Terrorverlag > Blog > BELA B. > BELA B. & SMOKESTACK LIGHTNIN’ FEAT. PETA DEVLIN

Konzert Filter

BELA B. & SMOKESTACK LIGHTNIN’ FEAT. PETA DEVLIN

170228-Sartana-0

Ort: Berlin - Theater am Kurfürstendamm

Datum: 28.02.2017

Sartana – noch warm und schon Sand drauf

Das Theater am Kurfürstendamm ist aus Berlin nicht wegzudenken. Neben Eigenproduktionen finden auch Sonderveranstaltungen statt. Am heutigen Abend stand der Italowestern „Sartana – noch warm und schon Sand drauf“ auf dem Programm. Laut Beschreibung „ein Hörspiel in Concert“, das auf der Synchronfassung des legendären RAINER BRANDT basiert. BELA B. hat daraus eine Western-Hommage inszeniert, die mit Musik, Comic relief und Audiokommentaren kombiniert wird. Hört sich merkwürdig an – live funktioniert das Konzept.

Die Handlung ist schnell erzählt: es gibt viele Tote, Sartana ist Allen immer einen Schritt voraus und nicht ganz der Held im üblichen Sinne, da er einen großen Betrug plant. Ein Antiheld, der chinesische Kampfkünste mit einer Taschenuhr beherrscht. Exkurs: Der Darsteller des Sartana, Herr Gianni Garko, wurde übrigens vor vielen Jahren mal von dem Terroverlag-Chef (und Verleger des Kessler-Klassikers „Willkommen in der Hölle“) telefonisch für ein Interview „missbraucht“, insofern schließt sich hier ein Kreis. Frauenrollen dürfen in einem Western nicht fehlen, und so übernahm Peta Devlin die Rolle der Nichte Jasmin. Die Figur der Mary hingegen wurde von Stefan Kaminski gesprochen. Ja, ein Mann spricht eine Frauenrolle! Es war spannend Kaminski’s Einsatz zu beobachten, wie er Geräusche erzeugte, Tiere imitierte und gekonnt von einer Männerrolle in eine Frauenrolle wechselte. Er ließ Ketten rasseln, Türen knarren und schlug sich für die Geräuscheffekte seine Wangen puterrot. Alles für die Kunst!!

Neben Kaminski trat in Berlin als Special Guest Oliver Rohrbeck, bekannt u.a. als Justus Jonas von DIE DREI ???, auf. Ein Sprecher, der genauestens wusste, wie man das Wort Onkel auszusprechen hat. Mit seinem ersten Erscheinen brach Jubel im Theater am Kurfürstendamm aus, das heute im Foyer an ein Konzert erinnerte. So gab es einen Merchstand mit dem neuen Album „Bastard“ von BELA B., dazu passenden Shirts und ein Trucker-Cap, wobei ein Westernhut stimmiger gewesen wäre. Aber hey, der Trucker ist der moderne Cowboy von heute. Selbstverständlich konnte man das Hörspiel „Sartana – noch warm und schon Sand drauf“ käuflich erwerben. Daneben gesellte sich noch ein Stand von Viva Con Agua, die u.a. auf Festivals die Pfandbecher für Wasserprojekte einsammeln. Wie oft auch bei Konzerten, so verzögerte sich der Beginn der Premiere. Der Grund dafür war jedoch die lange Warteschlange am rosafarbenen Damen WC.

Zusätzlich gab es, wie angekündigt, u.a. mit „Der Dreck von Indian Creek“ und „Einer bleibt liegen“ Stücke vom Album „Bastard“. Im musikalischen Bereich bewegte sich Bela B auf sicherem Terrain und SMOKESTACK LIGHTNIN’, in Westernmontur, bereicherten den Abend musikalisch. Nicht zu vergessen die Hüterin des Gongs: Peta Devlin, die als ruhiger weiblicher Gegenpol mit ihrer Erscheinung und ihrem Gesang die Inszenierung perfekt ergänzte. Ungewollte Versprecher, ein Gong, der oft vergessen wurde, Requisiten, die nicht griffbereit lagen und die Improvisationskunst der Künstler hinsichtlich ihrer eigenen Fehler und die der Anderen, sorgten für eine charmante liebevolle Veranstaltung.

Zum Glück gab es keinen Neutralisator („Men In Black“), denn es wäre zu schade gewesen, die Patzer gelöscht zu bekommen. Steigerten sie doch den Unterhaltungswert. Bei so vielen Toten an einem Abend kann aber auch ein Sartana (BELA B.) die Übersicht verlieren. Zu spät kam Belas Frage nach dem deutschen Waffengesetz, da hatte er bereits das ganze Publikum zu „Showdown“ erschossen. Trotz dieser gemeinen Tat, gab es Standing Ovations an das gesamte Team. Ein weiterer Special Guest befand sich, mit Synchronlegende Rainer Brandt himself, im Publikum.

Auch der letzte Kampf Sartanas/ BELA Bs. mit seiner übergroßen Revolver-Gitarre sorgte für erneute Lacher. Erst wollte das Instrument trotz Gezottel und Gezerre nicht aus dem Schaft und dann hatte sie sich dadurch noch verstimmt. Gesichter von Musikern sprechen Bände.

Ich hoffe, dass sich bis zur letzten Vorstellung noch genügend Versprecher und Fehler einschleichen werden, denn so wird es auch für diejenigen Zuschauer, die weder Liebhaber der Italo-Western-Thematik sind, noch einen Hang zur Hörspielen haben, ein rundum gelungener Abend.

Fazit: Es wird einem eine Behind the Scenes Produktion geboten mit Audiokommentaren und Outtakes!

Wer neugierig auf diese Inszenierung geworden ist, der hat noch bis Ende März die Möglichkeit, „Sartana – noch warm und schon Sand drauf“ in den folgenden Städten zu erleben:

03.03.17 Hannover, Theater am Aegi
04.03.17 Braunschweig, Grosses Haus
05.03.17 Erfurt, Alte Oper Erfurt
07.03.17 Stuttgart, Theaterhaus am Pragsattel
08.03.17 Neunkirchen, Neue Gebläsehalle Neunkirchen
09.03.17 München, Deutsches Theater
24.03.17 Stade, Stadeum
25.03.17 Münster, Congress- Saal
26.03.17 Bochum, Schauspielhaus Bochum
28.03.17 Bremen Musical Theater Bremen
29.03.17 Paderborn, Paderhalle
30.03.17 Köln, Klaus- von- Bismarck- Saal

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu BELA B. auf terrorverlag.com