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1ST MINIMAL FESTIVAL – DANCE WITH ROBOTS

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Ort: Bielefeld - Movie

Datum: 06.06.2015

Nach dem gelungenen KERNKRACH-Festival vor ein paar Monaten öffnete das Movie in Bielefeld erneut seine Türen für die Freunde der elektronischen Minimal Musik und versprach einen weiteren interessanten Abend im ehemaligen Kino am Bahnhof.

Mit ihrem 80`er Synth Wave wurden die Düsseldorfer MÄNGELEXEMPLAR schon beim 2012er KERNKRACH Festival in Warendorf stürmisch gefeiert und das Duo eröffnete überpünktlich den heutigen elektronischen Abend. Naja, erst einmal stand nur Joa H. (voc, synth), der u.a. auch bei EPIC DREAMS und COSMIC HULA RADIATORS beschäftigt ist, alleine auf der Bühne und machte noch einen ganz kurzen Check der Systeme, ehe sich nach einer Weile auch Lilli B. (voc) auf der Stage einfand. Mit „Blume Ab“ vom 2012er Album „Freizeit Und Technik“ begann das Duo sein Set vor knapp einem Dutzend Leuten. Vom selben Album wurden „Eisekalt“, „Spielkonsole“ und auch „Urlaub Im Bett“ dargeboten. Das Hauptaugenmerk aber lag auf dem im Juli erscheinenden Longplayer „Heim Und Garten“, wobei es sich Labelchef Doc Kernkrach nicht nehmen ließ, die gerade frisch eingetroffene Vinyl Testpressung vor der Bühne zu präsentieren. Nach mehr als einer dreiviertel Stunde verließen die beiden Protagonisten gut gelaunt die Bühne und schafften es tatsächlich während ihres Auftritts die Halle doch noch gut zu füllen. Bleibt nur noch zu sagen: Viel Erfolg mit dem neuen Album!

Setlist MÄNGELEXEMPLAR (ohne Gewähr)
Blume Ab
Telephonie
Spielkonsole
Flaschenpost
Eisekalt
Photo
Systemfehler
Frau Im Mond
Universal
Verrückt Nach Dir
Urlaub Im Bett
Prinz Und Prinzessin
Gedanken Sind Frei
X Gegen Unbekannt
Kriegsspielzeug
Aus Und Vorbei

Innerhalb eines Jahres beehrten LOWER SYNTH DEPARTMENT Bielefeld erneut, und boten mit ihren Minimal Electronics/ New Wave und der tollen visuellen Untermalung den Fans eine weitere Zeitreise zurück zu den Anfängen des Waves. Schon bei ihrem Support für RATIONAL YOUTH war ich begeistert von ihrem Sound in der Ravensberger Spinnerei, und um es vorweg zu nehmen, das konnte heute noch einmal getopt werden – auch ihr mittlerweile routiniertes Auftreten auf der Bühne kam beim Publikum sehr gut an. Von dem bis dato einzig veröffentlichten Longplayer „Plaster Mould“ spielten Kyoung-Hi (voc, synth, baß) und Sebastian (voc, synth) nur „I Failed In Life“, was eigentlich nur den Schluss zulässt, dass an einem neuen Werk gearbeitet wird und einige Songs heute schon dem Publikum zugänglich gemacht wurden. Auch hier endete nach etwa 45 Minuten der reguläre Gig, aber „New Girls/ Neutrons“ sollte nicht der letzte LSD-Song für diesen Abend gewesen sein. Man bat die befreundeten NACHTANALYSE auf die Bühne, um mit ihnen zusammen den GRAUZONE-TItel „Träume Mit Mir“ zu performen, den LSD für den auf Plastic Frog Records erschienenen Tribut Sampler eingespielt haben. Somit war der Abschluss dieses Gigs eine perfekte Überleitung zum anstehenden NACHTANALYSE-Auftritt.

Setlist LOWER SYNTH DEPARTMENT (ohne Gewähr)
LSD Intro
Bicycle Day
I Failed In Life
On The Video
In Between Reverse
Flash Of Cycling
Iridescent Vibe
Life’s Making No Noise
Fashion Dreams
Straw Man’s Danse
Fall Of Man
New Girls/Neutrons
Träume Mit Mir (GRAUZON- Cover mit NACHTANALYSE)

Besonders gespannt war ich auf die eben bereits erwähnten Bajuwaren NACHTANALYSE, von denen ich mir schon einige Songs vorab im Netz angehört hatte, sehr zu meinem Gefallen. Einen kleinen Vorgeschmack ihres Könnens gab es ja bereits durch das GRAUZONE-Cover. Ihr bisheriges Album „Sternentaufe“ erinnert an die gute alte NDW-Zeit und dieses setzten Babsy (voc) und Daniel (synth) auf der sehr spärlich beleuchteten Bühne perfekt um. Mit den Songs “Autobahn“, „Mann Von Nebenan“ oder auch „Doch Träumen Wir“ scheint es, als wäre die Zeit noch einmal um mehr als 30 Jahre zurück gedreht worden, wäre da nicht der Titel „Scan Mich Ein“, dieser ist von der Aussagekraft her topaktuell und setzt sich mit dem viel zu lockeren Umgang unserer Daten auseinander – der BND und die NSA lassen grüßen. Nach einer guten halben Stunde verabschiedete sich das Augsburger Duo und auch sie wussten mit ihren Minimal Elektro/ New Wave zu gefallen.

Setlist NACHTANALYSE (ohne Gewähr)
Masterplan
Korn um Korn
Mann Von Nebenan
Doch Träumen Wir
Veitztanz
Raumschiff
Scann Mich Ein
Manipulation

Ich konnte es eh nicht glauben, als mir Philipp Münch (SYNAPSCAPE, RASPUTEEN u.a.) vor ein paar Jahren in einem Interview erzählte, dass er mit THE RORSCHACH GARDEN nie wieder live auftreten werde. Doch zum Glück für die Fans hat er es sich doch anders überlegt und zusammen mit Babsi (synth) und Natascha (synth) absolvierten die Bielefelder heute als Headliner einen ihrer raren Auftritte. Von allen hier aufspielenden Bands haben sie mit Abstand die meisten Alben veröffentlicht und verfügen auch über die größte musikalische Erfahrung. „Move Myself“ vom 2008er Longplayer „Transfer“ machte den Anfang des mehr als 50 minütigen elektronischen Soundgewitters, den das Trio hier durch die Halle bretterte. Im Gegensatz zu den vorherigen Combos wurde es jetzt noch tanzbarer und während Natascha ihren elektronischen Klangerzeuger mit nur einer Hand bediente, legte sich Babsi richtig ins Zeug: sie war so vertieft beim Knöpfchen drehen, dass sie kaum Zeit hatte, aufzuschauen. Zwischen den beiden agierte gesangtechnisch Herr Münch, der nur ganz kurz bei einem Song an den Bühnenrand trat. Vom aktuellen Werk “Tales Of A Fragile Mind” performten TRG „Control“, “We’re All Gonna Die” und „Experiments With Me”, aber auch ältere Stücke wie „The Law Of The Wolves“ und „In The Meantime” sollten nicht fehlen. Das Finale des Gigs markierte mit „State Protection“ ein Song aus den Anfangstagen der Bielefelder, die hier und heute die 2014er Version präsentierten.

Setlist THE RORSCHACH GARDEN (ohne Gewähr)
Move Myself
Control
Devotional Chains (2014 Version)
Experiments With Me
City At Night (free download Release 2015)
The Law Of The Wolves
A Place For The Lost
In The Meantime
Living In A Cage
Metropils
We’re All Gonna Die
State Protection (2014 Version)

Viel zu schnell ging das erste Minimal Festival zu Ende und der Zusatz – Dance with Robots – wurde wörtlich genommen, denn während des Festivals mischten sich zwei liebevoll und detailversessen gestaltete Roboter unter das Publikum und fingen an, mit den Fans zu tanzen. Und auch auf den Synthies von LOWER SYNTH DEPARTMENT prangten kleine selbstgebastelte Roboter. Warum aber MÄNGELEXEMPLAR nicht „Robotermädchen“ spielten, bleibt ein Rätsel. Dies hätte zu diesem Festival gepasst, wie die Faust aufs Auge. Der Veranstalter versprach eine Fortsetzung dieses Events, das aber erst im nächsten Jahr stattfinden wird. Bis dahin ist bestimmt wieder ein KERNKRACH Festival geplant, das würde die lange Zeit bis dahin sehr gut überbrücken.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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