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UNEARTH (JOHN)

ES IST JA SO SCHON MANCHMAL SCHWIERIG, UNSERE FREUNDE AUS DEN STAATEN AM TELEFON RICHTIG ZU VERSTEHEN. ABER BESONDERS „INTERESSANT“ WIRD ES, WENN DER GESPRÄCHS-PARTNER GERADE MIT SEINEM HANDY AM OHR HINTERM STEUER SITZT. SO GESCHEHEN BEI MEINEM INTERVIEW MIT DEM UNEARTH-BASSER JOHN:

HANDY AM STEUER KANN GEFÄHRLICH UND TEUER WERDEN Echt? Ach was! (lacht) Ja, ich bin gerade auf dem Weg zur Band-Probe. IHR SEIT DOCH NOCH RELATIV NEU FÜR UNS HIER. STELL DOCH MAL KURZ EURE BAND VOR. Also, ich bin der Bassist, Trevor ist am Mikro, Buz und Ken sind unsere Gitarristen und Mike der Drummer. Uns gibt’s seit 1998 und wir rocken die Welt! Ich selbst bin kurz vorm Release der „Endless Fight“ EP zur Band gestoßen und Mike kam erst zum neuen Album dazu. Sonst kam unsere erste EP „Above the Fall of Man“ 1999 bei Endless Fight Rec. heraus. Unser Debut Album „The Stings of Conscience“ und die „Endless“ EP erschienen dann auf Eulogy Rec.. Die Leute von Metal Blade Rec. kannten wir schon eine Weile und als es dann darum ging einen neuen Deal zu kriegen, bekamen wir zwar eine Menge Angebote von verschiedenen Labels, aber das von Metal Blade passte einfach am besten zu uns. Wir fühlen uns da auch sehr wohl und verstehen uns echt super. Ja, und da sind wir nun. „The Oncoming Storm“ ist ja gerade weltweit raus gekommen! EIN SEHR COOLES ALBUM. DA DÜRFTEN DIE REAKTIONEN DOCH TOP SEIN Ja, hier in den USA ist es ja schon ein paar Wochen länger raus. Es kommen jeden Tag Feedbacks rein und die sind durchweg echt großartig! Auch aus Europa! Bislang ist noch nichts Negatives zu uns durchgedrungen. Es verkauft sich auch richtig gut hier in den USA. IN DER EUROPÄISCHEN PRESSE WERDET IHR SCHON ALS DAS NÄCHSTE GROSSE DING NACH HATEBREED BETITELT. WIR KOMMT IHR DAMIT KLAR? Das ist natürlich eine deftige Aussage. Aber wir versuchen über so was gar nicht nachzudenken. Wir machen einfach das, was wir immer getan haben. Wir spielen harte Musik und wollen soviel Spaß wie möglich haben. Wir sind schon super happy, dass unser neues Album so gut ankommt und wenn wir dann auch noch in einem Atemzug mit fetten Kalibern wie HATEBREED genannt werden, ist das natürlich ein ziemlicher Hammer für uns! Wir gehen halt einfach raus und spielen uns den Arsch ab. Wenn es den Leuten so gut gefällt, ist das natürlich richtig genial. Wäre das nicht der Fall, würden wir aber trotzdem weiterhin unsere Musik machen! IHR SELBST MÖGT DEN BEGRIFF „METALCORE“ NICHT BESONDERS. WIE WÜRDET IHR EUCH SELBST EINSTUFEN? Mhm, manche sagen Metal, weil wir viele Einflüsse aus der schwedischen Metal-Szene haben. Andere sagen es ist Hardcore, weil wir diese typischen Breakdowns dabei haben. Nun hat jemand halt den Begriff Metalcore erfunden. Es gibt Unmengen an Schubladen und ich denke wir sind gerade in einer Zeit, wo die Grenzen zwischen den ganzen Genres immer mehr zerfließen. Das merkt man ja vor allem in den USA besonders. Wir selbst nehmen halt aus allem etwas. Rock, Metal, Hardcore, Death Metal, was auch immer. Das sind alles Einflüsse für uns und das was dabei heraus kommt, ist halt UNEARTH. Wir sind einfach eine Heavy-Band, die Heavy-Musik spielt. Wir haben aggressive Vocals, 2 fette Gitarren, einen drückenden Bass und amtliche Drums. Wie das nun genannt wird, ist eigentlich egal. Hauptsache es ist hart und macht Spaß! DIE MEISTEN METALCORE-BANDS HABEN JA IHRE ROOTS BEI SLAYER. IHR KLINGT ABER MEHR NACH DEN BANDS AUS DER SCHWEDISCHEN DEATH METAL SZENE. WIE KOMMT DAS ZU STANDE? Sorry, dass ich etwas unaufmerksam bin, aber fahren und telefonieren ist echt schwierig (lacht). Ok, Einflüsse… mhm… Also, wir sind natürlich schon sehr von SLAYER beeinflusst, aber bei uns hört man das einfach nicht so krass, wie bei vielen anderen. Keine Ahnung, wie das kommt. Wir stehen halt sehr auf schwedische Bands wie IN FLAMES, SOILWORK oder auch AT THE GATES. Und das kommt halt auch in unserer Musik durch. Mhm, denke so einfach kann man das sagen (lacht). WIE LAUFEN BEI EUCH DIE AUFNAHMEN AB, SCHREIBT IHR DIE SONGS VORHER ODER AUCH NOCH IM STUDIO? Die Aufnahmen dauerten im ganzen nur drei Monate. Wir haben vorher alles an Ideen und Songs, die wir während des letzten Jahres gesammelt haben, zusammengetragen und haben einige Sachen schon mal als Demo-Versionen aufgenommen. Die meisten haben wir dann auch so übernommen und dabei nur die ein oder andere Sache umgebaut. Drei oder vier Songs haben wir auch erst im Studio vollendet. Aber den Großteil hatten wir schon vorher parat und wurde halt dann zusammen mit Adam Dutkiewicz (Produzent/ Gitarrist KILLSWITCH ENGAGE) im Studio komplettiert. WIE GERADE ERWÄHNT HAT ADAM VON KILLSWITCH ENGAGE EUER ALBUM PRODUZIERT. IHR HABT DES ÖFTEREN ERWÄHNT, DASS ER WIE EIN SECHSTES BAND-MITGLIED FÜR EUCH IST. Ja, Adam ist echt ein großartiger Kerl. Wir kennen uns schon seit etlichen Jahren und wir haben uns immer gegenseitig supportet. Der Typ hat echt richtig Ahnung davon, wie man einen super Sound hinbekommt. Adam arbeitet richtig hart, sehr professionell und sehr konzentriert. Und das hört man auch. Dazu kommt noch, dass er es irgendwie immer schafft eine gute und positive Stimmung im Studio zu erzeugen und auch zu halten. Beim Einspielen kommt man ja mal in Phasen, in denen dann einfach gar nicht nix klappt. Man spielt die Parts wieder und wieder, aber man bekommt es einfach nicht richtig hin. Dann hat Adam immer einen guten Spruch oder einen Joke parat, um die ganze Atmosphäre aufzulockern. Da wird halt etwas rumgealbert und nach einer Weile geht’s dann weiter und es läuft danach echt besser. Er hat ein gutes Gespür dafür, wenn man eine mentale Blockade einfach nicht weg bekommt und reagiert dann sofort. Das hat uns echt geholfen und die Aufnahmen viel leichter und entspannter gemacht! DIE LYRICS WERDEN JA MEIST VON TREVOR GESCHRIEBEN, ABER VIELLEICHT KANNST DU UNS JA DOCH ETWAS DARÜBER ERZÄHLEN. In den Texten geht es sowohl um Politik, aber auch im die Natur an sich. Wir wollten einfach die wirkliche Situation auf der Welt darstellen Mhm, ja es ist schon sehr politisch. Wir wollen halt, dass die Menschen endlich die Augen aufmachen und erkennen was direkt vor ihrer Nase abgeht. Wir müssen einfach alle unseren Teil dazu beitragen, um aus dieser Sache wieder heil heraus zu kommen. Wenn wir das nicht endlich machen, dann wird es nur noch schlimmer. Daher stammt auch der Titel des Albums „The Oncoming Storm“. Es zieht ein dicker Sturm auf, der über die gesamte Welt wüten wird. Wenn wir nicht endlich zusammen arbeiten, wird diese Erde bald zerstört sein. Das zielt sowohl auf alle Regierungen der Welt ab, aber auch auf jeden Menschen persönlich. Wir müssen endlich eine gemeinsame Grundlage finden, damit wir dieses aufkommende Unheil, diesen Sturm, auch bewältigen können. In den letzten Jahren ist es immer schwieriger geworden eine globale Grundlage zu finden. Das muss sich endlich ändern. AUF DER EUROPÄISCHEN VERSION IST EINE DVD MIT LIVE-CLIPS BEIGEFÜGT. WERDET IHR NOCH EINEN RICHTIGEN CLIP MACHEN? Die Live-Mitschnitte, die bei Euch mit drauf sind, wurden bei einer Show in Long Island, NY aufgenommen. Das war glücklicherweise einer der besten Shows, die wir gespielt haben. Vor einigen Monaten haben wir noch einen Clip für „The Great Dividers“ gedreht, der hier auf MTV2 zu sehen ist und im Frühjahr 2005 werden wir noch einen für „Zombie Autopilot“, welcher auch mein persönlicher Lieblings-Song auf dem Album ist, drehen. Und wenn’s weiter richtig gut läuft vielleicht auch noch für „Bloodlust of the Human Condition“ IHR WART GERADE MIT DEM OZZ-FEST UNTERWEGS? WIE WAR`S? Das war echt großartig. Wir haben ja auf der zweiten Bühne gespielt. Und alle Bands, die dort mit am Start waren, kennen wir schon lange und haben auch schon oft mit ihnen getourt. Sei es LAMB OF GOD, HATEBREED, GOD FORBID, BLEEDING THROUGH und die anderen. Wir sind alle schon seit Jahren dicke Freunde und es war richtig cool dort auf dem „Heavy Metal Summer Camp“, wie wir es nannten. Das war eine einzige wilde Party und das den ganzen Sommer über. Ich bin schon etwas erleichtert, dass ich mich nun etwas erholen kann. So geil die Zeit auch war, es war auch ziemlich anstrengend (lacht). Ja, und es war natürlich genial mit Legenden wie BLACK SABBATH, JUDAS PRIEST und SLAYER auf Tour zu sein. So eine Möglichkeit bekommt man nicht oft. Vielleicht haben wir ja die Chance da noch mal mit am Start zu sein. Das war echt geil! WIE HABEN DIE GROSSEN BANDS AUF EUCH UND EURE MUSIK REAGIERT? Die Jungs von SLAYER kennen wir schon ne Weile. Kerry King kommt oft zu Konzerten hier in Massachusetts und Connecticut und wir sind schon länger befreundet. Leider hatten wir keine Chance BLACK SABBATH oder JUDAS PRIEST persönlich zu treffen, aber wir haben zu Beginn der Tour des öfteren beim Soundcheck von PRIEST zuschauen können. Wir saßen mit unseren Kumpels von den anderen Bands, so ca. 80 Leute, in den ersten Reihen und zogen uns JUDAS PRIEST rein. Das war echt Hammer! Moment, ich muss grad abbiegen… WIE HABEN DIE DIE-HARD METAL FANS AUF EUCH REAGIERT? ODER WAREN VOR EURER STAGE NUR HARDCORER? Wir konnten eigentlich Tag für Tag mehr Metaller zu uns rüber holen und sie neugierig machen, was bei uns abgeht. Wie ich schon sagte, sind wir noch so verwurzelt, dass wir gut bei den Hardcorern ankommen. Aber durch unsere Einflüsse aus dem europäischen Metal konnten wir auch sehr viele Metaller begeistern. Das war schon cool anzusehen, wie gemischt die Crowd teilweise war. Aber es hat alles super geklappt und die Kids haben mit uns und miteinander richtig abgefeiert. Soll sollte es sein! Und wir sind froh, dass wir unseren Teil dazu beitragen können, dass Metalfans und Hardcorer zugänglicher für das jeweils andere Genre werden! IM NOVEMBER KOMMT IHR JA ENDLICH NACH DEUTSCHLAND. IHR SEIT DANN HIER U.A. MIT SICK OF IT ALL, WALLS OF JERICHO UND SLAPSHOT UNTERWEGS. WAS ERWARTET IHR VON DER TOUR? Na ja, erwarten eigentlich gar nichts. Hoffen dagegen schon eher. Wie vorhin schon erwähnt, gehen wir einfach raus, spielen uns den Arsch ab und hoffen, dass es Euch gefällt. Hoffentlich kennen dann schon einige das Album und können voll abgehen. Und den Rest werden wir schon von uns überzeugen, hehe. Aber vor allem wollen wir Spaß haben, wie immer (lacht). Wir waren letztes Jahr schon mal für drei Wochen in Europa. Wir haben da einige Headliner-Shows gespielt und dann eine kurze Tour mit LIAR aus Belgien gemacht. Das war schon ganz cool, obwohl uns da noch kaum einer kannte. DAS WIRD JA WIEDER EINE FAST REINE HARDCORE-TOUR. MEINST DU, DASS DIE EUROPÄISCHE SZENE MAL SO TOLERANT SEIN WIRD, WIE BEI EUCH IN DEN USA UND GIGS MIT HARDCORE & METAL-BANDS AKZEPTIERT? Mhm, schwer zu sagen. Da kenne ich mich zu wenig in der Szene bei Euch aus. Ich weiß, dass es eine sehr große und starke Metal-Szene gibt. Genauso gibt es eine große Hardcore-Fangemeinde bei Euch. Wir versuchen mit unseren Gigs, die Barrieren zwischen den Genres einzureißen. Aber wichtiger ist, dass es auch viele heimische Bands gibt, die das versuchen. Nur so kann es funktionieren. Aber wir versuchen auf jeden Fall unseren Teil dazu beizutragen und dass ohne uns dabei zum Affen zu machen… hehe. Aber ich kenne ja z.B. CALIBAN. Die sind doch aus Deutschland und die machen das schon verdammt gut! SOWOHL CALIBAN ALS AUCH IHR HABT JA SCHON DES ÖFTEREN GEÄUSSERT, DASS MAN GERNE MAL ZUSAMMEN TOUREN WÜRDE. Ja, wir haben schon oft darüber geredet. CALIBAN wollten uns in Deutschland mit auf Tour nehmen und wir die Kollegen dann hier in den USA. Hat leider bislang noch nicht geklappt und es ist auch noch nichts definitives in Sicht zur Zeit. Aber hoffentlich kriegen wir das nächstes Jahr endlich mal hin. Wäre auf alle Fälle äußerst cool! Leider hatte ich noch keine Chance deren neues Album zu hören. Wir sind ja gerade erst von der Tour zurück. Aber ich werde mir das bald mal reinziehen. IHR SEIT JA EINE DER WENIGEN BANDS, DIE KEINE COVER-SONGS IM SET HABEN. HABT IHR DA WAS IN PLANUNG FÜR DIE TOUR? Wir haben vor einigen Monaten mal „It’s so easy“ von GUNS N’ ROSES für einen Tribute-Sampler eingespielt. Das hat schon Bock gemacht. Da sind auch nur coole Bands drauf, wie AFI, BLEEDING THROUGH und die anderen aus der Hardcore/ MetalCore-Szene. Aber live werden wir den nicht spielen. Wir haben bei den Proben schon öfters versucht, mal einige Cover-Songs zu machen, aber das resultierte dann immer darin, dass wir gleich eigene neue Ideen bekamen und gleich neue Songs schrieben. Daher werden wir wahrscheinlich niemals eine richtige Cover-Version zustande bekommen. OK, DA DIE VERBINDUNG EH FAST ABBRICHT SCHNELL NOCH DIE LETZTE FRAGE: WAS STEHT NOCH BEI EUCH IM TERMIN-PLAN BIS ZUR TOUR? Vor allem endlich wieder Zeit mit unseren Familien verbringen. Wir waren ja lange auf Tour und demnächst geht’s ja schon weiter. Da tut etwas relaxen schon ganz gut. Aber nebenbei stehen natürlich weitere Interviews an und dann werden wir bald unser Set für die anstehende Tour Headliner-Tour mit TERROR und THE BLACK DAHLIA MURDER zusammenstellen und das natürlich noch ausgiebig einstudieren. Ok, wir sehen uns dann im November!

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