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AMPHI FESTIVAL 2013 – TAG 1

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Ort: Köln - Tanzbrunnen

Datum: 20.07.2013

Unglaublich, aber wahr. So schnell wie es gekommen war, so schnell ist das diesjährige Kölner AMPHI FESTIVAL auch schon vorbei. Mit Wehmut denke ich an ein grandioses musikalisches Wochenende zurück, dass sowohl musikalisch, atmosphärisch und auch wettertechnisch das zu bieten hatte, was auf vieler Leute Wunschliste gestanden haben dürfte. Aufgrund der großen Nachfrage blieb mir ein Platz auf dem Schiff leider verwehrt, dass den Schauplatz der Auftaktveranstaltung darstellte. Aber vom Rheinufer aus konnte ich das mit Menschen dicht „besiedelte“ Wassergefährt sehr gut sehen. So kann ich, auch anhand der Fotos unseres Fotografen, sehr gut nachvollziehen, dass es klasse gewesen sein muss.

So begann das AMPHI für mich erst am Samstagmorgen – dafür aber umso entspannter und ausgeruhter. Kurz nach 11 Uhr morgens betrat ich den Schauplatz rund um den Tanzbrunnen. Leicht bewölkt, aber dennoch sonnig, präsentierte sich zu dem Zeitpunkt das Wetter. Zahlreiche Musikfreunde hatten sich schon auf dem Gelände versammelt und unterhielten sich mit Personen, die sie schon lange nicht mehr gesehen hatten, bummelten von Verkaufsstand zu Verkaufsstand oder gönnten sich bereits eine erste Mahlzeit.

FABRIKC

Der Startschuss fiel dieses Jahr im Staatenhaus mit FABRIKC, die schon zu früher Stunde das Publikum mit ihrem flotten, teilweise instrumentalen und immer tanzbaren Industrial antrieben. Mit Fragen wie „Seid Ihr wach?“ oder „Ist das laut genug?“ und folgerichtigen Tracks wie „Zu laut“ motivierte der Frontmann die Fans und erfüllte perfekt das Ziel, das Festival aufzuheizen. Erstaunlich war hier bereits die Menge an Zuschauern, die sich für diese frühe Uhrzeit sehen lassen konnte.

A LIFE DIVIDED

Draußen hatten mittlerweile A LIFE DIVIDED die Bühne betreten und auch hier wurde das Publikum gefragt „Seid Ihr wach?“. Tatsächlich war das Publikum nicht nur wach, sondern auch schon in bester Feierlaune. Der melodische Rock à la „The Lost“ stand im direkten Kontrast zu den harten Electrobeats in der Halle und deutete erstmals an, wie abwechslungsreich das Festival noch werden sollte. Positiv auf die Feierlaune nahezu aller Besucher wirkte sich auch wieder die strategisch genial ausgewählte VNV NATION-Coverversion von „Perpetual“ aus. Das belegen die zahllosen „Ohoho“ mitgröhlenden Stimmen, die man zu dieser Zeit vernehmen konnte.

XOTOX

In der Halle gab es nun ein weiteres Mal Musik aus der großen Welt des Industrials. Während es draußen bereits deutlich wärmer geworden war, so gestaltete sich die Temperatur dort noch angenehm kühl. Das Paderborner Projekt XOTOX überzeugte mit stampfenden Beats („Schwanengesang“), quietschenden Sounds („Eisenkiller“) und einer passenden Beamershow. Sehr positiv war, dass die Protagonisten die Zuschauer auch während der einzelnen Tracks mächtig anfeuerten. So war es kein Wunder, dass auch hier die Raumtemperatur langsam höhere Werte annahm.

Setlist XOTOX
Intro (Kampf Ums Licht)
Slå Tillbaka
Ewig
Notwehr
Eisenkiller
Revolution Doesn´T Happen On The Weekend
Schwanengesang
Alte Muster
Revolution Non-Stop
Mechanische Unruhe

STAHLMANN

Ich hatte schon einmal die Möglichkeit STAHLMANN bei einem Paderborner Konzert vor und hinter der Bühne zu erleben. Dahinter sehr ruhige und nette Menschen – on stage reinste brachiale Power. Das ist Show, wie sie sein muss. Mit ihrem musikalischen Mix, den man am einfachsten der neuen deutschen Härte zuordnen kann, schaffen sie es innerhalb kürzester Zeit, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Ohrwurmhits wie „Stahlwittchen“ oder „Süchtig“ kamen spürbar an bei den Fans der kräftigeren und rockigeren Sounds.

FROZEN PLASMA

Weitaus elektronischere Klänge gab es derweil wieder im Staatenhaus. FROZEN PLASMA begrüßten die Fans mit den Worten „Ihr werdet uns noch öfters sehen in der nächsten Zeit.“ Das könnte sogar passen, denn die Jungs haben noch einige Konzerte in ihrem Terminkalender. Die melodische und tanzbare Musik hatte sehr viele Leute in die Halle gelockt und diese waren von Anfang an dabei, mitzuklatschen und zu zappeln zu Hits wie „Earthling“ und „Irony“. Fehlen durfte natürlich auch nicht „Tanz der Revolution“, wenngleich das persönlich nicht wirklich einer meiner Lieblingssongs ist. Aber egal, den Fans gefiel es und das ist doch das wichtigste.

SOLITARY EXPERIMENTS

Ein echtes Highlight gab es nun auf der Mainbühne zu sehen und hören. Die Berliner SOLITARY EXPERIMENTS hatten sich einen wirklich klasse Gag ausgedacht. Beim ersten Song „Stars“ (bei dem natürlich auch Dennis schon sang), kam nicht die Band auf die Bühne, sondern eine handvoll Mädels im gleichen roten Look wie die Bandmitglieder und diese performten den Song. Sehr skurril wirkte das natürlich bei der „Sängerin“, da man da wohl eher keinen männlichen Gesang erwarten würde. Ein toller Einstieg in ein Konzert, das so von Beginn an zu überzeugen wusste. Die Formation wurde frenetisch bejubelt zu einem Feuerwerk von Hits wie „Delight“ und „Rise and Fall“, bis hin zu dem DEPECHE MODE-Cover „Rush“. Das Set war klasse – keine Frage. Persönlich hätte ich mir noch meinen Favoriten „“The edge of life“ gewünscht – mal sehen, ob der mal wieder irgendwann den Weg ins Set schafft … Dennoch ein absolutes Top-Konzert.

Setlist SOLITARY EXPERIMENTS
Stars
Pale Candle Light
Immortal
No Salvation
Delight
Rise and Fall
Trial and Error
Rush (DEPECHE MODE-Cover)

FADERHEAD

Das Staatenhaus war mittlerweile ununterbrochen gut gefüllt. FADERHEAD, u.a. mit Unterstützung durch STRAFTANZ-Jörg, brachten die Masse mit Clubsounds erster Güte in Schwung. Auch hier wurde mitgesungen und mitgetanzt was das Zeug hielt. Neben „Dancers“, dem musikalischen Verweis auf das neue Album „FH4“, gab es natürlich auch den Klassiker und Dancefloorfiller „Dirtygrrrls / Dirtybois“ auf die Ohren. Ein wenig fühlte ich mich bei dem Konzert wie bei der Discoszene in „Blade“. Eine klasse Atmosphäre!!!

Setlist FADERHEAD
Intro + Way to fuck god
Houston
Join us
Electrosluts
Fistful of fuck
Dancers
Dirtygrrrls/ Dirtybois
Take your fuckin’meds
Destroy
TZDV

WESSELSKY

Das Projekt um den EISBRECHER-Sänger Alexander Wesselsky bot derweil Kontrastprogramm pur. Denn hier verzichtete man nahezu auf alles, was an auch nur entfernt an Elektro erinnern könnte und gab sich der treibend-rockigen Welt der Musik hin. Freunde der neuen deutschen Härte bekamen hier erneut an diesem Tag viel geboten. Die Stimmung auf dem Platz war demnach sehr ausgelassen bei (MEGAHERZ-)Stücken wie „Hurra – wir leben noch“, „Glas und Tränen“ und „Kopfschuss“.

Setlist WESSELSKY
Jordan
Hurra – wir leben noch
5. März
Windkind
Herzblut
Wir sterben jung
Wer bist du?
Auf der Flucht
Glas und Tränen
Kopfschuss

DUNKELSCHÖN

Im Theater gab es nun zum ersten Mal an diesem Tag etwas für die Mittelalterfreunde. Dabei hat sich die Formation auf die Fahne geschrieben, nicht zu einseitig zu klingen, was sie mit dem Mix aus Folk, Rock und traumhaften Balladen mühelos beweist. Gerade das Theater birgt für diese Art der Musik eine perfekte Kulisse. Im Zusammenspiel mit der Musik entstand so wieder eine unvergesslich, düster-romantische Atmosphäre. Ein sehr „dunkelschönes“, gelungenes Konzert an diesem Nachmittag.

Setlist DUNKELSCHÖN
Aeris
Ros Maris
Lacrima
Iddadh´n´duir
Cello Solo
Zauberwort
Dornenweich
Liebster

FUNKER VOGT

Sehr gefreut hatte ich mich bereits im Vorfeld, FUNKER VOGT endlich mal wieder zu sehen. In den letzten Jahren hat die Band nichts an ihrer Power verloren, was sie im Staatenhaus eindrucksvoll bewies. Unnötig zu erwähnen, dass es auch hier brechend voll war. Die Mischung aus harten Elektro-Beats („Gott noch nicht“) und melodischen Evergreens wie „Gunman“ oder „Tragic Hero“ schlug voll ein und brachte die Menge richtig in Schwung. Ein weiteres echtes Highlight an diesem Tag.

Setlist FUNKER VOGT
Arising Hero
Mein Weg
Gott noch nicht
Gunman
The Firm
Date of Expiration
Six feet under
Maschine Zeit
Hard Way
Tragic Hero

TANZWUT

Die lebende „Legende“ TANZWUT um Frontmann Teufel brachte nun mittelalterliche und rockige Musik auf die Mainstage. Vor und auf der Bühne war dabei eine Menge los. TANZWUT gaben von Anfang an alles und hatten das Publikum sofort im Griff. Zu Hits wie „Meer“, „Ihr wolltet Spaß“ und „Gift“ wurde mitgesungen und geklatscht, wodurch die eh sehr sommerliche Temperatur noch einmal gefühlt um ein paar Grad nach oben schnellte. Gegen Ende fehlte mit „Bitte Bitte“, der gelungenen ÄRZTE-Coverversion, auch nicht der feste Bestandteil eines fast jeden TANZWUT-Sets. Die Fans waren spürbar zufrieden mit dem mitreißenden Konzert.

Setlist TANZWUT
Weiße Nächte
Ihr wolltet Spaß
Wie Phoenix aus der Asche
Meer
Auferstehung
Gift
Rückgratreißer
Bitte Bitte
Der Wächter
Folge Deinem Herzen

ESCAPE WITH ROMEO

Zurück im Theater gab es nun erneut eine Legende zu bestaunen, die in den letzten Jahren nichts von ihrer Intensität verloren hat. Im gut gefüllten, jedoch recht kleinen Theater entstand eine sehr intime, fast familiäre Atmosphäre. Stimmungs- und temperamentvolle rockige Songs wie „Here comes the night“ und „Glitter on the snow“ brachten einen zwangsläufig zum Mittanzen. Fehlen durfte auch nicht der Megahit „Somebody“, den wohl jeder schon einmal in den entsprechenden Discos gehört haben dürfte. Ein weiteres starkes und eindrucksvolles Konzert an diesem ersten Festivaltag.

Setlist ESCAPE WITH ROMEO
Helicopters in the falling rain
Everyone against everyone
Where are you now?
Here comes the night
Glitter on the snow
Ground control
Somebody
Tears of Kali
Sie liebt dich (nicht)

GRENDEL

Das Staatenhaus stand am Samstag ganz unter dem Elektrostern. Eins meiner Lieblingsprojekte hatte die Bühne betreten. GRENDEL steht für außergewöhnlich tanzbaren, harten, aber dennoch melodischen Elektro. Erstmalig sah ich dieses Mal GRENDEL mit Gitarrenunterstützung, was ungewohnt, aber trotzdem passend war. Bei dem Smashhit „Harsh Generation“ war diese zwar nicht wirklich rauszuhören, was sich bei späteren Stücken dann aber änderte. Schade waren anfängliche Problem beim Sound – das Knacksen und die Rückkopplungen gehörten jedoch bald der Vergangenheit an. Das Set lies fast keine Wünsche übrig („End of Ages“ hätte ich mir persönlich noch gewünscht), so waren alle Hits der Combo vertreten von „Harsh generation“ über „Soilbleed“ bis hin zum Klassiker „Zombienation“. Bei der absoluten Powershow gefiel mir auch, dass die Passagen, die auf CD von einer Frau gesungen werden, auch live so umgesetzt worden sind. Das fügte sich alles sehr gut zusammen und so bleibt mir ein unvergessliches Konzert in Erinnerung.

Setlist GRENDEL
Harsh generation
Conflict instigation
Chemicals & Circuitry
Soilbleed
One.Eight.Zero
Timewave Zero
Hate This
Dirty
Shortwired
Zombienation

AGONOIZE

Auf der Hauptbühne stand nun eine Formation, die in den letzten Jahren nicht nur durch ihre Musik (teilweise mit subjektiv sehr fragwürdigen Texten) auffiel, sondern auch immer wieder mit ihren effektgeladenen Shows für Furore sorgte. Auch wenn die Combo für diesen Auftritt auf „nur“ zwei Mitglieder geschrumpft war, so gab es dennoch eine kräftige Show, die weder Dynamik noch (Kunst)-Blut vermissen ließ. So wurde sich auch dieses Mal wieder nach allen Regeln der Kunst der Arm auf der Bühne „aufgeschnitten“ und sich-selbst-gegeißelt. Hervorzuheben ist sicherlich auch noch eine interessante Coverversion der BEASTIE BOYS „Fight for your right“. Ansonsten gab es für die Fans wieder alle Clubhits wie „Schaufensterpuppenarsch“, „Staatsfeind“ oder auch „Femme Fatale“, die sie freudig feierten.

Setlist AGONOIZE (ohne Gewähr)
Intro
Pavillon 5
Bis das Blut gefriert
Fight for your right (BEASTIE BOYS Cover)
Alarmstufe Rot
Schaufensterpuppenarsch
Koprolalie
Femme Fatale
Rituale Romanum
Sacrifice
Glaubenskrieger
Gottlos
Blut, Sex, Tod
Staatsfeind

ROME

Erneut gab es im Theater nun Klänge, die sich deutlich von den anderen Bands abhoben. Irgendwo zwischen Post-Industrial Rock, Liedermacher, Neofolk und Chanson bewegt sich das Projekt ROME, das eine ruhige und intensive Stimmung erzeugte. An der Stelle mal ein Lob an die Veranstalter des Amphis, so ein abwechslungsreiches Programm über drei Bühnen zu organisieren. Musik zum Entspannen, Mitwippen und die „Seele-baumeln-lassen“. Die angereisten Fans und spontanen Zuhörer/ Zuschauer waren auch dieses Jahr spürbar begeistert von der musikalischen Kunst von ROME.

Setlist ROME (ohne Gewähr)
„Neuer Song“
Seeds of liberation
Sons of aeeth
Birds of prey
Querkraft
Neue Erinnerung

DE/VISION
Das Staatenhaus war bereits wieder mit Freunden des Synthie Pops gefüllt. DE/VISION sind eine lebende Legende, die nicht nur schon lange existieren, sondern die auch immer wieder mit melodischen und tanzbaren Stücken überzeugen. Da durften natürlich im Set auch nicht die absoluten Clubsmasher „Try to forget“ oder „Binary Soldier“ fehlen. Aber mit „Brothers in arms“ wurde auch neues Material von der sympathischen Formation präsentiert. Der Saal war auf jeden Fall am toben und die Leute glücklich, zu den sphärisch, gefühlvollen und treibenden Stücken zu tanzen und zu feiern.

Setlist DE/VISION
Binary soldier
mAndroids
I regret
What’s love all about (KANT KINO Live Version)
Time to be alive
Try to forget
Rage Your hands on my skin
Brothers In Arms
Flavour of the week

PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB

Das letzte Mal hatte ich Phillip Boa 2005 in Bielefeld zusammen mit TIMID TIGER im Ringlokschuppen gesehen. Nun war es also mal wieder so weit, die „sagenumwobene“ Band auf einem großen Festival erleben zu dürfen. Das Konzert hatte es dann tatsächlich auch in sich. Randvoll mit den großen Hits gespickt, wie „Annie flies the lovebomber“, „This is Michael“, „Container love“ und „And then she kissed her“, um hier nur einige zu nennen. Dabei wurden Erinnerungen an früher wach, und voller Wehmut und leichter Melancholie konnte man eine großartige Band mit genialen Songs bewundern, die eine einmalige Festivalatmosphäre versprühte. Ein wenig fühlte ich an dem Tag so etwas wie „nach Hause kommen.“

Setlist PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB
Fine Art in Silver
Annie flies the Lovebomber
Want
Diamonds Fall
Love on Sale
Albert is a Headbanger
Speed
Deep in Velvet
This is Michael
I dedicate my soul to you
Container Love
When the wall of voodoo breaks
And then she kissed her
Kill your ideals

SUICIDE COMMANDO

Auch im Staatenhaus ging es munter weiter. Niemand geringeres als Johan van Roy hatte die Bühne mit SUICIDE COMMANDO geentert und untermauerte einmal mehr den Status, den das Projekt zu Recht seit Jahren innehat. Die Halle platzte aus allen Nähten und die Stimmung erreichte einen weiteren Höhepunkt. Bei Hits wie „Cause of death: Suicide“, „Dein Herz, meine Gier“ oder „Bind, torture, kill“ konnte kein Anwesender mehr ruhig bleiben. Man kann nur bewundern, wie spritzig und lebendig sich die Combo seit all den Jahren immer noch präsentiert. Auch die unterstützende Instrumentierung mit echtem Drummer kommt sehr kräftig und passend rüber. Als abschließenden Höhepunkt kam dann noch mein Lieblingsstück „See you in hell“. Was will man mehr? Geniales Konzert.

Setlist SUICIDE COMMANDO
Feeding my inner hate (intro)
My blasphemy
When evil speaks
God is in the rain [clubmix]
Cause of death: suicide [remix]
Dein herz, meine gier
Monster
Attention whore
Love breeds suicide
Unterwelt
Die motherfucker die
Bind, torture, kill [2010]
See you in hell

VNV NATION

Mit den Engländern VNV NATION stand nun der Headliner auf der Bühne, der wohl niemandem mehr vorgestellt werden muss. Selbst weit über die Szene hinaus konnte sich die sympathische Formation jede Menge Fans erspielen. Wie sympathisch Ronan Harris und Mark Jackson sind, davon konnte man sich an dem Tag auch schon etwas früher bei der Autogrammstunde überzeugen, bei der sich eine enorm lange Schlange von Leuten gebildet hatte, die alle eine Unterschrift, ein gemeinsames Foto oder ein kurzes Gespräch erhaschen wollten. Etwas später betraten die Herren dann zusammen mit Unterstützung von [S.I.T.D.]-Tom die Bühne und es konnte losgehen. So war auch dieses Konzert wieder ein perfektes Beispiel dafür, wie ein gutes Festivalkonzert auszusehen hat. Der Platz vor der Bühne war so voll mit Menschen, wie ich es bisher beim Amphi noch nicht erlebt habe. Nahezu jeder, auch noch in den letzten Ecken, bewegte sich im Takt zur Musik. Dabei spielten die Future-Pop-Könige einige ihrer größten Erfolge – von „Honour“ über “Standing”, bis zu der Mitsummnummer “Perpetual” und der herzergreifenden Ballade „Illusion“. Wie immer in letzter Zeit fehlten leider einige ältere Stücke, die sich sicherlich auch viele gewünscht hätten „Solitary“, „Joy“ oder auch „Beloved“. Aber bei der Menge an guten Tracks, die VNV Nation vorweisen, könnte man mittlerweile eh Stunden füllen. Unbestritten ein grandioses Konzert und eines Headliners mehr als würdig.

ATARI TEENAGE RIOT

Als extremstes Kontrastprogramm, dass man auf dem Amphi erleben durfte, konnte der Auftritt von ATARI TEENAGE RIOT bezeichnet werden. Ultraschneller Breakbeat, Industrial-Techno mit Punk und Noise-Anleihen. So schwer die Musik zu beschreiben ist, so einfacher war es, dazu abzurocken. Aufgrund des VNV Nation-Konzertes war ich nicht von Anfang an dabei, aber sobald ich das Staatenhaus betreten hatte, führten meine Beine ein seltsames Eigenleben und wollten plötzlich nur noch abzappeln. Das sahen auch viele andere Besucher so und so war die Halle voll mit Tanzwütigen. Insbesondere bei „Revolution action“ flashte mich der Sound von dem ALEC EMPIRE-Projekt, dass ich zuvor noch nie live gesehen hatte, mit voller Breitseite. Das einzige was von diesem coolen Auftritt einen faden Beigeschmack verursachte, war die Kenntnis darüber, dass man den Fotografen nicht erlaubte ATARI aus dem Graben heraus zu fotografieren. Das ist äußerst albern und passt für mich so gar nicht zu dem Image, dass Atari uns hier verkaufen will. Das Konzert war klasse – Starallüren sind OUT!

ALIEN SEX FIEND

Nachdem ich ALIEN SEX FIEND vor knapp zwei Jahren im Bielefelder Forum live erleben durfte, war ich sehr gespannt auf einen Festival-Gig der Legende, die ich schon in den 80ern musikalisch kennengelernt hatte. Zahlreiche Musikfans hatten sich bereits erwartungsvoll im Staatenhaus, wo das letzte Konzert des Abends stattfinden sollte, versammelt. Die Bühne war ALIEN SEX FIEND–typisch stimmungsvoll mit aufgespießten (Kunst-)Köpfen dekoriert. Mit „Amnesia“ startete schließlich ein Konzert, das vor mir und wahrscheinlich vielen anderen Zuschauern wie ein Film ablief. Bei dem Opener handelt es sich um eine neue musikalische Idee, wie ich später von Mrs. Fiend erfuhr. Dieses Stück ging in „Mad Daddy Drives a U.F.O“ über, was wiederum in „E.S.T“ mündete. Bis zu diesem Zeitpunkt waren schon bestimmt 20-25 Minuten vergangen. Einige Personen, die ALIEN SEX FIEND noch nicht kannten, schreckte das leider scheinbar ab, denn die Zuschauerzahl reduzierte sich doch nach und nach leider etwas. Den restlichen Anwesenden inkl. mir selbst und auch der Band machte der Auftritt aber sichtlich Spaß. Dabei sind auch die klasse, vornehmlich in rot und grün gehaltene Lichtshow, sowie die kleinen Showeinlagen (z. B. Fußballtritt gegen einen Totenschädel und weitere „Knochen“, die ins Publikum geworfen wurden) hervorzuheben. Interessant finde ich auch immer wieder, wie der Sänger ganz entspannt seinen Rotwein auf der Bühne schlürft, während Mrs Fiend am Keyboard und den restlichen elektronischen Geräten herumwirbelt, Disketten wechselt, Sounds wählt etc. Aber neben all diesen Elementen darf man nicht das wichtigste vergessen – die Musik. Und die war richtig klasse – so gab es noch einige Hits wie „Ignore the Maschine“ und „I walk the line“ zu hören. In dem Set hätte ich mir noch „Dead and buried“ gewünscht, aber die Zeit war vielleicht einfach zu schnell rum, sonst hätte es sicherlich noch mehr zu hören gegeben. Cooles und abgefahrenes Konzert, das aufgrund der bestechenden Atmosphäre in die Amphi-Geschichte eingehen dürfte.

Setlist ALIEN SEX FIEND
Amnesia
Mad Daddy Drives A U.F.O. (THE CRAMPS Cover “Mystery Plane”)
E.S.T. (Trip To The Moon)
Ignore The Machine
Hurricane Fighter Plane
Attack!!!
Now I’m Feeling Zombiefied
Dance Of The Dead
I Walk The Line
Smells Like…

Der erste Tag war enorm schnell zu Ende gegangen. Bei all dem schönen Wetter, der großartigen Musik und (erwartungsgemäß) sehr friedlichen Stimmung war es kein Wunder, dass die Zeit wie im Flug vergangen war. Das machte Vorfreude auf den nächsten Tag und ließ mich zufrieden einschlafen.

Copyright Fotos: Julian Huchtmann

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