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AMORPHIS – POEM

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Ort: Hannover - Capitol

Datum: 04.03.2016

In den letzten Wochen war einiges los in Niedersachsen. So spielten im Capitol u.a. CRADLE OF FILTH, LIFE OF AGONY, MACHINE HEAD und jetzt machten AMORPHIS zum Start ihrer Europa-Tour in Hannover Halt. War man Ende 2015 noch als Support von NIGHTWISH unterwegs, präsentiert man das aktuelle Album “Under The Red Cloud” nun als Headliner.

Dies sorgte für eine gute gefüllte Location und in dieser durften sich POEM als Support-Band präsentieren. Die Griechen sind schon seit 2006 unterwegs und bringen nach einigen Jahren Pause in Kürze ihr zweites Album “Skein Syndrome” an den Start. Von diesem stammte auch eine Vielzahl der präsentieren Songs und diese lassen so einiges erwarten. Wirken das Quartett und dabei vor allem Sänger George zwischen und auch während der Songs und bei den Ansagen fast etwas schüchtern, so kraftvoll kommen die Tracks daher. So kombinieren die Südländer getragene, fast melancholische Melodien mit vertrackten Rifffolgen, komplexen Drumparts und kantigen Bass-Lines. Genauso vielseitig, wie die Mucke, agiert auch Fronter/ Gitarrist George, der mit einer Mischung aus kraftvollen und sanften Vocals punktet, aber auch mal brachiale Shouts raushauen kann. Ähnlich wie bei vielen Prog-Bands wirken die Songs von POEM zuhause über Kopfhörer bestimmt richtig gut. Live allerdings verliert man bei soviel Geschehnissen in den Liedern aber leider schnell den Faden, besonders wenn man doch auch auf den Headliner wartet. So agieren POEM spielerisch absolut auf höchstem Niveau, gehen allerdings an diesem Abend unverdient etwas unter.

Ich freue mich jedes Mal wieder, wenn ich die Chance bekomme, AMORPHIS live zu sehen. So haben die Finnen meine musikalische Entwicklung maßgeblich mit begleitet und auch geprägt, was sich mit dem Einstieg von Sänger Tomi Joutsen vor nun auch schon 10 Jahren alles andere als geändert hat. Mit “Under The Red Cloud” ist den finnischen Düster-Metallern ein weiteres Meisterwerk gelungen, und so ging es gleich durch und durch, als das Intro zum Titelsong des Albums ertönte. Von Beginn an konnte die Band ihre Fans in ihren Bann ziehen. Kein Wunder, spielt Bandleader Esa Holopainen (Lead-Gitarre) seit Jahren sowohl live als auch auf Platte förmlich befreit auf und zirkelt eine tolle Melodie nach der anderen aus seiner Axt. Dazu ist Fronter Joutsen nicht nur ein genialer Sänger, der sowohl die cleanen Passagen, wie auch die satten Growls in Perfektion darbietet, sondern auch noch eine Rampensau vor den nordischen Göttern. Mittlerweile ohne Dreads unterwegs, post der Finne, dass es eine wahre metallische Freude ist und beweist dazu noch bei jedem Song, dass er einer der besten Sänger im Metal-Genre ist. Dies Kombination aus Growls und kraftvollem, cleanem Gesang muss ihm erstmal einer nachmachen!

Die Songauswahl lässt kaum Wünsche offen, auch wenn man nicht alle der immerhin schon 12 Alben berücksichtigen kann. Alleine schon neue Songs, wie das harte “The Four Wise Ones”, das wuchtige “Bad Blood” oder das melodische “Sacrifice” sind auch live wahre Knaller. Dazu präsentierte man mit “Dark Path” einen weiteren neuen Kracher, den man bislang noch nicht live gespielt hat. Neben den immerhin sechs neuen Songs brachte man mit u.a. “Hopeless Days”, “Silver Bride” und “Silent Waters” noch einen kleinen Querschnitt aus den letzten Alben. Natürlich fordern einige Old School-Fans immer mal wieder alte Gassenhauer. Dabei konnte sich die Band über die Jahre vom “Black Winter Day”-Zwang befreien und brachte an diesem Abend neben “On Rich and Poor” und dem live richtig eindringlichen “My Kantele” noch “Drowned Maid”. Bei diesem Track trug Gitarrist Tomi Koivusaari endlich mal wieder einige Growls bei. Das live mittlerweile lieber eher im Hintergrund aktive Gründungsmitglied war bei den Aufnahmen 1994 noch als Haupt-Growler aktiv und bewies auch an diesem Abend noch, dass er nichts von seinen tiefen Grunts verlernt hat! Der Über-Hit “House of Sleep” vom genialen “Eclipse”-Album beschloss dann den Hauptteil, wonach im Zugabenteil noch mit “Death of a King” ein neuer Kracher inkl. Black Metal-Vocals gezockt und zum Finale mit “The Smoke” auch einer meiner absoluten Lieblinge ausgepackt wurde.

So kann man an diesem Abend nur von einem absolut gelungenen Tour-Auftakt sprechen, der in Sachen Mucke, Sound und Light-Show sehr nahe an der Perfektion liegt. Auch 2016 sollte für AMORPHIS und ihre Fans ein tolles Jahr werden!

Setlist AMORPHIS
Under The Red Cloud
Sacrifice
Bad Blood
Sky Is Mine
The Wanderer
On Rich and Poor
Drowned Maid
Dark Path
The Four Wise Ones
Silent Waters
My Kantele
Hopeless Days
House Of Sleep

Death Of A King
Silver Bride
The Smoke

Copyright Fotos: Michael Werneke

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