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AS WE FIGHT – BLOOD SPENCER – FOREVER IT SHALL BE – BURNED ALIVE

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Ort: Bad Oeynhausen - Druckerei

Datum: 09.05.2008

„Versprochen ist versprochen – und wird nicht gebrochen“. Diesen Leitsatz kennt und achtet man wohl auch in Dänemark, und so war es also am 09.05.2008 an der Zeit, dass AS WE FIGHT das nach ihrem letzten Auftritt in der Druckerei im Dezember 2006 gegebene Versprechen – auf jeden Fall wieder einmal vorbeizuschauen – einlösten. Jedoch waren die dänische Vorzeige-Metalcorer nicht die einzigen, die ein Wiedersehen in erwähnter Location feierten, denn auch BLOOD SPENCER aus Münster und die aus Herford und Umgebung stammenden BURNED ALIVE erfüllten die Räume der Druckerei nicht zum ersten Mal mit Liederklang. Zusammen mit dem Braunschweiger „Druckerei-Neuling“ FOREVER IT SHALL BE bildete also das deutsche Band-Trio den Support an diesem warmen, sonnigen Freitagabend.

Warm und sonnig – genau die richtigen Voraussetzungen, sich bei noch über 30 Minuten Zeit bis Beginn der Veranstaltung auf die recht gemütliche Terrasse der Druckerei zu setzen und einen Plausch mit den Jungs und Begleiterinnen von BURNED ALIVE zu halten, denen die anfangs erwähnten Voraussetzungen im Hinblick auf die kommende Aufgabe als Opener jedoch eher weniger zusagten, da sie, bei Bier und Cola sitzend, gut nachvollziehen konnten, lieber das Wetter zu genießen, als sich drinnen bei der Hitze stehend einen abzuschwitzen. Mit anderen Worten erwarteten die Jungs also eher weniger Publikum bei ihrem Auftritt, und so ganz unrecht sollten sie dann auch nicht haben, als sich relativ pünktlich um 19:40 Uhr ca. 30 Leute der Sonne abwandten, um stattdessen von BURNED ALIVE die Dunkelheit entfesselt zu bekommen. „Unleash the darkness“ lautet nämlich der Titel des frisch veröffentlichen BURNED ALIVE-Longplayers, von dem es dann auch nach einem neuen, sehr stimmungsvollen Live-Intro den Song „Upcoming Energy“ als Eröffnungsstück des Abends gab. Während die aufkommende Energie nach und nach doch noch ein wenig mehr Leute erreichte und sie zum Bühnenbereich zog, arbeiteten die tapferen Recken auf der Bühne daran, diese Energie aufrecht zu erhalten. Als Hilfsmittel diente ihnen dabei unter anderem „Cruelty Of Men“. Der zweite Song an diesem Abend und gleichzeitig einer von nur zwei älteren Titeln des Fünfers aus OWL an selbigem, startete etwas verspätet, da Schlagzeuger Henrik – der im späteren Verlauf nach Aufforderung von Sänger Freddy und Gitarrist Chris vom Publikum mit „Haaaallo Heeeeenrik!!“ rufen begrüßt wurde – damit zu kämpfen hatte, sein Instrument daran zu hindern, sich von der Bühne zu verabschieden. Ansonsten schienen aber auch die Werkzeuge seiner Mitmusiker nicht so ganz gut drauf zu sein, denn der Sound wirkte über die meisten Zeit des Auftrittes etwas rumpelig und nicht so ganz fein abgestimmt, was genau so schade wie auch tragisch war, da mir das nicht zum ersten mal auffiel (so z.B. auch beim Auftritt vor wenigen Wochen an gleicher Stelle) – vor allem, da die anderen Bands nicht so verwaschen klangen/ klingen sollten, um das schon mal vorweg zu nehmen. Nichtsdestotrotz boten BURNED ALIVE wie gewohnt eine sehr coole Mischung aus so ziemlich jeder Sparte des Metals und somit ein facettenreiches Gewand, unter welches auch die folgenden Titel „Again and Again“, „Accept“ und „Never Forget“ fallen. Letzteres widmete Sänger Freddy auch diesmal einem leider verstorbenen Jugendfreund. Die Anwesenden, deren Anzahl weiterhin langsam aber stetig zunahm, beklatschten jedenfalls bereitwillig die musikalischen Schaffenswerke und neigten auch schon mal zum mitnicken oder vereinzelt auch zum bangen, womit sie es Basser Sajid und Gitarrist Tim gleichtaten, die fleißig für Wirbel auf der Bühne sorgten. Vor der Bühne allerdings hielt man respektablen Abstand, doch bekanntlich nützt das nichts, wenn der Gitarrist Chris Keller heißt, der sich auch diesmal nicht zu schade war, diesen Abstand durch seine fast schon legendären Rundmärsche zu verringern. Während er also – weiterhin fröhlich Riffs abfeuernd – persönlich die anwesenden Musikerkollegen von HOW SAD A FATE begrüßte, sich mal Zeit für seine Freundin in Form eines längeren Kusses nahm oder sich mit einer kleinen „Protestaktion“ einfach mal zu den auf dem Boden sitzenden Besuchern setzte, folgte noch „All my wounds are healed“, bis man dann mit „Defeated“, dem man HOW SAD A FATE widmete und bei dem es auch einen netten, kleinen Moshpit gab, einen ordentlichen Job als Opener um 20:05 Uhr zuende brachte.

Um 20:30 Uhr sollte es dann zum Auftritt der Druckerei-Debütanten FOREVER IT SHALL BE kommen, die Band, mit der ich mich im Vorfeld ehrlich gesagt eher weniger (nicht gar nicht! – nur weniger!) beschäftigt habe, eine Tatsache, die ich nun ein wenig bereute und die es auch schnellstens nachzuholen galt/ gilt. Denn gleich schon der Opener „Can’t Stop Bleeding“ vor einer nun doch schon als verhältnismäßig ordentlich zu bezeichnenden Menge, machte mächtig Dampf, und so kam es, dass es nun auch vermehrt Bewegung in die Bude kam und bereits hierbei schon einige Fans den Wunsch äußerten, gewisse Passagen ins Micro shouten zu wollen, dem sie dann auch nachgehen durften. Songs wie das ziemlich metalmäßig beginnende „Breath Life“ oder das neue „Save the day for the sun“ in weiterer Folge wurden ebenso gut angenommen, so dass sich Sänger Tobi erstmal recht herzlich bedankte, dass es so viele trotz des schönen Wetters hierhin gezogen hatte und er forderte die Angesprochenen auf, sich noch mehr ins Zeug zu legen, näher zu kommen und es den Fotografen doch mal ein bisschen schwer zu machen. DAS war dann auch der Moment, an dem ich beschloss, während der Anfangsklänge von „A Cleansing Storm“ meinen doch recht gemütlichen Sitzplatz und gleichzeitige Fotostellung direkt mittig vor der Bühne, fluchtartig zu räumen, und ich tat gut daran. Die Leute und die Band, die an diesem Abend mit einer Aushilfe am Bass antrat, hatten ihren Spaß und genossen die wohlbekömmliche Mischung aus Death- und Thrash Metal, der auch eine Coverversion vom IRON MAIDEN Evergreen (und wohl auch gleichzeitig einem der meistgecoverten Metalsongs) „The Trooper“ zum „Opfer“ fiel – ein Opfer das man durchaus bringen kann. Das Publikum „Woohooohohoo“-te jedenfalls euphorisch mit. Das Braunschweiger Quintett klang soundmäßig heute am klarsten, bot eine gute Show, spielte sauber und zackig und was das Posing anging, war’s auch eine Freude. Außerdem stellte ich mir beim Lauschen der Klänge zwischendurch immer wieder die Frage: Kommen die wirklich aus BraunSCHWEIG? Naja, wie dem auch sei, es folgten noch zwei weitere Songs und eine gelungene Wall Of Death, die Tobi ein „Könnt’ euch alle umarmen“ entlockte, wonach mit „Love Lost“ ein guter Auftritt einer Formation, die zwar auch das Genre nicht neu erfindet, dafür aber ihre Sache richtig gut macht, was oft auch meiner Meinung nach deutlich wichtiger sein kann, um 21:05 Uhr sein Ende fand.

Fünfundzwanzig weitere Minuten verstrichen dann, bis es zu meinem persönlichen Highlight an diesem Abend kommen sollte, nämlich als BLOOD SPENCER die Bühne enterten. Nachdem die anfänglichen technischen Startprobleme behoben waren, schlugen einem auch direkt die Klänge von „A revenge for…“ entgegen, was dafür sorgte, dass es vor der Bühne nun auch mal direkt richtig voll wurde und der erste von noch vielen weiteren Moshpits in Schwung kam. Die fünf Mannen aus Münster machten also gleich von Anfang an klar, wo es heute Abend noch hingehen sollte: Steil nach vorn! Mit dem guten Opener war also der erste Schritt dazu getan und step two folgte sogleich mit „Two Step“, bei dem sich nun auch erste Stagediver anschickten, die Lüfte zur erobern (wobei an dieser Stelle mal zu sagen ist, dass ich selten so viele misslungene Stagediving-Versuche gesehen hab: Jungs und Mädels: Übt mal fleißig weiter!). Nicht unbedingt noch geübt werden musste „Your’s sincerely…“, denn dieser Song wurde wie auch alle anderen sehr souverän vorgetragen und war Grundlage eines recht schönen Pits. Trübte auch hier ein anfangs mäßiger Sound meine Begeisterung ein klein wenig, fand man aber langsam doch zu einer ganz akzeptablen Abmischung, und so erklang auch „Antagonism“ gut verträglich aus der neuen Soundanlage der Druckerei. Nicht sooo gut klang dann allerdings das Geräusch, welches das runtergefallene Mikro von Sänger Maze von sich gab. Kann passieren, immerhin wüteten die Universitätsstädter ziemlich wild und energisch über die Bühne und übertrugen neben ihren Songs auch damit ihre Energie aufs fröhlich moshende Publikum. Während man dann also sein möglichstes Tat, jenes Mikro wieder für Mazes Stimmgewalt herzurichten, nutzte man die Zeit für ein kurzes METALLICA-Medley und kleinen Feinabstimmungen mit dem Mischer: „Mach ma‘ die Gitarre auf dem Monitor…ach, mach einfach alles lauter!“, was mit „Alles laaaauuuuter!!“-Rufen aus der Menge quittiert wurde. Die Stimmung war wirklich ausgezeichnet, so dass es sich Maze nicht nehmen lies, den Stagedivern zu zeigen, wie man`s richtig macht, und die Leute trugen ihn auf Händen, im wahrsten Sinn. Auch die übrigen Bandmitglieder lieferten mit ihrer sehr gelungenen Mischung aus Metal und Hardcore einen guten Job ab, doppelläufige Leads und Breakdown gefolgt von Breakdown donnerten auf uns ein und so auch bei „Darkest Tranquility“ und zwei neuen Songs, deren Titel ich nicht ganz mitbekommen habe, so viel war auch ich in Bewegung. Der abschließenden Track „The Movie“ war mir dann definitiv wieder ein Begriff, dem ein herzlicher Dank an den Veranstalter und an die anderen Bands vorausging und bei dem Mazes Walljump natürlich nicht fehlen durfte. Ende: 22:15 Uhr.

Als der kleine Zeiger nun auf der Zehn und der große auf der Neun stand, bedeute das, dass es 22:45 Uhr war, was wiederum der Zeitpunkt war, an dem sich der Headliner die Ehre gab. AS WE FIGHT waren wieder zurück in der Druckerei, wenn auch mit zwei neuen Gesichtern an der Front und am Mikro. Wurde Jesper (Ex-SOMETHING TO DIE FOR) bereits zu Beginn des Jahres als neues, festes Mitglied präsentiert, gab man den Ausstieg von Jason Campell erst zu Beginn dieses Monats bekannt, ergänzt von der Information, dass NUMBNUTS-Shouter Esse als Ersatz für die Tour einspringen würde. Da es oft schon schwer genug ist, einen adäquaten Ersatz für einen (!) Sänger zu finden, durfte man nun also gespannt sein, wie es den Dänen gelungen ist, den Verlust eines zweiten zu kompensieren. Einen ersten Eindruck bekam man mit „Dead End Streets“ und sogleich wurde klar, wegen wem hier hauptsächlich Eintritt gezahlt wurde. Die Leute drängten nach vorne und es gab kaum ein Halten. Dem recht ordentlichen Sound nur beiläufig zu Kenntnis nehmend, lag mein Augenmerkt (oder in diesem Fall Ohrenmerk?!) natürlich mehr auf dem neuen shoutenden Duo, das dem Original relativ nah kam, allerdings auch nicht ganz das war, was man nun mal von AS WE FIGHT kannte. Ich beschloss meinen ersten Eindruck mit einem „naja“ zu bewerten. Dabei blieb es jedoch nicht allzu lange, denn die beiden Jungs waren halt nicht Laurits Medon und Jason Campell, und das war auch insofern nicht weiter schlimm, wenn man sich dessen bewusst war und ihnen die Chance gab, sich an ihr durchaus vorhandenes Talent im Bereich des Shoutens zu gewöhnen. Als zweiten Titel schickte man „Slay the first born“ ins Rennen und es viel auf, dass die beiden Neuen erstaunlich gut ins Bild der Band passten, denn sie standen den verbliebenen Spaßmachern an den Instrumenten in diesem Punkt in nichts nach. Gerade der recht kurzfristig eingesprungene Esse strahlte sichtlich Freude aus, wozu seine an Jack Black erinnernde Mimik ihr übriges Tat. Zwar wirkte er oft noch nicht hundertprozentig sicher – wie beispielsweise als Jesper zum mitklatschen aufrief und Esse gleichzeitig ein „Show me your fists“ forderte oder dass das Timing an der ein oder anderen Stelle nicht so ganz zwischen den beiden Shoutern abgestimmt war -, aber dies ist ja auch nur allzu verständlich, da sich so schnell einfach keine Automatismen bilden. Mein Lieblingssong vom „Midnight Tornado“-Album „This Fuck You is my last Goodbye“ wusste trotzdem zu gefallen und man feierte die Dänen gehörig hab, auch wenn man beim schönsten Gemoshe schon mal die Chance verpasste, bei „When Eagles Turn“ mit ins Mic zu shouten. Naja, die dafür vorgesehenen Shouter konnten es eh besser, vor allem Jesper, der eine ziemlich große Variabilität seinen Organs aufwies, so das die Notwendigkeit eines zweiten Vokalisten nicht zwangsläufig vorhanden ist – aber doppelt hält ja bekanntlich besser. „Join The Killing Spree“, „Meet Your Maker“ und „Annhilation“ waren die Titel der folgenden Stücke. Bei letzterem wurde darauf hingewiesen, dass dieser natürlich trotzdem gern gespielt wird, auch wenn an die Tatsache – irgendwann mal mit zwei neuen Frontern auf der Bühne zu stehen – zur Zeit des zum Song gedrehten Videos wohl noch nicht zu denken war. Die neuen Sänger wurden jedenfalls reichlich bejubelt, was diese und die übrigen Mitstreiter sichtlich erfreute, denn sie grinsten und posten sich nur so durch ihre sauber gespielten, hier und da mit Breakdowns gespickten Metalcoretracks, und hatten dabei immer auch ein wenig Zeit, sich für uns kleine Fotografenschar ins rechte Licht zu rücken und auch mal ein wenig länger in die Kamera zu gucken, bis denn der Blitz an dem Uraltgerät endlich mal wieder geladen hatte. Meinen herzlichsten Dank übrigens an dieser Stelle an die Jungs, für ihre Geduld und Rücksicht! Aber nicht nur deswegen wirken die Jungs überaus sympathisch. Mit „Evil Deeds“ und dem allseits beliebten „Catalyst of Terror“ neigte sich ein interessanter, spaßiger und gelungener Auftritt langsam dem Ende, der sein Finale selbstverständlich mit „Bringing It All Together“ musikalisch untermalte. Das begeisterte und sichtlich geschaffte Publikum forderte noch eine Zugabe, jedoch hatten AS WE FIGHT in der aktuellen Besetzung nur die bereits gespielten Songs einstudiert. So überlies man es dann dem Fans, welcher der gehörten Songs es denn noch einmal sein darf, und so endete der Auftritt letztendlich wie er begann: mit „Dead End Streets“.

Um nun auch von meiner Seite aus zum Ende zu kommen bleibt nur noch zu sagen, dass die MetalAttack-Veranstaltungen in der Druckerei jedesmal wieder ein Grund zu Freude sind und dass zu hoffen ist, – ich spreche hier wohl stellvertretend für alle der ca. 120 anwesend gewesenen Freunde der härteren Gitarrenmusik – auch in Zukunft weiterhin diesbezüglich so verwöhnt zu werden! Ich möchte nun also mit den Lieblingsworten des Headliners an diesem Abend schließen: „Hau die Scheiße weg!“

Copyright Fotos: Alexander Vogt

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