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A DOG CALLED EGO – THE BONNY SITUATION

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Ort: Hamburg – Hafenklang

Datum: 30.11.2011

Die Hamburger Post-Wissenschaftler von A DOG CALLED EGO machten Ende November auf ihrer Mini-Tour mit den Duisburger Kollegen von THE BONNY SITUATION Station in ihrer Heimatstadt. Der so genannte Goldene Salon, die zweite „Ebene“ des Hafenklang füllte sich denn dem entsprechend auch mit einigen interessierten Nasen, die sich ob des im ersten Moment etwas seltsam anmutenden Billings neugierig zeigten.

Zunächst durften die Vertreter aus dem Ruhrpott auf die Bretter und zeigten sich von der ersten Note an betont professionell. Besonders die Stimme des ausnehmend freundlichen Frontmanns Benjamin Santiago konnte sofort überzeugen. Mit seinem voluminösen Organ nahm er auch die schwierigeren Passagen der elegant ohrenfreundlichen Melodien ohne auch nur den leisesten Misston. Ähnliches gilt für die Instrumentalfraktion, von gefühlten zweieinhalb leichten Holperigkeiten von den Drums einmal abgesehen. Auch von der kompositorischen Seite her betrachtet, gab es nichts zu bemängeln. Die Arrangements der kompakten und eingängigen Songs funktionierten auch in der Live-Situation und auch die Präsentation auf der Bühne war ohne Fehl und Tadel. Also alles perfekt? Leider nicht. Denn schon nach wenigen Minuten kristallisierte sich heraus, dass der überwiegende Teil der Stücke vom Schlage „Neonriverboat“ zwar objektiv betrachtet Qualitätsware darstellen, aber in der Summe viel zu sehr in den seichten Pop-Bereich abgleiten. Wirklich zünden konnte das Material nur in den leider sehr rar gesäten Momenten, in denen der Gitarre im Vergleich zum Synthie-Teppich ein wenig mehr Raum eingeräumt wurde. Alles andere war einfach zu „nett“, wie die gesamte Band, die von der Ausstrahlung her mehr in Richtung Schlagerfuzzis als Rockstars tendierten.

Umso größer dann die Freude, als endlich nach einer kurzen Pause die Hauptakteure des Abends die Bühne enterten. Und diese Freude sollte nicht enttäuscht werden. Denn schon von Beginn an wurde klar, welche der beiden Bands besser in euer kleines Lieblings-Magazin passt. Das hanseatische Dreigestirn um Gitarrist und Sänger Christoph Stepan legten gleich zünftig los mit dem Beginn des aktuellen Silberlings „Happy Happy Apocalypse“ und zeigten sich von Anfang bis Ende des Sets von einer äußerst spielfreudigen Seite. Ein wenig hatte man den Eindruck, dass auch sie froh waren, endlich spielen zu dürfen. Besonders Stepan stand nur dann still, wenn er das Mikro benutzen musste, und auch dann nur widerwillig, so schien es. Ansonsten wurde fleißig geposed und gerockt was das Zeug hielt, und der Abend bekam nun doch noch den nötigen Schwung an Energie, der ihm bis dato gefehlt hatte. Analog dazu durfte man feststellen, dass die Songs der Hamburger live doch um ein beträchtliches Maß rauer klangen als aus der Konserve. Das Publikum nahm diesen Tatbestand wohlwollend zur Kenntnis, und so wurde der einsame Disco-Fox-Tänzer des Supports ersetzt durch nicht wenige rhythmisch nickende Köpfe und wallende Haupthaarprachten, wie es sich für eine anständige Rockshow gehört. Der leider etwas breihaltige Sound konnte daran genau so wenig ändern wie die Tatsache, dass die Stimme Stepans gerade in den aggressiveren Momenten nicht ganz mit seinen eigenen Fähigkeiten an der Gitarre und denen der Rhythmussektion mithalten konnte. Dieses kleine Manko konnte er aber locker durch seine wilden Gitarrenattacken und den offensichtlichen Spaß am Spielen wieder wett machen, von dem auch seine Mitstreiter angesteckt wurden, die sich in ähnlichen breiten Grinsern und wilden Breaks ergingen, die die Headbanger vor der Bühne immer wieder aus dem Takt bringen konnten. Letztere durften dann auch konsequent in Form einer Zugabe nachsitzen, die vehement gefordert wurde (zum Glück auf die bekannte Art und Weise und nicht, wie bei THE BONNY SITUATION durch unsägliche „Einer geht noch, einer geht noch rein“-Sprechchöre).

Fazit: ein dann im Endeffekt doch noch gelungener Konzertabend, dank A DOG CALLED EGO, von denen ich persönlich mir lediglich noch das eine oder andere Sahnestückchen vom Erstling „Living Seriously Damages Health“ gewünscht hätte, das leider zu kurz kam. Vielleicht beim nächsten Mal, ich freu mich schon.

Setlist A DOG CALLED EGO
Introitus
Happy Happy Apocalypse
The Buzz Aldrin Experience
Trains Without Destinations
Got A Gun
Take My Hand
Thank You
Nada

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