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BLEEDING THROUGH – DEADLOCK – MORT – THE FALL OF EDEN

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Ort: Bochum - Matrix

Datum: 28.01.2006

I DONT GIVE A FUCK…..!!!!! So fängt nicht nur das neue BLEEDING THROUGH Album an, das war auch mein Gedanke, als ich auf die Bitte das Fenster bei 3 Rauchern im Auto zu öffnen und mir ein: „Aber es ist soooo kalt“ entgegnet wurde… Lieber erfrieren als an Lungenkrebs sterben! Wir waren extra früh losgefahren, weil sich auf der Strecke in den Pott ja gerne polnische LKWs vor einem querstellen. Das war diesmal nicht der Fall, und während Saskia und Tim irgendeine Kneipe unsicher machten, warteten Basti und ich innen den Soundcheck ab, und zu meiner Überraschung klang Brandans Cleangesang wie auf CD. Nach dem Interview (siehe ebenda) mussten wir noch mal ins kalte. Und dann wurde mit einer kleinen Armee bestehend aus CALIBAN-Kindern gewartet. Also der Wettbewerb: Wer hat die schwärzesten Haare und den “scheiteligsten” Scheitel, machten die HATEBREED und BULLET FOR MY VALENTINE T-Shirt Träger unter sich aus. Dazu kam die Betty Mädel-Fraktion mit dem Gewinnspiel: Wer hat die meisten Spangen im Haar, und „ich trage Bauchfreier als du, auch wenn ich es lieber lassen sollte.“ Ich erinnerte mich an die Worte von BLEEDING TROUGH Basser Ryan mit den 14-jährigen Kindern auf den Konzerten. Naja, damit kann Deutschland wie man sieht auch dienen.

Ok, jetzt aber zum Konzert. Den Anfang machten die Jungs von THE FALL OF EDEN. Sehr guter Metalcore aus dem Pott. Aber wie das nun mal als Opener ist, man braucht seine Zeit, bis man das Publikum zum Bewegen bekommt. Dafür dass ich die Band gar nicht kannte, waren die Songs verdammt gut. Sänger Nico hüpfte fleißig rum und verlor nie den Atem beim Shouten. Basser Dominic unterstütze ihn sicher mit Clean Gesang und hatte es sogar raus, den Bass um sich zuwerfen. Leider war der Gitarrensound nicht so klar, und so musste man das Riffing von den Griffbrettern abgucken, um zu sehen, dass das mal so gar nicht auf niedrigem Niveau war, dafür dass die Jungs alle erst Anfang 20 sind. Aber wegen dem Sound ging so manches Solo und so manche Melody einfach unter. Sehr schade. Mitte des Sets schafften sie es dann mit den fetten Beatdowns doch den Pit zu eröffnen, und im Ruhrgebiet sind immer genug Bollos, die das dankbar annehmen.

Erste Umbaupause und Zeit mit Lutz von EBONWINGS zu reden. Wenn man mal im Pott ist, muss man ja auch seine Internetfreunde treffen. Wenn sich Sänger und ein Gitarrist mit Bandanas vermummen, weiß man, dass MORT dran sind die Bühne zu zerlegen. „Operation Hardcore“ dröhnt es beim Intro aus den Boxen. Und genau diese folgt dann auch. MORT sind schon über den Local Support Status hinaus. Und obwohl Gitarrist Florian vom vorabendlichen TERROR Konzert eine gebrochene Nase hatte, lieferten die Jungs eine perfekte Bollo-Show ab. Sänger Jan zeigte „Violent Dancing“ auf der Bühne und grunzte zu den derben Grooves, als ob es kein Morgen gäbe. Er variierte hier und da mal mit hohen Shouts, doch das Growlen stand ihm besser. Die HCler freuten sich richtigen deutschsprachigen Hardcore von der Bühne gefeuert zu bekommen, und der Pit kochte auf. War wohl ein richtiges Heimspiel für MORT, denn mehr als einmal hörte man die Jungs aus dem Pit mitshouten. Auch wenn das Spielniveau nicht an THE FALL OF EDEN ran kam, purer Hardcore macht doch immer wieder unglaubliche Stimmung bei den Zuschauern.

Umbauphase die 2te. Ging aber fix, und es folgten DEADLOCK. Was für ein Schnitt von MORT auf DEADLOCK… Den hier war nix mehr mit Hardcore. Astreiner Melodic Deathmetal im Straight-Edge-Gewand. Dementsprechend fanden sich nur ein paar Headbanger ein, und der Rest guckte verdutzt auf die Bühne. Shouter Johannes kam live noch um einiges tiefer als auf CD daher und zeigte als einziger männlicher Musiker des Abends Headbanging. Für mich sind DEADLOCK seit dem Abend die atmosphärischste Bands Deutschlands. Durch die Samples verstärkt und durch den glasklaren Gitarrensound kam jede Einzelheit des Hammer Songwritings rüber. Man konnte nur mit offenem Mund dastehen und Songs wie “The Year of the Crow”, “Kingdom of the Dead” oder “Earth Revolt” genießen. Zum Glück gab es so gut wie kein Volent Dancing, und man konnte sich ganz auf die Bühne konzentrieren. Schade, dass die auf der aktuellen CD vorhandenen weiblichen Vokals nicht auch live die Songs unterstützten, doch an Abwechslung sollte es deshalb nicht mangeln, denn jedes Solo/ Tapping saß sauber, und jeder Melodylauf verpasste mir immer wieder aufs neue eine Gänsehaut. Ende und ab zum Merchstand, und meinen Gitarrist Tim beim Großeinkauf am DEADLOCK-Stand unterstützen.

Jetzt wurde es wirklich voll, und ich musste mich für die Fotos in die 2te Reihe drängeln. Macht ja nix bei dem “Kindergeburtstag”. Als BLEEDING THROUGH Intro musste SURVIVORs “Eye Of The Tiger” herhalten, und dann ging’s los. Trotz einer gebrochenen Hand hatte Shouter Brandan das Publikum sofort in der Hand und jagte von einer Seite zur nächsten. Dasselbe taten auch seine Gitarristen Scott und Brain. Marta an den Keyboards konnte jede Zeile mitsingen und bangte, was ihr süßer Nacken hergab. Es wurde nach dem Opener “For Love and Falling” sofort der Übersong “Love lost in a hail of gun fire” in die Menge geschossen, die das Intro, ein Zitat aus dem Film “Der blutige Pfad Gottes”, Wort für Wort mitschreien konnte. In den cleanen Gesangspassagen wurde Brandan von Basser Ryan unterstützt, und so klang es nie schief, denn beide trafen sicher jeden Ton. Was man ja kaum noch gewohnt ist von Bands in dem Genre. Highlight des Abends: “Revenge I Seek”, in dessen Beatdown Ryan dann auch seinen Flipp zeigte. Der Pit hatte genug Gelegenheit sich abzureagieren, und die kleinen Mädchen hatten genug Zeit Brandan anzuhimmeln, der oft genug auf einer Box saß, so dass sein Haargel auf mich tropfte. *g* Zum Ende des Sets verzog ich mich dann nach hinten und genoss die Show. Neben neuen und Songs von der “This Is Love This Is Murderous” spielten sie noch den ganz alten Track “Rise”. Leider wurde ich bei der Zugabe von meinem Fahrer gezwungen, die Matrix zu verlassen.

Auf der Rückfahrt musste ich mich noch wehren, nicht getötet zu werden, da die ständigen Anrufe zweier besoffenen Freundinnen Saskia und Tim vom Schlafen abhielten. Danke Polly und Tine. *lach* Aber es war ein richtig fetter Abend mit einem sehr guten Package an Bands und einer sehr netten Roadrunner Mitarbeiterin, die den Preis für das beste Vertrösten auf ein anderen Interview-Zeitpunkt erhält…

Copyright Fotos: Christoph Keller

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