Terrorverlag > Blog > BLOOD AND PAIN FETISH PERFORMANCE

Konzert Filter

BLOOD AND PAIN FETISH PERFORMANCE

060604-Fetish-1.jpg

Ort: WGT Leipzig Kuppelhalle/ Volkspalast

Datum: 04.06.2006

Nach dem Verklingen der letzten Töne von DEINE LAKAIEN gegen 0.10 Uhr gab es einen wahren Run auf die Straßenbahn Richtung Volkspalast – daher entschlossen wir uns kurzfristig, ein Taxi zu nehmen und kamen daher einige Zeit vor der Tram an.

Das stellte sich im Nachhinein als hilfreich heraus, denn zu späterer Stunde sollte es noch einen äußerst großen Andrang geben. Aber auch so ärgerten wir uns kurz nach dem Betreten der zugegebenermaßen erstklassigen Location: Nach dem angekündigten „Strictly Dresscode“ konnte man eher sagen „No existing Dresscode“, denn es gab wirklich keinerlei Kontrolle am Einlass. Okay, man hätte es erwarten können, aber ein wenig enttäuschend war es dennoch – vor allem, wenn man sich sowieso in dieser Szene aufhält und gewöhnt ist, bei Veranstaltungen dieser Art zumindest größtenteils unter sich zu sein.

Trotz der etwas störenden Fleischbeschau konnten wir die Party genießen, was vor allem an der sehr guten (sehr elektro-/ industriallastigen) Musik und den vielen netten, offenen Leuten lag. In der „Wandelhalle“ konnte man sich hinsetzen, sehen oder gesehen werden, sich Leute zum Unterhalten suchen oder sich zur Tanzfläche in der Mitte der Kuppelhalle durchschlagen, Um 1.30 konnte man dann auf der Bühne, die an der Tanzfläche aufgebaut war, eine erste Show in Latex sehen – ein weibliches und ein männliches (deutlich an der Gummi-Erektion erkennbar..) Wesen mit riesigen Gummibrüsten „spielten“ miteinander und mit viel „Sahne“. Das war schon einmal ganz nett und lenkte die Aufmerksamkeit der Anwesenden schon ein wenig zur Bühne hin, auf der jetzt Mozart erschien und mit einigen Mitarbeitern den Aufbau für die Performance begann, und gegen 2 Uhr rotierte dann in der Kuppel der Halle mehrmals das UMBRA ET IMAGO-Symbol als Leuchtwerbung.

Nach kurzer Zeit standen dort ein Galgen, ein Kreuz und weitere Utensilien für alles, was einigen Menschen Spaß macht (hier mit einem Augenzwinkern der Verfasserin). Mit ganz leichter Verspätung konnte es dann gegen 2.25 losgehen: Mozart betrat mit „seinen“ Ladys die Bühne – eine davon als Nonne gekleidet, die vom „bösen“ Vampir erst einmal an das Kreuz gebunden werden musste. Die Show war zwar insgesamt sehr stark an die Auftritte von UMBRA ET IMAGO angelehnt (bzw. entsprechende Events in der Kulturruine) – nicht nur wegen der hübschen Damen, die er auch sonst dabei hat, sondern auch wegen der Elemente wie „die dünnere der beiden hochheben und lecken“ und einiges mehr. Doch die Show war durchaus angereichert: Auch „etwas härtere“ Dinge wie der Einsatz eines Dildos kamen zum Zuge, und eine blonde Lady, die sich zusätzlich mit einigen Stromstößen malträtieren ließ sorgte für weitere angenehme Anblicke. Etwas albern wirkte allerdings die „Bekämpfung“ des bösen Nonnenverführers Mozart, der nach seiner Tötung in einen Sarg fiel, um hinterher als Vampir wieder aufzuerstehen – das alles zu Klängen von Mozarts Projekt DRACUL, was zugegeben nicht nur wegen einiger Texte („Ich bin Dracula“) sehr gut passte.

Nach der Performance konnte man Lutz, Mozart und die anderen noch kurz durch die Kuppelhalle laufen sehen – da sie alle beim WGT mehr als genug zu tun hatten (Auftritt mit DRACUL, zahlreiche Autogrammstunden in der agra-Halle, DVD-Präsentationen…), war gegen 3 Uhr dann für sie auch endgültig Schluss, während viele andere sich bis 7 Uhr morgens weiter vergnügten… im unteren Bereich hinter den Toiletten befand sich der Darkroom, und auch auf der Tanzfläche konnte man bis in den frühen Morgen kaum Platz finden.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.