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AMORPHIS – THE MAN-EATING TREE – LEPROUS

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Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 28.12.2011

Wie könnte man das Konzert-Jahr 2011 besser beschließen als mit einer der besten (Live-)Bands der letzten Jahre? So war es natürlich keine Frage, dass uns der Weg an diesem milden Winterabend in den legendären Osnabrücker Hyde Park führte, um den finnischen Veteranen des hymnischen Düster Metals zu huldigen.

Als Vorprogramm hatten AMORPHIS als erstes ihre Kollegen THE MAN-EATING TREE eingeladen. Auch diese Jungs haben Ahnung von düsteren Hymnen, wurde die Band doch von Drummer Vesa Ranta (ex-SENTENCED) gegründet und dementsprechend fällt auch der Sound seiner neuen Band aus. Eben dieser Schlagwerker ist allerdings aus persönlichen Gründen auf dieser Tour nicht dabei und wird von Aksu Hanttu (ENTWINE) vertreten. In die Fussstapfen einer so grandiosen Band wie SENTENCED zu treten, ist alles andere als einfach. Und auch wenn die beiden bisherigen Alben von THE MAN-EATING TREE alles andere als schlecht sind, füllen sie diese Fussstapfen bei weitem nicht aus. Warum wird live noch deutlicher. So sind die Songs der Finnen zwar gefällig eingängig und kombinieren gelungen rockige Klänge mit nachdenklichen Passagen, bleiben aber einfach wenig hängen. Auch Sänger Tuomas Tuominen passt mit seiner Stimme sehr gut zu dem Sound, erreicht aber mit seinen Vocals keinesfalls die mitreißende Tiefe, wie eben z.b. ein Ville Laihiala (ex-SENTENCED, POSIONBLACK). Der wie eh und je mehr als dürftige Sound im Hyde Park machte die Sache natürlich nicht einfacher und so blieb am Ende nicht mehr als anerkennender jedoch verdienter Applaus für THE MAN-EATING TREE.

Als zweiter Support-Act starteten nun LEPROUS, die vom Sound so gar nicht in dieses Package passten und vielen auch nicht unbedingt ein Begriff gewesen sein dürften. So regieren bei den Norwegern eher brachiale „Prog- meets Death Metal“-Rhytmen, bei denen man schon genau aufpassen muss, um nicht den Faden zu verlieren. Und genau dies macht die Live-Performance so schwierig! Es ist ohne Frage mehr als imposant, was die Nordlichter hier abzogen. Kantige Riffings treffen auf eingängige Vocals, die aber ebenso brachial werden können wie die donnernden Drums. Die stetigen Tempo-Wechsel machen es einem noch schwerer, so richtig in die Songs zu kommen und natürlich darf man den weiterhin sehr dürftigen Sound nicht vergessen, der das Gros der Performance in einen großen Sound-Matsch verwandelte. Das wird den Musikern natürlich nicht gerecht, denn diese Kollegen haben an ihren Instrumenten richtig was drauf! Die motivierte und spielfreudige Show und die dann und wann durchleuchtenden Highlights von LEPROUS ließen die gut gefüllte Location aber nicht unberührt und so bekamen die sympathischen Norweger ihre verdiente Belohnung mittels kleinerer Moshaktion und ordentlich Applaus! Vielleicht haben sie den einen oder anderen Zuschauer dann doch neugierig gemacht!

Egal was AMORPHIS in den letzten Jahren angefasst haben, es hat funktioniert! Angefangen von der Wahl von Tomi Joutsen zum neuen Lead-Sänger, über die tollen folgenden Alben bis hin zu den durchweg großartigen Live-Shows! So war dieser Abend natürlich ein Pflicht-Termin und auch heute wurden die zahlreich angereisten Fans nicht enttäuscht! So war der Einstieg mit „Song of the Sage“ genauso gut gewählt, wie der grandiose Mittelteil mit u.a. „The Smoke“, „Towards and Against“ und „Sky is Mine“ oder Klassiker der Kategorie „Against Widows“ oder „Alone“! Eigentlich braucht man nicht nochmals erwähnen, dass Tomi Joutsen (dessen Mikrofon-Unikat mittlerweile Gesellschaft von einem eigenwilligen Mikroständer bekommen hat) bei cleanen Vocals sowie satten Growls brillierte, dazu natürlich seine Monster-Dreads rotieren ließ und ständig die Fans anfeuerte! Ein herrausragender Fronter dieser Mann! Esa Holopainen zirkelte eine grandiose Melodie nach der nächsten aus seiner Gitarre, und auch der Rest der Band groovte routiniert und motiviert, wie man es von ihnen kennt! Das Intro vom „The Karelian Isthmus“-Album ließ dann großes erahnen. Aber anstatt des erwarteten „Sign from the North Side“ prügelten AMORPHIS doch tatsächlich „Vulgar Necrolatry“ von der Bühne und sorgten sowohl für große Freude wie auch für großes Erstaunen unter den alten und neueren Fans! „Into Hiding“ wurde gleich hinterher gefeuert, womit ein weiteres Mal bewiesen wurde, dass die Finnen endlich mit ihrer kompletten History Frieden geschlossen haben. Alleine „Tuonela“ und „Far away from the Sun“ bleiben weiterhin meistens unbedacht. Mit absolut verdientem, großem Jubel entließ man die Band dann nach der Hauptteil in die kleine Pause, die natürlich nicht lange anhielt. Denn auch Nordlichter hatten spürbar wieder Lust zu zocken und hauten mit „Silver Bride“ und „My Kantele“ die nächsten beiden überragenden Songs raus. Fürs Finale standen eigentlich nur zwei Hymnen zur Debatte. „House of Sleep“ oder „Black Winter Day“. Bei letzterem haben es ja AMORPHIS wirklich geschafft, dass sie ihn nur spielen, wenn sie selbst Bock drauf haben und haben zudem mit „House of Sleep“ – aber auch anderen Tracks – mehr als würdige Nachfolger in Petto. So wurde es an diesem Abend also „House of Sleep“, das natürlich textsicher und lauthals von den Fans mitgesungen wurde.

Ein weiterer toller Aufritt, der trotz des erwartet dürftigen Sounds die Reise absolut wert war. AMORPHIS dürfen bald wiederkommen und dann werden auch wir natürlich anwesend sein!

Setlist AMORPHIS
Song of the Sage
Mermaid
The Smoke
Against Widows
Towards and Against
You I need
Sky is Mine
Karelian Intro
Vulgar Necrolatry
Into Hiding
Crack in a Stone
Alone
Sampo

Silver Bride
My Kantele
House of Sleep

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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