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ARLISS NANCY – TRAVELS & TRUNKS

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Ort: Münster - Café Sputnik

Datum: 15.10.2014

ARLISS NANCY kommen aus Fort Collins/Colorado und nach eigenen Aussagen zählt zu den Interessen der Band “drinking with our friends and making good memories”. Nun, da ist doch wohl eine Tour genau das Richtige, um hier Fortschritte zu machen. Aktuell machen die Herrschaften Deutschland unsicher und legten bei dieser Gelegenheit auch einen Zwischenstop in Münster ein, wo sie ihren Alternative-Country/Rock/Punk-Mix vor etwa fünfzig Zuschauern im Cafe Sputnik zum Besten gaben.

Zuvor enterte allerdings um 20.30 Uhr ein einzelner Herr die Stage. Der hörte auf den Namen Julius und ist in Dortmund zuhause, kam heuer jedoch direkt aus der Schweiz – ungeduscht und in einem Oberhemd, das schon zum dritten Mal in Folge Dienst tun musste. So fühlt es sich also an, wenn man auf Tour ist – sagte Julius, der ein wenig mit seiner Akustikgitarre zu kämpfen hatte, nachdem beim NOFX-Cover „Radio“ eine Saite gerissen und kein Ersatz aufzutreiben war. Das Auditorium störte es jedoch nicht und so gab es nach diesem kleinen Malheur mit „Queen“ erstmal was fürs Herz und auch das finale „It’s Alright“ startete zunächst ruhig, nahm sich alsbald ein wenig wütend aus und im Folgenden noch mal Fahrt aufzunehmen. In diesem Spannungsfeld bewegte sich die komplette halbe Stunde von TRAVELS & TRUNKS. Ursprünglich war die Kapelle ein Projekt von vier Leuten, inzwischen ist es mehr eine Ein-Mann-Geschichte mit gelegentlichen freundschaftlichen Kollaborationen. Die Kumpels trifft Julius möglicherweise auch bei Erni in Dortmund. Erni? Das ist eine Kneipe, bei der die Sperrstunde um 5.00 Uhr wohl keine Rolle spielt. Da wird um die Zeit nämlich einfach von innen abgeschlossen und wer dann noch da ist, bleibt halt noch auf ein Bierchen und einen Song aus der Jukebox. Dafür gab’s dann gleich auch noch ein Ständchen und durchweg freundlichen Applaus der Zuschauer, die dem sympathischen Sänger und Gitarristen lediglich ein bisschen mehr Aufmerksamkeit hätten schenken können, denn die Geräuschkulisse aus den hinteren Reihen war bisweilen schon etwas störend.

Nach einer angenehm kurzen Umbaupause von nur 15 Minuten übernahmen die fünf Jungs von ARLISS NANCY das Zepter und starteten mit „Coals“ vom aktuellen Album „Wild American Runners“ direkt durch. „The GB Shuffle“ stand dem in nichts nach und spätestens mit dem straighten „Mountain State“, das 2012 auf dem Debüt „Simple Machines“ erschienen ist, war klar dass die Stimme von Bassmann Kyle „GB“ Oppold noch ein bisschen rauer ist als das Organ von Hauptvokalist und Gitarrist Cory Calll. Neben diesen beiden bärtigen Zauseln agierten an den Mikros noch der Keyboarder Chris Love und Jason Larson am zweiten Sechssaiter, während sich Drummer Diesel J ganz auf seine Schießbude konzentrierte. Mit viel Tempo und Druck gingen die Songs samt und sonders in Ohr und Bein. Die Amis ließen eindeutig nichts anbrennen und so war der vergleichsweise verhaltene Piano-Start von „Little Steve“ eine klare Ausnahme, aber natürlich ging auch diese Nummer nach ein paar Akkorden erneut richtig steil. „BT“ servierte Emotionen mit reichlich Biss und während die Langäxte für „China“ gestimmt wurden, offerierte Chris rasch bei bisschen Klaviergeklimper. Im temperamentvollen Country-Style schloss sich „Failure“ an, um schließlich mit „40s“ nach hochenergetischen 65 Minuten mit dem regulären Set zu enden.

Von der Bühne ging allerdings nur der Drummer, der schnell noch ne Rutsche Bier holte, bevor noch zwei Songs nachgelegt wurden. Insbesondere beim letzten Track, der ganz klar zum Tanzen einlud, hätte ich mit etwas mehr Bewegung im Café Sputnik gerechnet. Wie auch immer – die Westfalen sind halt einfach etwas zurückhaltender, dürfen sich nach diesem Abend mit ARLISS NANCY aber auch nicht beschweren, dass sie keine Gelegenheit zum Zappeln gehabt hätten. Der Fünfer, der seit 2007 gemeinsam aktiv ist, hat sich nämlich definitiv nicht lumpen lassen und bestimmt nicht nur bei mir dafür gesorgt, dass ich jetzt auf ein paar neue gute Erinnerungen zurückgreifen kann.

Setlist ARLISS NANCY (ohne Gewähr)
Coals
The GB Shuffle
Mountain State
Troubadours
Directions Never Hold
Bloodletter
GB: The True Story
Pages
Should’ve Been There
Hold It Together
Nothing To Show
Front Seat
Little Steve
BT
China
Failure
Wild American Runners
40s

+ zwei Zugaben

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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