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U.D.O. (UDO DIRKSCHNEIDER)

INTERVIEW MIT UDO DIRKSCHNEIDER (SÄNGER VON U.D.O. UND ACCEPT) ANLÄSSLICH DER VERÖFFENTLICHUNG DES ZEHNTEN U.D.O. ALBUMS. Ja, guten Abend, Dirkschneider Udo! JA EINEN SCHÖNEN GUTEN ABEND! ICH SCHREIB FÜR DEN TERRORVERLAG, DAS WEISST DU JA VIELLEICHT! Nein, weiß Ich nicht! TERRORVERLAG SAGT DIR ABER WAS? Joah! ICH GESTEHE, DAS BEVORSTEHENDE INTERVIEW MIT DIR HAT MICH EIN WENIG NERVÖS GEMACHT, WEIL ICH SEIT ZIG JAHREN ACCEPT UND U.D.O HÖRE UND NATÜRLICH MAG. WOLLEN WIR DABEI MAL GANZ BANAL ANFANGEN. SEIT WIE VIEL JAHREN BIST DU EIGENTLICH IM MUSIKGESCHÄFT? Musikgeschäft? Ich würde mal sagen… Hm…Wo man Anfangen kann von Musikgeschäft zu reden, ….würde mal sagen….Puuhhu…..Gute 32 Jahre. 32 JAHRE, MEINE GÜTE DA WAR ICH 6 JAHRE ALT. Ja (Grins) WENN JEMAND DEINE MUSIK NICHT KENNT, WAS WÜRDEST DU IHM ENTGEGNEN, WARUM SOLLTE ER SIE UNBEDINGT MAL ANHÖREN? Warum sollte er sich diese Musik anhören? GENAU! Erst mal würde ich ihm mitteilen, dass diese Musik eine sehr ehrliche Musik ist, und ganz einfach auch gute Songs vorhanden sind! ICH HABE DAS GEFRAGT, WEIL ES JA AUCH IN DEN VERGANGENEN JAHREN IMMER WIEDER JUNGE LEUTE GIBT, DIE IN DIESE RICHTUNG GEHEN, DIE GANZE SZENE BOOMT JA ENORM. WENN ICH JETZT MITTLERWEILE DIE FESTIVALS SEHE, WIE VIEL 18 UND 19JÄHRIGE SICH DA TUMMELN UND SIE FASZINIERENDERWEISE AUCH IMMER WIEDER BEI DEINER MUSIK LANDEN, DAS IST DOCH AUCH EINE INTERESSANTE ENTWICKLUNG? Muss ich sagen, ja! Ich stell das so seit guten drei Jahren fest, dass wieder sehr junges Publikum zu Konzerten kommt und dann erstaunlicherweise… ich sach mal… die ganz alten Kamellen kennt, und es ist irgendwo faszinierend zu sehen, muss ich ganz ehrlich sagen, dass da wirklich so ein Interesse besteht für diese Art von Musik. Aber ich glaub, das hat auch einen Grund, die Leute wollen wieder handgemachte Musik sehen und auch richtige Songs hören! JA DAS VERMUTE ICH AUCH. ICH HAB DICH JETZT ZULETZT IN WACKEN GESEHEN, MIT DER ACCEPT BESETZUNG, DA WAREN KIDS IN DER ERSTEN REIHE, DIE WAREN NOCH NICHT GEBOREN, ALS ICH DAS LETZTE MAL AUF EINEM ACCEPT KONZERT WAR. (UDO LACHT!) SO WOLLEN WIR GLEICH MAL ZU DEINEM NEUEN ALBUM KOMMEN. DIE SONGS AUF MISSION NO. 10, HABEN DIE IN ERSTER LINIE EINEN FIKTIVEN HINTERGRUND ODER HANDELN SIE AUCH VON PERSÖNLICHEN ERLEBNISSEN, DIE DU HATTEST? Sagen wir mal so, bei Mission No. 10 war es sowieso erst mal sehr einfach diesen Titel zu finden, zehntes U.D.O. Album. Wir befinden uns mit unserer Musik immer noch auf einer Mission. Um das mal so zu umschreiben, dann haben wir natürlich, weil der Titel für das Album schnell da war… und haben glaube ich diesmal auch mehr persönliche Sachen reingebracht. Persönliche Sachen in der Form… wir beschreiben eigentlich…unsere Mission, wegen der wir unterwegs sind. 24/7, 24 stunden, 7 tage die Woche „on duty“, aber das ist so wie wir leben. „Shell Shock Fever“ hat mit der Musik zu tun, dass man immer noch dieses Fieber, dieses Brennen für die Musik hat. „Stone hard“, „Breaking down the border“ bedeutet im Musikbereich gibt es keine Grenzen. „Way of life“ der Titel spricht für sich selber. DANN GLEICH NE FRAGE ZU „MEAN STREETS“, DU SCHREIBST JA OFT TITEL UND SONGS, DIE EIGENTLICH VON DEM LEBEN AUF DER STRASSE HANDELN. HAST DU SELBER AUCH MAL IRGENDWIE ERFAHRUNGEN GEHABT IN DIESEM LEBENSBEREICH IN FRÜHESTER JUGEND ODER SO? Ne eigentlich nicht! Solche Geschichten wie „Mean Streets“, da geht es eigentlich um die Verrohung vieler Sachen, sprich im sexuellen Bereich, in der Kirche, in Straßengangs, das haben wir eigentlich in dem Stück verarbeitet. Ich mein, wir haben dann auch Sachen wie jetzt „Primecrime in primetime“, das geht zum Beispiel im Prinzip gegen das Fernsehen. Sagen wir mal auch um die Verrohung im Fernsehen, wenn man nachmittags um fünf schon aufpassen muss, ob man die Kinder überhaupt vor den Fernseher setzen kann. Was man da schon alles zu sehen kriegt. „Eye of the Eagle“ ist zum Beispiel ein Stück über die Natur. Wir sollten sicherlich ein bisschen vorsichtiger mit unserer Natur umgehen, sonst werden wir da auch nicht mehr lange Spaß dran haben. „Cry soldier cry“ ist ein absoluter Antikriegssong. Also sagen wir mal, so wir haben da eigentlich schon die typischen Geschichten über die wir textmässig schreiben, nur diesmal ist es ein bisschen musiklastiger geworden. WAS ICH NOCH MAL ALS ANLIEGEN HÄTTE, IST DAS DU MAL SO EIN BISSCHEN VON DEINEN MUSIKALISCHEN MITSTREITERN VON U.D.O. ERZÄHLST, WEIL DIE IMMER SO EIN BISSCHEN IM HINTERGRUND SIND. ICH WEISS NICHT OB ICH DA DER EINZIGE BIN, DER DIESEN EINDRUCK HAT ICH WÜRDE GERNE ERFAHREN, IN WELCHER BESETZUNG SPIELST DU JETZT UND HAT SICH DA IN DEN VERGANGENEN JAHREN AUCH IMMER EIN BISSCHEN WAS GEÄNDERT? KANNST DU DICH DA AUF FESTE GRÖSSEN VERLASSEN? Mit Sicherheit der wichtigste Mensch mit dem ich da zusammenarbeite ist Stefan Kaufmann, ehemals Drummer bei ACCEPT, jetzt Gitarrist bei U.D.O., dann ein sehr alter Freund aus den 80er Jahren ist der Bassmann Fitti Wienhold. Der ist jetzt auch von Anbeginn bei U.D.O. dabei. Also nicht von der ersten U.D.O.- Periode, sondern seit dem „Solid“- Album, was mittlerweile auch schon gut acht Jahre sind. Mittlerweile fast neun Jahre, und dann hatten wir am Anfang noch den alten U.D.O Schlagzeuger Stefan Schwarzmann mit im Boot und einen anderen Gitarristen, Jürgen Graf, da gab es aber ein paar persönlichere Probleme nicht mal musikalischer Art, sondern eher persönliche Geschichten, die man auch nicht unbedingt breit treten sollte, die uns dazu genötigt haben andere Leute zu nehmen. Da haben wir jetzt aber auch einen Gitarristen, der ist schon seit 1998 dabei. Praktisch schon sieben Jahre, der Igo Gianola, der hat ne zeitlang bei GOTTHARD gespielt. Er wurde mir auch von GOTTHARD empfohlen, da der Leon von GOTTHARD ein sehr großer ACCEPT und U.D.O. Fan ist. Der passt ganz genau zu uns. Der Igo brachte dann auch den Lorenzo Milani mit, mit dem er auch sehr viel im Studio gearbeitet hat, und mit dem er bei einer Coverband gearbeitet hat. Ja und der Mann hat uns leider letztes Jahr verlassen. Da hatten wir einen traurigen Hintergrund, seine Schwester ist mit 30 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben und hat zwei kleine Kinder hinterlassen. Sah am Anfang nicht so aus, dass er deshalb mit der Musik aufhören muss. Dann gab es für ihn jedoch… wie sagt man… einen Flash, und er hat sich anders entschieden. Für uns war das nicht ganz so lustig, dass war ziemlich kurz vor dem letzten Part der „Thunderball“ Tour, vor der Skandinavien-Tour, wo er uns drei Wochen zuvor angerufen hat, dass er aufhört mit der Musik und schon alles verkauft hatte. Da sahen wir natürlich etwas alt aus. Aber wie man so schön sagt: Wir hatten wieder mal Glück. Igo kannte mal wieder jemanden, und dann haben wir nun seit der Skandinavien-Tour den Francesco Jovino aus Italien, wir sind richtig multikulti. Der passt dann auch, und der musste dann mal so eben innerhalb von 10 tagen 25 Songs rein- und raufschaffen. Die hat er mit Bravour gemeistert, und der passt auch hervorragend zu uns. Da war mal wieder Glück im Spiel. Ansonsten ist das line-up steady seit 7 bis 8 Jahren, und das macht sich auch bemerkbar. U.D.O. ist kein Soloprojekt. Für mich ist das ne band. DAS MERKT MAN AUCH BEI DEN PRODUKTIONEN. Das ist ein ganz wichtiger Faktor. INTERNATIONAL BIST DU SEHR BEKANNT, DU GILTST MITTLERWEILE WELTWEIT ALS EINER DER URGESTEINE DES METAL, WIE KOMMT ES, DASS DU IM EIGENEN LAND NOCH NICHT SO ANERKANNT WIRST? WENN ICH MITBEKOMME, WIE DIE SCORPIONS HIER TEILWEISE GEFEIERT WURDEN, WIE KOMMT ES, DASS DIE GROSSEN MEDIEN HIER AUF DICH, AUCH AUF ACCEPT UND U.D.O. NOCH NICHT SO AUFMERKSAM GEWORDEN SIND? WAS MEINST DU WORAN KÖNNTE DAS LIEGEN? Wenn ich das wüsste. Weiß ich nicht. Wir haben live überhaupt kein Problem in Deutschland. Medienmässig tut sich die vergangenen beiden Jahre, Radio-mässig auf jeden fall wesentlich mehr. Aber das eigentliche Medium, was man braucht um bildlich da zu sein, ist das Fernsehen, und da werden wir vergessen. Wir haben zwar sehr gute Verbindungen, aber da kriegt man einfach durch die Blume gesagt – tut uns furchtbar leid, aber keine Chance! Selbst Videoclip mässig gibt es da kaum eine Chance. Aber da können wir mit leben, da haben wir mit ACCEPT auch schon mit gelebt. JA SOLANGE DORT SO EIN GROSSES FANPOTENTIAL VORHANDEN IST, IST DAS JA AUCH KEIN PROBLEM DENKE ICH. Richtig! JETZT ZU EURER TOUR, WANN IST EINE TOUR GEPLANT, UND WO SOLL ES HINGEHEN? Wir fangen an Anfang Januar mit England, und dann kommen wir nach Deutschland so ab Mitte Januar. Dann geht es komplett durch Europa. Der erste Block wird so knapp drei Monate lang sein. Dann werden wir nach einem kurzen Break eine längere Tour in Südamerika machen! Dann kommt der Sommer. Da werden wir mal gucken, auf welchen Festivals wir spielen werden. Da wird auch sicherlich in Europa einiges passieren, und dann schätz ich mal ab Mitte Dezember werden wir uns dem Ostblock zuwenden, sprich die ganzen GUS-Staaten. Wir werden zum ersten Mal auch nach China gehen. Wir spielen in der Mongolei, also ein paar ganz abgedrehte Geschichten. dann zum Schluss nehm ich mal an, werden wir wohl so wie es aussieht den Abschluss in Japan machen. IN WELCHEN LÄNDERN SPIELST DU DENN AM LIEBSTEN? DAS IST NATÜRLICH EIN SCHWERE FRAGE AUCH DEN FANS GEGENÜBER. ABER ES GIBT DA DOCH BESTIMMT AUCH IRGENDWELCHE VORLIEBEN? Also sagen wir mal vom Gefühl her bin ich am liebsten in Russland. Ich mag die Mentalität der Leute, und ich fühl mich da pudelwohl. Selbst im tiefsten Sibirien. da hat man keine Probleme, wie manche Leute meinen. Aber es gibt auch andere Länder, ich spiele zum Beispiel unheimlich gerne in Spanien oder in Griechenland. Das ist auch immer unterschiedlich, aber so während der Tour bin ich mittlerweile am liebsten im Ostblock unterwegs. DAS PASST JA GENAU ZU MEINER NÄCHSTEN FRAGE. ICH HAB HIER NE FRAGE ZU RUSSLAND STEHEN. WAS HAST DU DENN SO AN BESONDEREN ERLEBNISSEN AUS RUSSLAND MITGEBRACHT, WEIL DU JA AUCH EINER DER ERSTEN STARS DER METALSZENE WARST, DIE NACH DER WENDE DORT GESPIELT HABEN. GAB ES IRGENDWELCHE BESONDEREN DINGE, DIE DA MAL PASSIERT SIND? Ja da gibt es ganz viele, da könnte ich jetzt lange drüber erzählen, aber wer sich zum Beispiel den Song „Trainride in Russia“ mal anhört, auf dem Thunderball Album, da hat man schon einige Geschichten, die also wirklich auch passiert sind. Dann gibt es ne Geschichte von der ersten Tour, da haben wir uns tatsächlich noch in ein Flugzeug gesetzt innerhalb Russlands, das würde ich nicht mehr machen. Das haben wir direkt danach auch abgewählt, weil da sind da so Sachen passiert, dass wir wirklich unsere Anlage selber ausladen mussten, weil gar kein Personal am Flughafen war. Das war mitten in der Pampa in Russland, wo wirklich niemand aufzutreiben war. Da sind so ein paar Sachen passiert, die sind schon sehr interessant. WAS WÜRDEST DU JUNGEN MUSIKERN MIT AUF DEN WEG GEBEN, DIE SICH HEUTE DAFÜR ENTSCHEIDEN EINE GITARRE IN DIE HAND ZU NEHMEN ODER SICH HINTERS DRUM KID SETZEN, WENN SIE WIRKLICH GUTE HARTE MUSIK MACHEN WOLLEN? Versuchen… das einzige, wo man ne Chance hat – das ist so einfach daher gesagt – aber versuchen, wie man so schön sagt „unique“ zu sein. Eigenes zu finden. wahnsinnig schwer. Aber das ist die einzige Chance sich aus dem ganzen – das ist jetzt nicht bös gemeint – Wust der ganzen Bands heraus zu heben. Das fängt meistens mit dem Sänger an. (UDO LACHT!). Der Sänger ist immer so der Erkennungswert einer band, und wenn man da jemanden hat der eine stimme hat, die sich wie auch immer abhebt von dem ganzen Wust, dann hat man schon viel gewonnen. WIR HABEN SELBER FRÜHER IMMER GROSSE SCHWIERIGKEITEN GEHABT GUTE SÄNGER ZU FINDEN, WENN WIR VERSUCHT HABEN MUSIK ZU MACHEN. Ja, gute Sänger, die singen alle sehr schön. Aber da ist oft nicht so der Wiedererkennungswert. Da gibt es halt im Heavybereich auch nicht so viele, wo man wirklich sagt, wenn man ne CD einlegt oder früher eine Platte abspielt, und du hörst den ersten Ton vom Sänger, wo du dann sagst: „Das ist der!“ Das ist eben wie bei einem guten Schauspieler. Das ist so ne Sache, das ist halt eben nicht jedem gegeben. Aber das ist ein ganz wichtiger Faktor. Dann auch musikalisch. Du kannst das Rad nicht neu erfinden, alles ist schon immer wieder da gewesen. es gibt nix neues mehr, sag ich mal. Man kann gewisse Sachen zusammen würfeln und daraus was neues kreieren, was ja auch andauernd passiert. Aber ich glaube schon, das Geheimnis ist und bleibt der Gesang, würde ich mal so ganz frech behaupten. WELCHE VON DEN JÜNGEREN BANDS MAGST DU AM LIEBSTEN UND WAS KANNST DU MIT DEN NEUEREN TRENDS ANFANGEN? Ich hab ne 17jährige Tochter, ich bin da so… also was da immer so vom Dachgeschoss runterdonnert zu uns ins Wohnzimmer… hör ich da immer so die neusten Sachen: DIMMU BORGIR bis SLIPKNOT bis KORN und solche Geschichten. Die mir im Augenblick so im Gedächtnis geblieben sind, von den ganzen Festivals, die wir mit ACCEPT gemacht haben, sind CHILDREN OF BODOM. Kann ich dir nicht sagen warum? Aber die sind bei mir irgendwie hängen geblieben. Eine sehr interessante Band! DU HAST JA AUCH MIT DIVERSEN NAMHAFTEN BANDS AUF FESTIVALS GESPIELT. MIT WELCHEN HAST DU DENN AUCH PRIVAT MAL KONTAKT? ODER MIT WELCHEN TRIFFT MAN SICH MANCHMAL ODER TELEFONIERT ODER BIST DU EHER JEMAND, DER SICH DA SO AUS DER SZENE HERAUSHÄLT? Wenn ich mal nicht auf Tour bin, halte ich mich eigentlich sehr aus der Szene heraus. Wir treffen uns schon. Ich sach mal, ich habe ziemlich engen Kontakt zu MOTÖRHEAD. Freundschaft will ich mal nicht unbedingt sagen, aber ich habe sehr gute Beziehungen zu Ronny James Dio. Und grad in der Festivalsaison trifft man sich, und dann redet man eigentlich sehr viel miteinander. Das ist eigentlich sehr interessant, dass die ganzen „alten Recken“ wie wir immer so schön sagen, das ist ne sehr große Familie, und wir beobachten auch schon die ganze Szene, und dann kommen wir eigentlich immer zu dem gleichen Schluss und sagen, da kommt nicht so richtig was neues. Diese ganze alte Riege ist auch eine sehr bodenständige Riege, da ist keiner irgendwie abgehoben oder solche Geschichten. Man hat sich immer viel zu erzählen! Es ist ja mal auch so, da wir uns auch alle so lange kennen, unterhält man sich auch nicht nur noch über die Musik, sondern es gibt auch viele private Geschichten. Es ist dabei hinter der Bühne immer sehr lustig und interessant. WENN DU AUF DER TOUR EINEN GIG GESPIELT HAST, BRAUCHST DU ERST MAL NACH DEM KONZERT DEINE RUHE ODER LÄSST DU DANN AUCH ANSCHLIESSEND MAL EIN PAAR FANS AN DICH RAN, MIT DENEN DU DICH DANN MAL UNTERHÄLTST UM AUCH MAL EIN FEEDBACK ZU BEKOMMEN? Direkt so nach dem Konzert brauch ich für mich erst mal so ne halbe Stunde, da muss ich erst mal zur Ruhe kommen… so auch erst mal abstand kriegen. Danach ist das auch sehr wichtig ein Feedback von den Fans zu kriegen, wie sie das Konzert fanden, sich mit den Leuten zu unterhalten. Das ist schon wichtig für mich. DU BIST JETZT SO LANGE IM GESCHÄFT, IN DER TECHNIK IN DEN MUSIKPRODUKTIONEN HAT SICH JA AUCH EINIGES GEÄNDERT. MACHT ES MEHR SPASS EIN ALBUM HEUTZUTAGE PRODUZIEREN ODER EHER VOR 20 JAHREN? Sagen wir mal so! Es wird einem heute sehr viel Arbeit abgenommen, wegen des lieben Computers. Es war natürlich früher etwas aufregender, wo einige Geräte doch eher sehr einfach waren. Gerade in der Arrangementphase oder in der Pre-Produktionphase, da musste man früher schon im Studio, wenn man jetzt einen Song arrangiert hat und sagt, wir machen jetzt mal das Schlagzeugbreak irgendwie anders, da setzt du dich heute an den Computer und bewegst zwei Tasten, und dann hast du sofort ein Ergebnis. Viele Sachen sind heute einfacher geworden, man kann schneller arbeiten. Hat wiederum auch den Vorteil, wenn man schneller arbeiten kann, dann hat man mehr Zeit zur Verfügung, um noch extremer zu arbeiten, sich um die Feinheiten zu kümmern! AUCH BEI DEN LIVEAUFTRITTEN IST JA AUCH VIEL MEHR TECHNIK DABEI ALS FRÜHER. DADURCH IST JA AUCH EINIGES ANFÄLLIGER. HAST DU DENN AUCH SCHON MAL DEN ABSOLUTEN SUPERGAU ERLEBT, WO DANN GAR NICHTS MEHR GING SO EINE HALBE STUNDE LANG ODER HAST DU DA GLÜCK GEHABT? Den letzten Supergau hatten wir in Wacken mit ACCEPT. Da ist dann Wolfs Gitarrenanlage ausgefallen. JA, DAS HABE ICH MITBEKOMMEN! Da hab ich dann zwar länger gesungen. so was kommt dir dann wie eine Ewigkeit vor, obwohl es gar nicht so endlos lang ist. Aber das kommt dir einfach wie eine Ewigkeit vor. Aber es ist auch schon passiert, dass da eine komplette Anlage ausgefallen ist. Das hab ich zum Beispiel erlebt auf der letzten Skandinavien Tour! Mit U.D.O., da ist dann bei der Zugabe komplett alles ausgefallen. Komplett! Und da gab es auch kein zurück mehr, da wurd dann ne Taschenlampe angemacht und gesagt – hallo Kinder, das war’s! Also das passiert schon. Aber die Technik bei uns – ich kann nur von uns reden – da hat sich live nicht großartig viel geändert, bis vielleicht auf die Sendermikrofone und die Sender für die Gitarren. Es ist eigentlich so gesehen wie früher. UM JETZT MAL AUF DAS NEUE ALBUM ZURÜCKZUKOMMEN. ORIENTIERST DU DICH DANN AUCH GELEGENTLICH AN ÄLTEREN SONGS. BEIM SOUND MERKT MAN DAS NATÜRLICH, ABER BEI DER KOMPOSITION GEHST DU DA IMMER NEU UND UNBEFANGEN DRAN? Wir gehen immer neu und unbefangen an die Sachen. Das ist ein ganz wichtiger punkt. Wir haben reichlich angefangene Sachen da liegen, halbfertige und irgendwelche Riffs, aber das hat auch eine Grund, warum die da liegen, weil die dann irgendwie nicht gestimmt haben. Und das ist wirklich äußerst selten, dass so was mal vorkommt, dass wir die wieder aus der Schublade holen, weil vielleicht das eine zu dem anderen gerade passt. Aber ansonsten, wenn wir ein neues Album machen, dann immer frisch drauf los! Ich mein o.k., soundmässig da fährt man einen eigenen Sound, was weiß ich AC/DC haben einen eigenen Sound PRIEST haben einen eigenen Sound, MOTÖRHEAD haben einen eigenen Sound und so hat auch U.D.O. einen eigenen Sound. O.k. man bastelt mal hier und da, das klingt mit mal ein bisschen anders, aber ansonsten hat man schon so seine Basis. Das ist auch ganz bewusst, wenn wir komponieren, dann hör ich eigentlich gar keine Musik, um ja nicht irgendwie was im kopf zu haben, was dann da verbraten würde. das ist ein ganz ganz wichtiger punkt. Das muss dann so! Das ist eine ganz komische art zu komponieren bei uns. Das ist so ne Drei-Wochenphase, und dann sind auch die meisten Songs nicht fertig, aber so, dass wir sagen können wir haben genügend Material für ein neues Album. Dann haben wir was umgestellt. man lernt ja nie aus, seit der „Thunderball“ haben wir auch die Kompositionsweise umgestellt. Früher war eigentlich immer erst die Musik da, dann kamen Text und Melodie. Heute haben wir erst den Text und die Gesangsmelodie und dann kommt die Musik. Das haben wir gemerkt. Oh wunder! Erstens ist es wesentlich einfacher und zweitens hat ein Text eine gewisse Aussage, die Gesangsmelodie passt sich wieder dem text an von der Atmosphäre her, und dann kann man sagen der Song braucht die und die Atmosphäre. Das ist wesentlich einfacher als anders herum haben wir festgestellt für uns. Also auch interessant! JETZT NOCH EINMAL KURZ ZUM THEMA ACCEPT. BESTEHT DIE AUSSICHT FÜR DIE ALTEN ACCEPT FANS IRGENDWANN MAL WIEDER- UND WENN ES IN 15 JAHREN IST- ACCEPT ZU SEHEN? ODER WIRD ES DA NE GANZE ZEIT GAR NICHTS GEBEN! Da wird es mit Sicherheit nichts mehr geben. Ich glaube dieses Buch kann man zuklappen und schön ins Regal stellen. Weil ich glaube, das war das letzte mal, und ich glaube für einige Leute inklusive meiner Person war es wahrscheinlich auch so ein… für die einen in die Richtung, für die anderen in die Richtung… um zu sehen, kommen da irgendwelche Gefühle hoch. Ich glaub, das war so ein Selbsttest. also bei mir ist ganz klar, für mich heißt die Zukunft U.D.O.. Ich hab zum Beispiel die O-Ton-Aussage Peter Baltes, „das ist nicht mehr meine Welt“. Bei Wolf habe ich mittlerweile das Gefühl bei einigen Interviews (ohne ihm zu nahe zu treten), ich glaube, er hat Blut geleckt, aber ACCEPT kann nicht mehr mit mir stattfinden. Das habe ich jetzt mitgekriegt bei den ganzen Interviews. Ich hab zwar nicht alle gelesen, die er gegeben hat, aber mich als denjenigen darzustellen, der diese ACCEPT Geschichte verhindert, das sollte er nicht tun, das ist nicht gut. (UDO LACHT) Er kann ja gerne ACCEPT machen. Er stellt mich da so… wie soll man sagen. als den Buhmann hin. Nach dem Motto „Udo verhindert, dass man ACCEPT weitermachen kann“. Aber das ist ein bisschen hm, hm, hm! Aber da hat ja auch wieder jeder die Möglichkeit eigene Wege zu gehen. Richtig, er hat ja auch ein gutes Klassik Album gemacht vor längerer Zeit, und vielleicht ist das irgendwo sein Weg. Es hat eine Reunion gegeben, da habe ich meine Erfahrungen gesammelt, und ich glaube so etwas muss ich nicht noch mal wiederholen, weil ich weiß, wo es enden wird. Dafür bin ich auch zu weit mit U.D.O. und das ding aufzugeben, das möchte ich glaube ich nicht tun. SO NOCH EINE SKURRILE ABSCHLUSSFRAGE, WAS PERSÖNLICH HÄLTST DU VON DIETER BOHLEN, DER IN DER ÖFFENTLICHKEIT IMMER KEINEN HEHL DARAUS MACHT, WIE BESCHEUERT ER ROCKMUSIK UND METAL FINDET. (LACHT LAUT AUF!) Ich weiß, dass er ein ganz geheimer Fan ist von DEEP PURPLE und AC/DC. Das weiß ich, erst wollte ich sogar mit ihm zusammen arbeiten. SO DAS WARS VON MEINER SEITE, DANKE DASS DU SO NETT AUSKUNFT GEGEBEN HAST! Kein Problem! BIS DENN SCHÖNEN ABEND! Ja auch schönen Abend noch!

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