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THE BASEBALLS

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Ort: Köln – Live Music Hall

Datum: 27.11.2014

“Game Day” war heuer in der Kölner Live Music Hall angesagt – für mich bereits zum dritten Mal in diesem Jahr… “Game Day”? So heißt das vierte Album der BASEBALLS, das im März erschienen ist und aktuell mit zusätzlichen Live-Terminen gefeiert wird. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und kam so in den Genuss meines zehnten Konzertes mit den sympathischen Herren aus Berlin, die seit 2007 als THE BASEBALLS firmieren. Etwa 1000 alte und neue Fans hatten sich in der ehemaligen Industriehalle in Köln-Ehrenfeld eingefunden – nicht wenige stilecht im Fifties-Look gekleidet, um dem ganz speziellen Fitness-Programm der Rock’n’Roller beizuwohnen, die ein Ganzkörper-Workout der besonderen Art versprachen.

In der Tat ging die Musik von Basti, Digger und Sam, die an den Instrumenten in gewohnt gekonnter Weise von Lars Vegas (Gitarre), Jan Miserre (Klavier), Klaas Wendling (Kontrabass) und Tomas Svensson (Schlagzeug) begleitet wurden, direkt in die Beine, auch wenn es zunächst einmal den Hüftschwung der drei Fronter nur als Schatten hinter einem Vorhang zu sehen gab. Diese ersten Takte des Openers „Let It Go“ führten jedoch direkt zu den ersten spitzen Schreien im Publikum und es sollten an diesem Abend durchaus noch ein paar hinzukommen. Die Mädels waren im Auditorium hörbar in der Überzahl und ließen sich gern vom Charme der Musiker gefangen nehmen. In diesem Sinne nahmen „Goodbye Peggy Sue“, „Follow Me“ und „Never Ever“ zunächst einmal ordentlich Fahrt auf, was dazu führte, dass es am Ende den Pianomann nicht mehr auf seinem Schemel hielt. Auch sonst war durchaus Bewegung in die Konzertstätte gekommen und das Publikum beteiligte sich rege an den Singspielchen und antwortete auf jedes „Kölle“ von der Bühne mit einem „Alaaf!“. Derart in Schwung gekommen, wurde die Stage für „My Baby Left My For A DJ“ in kuscheliges rotes Licht getaucht, schließlich war die Zeit zum Schmusen gekommen. Davon war „King Kong“ inklusive des gemeinsam zelebrierten King-Kong-Tanzes weit entfernt und auch „Royals“ groovte mitsamt akustisch nachgespielter Saurier-Laute ganz gewaltig. Da die Zuschauerschaft sich willig und lernfähig zeigte, durfte sie bei „Crazy In Love“ sogleich beim Cowboy- und Indianerspielen mitmachen. Natürlich ebenfalls unter Zuhilfenahme der Stimmen, während Digger eine Steel Drum bearbeitete, der er Revolverschüsse und Indianer-Geheul entlockte. Die Anwesenden vor und auf der Bühne hatten sichtlich ihren Spaß, der mit dem Smasher „Angels“ noch gesteigert wurde. Die Nummer zählt einfach zu den Highlights der Setlist und ist schlicht ein Mitsing-Garant – zumindest bei den Damen, die sich im Folgenden auf den deutschen FRANK SINATRA freuen durften. Die Rede ist natürlich von TOM GÄBEL, der bei „Hot’n’Cold“ mit von der Partie war. Da man schon mal einen Jazzer in seinen Reihen hatte, veränderten die BASEBALLS ihr KATY-PERRY-Cover gleich noch einmal ein wenig, bevor sie am Ende wieder Richtung Rock’n’Roll schwenkten. Beide Varianten waren absolut hörenswert und dass Tom mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, schmälerte den Hörgenuss keineswegs. „Bitch“ hielt die Betriebstemperatur nahe am Siedepunkt, bevor „Beep Bop“ im Alleingang von der BASEBALLS-Band performt wurde, während sich die Herrschaften an den Mikros im Off in neue, luftigere Outfits schmissen. Zurück an ihren Arbeitsplätzen, versammelte sich die gesamte Truppe um das schwarze Tasteninstrument von Jan, das am Bühnenrand in Position gebracht wurde, um „Looking For Freedom“ in grandioser Gospel-Manier zum Besten zu geben. Da man schon mal zusammenstand, wurden sogleich sieben Ukulelen verteilt, die einen wesentlichen Part bei „What You Want“ inne hatten. Für das MICHAEL-JACKSON-Cover „Bad“ war hingegen eine gewisse Menge Bier vonnöten, um einen jungen Mann im Publikum davon zu überzeugen, vor versammelter Mannschaft möglichst hoch zu singen (im Übrigen sollen die Frauen drauf stehen, ähh…ja…). Gleichzeitig mussten noch ein paar Polizisten bestochen werden, weil das Thema Alkohol am Steuer vakant wurde, sodass zunächst einige Flaschen Gerstensaft und zum Schluss sogar ein ganzes Fässchen Kölsch den Besitzer wechselten. So präpariert machte der Sangesmann seine Sache aber richtig gut – ganz zu schweigen von den BASEBALLS, die bewiesen, dass ihre Moves um Länger cooler sind als so ein läppischer Moon Walk. „Mo Hotta Mo Betta” servierte erneut lupenreinen Rock’n’Roll, ehe Tomas ein ausgiebiges Schlagzeug-Solo-Feuerwerk abfackelte. Ganz anders der Schmachter „Hard Not To Cry“, der jedoch nicht minder schön war, bevor das temperamentvolle „Chasing Cars“ ein wahres Massenklatschen auslöste. Beim wunderbaren „I’m Yours“ waren es dann die Arme, die zuhauf geschwenkt wurden.

110 Minuten waren bis hierher wie im Fluge vergangen, doch natürlich beließen es die BASEBALLS nicht dabei. Immerhin waren ja auch zwei Stunden versprochen worden und am Ende wurden es sogar noch fünf Minuten mehr. Den Zugabenblock bestritten die Hauptstädter mit dem intensiven „On My Way“ und ihrem ersten Hit „Umbrella“ vom „Strike“-Debüt aus 2009, der mit Begeisterung aufgenommen wurde, erstaunlicherweise trotz Regenwetters aber nur einen Regenschirm im Zuschauerraum aufblitzen ließ. Ganz am Ende brannte dann beim knackigen Ausstand namens „Lucky Guy“ auch noch das Klavier – und nicht nur das hatte Feuer gefangen: auch das Publikum wirkte, als sei der Funken übergesprungen. Neben vielen Debütanten waren aber auch jede Menge Wiederholungstäter in die Live Music Hall gekommen, die definitiv eine weitere mitreißende Show der Wahl-Berliner erleben durften. Die Jungs sind schlicht begnadete Entertainer und packen ihre Fans von der ersten Minute an – woran natürlich auch die coole Musik nicht ganz unschuldig ist. Für dieses Jahr bin ich mit den BASEBALLS durch, aber wenn sich die Herrschaften nächstes Jahr noch mal die Ehre geben möchten, bin ich gern wieder mit dabei, denn der Mix aus Coversongs und Eigenkompositionen nutzt sich in der Kombination mit der einnehmenden Bühnenshow einfach nicht ab.

Setlist
Let It Go
Goodbye Peggy Sue
Follow Me (UNCLE CRACKER)
Never Ever (ALL SAINTS)
My Baby Left Me For A DJ
King Kong
Royals (LORDE)
Crazy In Love (BEYONCÉ)
Angels (ROBBIE WILLIAMS)
Hot’n’Cold (KATY PERRY)
Bitch (MEREDITH BROOKS)
Beep Bop
Looking For Freedom (DAVID HASSELHOFF)
What You Want
Bad (MICHAEL JACKSON)
Mo Hotta Mo Betta
Drum Solo
Hard Not To Cry
Chasing Cars (SNOW PATROL)
Born This Way (LADY GAGA)
I’m Yours (JASON MRAZ)

On My Way
Umbrella (RIHANNA)
Lucky Guy

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