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BEATSTEAKS – TURBOSTAAT

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Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 08.04.2018

„Yours Tour 2018“

Eins vorweg: Die BEATSTEAKS sind eine Band, die ich wirklich mag. Ich mag ihre Musik, ihre Message und natürlich auch ihre euphorischen, energiegeladenen Live-Auftritte. Folglich habe ich auch mehrere Alben der Berliner in meinem gut sortierten CD-Regal. Allerdings bin ich kein wirklicher Fan der Band. Denn dafür hat bei mir immer das „gewisse Etwas“ gefehlt, was ich rational nur schwer erklären kann. Eben wie eine gute Freundin, in die man sich aber nicht verlieben kann. Nachdem ich die Jungs einige Jahre zuvor schon mal im Ringlokschuppen und zudem im Vorprogramm der TOTEN HOSEN gesehen hatte, hatten sie an diesem Abend also die Aufgabe, unsere Verbindung in unsterbliche Liebe zu verwandeln.

Der Abend fing aber damit an, dass ich es erst zu den ersten Klängen von TURBOSTAAT schaffte, den alt-ehrwürdigen Ringlokschuppen zu betreten, der seit Jahresbeginn in neuer Hand ist. Die neuen Besitzer haben schon jetzt einiges auf die Beine gestellt, für die Sommermonate eine umfassende Renovierung angekündigt und planen bereits für den Herbst und das nächste Jahr viele Konzerte und anderweitige Veranstaltungen, die das bisherige Programm noch bunter machen sollen. Nicht nur aufgrund persönlicher Kontakte zu den neuen Besitzern freue ich mich über diese Tatsache sehr. Der Ringlokschuppen ist schließlich in der Vergangenheit nicht nur regional zu einer Institution geworden, sondern gerade im Konzert- und Veranstaltungsbereich auch deutschlandweit. Da die Locationlandschaft in Bielefeld immer dünner wird, wäre mit dem Wegfall des Ringlokschuppens, welches zeitweise nicht unrealistisch schien, wohl ein böser Albtraum für alle Konzertgänger unserer Region wahr geworden.

Da dieser aber glücklicherweise nicht Realität geworden ist, drängelte ich mich nun schnell nach vorne Richtung Bühnengraben, um das kurze Konzert von TURBOSTAAT bildlich festzuhalten. Kurz deshalb, weil sie nur die übliche halbe Stunde bekamen, die Supportbands in der Regel zur Verfügung haben. Diese 30 Minuten kamen mir persönlich aber vor wie 15, was nur als Lob für die Flensburger Punkrocker gewertet werden kann. Deutlich vor 21 Uhr wurde es dann dunkel in der großen Halle des Bielefelder Ringlokschuppens. Allerdings betraten noch nicht die BEATSTEAKS die Bühne, sondern zunächst nur ein DJ, welcher ein paar bekannte Klassiker aus allen Musikbereichen anspielte und damit schon für erste Jubelstürme sorgte. Schade nur, dass „Dickes B“ von SEEED nur kurz angeteasert wurde.. Kurz darauf stürmten dann aber doch die Berliner auf die große Bühne, welche noch um zwei Podeste im Graben erweitert wurde. Es folgten gleich Highlights mit dem aktuellen „Yours“, „Hello Joe“ und schließlich ein Duett mit dem TURBOSTAAT-Sänger Jan Windmeier.

Für uns Fotografen hieß es dann erst einmal raus aus der Location, denn wir mussten unser gesamtes Equipment anderweitig verstauen, um keine weiteren Aufnahmen mehr machen zu können. Ich persönlich finde dieses Prozedere immer etwas unschön, kann aber ganz gut damit leben, wenn ich die Möglichkeit habe, es in meinem Auto zu deponieren. Nerviger ist da schon die Tatsache, dass man anschließend natürlich hinten steht. An diesem Abend empfand ich das als größtes Manko, denn meinen hervorragenden Platz rechts der Bühne hätte ich heute gerne behalten. Vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass hier ein leichtes Lüftchen ging. Luft war inzwischen nämlich leider Mangelware geworden im „Schuppen“. Der Tag war mit bis zu 25 Grad für April außergewöhnlich warm, aber dass es in den Gemäuern dann so heiß und stickig werden würde, hatte ich nicht erwartet. Als regelmäßiger Gast ist mir dieses Phänomen auch zum ersten Mal in dieser krassen Form begegnet. Folglich hielt ich es nicht sehr lange mitten im Pulk aus und hatte mit meinem Kreislauf zu kämpfen (ja ja, man wird eben doch älter..). Dass dieses kein Einzelschicksal war, wurde bei einem Blick in die Vorhalle offenkundig, wo es vielen Konzertbesuchern (auch jüngeren) ähnlich erging.

Drinnen ging auf der Bühne allerdings die Luzi ab! Die BEATSTEAKS präsentierten ein energiegeladenes Best of-Set mit nur ganz wenigen neuen Sachen und performten diese eindrucksvoll auf der geschmackvoll dekorierten Bühne. Auf große Pogo-Einlagen wurde zwar verzichtet, aber gesprungen und geklatscht wurde natürlich trotzdem eifrig im Publikum, auch wenn viele Fans scheinbar mit den BEATSTEAKS gealtert sind und der Großteil der Anwesenden heute schon jenseits der 20er war. Für gut 40 Euro Eintritt bekamen sie jedenfalls ein wirklich sattes Programm, welches in diesem Umfang nur wenige Bands so regelmäßig abspulen. Als Highlights können auch Coverversionen von QUEEN, den BEASTIE BOYS und weiteren Künstlern gewertet werden. Schlussendlich haben mir die Berliner wieder einmal gut gefallen, aber zur großen Liebe fehlt nach wie vor das gewisse Etwas. Ich bin mir aber sicher, dass echte BEATSTEAKS-Fans einen perfekten Abend hier erlebt haben.

Setlist BEATSTEAKS
DJ Set/Intro
Yours
Hello Joe
Frieda und die Bomben
(FU MANCHU Cover) (with Jan Windmeier/ TURBOSTAAT)
Summertime
Automatic
Monster
Summer
To Be Strong
Jane Became Insane
Policoro
Cut Off the Top
Soothe Me
Schlecht
Badfish (SUBLIME Cover)
Hand in Hand
As I Please
Hey Du (ILONA SCHULZ Cover)
40 Degrees
You in Your Memories
I Do
Let Me In
Gentleman of the Year
I Want to Break Free (QUEEN Cover)

Fever
She Was Great
Demons Galore

I Don’t Care as Long as You Sing

Sabotage (BEASTIE BOYS Cover)

Copyright Fotos: Sascha Uding

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