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AMPLIFIER – CHARLIE BARNES

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Ort: Hamburg - Knust

Datum: 21.04.2013

Die ersten schönen Tage in Hamburg: Es herrschte relaxtes Feeling und ebenso relaxte Leute haben sich vor dem Knust eingefunden, um die Restsonne zu genießen. IN der Location herrschte dagegen noch gähnende Leere und aus dem Backstagebereich hörte man CHARLIE BARNES beim Einsingen. Der Support gehört in die Kategorie Singer/ Songwriter und die Erwartungen waren gen Null, denn wie sollten diese beiden Acts musikalisch zusammen passen? Bevor man sich weiter Gedanken darüber machen konnte, ging der Gig von Charlie bereits los. Da stand er nun alleine, mit seiner Akustikgitarre, ohne Mikro, einfach so im Publikum, total reduziert auf seine Stimme und seinen Beatschlagenden Fuß und sang sich die Seele aus dem Leib. Mit dem letzten Ton und dem Applaus des Publikums hechtet Mr Barnes auf die Bühne und los ging seine Technikshow. Da wurde die Stimme verdoppelt, Klopfgeräusche erzeugt, dann spielte er wieder Gitarre, hantierte am Key, um dann wieder Beatbox oder Pfeifen einzuspielen. Dazu kam seine ausgefeilte Fußtechnik und das Ganze vollzog er auf Socken. Nach zwei umfangreichen Klang-, Geräusch- und Gesangsexplosionen von seinem Album „Geekk“ war er auch schon wieder in seine Schuhe geschlüpft und der Bühne entsprungen. Das war der kürzeste Gig, den je eine Supportband hingelegt hatte!

CHARLIE BARNES hatte schon mit seinen Effekten beeindruckt, doch was die Stagehands auf dem Boden vor den Mikros freilegten, verschlug einem den Atem. Unzählige Effektgeräte für Gitarre und Bass wurden vom schwarzen Molton befreit. Etliche Besucher fotografierten den Gerätepark der Band und bei 45 Effektgeräte habe ich aufgehört weiterzuzählen, da die Bühne verdunkelt wurde und die in schwarz gekleideten Musiker selbige betraten. Neben schwarzer Kleidung waren die Bandmitglieder mit Krawatten ausgestattet, die mit dem Logo vom „Octopus“-Album geschmückt waren. Der Abend begann mit „Mary Rose“ einem Stück aus der Nachfolger-Scheibe „Echo Street“. AMPLIFIER überzeugten von der ersten Minute an und zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Den ganzen Abend über schwebten Gitarrenwände mit ihrem schleppenden Sound durch das Knust und die Menge wippte mit. Roh und hart wurde es bei „Fall Of The Empire“ und im Publikum wurde eifrig mitgeklatscht. Bereits zu den ersten Takten von „Neon“ wurde gejubelt und ein absolutes Highlight war „Panzer“. Bei den ruhigen Parts sah man hingegen hier und da im Publikum geschlossene Augen und Fans die sich von den Klangwellen forttragen ließen. Mit dazu trug auch die Diashow bei, die das Thema der Stücke visualisierte.

Zum Glück schwelgten AMPLIFIER nicht publikumsfern in ihrer Musik, sondern suchten auch den Kontakt zu ihren Fans. Dank der Größe des Knusts war Interaktion zwischen Band und Publikum möglich. So musste Sel Balamir seine Liebesbekundungen an Hamburg erklären, als aus dem Publikum ein trockenes „Why?“ zu hören war. Die Begründung fiel einfach aus: Sie wären aus Manchester. Auch spielte sich die Band untereinander die Bälle zu, denen man aber schwer folgen konnte, da es sich dann entweder um Insiderwitze handelte oder es sich um Manchester Humor handelte. Unterstütz wurde AMPLIFIER von CHARLIE BARNES, der diesmal mit Schuhen im Hintergrund performte. Selten zog ihn sein Bewegungsdrang auch mal in die erste Reihe. Der enge Raum in der ersten Reihe wurde eh bereits von Sel, Neil und Steve und vor allem von den Effektgeräten beansprucht. AMPLIFIER sind Perfektionisten mit Gefühl in den Fingern und der Stimme. Neben dem ständigen Instrumentenwechsel zwischen den Stücken, sah man die Musiker während der Songs an den Gitarrenwirbeln drehen und die Effektgeräte treten, um ihren einmaligen Sound zu erzeugen. Mit „Close“ beendeten AMPLIFIER passender Weise ihren Auftritt. Als Zugaben wählten sie erst das aktuelle Stück „Matmos“, um dann mit „Airborne“ den Kreis ihres Schaffens zu schließen.

Mit diesem Stück endete der musikalisch von AMPLIFIER perfekt abgelieferte Abend und zurück bleibt die unbeantwortet Frage, warum sich nur das erste Album der Band in meiner Sammlung befindet.

Setlist AMPLIFIER
Mary Rose
The Wave
Interglacial Spell
The Wheel
Extra Vehicular
Motorhead
Interstellar
UFO´s
Fall Of The Empire
Panzer
Where The River Goes
Neon
Close

Matmos
Airborne

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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