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WETO (THOMAS LINDNER)

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HALLO THOMAS, WIE FÜHLT ES SICH AN, MIT WETO AUF TOUR ZU SEIN? HAT DAS WAS VON „JUGENDTRAUM ERFÜLLEN“? Es macht unglaublich Spaß, diese Musik zu spielen. Das ist Wahnsinn… Es ist natürlich auch ein bisschen Rückbesinnung, du kommst von einer Tour, wo so durchschnittlich 1500 Leute waren, und hier sind dann so 60 – 70. Man kann es in Wahrheit auch gar nicht vergleichen. Das SCHANDMAUL-Publikum kommt, um Party zu haben, und um zu klatschen und zu springen, zu hüpfen, und hier siehst du die Leute stehen, vorne ein paar Kopfschüttler in der ersten Reihe, und viele stehen dort mit geschlossenen Augen und wiegen sich hin und her. Das ist eine ganz andere Emotion, die du da ansprichst. Eben nicht lustig und hau auf die Pauke. Es macht schon unglaublich Spaß, auch mit den Leuten danach noch zu reden. Wir haben ja ins Blaue geschossen damit – kein Mensch kennt uns, kein Mensch weiß was wir machen. Ich will jetzt nicht sagen, dass wir ins Schwarze getroffen haben, weil das hat ROBBIE WILLIAMS vielleicht, aber die Reaktionen der Leute sind großartig. Das ist eben nicht miteinander verkummeln, also „Das ist ja gar nicht wie SCHANDMAUL“ oder dass einer SCHANDMAUL ruft, sondern es ist etwas völlig anderes und es ist schön, dass das noch funktioniert hat, denn eigentlich ist WETO ja mehr oder weniger gestorben mit SCHANDMAUL. Und jetzt haben wir gesagt, so ganz wollen wir das noch nicht einsehen (lacht). IHR SPRECHT JA EIGENTLICH AUCH EIN SEHR ANDERES PUBLIKUM AN… ODER WECKT EBEN ANDERE EMOTIONEN IN DEN LEUTEN, REGT SIE ZU NACHDENKEN AN… Ja. Es gibt schon viele SCHANDMAUL-Shirts im Publikum, aber es ist trotzdem eine andere Altersstruktur im Publikum, als ich vorher gedacht. Wir haben jetzt drei Konzerte hinter uns, da kann man das schon so ein bisschen sagen, dass ungefähr ein Viertel bis ein Drittel der Leute die 30 locker hinter sich haben. Und das glaubt man dann gar nicht weil ich dachte, dafür wäre die Musik dann doch zu hart. WIE HABEN DIE ANDEREN VON SCHANDMAUL UND REGICIDE AUF EURE ENTSCHEIDUNG REAGIERT? Die Birgit hatte ja zuerst ein Sideprojekt vor mittlerweile glaube ich 3 oder 4 Jahren mit dem Olli von FAUN zusammen… Man fragt sich eben gegenseitig. Also, „Habt ihr was dagegen“ – „Nö“. Ich mein, die Anne hat früher bei WETO mitgespielt, gastmässig, als Geigerin. Alle kennen WETO von früher auch noch, als Gast, und das fanden alle eine großartige Idee, da gab es keine Probleme. Bei den REGICIDElern gab es auch keine Probleme, die haben nur die Angst gehabt… also, die Mädels haben keine Angst, dass wir zu viel Zeit bei WETO reinstecken und es bei SCHANDMAUL weniger wird. Wenn wir uns zu so einem Projekt entschließen, dann wissen wir, dass wir genug Zeit und genug Kraft für beides haben. Und ich glaube bei den REGICIDElern war es eben so „Heiner, schaffst du das denn alles noch“? – „Ja, kein Problem“ und sie sehen ja, dass es funktioniert. Gestern auf dem Konzert in Wuppertal waren auch einige aus der Band da. Denen hat’s auch gefallen. WAS HABT IHR FÜR WEITERE PLÄNE, WO WIRD DAS HAUPTAUGENMERK LIEGEN, WO DIE UNTERSCHIEDE? Das unterscheidet sich natürlich insofern – SCHANDMAUL ist und bleibt das Hauptprojekt und SCHANDMAUL bekommt zuerst die Termine. Und wenn wir dann sehen, da sind Löcher und Lücken, dann schauen wir, wenn wir Lust haben, dass wir das eben mit WETO füllen. Und jetzt nach dieser Tour werden wir einen kleinen Schlussstrich ziehen und gucken, was können wir jetzt noch besser machen, grad in der Promo. Ich hätt gern noch ein paar mehr Interviews geführt, aber das ist da grad nicht so das Thema. Woran auch immer das liegt, vielleicht muss man ja auch Anzeigen kaufen bei nem Magazin, das heißt, vielleicht, ich weiß ja nicht, ob es so ist. Und dann gucken wir mal, da kann man noch viel machen. Wir werden ja im Frühling noch mal auf Tournee gehen und danach kann man dann erst sagen wies weitergeht. Neue Songideen sind schon wieder da, wir werden auch heute 2 Songs spielen, die nicht auf dem Album sind. EINE FRAGE ERÜBRIGT SICH DANN WAHRSCHEINLICH: WENN DU EINE IDEE HAST FÜR EINEN NEUEN SONG, WEISST DU GLEICH, OB ER FÜR WETO ODER SCHANDMAUL IST… DAFÜR IST DIE AUSRICHTUNG ZU UNTERSCHIEDLICH. Ja. Richtig. Ich fang ja eigentlich immer mit dem Text an, und beim Textschreiben weißt du genau, wo das Thema hin soll. Da planst du dann auch schon ganz anders. Das ist überhaupt kein Problem, das zu trennen. Die Idee kommt, und bei der Idee weißt du auch schon, wo das hingehen soll. Also, zwei Sachen nebeneinander kann ich noch (lacht). ZU DEN TEXTEN: DIE SIND JA SEHR ERNST. WAS ICH MICH BEIM HÖREN GEFRAGT HABE, IST, OB „WIEDER ALLEIN“ UND „TIEF“ INHALTLICH FÜR EUCH ZUSAMMENHÄNGEN ODER NICHT. WAREN SIE SO GEDACHT ODER NICHT? Nein, sie sind eigentlich nicht zusammen zu sehen. „Wieder allein“ ist konkret inspiriert von einer Zeitung, einem gewissen Artikel, der mich einfach geschockt hat. Ich weiß nicht mehr, wann das genau war. Eine schwangere Frau hat sich von ihrem Typen getrennt und dann ist er durchgeknallt und hat sie umgebracht, nachdem er noch mal mit ihr… Und das stand eben in der Zeitung… und ich dachte „Das gibt’s nicht“ und hab es mehr oder weniger vertont. „Tief“ ist später entstanden. Und „Tief“ ist eine Befassung mit dem krassen Thema Vergewaltigung oder Gewalt an Frauen an sich. Und ich meine, ich bin ein Kerl, ich hab weder das eine noch das andere selbst erlebt, aber man hat im Bekanntenkreis Mädels und man unterhält sich mit denen und ich hab halt einfach versucht, völlig unverblümt, ohne wenn und aber diese Tat zu dokumentieren mit Ausblick auf das, was dahinter alles kaputt gegangen ist. Nicht mehr und nicht weniger. Ich sag nicht „Mach das nicht“ sondern ich will einfach durch diese Brutalität die Leute zum Denken anregen. Und selbst wenn nur ein Mädel die Abkürzung durch diesen berüchtigten Park nicht nimmt oder ein Kerl, der einen Schrei hört und reagiert.. Mensch nur EIN Mal. DER SONG IST WIRKLICH SEHR DIREKT… Ich glaube aber, das hab ich mir schon mehrmals sagen lassen… dass der Song dieses Gefühl bei Mädels hervorruft, die so was nicht miterleben mussten. Dass sie vielleicht Angst kriegen. Oder dass er bei Kerlen Ekel hervorruft, wie kann man so was machen. Ich glaube, dass die betroffenen Frauen, also ich kenne eine, die reagieren da völlig anders. Sie sagt, es ist fürchterlich. Aber sie akzeptiert, dass es so Lieder geben muss. Und das find ich… gut, ich meine, sie brauchen sich das nicht anhören. Aber der Rest sollte es sich anhören. WIESO HABT IHR DANN GERADE „TIEF“ ALS OPENER FÜR DAS ALBUM GENOMMEN? Das ist eine rein songharmonische Geschichte. Man soll das Album reinlegen und es soll durchlaufen. Wir haben halt rum geschoben, welche Nummer macht wo Sinn, das ist jetzt also quasi keine thematische Abgleichung, sondern es eignet sich einfach – also, meinten wir. „Tief“ als Opener und dann fließt das Album durch, und nicht so zerhackstückelt. Wir hatten auch andere Reihenfolgen, aber die haben uns dann nicht so gefallen. ICH HAB JA EIN BISSCHEN AUF EURER HOMEPAGE RUMGESCHAUT, UND BEI EINIGEN STECKBRIEFEN VON EUCH STEHT NOCH „ZUKÜNFTIGE VERÖFFENTLICHUNGEN: WETO „TIEFGANG“ VÖ 2006“ Die sind alle faule Hunde, die haben das noch nicht bearbeitet (lacht) SOLLTE DAS ALBUM ZNÄCHST SO HEISSEN UND WENN JA, WIESO HABT IHR ES UMBENANNT? „Das 2weite Ich“ – weil man da so geil viel reininterpretieren kann. „Tiefgang“ ist ein geiler Name für das Ganze, Tiefgang hat es einfach. Aber wir wollten „Tief“ aus diesem Titel raus haben, weil wir jetzt nicht alles auf diesen Song fokussieren wollten, als Titelsong, wollten also nicht alle gleich mit der Nase drauf stoßen, die sollten das selber entdecken, was da alles drauf ist. Und das zweite ist, da kann man wirklich viel reininterpretieren, – das zweite Ich zu SCHANDMAUL, das zweite Ich in mir, das zweite Ich im Sinne von Spaß – nicht Spaß, da kann man so unglaublich viel reininterpretieren. Hintergrund des Ganzen ist natürlich nur der Songtitel „Das 2weite Ich“ der – ja, von was eigentlich – von einem schizophrenen Irren handelt. ICH FINDE, DAS SPIELT JA AUCH EIN WENIG MIT DEM, WAS MIT WETO PASSIERT IST. ALSO EIGENTLICH HAT WETO JA NACH DER WIEDERGRÜNDUNG MIT NEUEN MITLGIEDERN AUCH EIN „ZWEITES ICH“… Ja siehste, die nächste. Schon hab ich wieder eine (lacht). Super! DAS COVER IST JA AUCH PASSEND – VIELSEITIG INTERPRETIERBAR UND AUCH ETWAS VERSTÖREND. WER HATTE DIE IDEE DAZU? Das ist von einem Grafikdesigner. Da waren wir im Studio und hatten die ersten Roughmixes zusammen, „Hier, hör dir das mal an“. Dann hat er sich das angehört, schön mit dem Kopfhörer zuhause, hat er erzählt, und dann hat er diese kranken Bilder vor Augen gehabt und dann ging es los mit dem Bauen. Es ist halt einfach unglaublich schaurig, dieses Bild, unheimlich mies. Es ist ja eine Montage von – ich weiß gar nicht, wo er die Hände her hat – es ist ein uralter Mensch, und dieser Puppenkopf, der ist aus einem großen Foto, aus einem abgebrannten Haus, da liegt der einfach auf dem Boden. Ein zerdrückter, verbrannter Puppenkopf. Und ich find das einfach so mies, das ist so WUÄH. Und das ist auch genau richtig so, denn wenn du daran vorbeigehen kannst, ohne hinzugucken, dann stimmt auch irgendwas nicht. DAS WAR AUCH DAS ERSTE, WAS ICH ALS BRUCH EMPFUNDEN HABE, ALS ICH DIE CD IN DEN HÄNDEN HATTE. EIN BISSCHEN ÜBERRASCHT, SCHOCKIERT. Ja, gleich ein Statement zu Beginn im Sinne von „Holla, jetzt kommt keine Prinzessin“. Das Märchen bleibt zu Hause… WAS HABEN EHEMALIGE BANDMITLGLIEDER VON WETO ZU DER NEUGÜNDUNG GESAGT, SOFERN IHR NOCH KONTAKT ZU IHNEN HABT? Also, der Mick, unser ehemaliger Bassist, der aufgrund seines Jobs ausgestiegen ist, ist Ingenieur beim TÜV, der hat gar keine Zeit mehr, und er spielt zwar noch in einer Band, die eben alle 2 Wochen abends mal probt und das passt dann auch, ein Konzert pro Jahr, die grillen im Poroberaum mit nem Tischgrill .. er hatte einfach keine Zeit, das professionell zu betreiben – und er findet es großartig. Der Schlagzeuger, also wir haben zwei frühere Schlagzeuger, der eine, da wissen wir noch nicht, was er genau davon hält, weil den sehen wir jetzt auf der Tour erst noch, der ist weggezogen. Und der andere findet’s auch großartig, der spielt mittlerweile bei BEYOND THE VOID Schlagzeug. Und zum einen Gitarristen haben wir keinen Kontakt mehr, also, der wohnt halt in Berlin. Da kommen wir auch nicht so oft vorbei. Die freuen sich, dass das noch geklappt hat, sind also so ein bisschen Stolz drauf, und sind natürlich mit einem weinenden Auge dabei, weil sie nicht mehr dabei sind. Aber: Das Leben ist halt kein Ponyhof. WAS BEDEUTET DER NAME WETO EIGENTLICH? DAS IST VERMUTLICH ETWAS; WAS IHR OFT GEFRAGT WERDEN, ABER ES INTERESSIERT MICH … Das ist auch so banal eigentlich, wenn man die Wahrheit erfährt. Wir habens „Veto“mit V genannt, also Einspruch, ich verbiete oder wie das genau heißt. Am Anfang waren wir auch echt noch deutschrockmäßig unterwegs, die ersten Texte die kann sich kein Mensch mehr anhören. Und dann haben wir irgendwie festgestellt, dass da zwei, drei Käffer weiter gibt’s auch ein „Veto“ mit V und die waren auch noch älter als wir. Weil wir aber den Klang toll fanden, haben wir ein W draus gemacht. Und auf das V/WETO an sich kamen wir drauf bei einem Brainstorming, so „Wie nennen wir uns denn“ und da kamen die unglaublichsten Ideen, und der eine war eben total überzeugt davon, dass wir die Band „Ananas“ nennen sollen und da hat der Rest sein Veto eingelegt. IM ERNST.. ? Ja. (lacht) Und wie gesagt, das W kam aus der Not heraus und jetzt muss jeder fragen, was das heißt. WENN DU SAGST, FRÜHER WART IHR WIRKLICH DEUTSCHROCKMÄSSIG UNTERWEGS – ES WIRD ALSO KEINE VERÖFFENTLICHUNG WIRKLICH ALTER STÜCKE GEBEN? WAS AUF DER PLATTE IST DENN AUS WIRKLICH ALTEM MATERIAL? Wir haben nur ein Lied auf der neuen Platte, das ist der Bonustrack, der zu den „Alten“ gehört. „In unserer Mitte“, und das hat auch seinen Grund, warum wir das drauf haben. Die anderen Songs sind entstanden eben so um 98 -2000, und ein Teil ist dann mehr oder weniger, sind Ideen die wir jetzt erst fertig gemacht haben. Also ein Teil ist einfach neu. Und so 98-2000 war auch die Zeit, diese kleine EP, die ausverkauft ist, da sind ja auch 3 Songs von, also „Die Flucht“ und „Wolfsherz“ haben wir neu aufgelegt, das war so die Zeit wo dieser Style entstanden ist. Wir haben ja davor noch ein Livealbum rausgebracht, das lässt so ein bisschen erahnen, was wir vorher für eine Grütze produziert haben. DAS BLEIBT ALSO UNTER VERSCHLUSS, SOZUSAGEN? Ja, ich meine, das Beste hat sich eh schon SCHANDMAUL rausgegriffen.. „Willst du“ ist eine WETO-Nummer, „Sonnenstrahl“ ist eine WETO-Nummer, „Vogelfrei“ mit einem anderen Text, das ist ne WETO-Nummer. Da hört es auch schon auf. Ach ne, „Feuertanz“ – ist ne WETO-Nummer, natürlich ohne Dudelsack. Also so von den Grundideen her. Das waren einfach meine Ideen, wichtig war, dass die Lieder gespielt werden und SCHANDMAUL hat’s ja dann in die Welt getragen. Und der ganze andere Kram, den wir verbrochen haben, der soll genau da bleiben, wo er ist. WELCHES DER STÜCKE LIEGT DIR BESONDERS AM HERZEN, WELCHES IST VIELLEICHT AUCH DEIN LIEBSTES LIVESTÜCK? Es steckt überall total viel Persönliches drin, ist echt schwer zu sagen. Da stecken einfach auch viele persönliche Erlebnisse drin, „Die Flucht“ ist mit einem sehr persönlichen Erlebnis verbunden, „Ein Lächeln lang“, und nicht zuletzt „In unserer Mitte“ ..“Koma“ ist eine unglaubliche Angst von mir. Also ich weiß es einfach auch noch gar nicht. Das sind alles so unterschiedliche Töpfe, in denen da in mir gerührt wird, und jeder Topf kann was. Ist eben auch momentan schon sehr emotional. Wir spielen die Stücke jetzt seit 3 Tagen, davor hatten wir ja zwei Konzerte beim WGT und in Osnabrück und die jetzt einfach auch wieder zu spielen ist schon was anderes. Bei ner „Walpurgisnacht“ will man hüpfen und will dass die Leute hüpfen, und hier steht einem teilweise fast das Pipi im Auge, das will ich dann aber auch im Publikum sehen, so ungefähr. Man verkauft eben unterschiedliche Gefühle. FÜR WEN IST „IN UNSERER MITTE“? Für einen Freund, der gestorben, verunglückt ist, im Jahr 96. MACHT ES DAS SCHWER, DEN SONG LIVE ZU SPIELEN? Eigentlich nicht, denn es ist ein hoffnungsvolles Versprechen, dass wir ihn nicht vergessen werden, und das kann ich ihm gerne jeden Abend singen. Um das Versprechen einzulösen. IHR HABT JA AUCH ZIEMLICH VIEL KONTAKT ZU DEN FANS; ANTWORTET IM FORUM UND BIETET AN, DASS DIE LEUTE EUCH MAILEN SOLLEN. MICH WÜRDE INTERESSIEREN; WIE VIELE LEUTE DAS UNGEFÄHR WAHRNEHMEN UND OB IHR ES WIRKLICH SCHAFFT, DAS ALLES PERSÖNLICH ZU BEANTWORTEN. Bei WETO ist das natürlich derzeit noch sehr übersichtlich. Und bei SCHANDMAUL ist es schon Arbeit. Man muss da mehrmals täglich rein, ins Forum oder eben auch die persönlichen E-Mails. Und es gibt ein paar Sachen, die natürlich mittlerweileecht nerven. Wenn dann der 500ste fragt, ob wir „Willst du“ auf seiner Hochzeit spielen. Wir schreiben es überall hin, wir machen das nicht, und dann schreiben wir eben doch zurück „Ja stell dir mal vor, wir würden das bei jedem machen, dann wären wir doch die ganze Zeit unterwegs..“ und so weiter, das sind dann schon so nervige Sachen, aber ansonsten macht das ja auch Spaß, mit denen zu reden und da kriegt man ja auch ein ganz anderes Feedback und eine ganz andere Art von Kritik. ICH HAB ZUMINDEST NOCH NICHT BEI VIELEN BANDS GESEHEN, DASS SIE SICH SO INTENSIV SELBST DARUM KÜMMERN.. Ich find das auch wichtig. Es gibt ja Bands, da macht der Trubel um die Unnahbarkeit unglaublich Sinn. RAMMSTEIN oder so, die haben noch nie eine Ansage gemacht, noch nie ein Wort mit dem Publikum live gesprochen, auch eine Art und Weise – aber das ist auch eine andere Art von Musik. Also bei SCHANDMAUL, ich glaube die lieben es, wenn wir Ansagen machen, irgendwelchen blöden Geschichten erzählen, und die wollen ja auch dass wir hinterher rauskommen und uns noch was erzählen können. Und das machen wir mit WETO jetzt auch nicht anders. Zar arbeiten wir noch an unserer Bühnenkonzeption, wie gesagt, also wie wir das dann jetzt durchziehen. Heute wird es wieder eine kleine Änderung geben, mal sehen was dann passiert.. WAS DENN? Das sind so Ablauffragen… wo macht man ne Ansage und wo nicht. Ich hatte jetzt die letzten Tage eigentlich zu jedem Lied eine kleine Ansage gemacht, weil ich gedacht habe, die meisten haben die CD vielleicht noch gar nicht, und live ist es ja immer sehr schwer, den Text komplett zu verstehen. Da hab ich immer kurz umrissen, worum es in dem Lied geht, jetzt möchte ich mal ausprobieren, das wegzulassen, weil in diesem Fluss, wenn ich das eben sehe wie die Leute da stehen, mit Augen zu, reißt es dann doch ziemlich raus und eigentlich will ich ja dass sie eine Stunde lang einfach abtauchen. Mal schauen, ich probier das heute mal aus, keine Ahnung. Aber danach ziehen wir uns um und kommen raus und dann können sie uns Löcher in den Bauch fragen. Und das machen wir so. WIE LANGE KENNT IHR HEINER SCHON? Seit REGICIDE das erste Mal Support für SCHANDMAUL gemacht haben, wie lange ist das her, drei Jahre oder so? Da haben wir ihn kennen gelernt und das war ja erst nur so ein Einzelkonzert, und später sind sie ja ne Tour mit uns gefahren und auf so ner Tour lernt man sich dann ja kennen. Und er ist einfach ein netter Kerl, total unkompliziert, ein Nordfisch vorm Herrn, wortkarg, humorlos (lacht), nein im Ernst, er ist ein dufter Kerl. Und er war für mich die erste Idee, denn vorher stand ich am Keyboard und es gab für mich nichts Bekloppteres, da stehst du hinterm Klavier mit dem Mikro und kannst dich überhaupt nicht bewegen und nichts rüberbringen. Da hab ich gesagt wir müssen das ändern, lass und bitte jemanden an die Tasten setzen, der dann auch zufrieden ist wenn er da sitzt und nicht die ganze Zeit wegwill. (lacht) Hat sich dann auch nebenbei noch als Glücksgriff erwiesen, denn der Mann ist einfach unglaublich gut, der hat’s echt drauf und hat auch noch mal eine ganz andere Facette mit reingebracht. Wirklich ein Glücksgriff. Wir spielen heute das ganze Album, komplett (lacht) und ein paar Stücke dazu, das ist insgesamt leider nur eine Stunde. Aber wir wollen keine Stücke wiederholen. Dafür haben wir ne Vorband, die wird euch die Schuhe ausziehen (lacht) OH, WEN DENN? ALLE IM SCHRANK heißen die… UND WAS FÜR MUSIK ERWARTET UNS DA? Das haben wir extra so gewählt, das sind Kumpels, kommen aus Bonn. Das ist das totale Kontrastprogramm. Die machen NUR Spaß und das ist NUR zum Totlachen, bis hin zur Albernheit, und die covern Songs und alle auf Garagenpunk, zum Beispiel „Take on me“ von A-HA auf Garagenpunk. Und „King Louie“ aus dem Dschungelbuch auf Garagenpunk. Und der Sänger, der schielt, also da kann er ja nichts für, aber der sieht so irre aus… Und das ist unser Konzept, dann haben alle schön gelacht und dann kommen wir und machen den Spaß wieder kaputt – die Kehrseite der Medaille. AN GENAU SOWAS MUSSTE ICH DENKEN, BEI DEM NAMEN DER BAND… Ja, die haben sie sicher nicht, alle Tassen im Schrank. Ne, das sind super Leute… ICH BIN GESPANNT… Lustigerweise ist der Sänger auch Veranstalter und der hat einen Club in Bonn, in dem wir spielen, die Klangstation. Wir haben zusammengelegt, damit wir uns nen größeren Bus leisten können und jetzt fahren wir alle zusammen zu den Konzerten durch Deutschland. Und dann macht das auch Sinn, die machen ein knappes Stündchen, wir machen ein knappes Stündchen… also, hoffentlich ein bisschen drüber, wenn wir nicht so schnell spielen, und dann passt das, dann reicht den Leuten das auch. Hat sich auch niemand beschwert die letzten Tage… WIE WAREN SONST DIE RÜCKMELDUNGEN NACH DEN KONZERTEN VON DEN LEUTE, DIE DA WAREN? Also wirklich durch die Bank weg positiv, es gab nicht eine negative Rückmeldung. Gut dem einen war’s mal hier zu laut, da zu leise, wie man das eben kennt, da kann ja die Musik nix für, das ist dann eben mal die Halle oder die Anlage, die da drinsteht. Aber wirklich ansonsten nur positiv, das macht dann schon Mut. Auch wenn wir bei dieser Tour natürlich draufzahlen. Aber wir können froh sein, andere bringen zum ersten Mal was raus und da kommen dann 8 Leute vor die Bühne… wenn das noch keiner kennt. Aber von daher läuft’s gut, wir sind guter Dinge, Stimme hält noch, zwei Termine noch, dann hab ich nen Tag frei (lacht). Ist eben schon krasser, die Konzerte sind von der Länge halb so lang wie Schandmaulkonzerte, aber für mich ist es von der Stimme her doppelt so anstrengend. Ist eben ein anderes Feeling und mehr Röhre drin. Wie schon erwähnt – das Leben ist kein Ponyhof. (lacht) DANN BIN ICH MAL GESPANNT… VIELEN DANK FÜR DAS GESPRÄCH UND BIS SPÄTER

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