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ANNETT LOUISAN

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Ort: Bielefeld – Stadthalle

Datum: 21.10.2011

Teil 2 unserer dieswöchigen „Konzerttournee“ – Zwischen KLEE und ASP war noch genug Zeit, einmal bei ANNETT LOUISAN vorbeizuschauen, die wieder einmal in Bielefeld gastierte. Dieses Mal in der kompett bestuhlten Stadthalle, die – wenngleich nicht aus allen Nähten platzend – doch recht ordentlich gefüllt war, überwiegend von Menschen, die altersmässig mitten im Leben stehen. Ohne Vorprogramm konnte es pünktlich um 20 Uhr losgehen, nach einem in blaues Licht getünchten Intro betrat die lasziv niedliche Dame die Szenerie, umgeben von ihrer 5-Mann starken Begleitband, die über die gesamte „Laufzeit“ einen sehr starken Eindruck hinterließ. Es ging los mit einem flotten Dreier vom aktuellen 5ten Album „In meiner Mitte“, welches einmal mehr Platz 2 in den deutschen Langspieler-Charts erreicht hatte. Nach dem Titeltrack überzeugte „Pärchenallergie“ mit flotten Flamenco-Parts, zudem gab es zu diesem Stück sehr nettes Merchandise, das man eingefleischten Singles nur empfehlen kann. Danach wurde es mit „Allein und beisammen“ etwas besinnlicher, dementsprechend intonierte die Wahlberlinerin von einem gemütlichen Sofa am linken Bühnenrand aus. Kurz danach aber wandelte sich schon durch die Reihen des Innenraums, wann sitzt man schon mal von Angesicht zu Angesicht mit dem Künstler des Abends? Gerade dieser verschmitzte Charme macht Frau Louisan aus, neben den zumeist sehr interessanten Texten, die richtige kleine Geschichten transportieren – mal heiter, mal melancholisch. Auffallend an diesem Abend war der Fokus auf die neue Scheibe bzw. die unlängst erschienene Special Edition mit 6 weiteren neuen Songs, von denen auch gleich 3 performt wurden, allesamt geschickt anmoderiert. Auch wurde der eine oder andere Titel musikalisch neu interpretiert, „Torsten Schmidt“ gab es beispielsweise in einer kräftigen Rock’n'Roll-Version, mit der man dann auch gleich den ersten Block nach ungefähr einer Stunde beendete. Es sollten noch ein paar Überraschungen folgen im weiteren Verlauf des Abends…

Zunächst mal aber kehrte die Band nach einer kurzen Pause wieder zurück auf die Bühne, Annett hatte fast erwartungsgemäß ein neues Kleid übergezogen. Passend zum „Rosenkrieg“ hatte sich ein Herr, der uns als Hardcore-Fan Andreas vorgestellt wurde, nach vorne „geschlichen“, um seinem Idol einen Strauß eben jener Blumenart in die Hand zu drücken und der perfekt in die Choreographie eingebunden wurde. Ansonsten blieb das Bielefelder Publikum während der Lieder ein wenig blass, taute aber dafür beim Applaus merklich auf. An der musikalischen Leistung gab es aber auch nichts zu bekritteln, jeder der Instrumentalisten bekam genug Raum für ein Solo, insbesondere Friedrich Paravicini überzeugte an so unterschiedlichen Geräten wie Cello, Akkordeon und Wurlitzer Orgel. Herausragend die deutschsprachige Interpretation des CHARLES AZNAVOUR-Klassikers „Spiel Zigeuner“, bei dem die Stimme der Protagonistin bestens zur Geltung kam und das zum Ende hin immer mehr an Fahrt gewann. Darauf folgte mit dem bekanntesten LOUISAN-Titel „Das Spiel“ bereits das Ende des 2ten Blocks, an den sich aber noch 2 Zugaben anschließen sollten.

Nach dem selbskritischen „Die Dinge“ und dem 2008er Titelstück „Teilzeithippie“ ließ man die Zuschauer abermals kurz allein, nur um mit dem mutmachenden „Stell dir vor dass unten oben ist“ die letzte Phase des Konzerts einzuläuten. Und die sollte für ein Pärchen im Saal unvergessliche Momente bereit halten. Annett rief Barbara und Klaus unter den staunenden Blicken der übrigen Anwesenden nach vorne, die sich auch gleich auf den Weg machten und offensichtlich gut vorbereitet waren. Zum 2ten Mal an diesem Abend standen Blumen im Mittelpunkt, der langhaarige Klaus überreichte jedem einzelnen Künstler jeweils eine rote Rose und wirkte dabei überaus professionell. Danach durften er und seine Herzensdame auf dem Sofa Platznehmen, wo sie ihr Wunschlied „Auf dich hab ich gewartet“ genießen und ausgiebig knutschen konnten. Im Anschluss an diesen allerletzten Song folgte noch ein Heiratsantrag, wenn ich das Schauspiel richtig gedeutet habe…

Dem Zuschauer wurde also allerhand geboten an diesem Abend, emotionale Musik mit viel Platz für menschliche Zwischentöne und eine Sängerin, die überaus authentisch wirkt, ohne auf die großen Show-Effekte zu setzen. Manchmal ist eben weniger mehr, insbesondere in diesen Zeiten der permanenten Reizüberflutung.

Setlist ANNETT LOUISAN
Intro
In meiner Mitte
Pärchenallergie
Allein und beisammen
Chancenlos
Mama will ins Netz
Die Katze
Patamm
Auf der Jagd nach Mr. Big
Ende Dezember
Nimms nicht persönlich
Torsten Schmidt

Schlaf (Morgen früh bist du zurück)
Rosenkrieg
Vorsicht! Zerbrechlich
Schöner starker Tag
Drück die 1
Das alles wär nie passiert
Würdest du
Spiel Zigeuner (deutsches Cover CHARLES AZNAVOUR)
Das Spiel

Die Dinge
Teilzeithippie

Stell dir vor dass unten oben ist
Auf dich hab ich gewartet

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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