dieses Knastes und aus der Szene kommen die Samples von den kaputten Maschinen. Im Film sind die Zitate auf Leute bezogen, die aus der Sicht der Machthabenden nicht mehr in das System passen – also nicht mehr nach deren Regeln funktionieren. Wir haben diese Stellen etwas zweckentfremdet und auf Menschen bezogen, die sich nicht mehr auf Texte einlassen wollen und diese auch vielleicht gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Micha: Deswegen hat der Song im eigentlichen Sinne keinen richtigen Text, sondern nur Samples und Sprachfetzen – wir wollten mal sehen, wem es überhaupt auffällt und ob unsere Vermutung zutrifft, dass immer mehr Musikhörer kein echtes Interesse mehr an einer Message haben. Dirk: “Midnight Express” basiert übrigens auf wahren Begebenheiten, ist also nicht fiktiv. DIRK, IM BOOKLET UND AUF DEN PROMOFOTOS SIEHT MAN DICH MIT EINER SEHR “SPACIGEN” GITARRE. Dirk: Ah, du meinst die BC Rich Draco. Die gab es damals mal in schwarz zu kaufen aber ohne Tremolosystem. Ich hatte mal eine Anfrage gestellt, ob es sie nicht mit Tremolosystem gibt und ich bekam einen Link zu einer Website, wo diese Gitarre aber in weiß war. Zuerst gefiel mir die Farbe nicht, aber ich habe sie mir trotzdem aus den USA schicken lassen – hier gibt es sie nicht – und im nachhinein bin ich mit ihr sehr zufrieden auch vom Sound her. Ich hatte ja vorher keine Möglichkeit, sie auszuprobieren, ich konnte mir nur anhören, wie der Tonabnehmer klingt. Ich war nur erstaunt über die Zollkosten (allgemeines Gelächter). Es ist halt eine limitierte Auflage und ein 3D Modell. Je nachdem wie man die Gitarre hält, ergibt es immer wieder ein neues Flammenmuster. Aber zum üben nehme ich die Flying V BC Rich Deluxe, auch aus den USA, mit der habe ich das Album eingespielt. Die andere wird dann aber auf der Bühne zu sehen sein. WELCHE MUSIKALISCHEN VORBILDER HABT IHR? Dirk: Ich höre Metal, hauptsächlich Thrash- und Death Metal. Fast alles, was in der Sparte vorkommt, von SLAYER, TESTAMENT, FEAR FACTORY bis CANNIBAL CORPSE. Aber auch elektronische Bands wie FRONTLINE ASSEMBLY zum Beispiel. Von denen habe ich einige CDs. Micha: Bei mir ist es schon rein elektronisch, aber ich höre teilweise auch rockigere Sachen. Ganz großes Vorbild auf dem elektronischen Sektor ist JEAN MICHEL JARRE, ansonsten so die Future Pop Geschichten wie COVENANT und VNV NATION, aber auch Industrial. Bei mir ist das recht breit gefächert. Darkun: Bei mir ist es ähnlich breit gefächert und es ist beileibe nicht nur elektronische Musik was ich höre. Angefangen hat es in den 80ern, da habe ich das ganze New Romantic Zeugs wie ADAM AND THE ANTS, VISAGE, DURAN DURAN, ULTRAVOX und so was in dieser Richtung gehört bzw. ich höre es immer noch gerne. In den 80ern habe ich auch Psychobilly gehört, was ganz anderes. Eine zeitlang Metal, dabei vorrangig Vertreter der NWOBHM (New Wave of British Metal) wie PARIAH, AVENGER oder auch die allseits bekannten IRON MAIDEN. In den 90ern gab es eine Phase, in der ich Techno gehört habe und zu der Zeit war ich auch als DJ aktiv, als MAD RAVER (Gelächter). Ja das war cool und das größte Erlebnis war der Auftritt vor 500 Leuten auch mit meinem Live Act Zeugs damals mit THE PROPHET und 3 STEPS AHEAD, bekannt durch THUNDERDOME. Aber irgendwann ging mir das gehörig auf den Sack, es war immer dasselbe: Bumm, Bumm – kein Gesang und Texte dabei. Keine Message, nix. Durch Zufall bin ich wieder in den EBM/ Dark Wave Bereich gekommen. Dann war ich für eine befreundete Band im Studio und habe dort Keyboard eingespielt, die Sachen gingen eher in Richtung DANZIG und MISFITS. Da kam ich wieder langsam in die richtige Richtung und ab 97 gab es dann ja THE DARK UNSPOKEN. Oh, wir haben ja bald 15 jähriges Bestehen (grinst). WIE SEHT IHR DIE ZUKUNFT DES MUSIKMARKTES – STICHWORT ILLEGALE DOWNLOADS? Darkun: Ja, wir haben schon Millionen Verluste zu beklagen (Gelächter). Jetzt im ernst, als wir die ersten Songs eingespielt hatten, war uns schon klar, dass es nicht lange dauert, bis die Sachen im Netz zu finden sein werden, das kannst du fast gar nicht verhindern. Spätestens wenn die Promo-Kampagne gelaufen ist, kannst du nicht jeden kontrollieren, der bemustert worden ist, ob er es selbst etwas online gestellt hat oder die CD verkauft hat und derjenige es dann online gestellt hat. Ist für die Musiker schade, die vielleicht ein paar Alben mehr verkauft hätten aber und das ist meine Meinung, gibt es auch Konsumenten, die sich vielleicht was runterladen, nur um mal reinzuhören und sich schließlich doch das Album kaufen. Ansonsten wird es weiter in Richtung Download gehen und eines Tages wird es gar keine CDs mehr geben. Was ich persönlich extrem schade finde, da ich ja CD- und Plattensammler bin. Da sind wir gleich noch beim nächsten Punkt: Ich bin von einigen Seiten angesprochen worden, das Album bloß nicht pressen zu lassen und richtig rauszubringen, sondern als gebrannte Version zu verticken. Das wäre für mich überhaupt nicht in Frage gekommen, denn wenn man ein Jahr lang an diesem Werk arbeitet, dann will man es auch würdig veröffentlichen und den Leuten keine CDR zumuten. VINYL IST AUCH WIEDER IM KOMMEN. Darkun: Ja, wenn man so in den Musikabteilungen der großen Elektroketten schaut, gibt es wieder eine Vinylabteilung, selbst bei Drogerie Müller. Ich denke, das wird sich jetzt nicht so hochschaukeln, dass Vinyl wieder überall erhältlich ist, sondern man hat ein Nischenprodukt, was im Moment sehr gut läuft, weil die Leute den Sound und die Wertigkeit von Vinyl wieder zu schätzen wissen. Micha: Es gibt jetzt auch ein neues Produktionsverfahren was extrem günstig ist und der Sound von Vinyl ist einfach genial. Bei Digital ist ja alles komprimiert ohne Ende, da kann sich der Sound kaum entfalten. DU REMIXT JA AUCH ANDERE BANDS BZW. SIE REMIXEN DICH, BEVOR DU DEN AUFTRAG RAUSGIBST HAST DU DA SCHON EIN UNGEFÄHRES ERGEBNIS IM KOPF UND WIRST DANN DOCH BEI EINIGEN ÜBERRASCHT? Darkun: Das Ergebnis ist vollkommen offen. Als Beispiel: Ich habe von WAITING IN VAIN eine Anfrage bekommen für einen Song, der auf deren nächster Maxi erscheinen wird. Das Ausgangsstück ist ein gitarrengestützter Synthipop-Song und am Anfang dachte ich: Was machst du jetzt daraus, der ist doch schon gut. Wenn du aber erst mal den Anfang gefunden hast, dann entwickelt es sich dann von selbst und es entsteht doch etwas anderes daraus als du ursprünglich dachtest. Es ist mehr ein kreativer Prozess, also es entsteht während des Remixens. Du gehst da jetzt nicht ran und sagst: Ich mach da mal voll die brachiale Version daraus, sondern es ergibt sich dann. Letztendlich ist es eine reine Elektro Version geworden, welche ich für die Jungs angefertigt habe und ist auf jeden Fall Tanzflächen orientiert. BIST DU MIT DEN REMIXEN ZUFRIEDEN, DIE DU VON ANDEREN LEUTEN BEKOMMEN HAST? Darkun: Ja, obwohl so wahnsinnig viele Remixe gab es ja noch nicht. Aber die, die ich bekommen habe, haben immer den Charakter des jeweiligen Projektes des Remixers einfließen lassen. Das finde ich ganz geil, wenn Leute eine Idee von dir nehmen und das mit ihrer eigenen Kreativität oder Stil bearbeiten. Das finde ich total interessant. Ich bin da schon zufrieden, sonst hätte ich sie nicht auf die “Rotten Memories” mit draufgepackt. Aber wo wir schon bei Remixen sind, da kann der Micha auch etwas erzählen, denn er hat ja auch schon viele Remixe gemacht. Micha: Ja genau, das ist richtig. Bei mir ist das auch so, dass ich versuche, mich von dem Original, das ich bekomme, etwas zu entfernen. Basierend auf dem Grundgerüst des Songs versuche ich meine eigene Note draufzusetzen. Manchmal hab ich auch die Idee, mal komplett was anderes daraus zu machen. Wenn ich z. B. was ganz Ruhiges bekomme, dann mache ich daraus eine sehr harte Nummer, weil das ganz interessant ist. Oder bei einem schnellen Titel mache ich einen… Darkun dazwischen: …eine Ballade daraus (Gelächter). Micha unbeeindruckt weiter: …einen langsamen, melodischen Titel daraus. Oder was ganz Minimalistisches, je nachdem. Es ist der Reiz, eine Idee so umzuarbeiten, dass man seinen eigenen Stempel aufdrückt. AUF DER “ROTTEN MEMORIES” IST DAS STÜCK “NASTY” DRAUF. ERST BEIM DURCHLESEN DES BOOKLETS BIN ICH DARAUF GESTOSSEN, DAS DER TITEL IM ORIGINAL VON TRIO IST. ICH WUSSTE BIS DAHIN GAR NICHT, DASS DIE MAL ENGLISCHE SONGS GEMACHT HABEN, WIE BIST DU DARAUF GEKOMMEN? Darkun: Ganz einfach: das Label Plastic Frog Records plante einen TRIO Tribute Sampler rauszubringen und ich hatte einfach Bock drauf, da mal mitzumachen. Ich finde TRIO haben jenseits von dem überhörten “Da, da, da” sehr geile Sachen gemacht – nicht alles war toll, aber viele gute Sachen waren dabei. Und warum sollte man bei einem Tribute Sampler nicht mal mitmachen und da habe ich mich beworben und durfte mir einen Song aussuchen. Von Anfang an stand fest, dass ich nicht die bekannten Sachen wie das eben schon angesprochene “Da, da, da” oder “Turaluraluralu” nehmen werde, sondern einen der cooleren Stücke. “Nasty” ist ein Song von deren erstem Album und eigentlich eine Rock n Roll Nummer und da hatte ich Lust, eine Minimal Elektro Nummer daraus zu machen. Ja, bis jetzt ist dieser Sampler noch nicht erschienen und die Arbeit, die man sich gemacht hat, ist eigentlich zu schade zum liegenlassen, also hab ich den Song auf unser Vorgängeralbum gepackt. War im Nachhinein auch eine weise Entscheidung, denk ich mal. Mittlerweile haben wir das Stück in unserem Liveset fest integriert und der Song ist von Gig zu Gig mutiert, da ja jetzt die Gitarre dazugekommen ist und wir haben am Ablauf des Songs etwas geändert und den Sound etwas fetter gemacht. Live kam er bisher auch immer sehr gut an. UND DIE FREIGABE DES TITELS? Darkun: Ich habe direkt beim Verlag von STEPHAN REMMLER angefragt und habe von denen die Erlaubnis bekommen, wenn ich ihnen im Gegenzug 2 Exemplare der fertigen CD zukommen lasse. Ansonsten ganz normal über GEMA. Ich musste praktisch GEMA Gebühr dafür bezahlen, weil der Song auf der CD gecovert war. DA FÄLLT MIR EIN, SIDO HAT JETZT “DA, DA, DA” MIT STEPHAN REMMLER NEU AUFGENOMMEN UND DER RAPPER SELBST SAGTE, DASS HEUTZUTAGE DIE JUGEND GAR NICHT MEHR WEISS, WER STEPHAN REMMLER EIGENTLICH IST. Darkun: Stimmt, ist leider so. DICH KENNT MAN AUCH ALS DARSTELLER IN VERSCHIEDENEN HORRORFILMEN. Darkun: Ja, aktuell abgedreht wurde der Film “Abnormis” und wem der Titel bekannt vorkommt – richtig, es gibt auch einen gleichnamigen Song auf unserem neuen Album. Das Stück ist auch zu diesem Film entstanden. Der Streifen handelt, wirklich nur kurz zusammengefasst, von einer Frau, der Unrecht getan wurde und sich dann an ihren Peinigern Rache übt. Der Film ist extrem blutig und eine Freigabe unter 18 ist da nicht zu erwarten. Ich habe eine Hauptrolle gespielt und bin in 2 Nebenrollen zu sehen. Des Weiteren habe ich zu “Abnormis” auch den Score geschrieben, sowie einige Stücke von unserem aktuellen Album beigesteuert. ERSCHEINT ER NUR ALS DVD ODER LÄUFT ER AUCH IN LICHTSPIELHÄUSERN? Darkun: Beim letzten Film von dem Regisseur Maik Ude war es so, dass wir tatsächlich ein Kino in Lemgo hatten, wo die Premiere war. Das ist auch auf der DVD als Bonus drauf und ich denke, das wird mit dem neuen Film genauso sein. Mitte November ist das “Weekend of Horrors” in Bottrop und dort wird der Film das erste Mal zum Verkauf angeboten. Wir waren schon im letzten Jahr dort und es gab viele Leute, die den Film schon da mitgenommen hätten, aber wir konnten ihnen zum damaligen Zeitpunkt nur den Trailer bieten. DIE LETZTEN WORTE GEHÖREN EUCH. WAS IHR DEN LEUTEN SCHON IMMER MAL SAGEN WOLLTET. Darkun: Glaubt an euch selbst und lasst Euch nicht von anderen Menschen einen Weg diktieren.

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