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BOOZED RELEASEPARTY

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Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 04.05.2007

Zunächst und vorab erstmal einen fetten Respekt an Alexander Hansen, Manager, Webmaster und Mädchen für alles im Hause BOOZED… und eben der Organisator dieser großartigen Veranstaltung, über die es nun zu berichten gilt!

Aber mal von vorne angefangen. Zunächst hatte ich wenig Lust, bei super Wetter und strahlenden Sonnenschein den Weg in den dunklen und muffigen Hyde Park anzutreten. Da ich aber weiß, dass bei solchen Gigs die Lust von Bier zu Bier steigt und ich an diesem Abend dankenswerterweise nicht einmal selber fahren musste, ging es gegen 19 Uhr los. So wie ich dachten scheinbar viele Besucher, denn als ich eintraf und die SURFAHOLICS bereits auf der Bühne standen, waren viele noch damit beschäftigt, draußen in der Sonne zu sitzen und Bier zu trinken. Wer mag es ihnen auch verübeln. Dennoch erstaunlich, wie viele zu dieser frühen Uhrzeit bereits vor Ort waren, angelockt durch 250 Freibier und gratis T-Shirts für die ersten 100 Gäste. Immerhin waren die ersten Reihen vor der Bühne locker gefüllt und die SURFAHOLICS aus Österreich konnten die recht undankbare Aufgabe des Openers mit solidem Rock n Roll bestens lösen und sogar noch den einen oder anderen Zuschauer in den Park locken.

Es folgten GOOD WITCH OF THE SOUTH aus Osnabrück. Durch den Bonus des lokalen Supports konnten sie es schaffen, die eine oder andere weitere Reihe vor der Bühne zu füllen und sogar im Laufe ihres Gigs die ersten Kids zum Pogen zu bewegen. Musikalisch bretterten sie sich mit dreckigem Punkrock und Hardcore durchs Programm, passend zum optisch recht „asozialen“ Auftreten des Sängers, der stolz seine Wampe zur Schau trug.

Halbwegs voll wurde die Tanzfläche dann bei den nun erstmals in Deutschland auftretenden BLOODLIGHTS aus Norwegen. Natürlich machte ein Captain Poon, der früher bei den Kings of Rock, GLUECIFER, gespielt hat, neugierig. Großartig Neues konnte man (Gott sei Dank) in der Musik auch nicht unbedingt feststellen. Es folgte also Rock n Roll aus Skandinavien, der oftmals stark an GLUECIFER erinnerte. Leider konnte der Gesang mich nicht überzeugen und war für mich der große Schwachpunkt der Band. Ansonsten eine nette und nett anzusehende Live Band, die man ganz sicher in Zukunft öfter auf deutschen Bühne sehen wird. Mit einem Becher Bier in der Hand machte die Mucke gleich doppelt Spaß und nach dem vierten/ fünften Becher fiel der Gesang auch nicht weiter auf.

Nach den BLOODLIGHTS strömte noch mal alles aus dem Park, um frische Luft zu schnappen und die Kräfte zu sammeln, denn nach einer kurzen Umbaupause sollte der Höhepunkt des Abends, der Auftritt unser Vorzeigerocker aus dem wunderschönen Bramsche, folgen. Vor Jahren noch belächelt hatten sie es nun geschafft, mehr als 900 Leute in den Hyde Park zu locken und ab dem ersten Ton wurde es proppenvoll vor der Bühne. Es ist schon bewundernswert, wie BOOZED es geschafft haben – natürlich durch die Erfahrung der zurückliegenden 249 Auftritte – eine dermaßen geile Bühnenpräsenz aufzubauen. Die Band wirkte zum einen solide und abgezockt und kommunizierte mit dem Publikum, hatte zum anderen jedoch nichts von ihrer Spontaneität und Spielfreude eingebüßt. Mein persönlicher Kritikpunkt früherer Tage, der Gesang von Sänger Markus hat sich schon seit langer Zeit zu einer großen Stärke gewandelt. Mittlerweile braucht er sich hinter den Großen der Rockszene nicht mehr zu verstecken, kann sogar viele locker übertrumpfen. Die Band spielte eine perfekte Songauswahl all ihrer Alben aufgestockt um einige neue Stücke der CD „Acid Blues“, die sich hervorragend in die Setlist einfügten und ebenfalls abgefeiert wurden. Optisch sind die Auftritte der Bramscher Rocker immer eine wahre Freude. Damit meine ich nicht den mit Drachenmustern bestickte Anzug von Gitarrist Pony, der eher aussieht wie auf der Kirmes beim Dosenwerfen gewonnen (durchaus aber als Bühnenoutfit nicht unpassend ist und jetzt auch nicht beleidigt gemeint) sondern eher das starkes Auftreten beider Gitarristen und deren klasse Bühnenacting, sowie der Kommunikation miteinander. Da wurden Gitarrensolos gebattelt, bei einem Song obligatorisch gegeneinander gekämpft, indem beide Gitarristen versuchten sich nicht nur beim Solo gegenseitig zu übertreffen, sondern gleichzeitig noch gegenseitig von den Bühne zu drücken. Sänger Markus rannte und sprang derweil ebenfalls wie von der Tarantel gestochen über die Bühne und lediglich Basser Tim stand eher ruhig und cool im Hintergrund und zockte locker seine Parts runter. Bei einem neuen Song gab’s Backgroundhilfe von einer Kerstin und dem Produzenten der neuen CD, Claus Grabke, persönlich. Dieser war sich dann leider nach Ende des offiziellen Sets nicht zu schade noch ans Mikro zu treten und die Vorzüge von BOOZED hervorzuheben, nicht ohne zu betonen, dass er bereits auf der ganzen Welt gewesen sei und die Jungs überall spielen könnten. Nun ja, kann man machen, hätte man aber lieber lassen sollen, denn das BOOZED eine supergeile Live-Band ist hatten sie gerade ca. 1 Std. lang bewiesen und für alle Zweifler gab’s dann auch noch 3 Zugaben (und für mich noch drei Bier).

Nach dem Gig von BOOZED ging es erstmal wieder raus und dort blieben dann auch viele, als PETER PAN SPEEDROCK loslegten. Sie hatten es nach BOOZED nun wirklich nicht leicht, andererseits konnten sie dennoch einen ordentlichen Auftritt hinlegen. Das lag sicher an der Mucke, ganz bestimmt aber auch am Pegel der Turbojugend-Jünger, die sich in den ersten Reihen vor der Bühne breitgemacht hatten und nun ordentlich zum Speedrock weiterfeierten. Ich hatte mit der Band die gleichen Probleme wie letztes Jahr, als ich sie beim Turbolenz in Hagen gesehen hatte. Einzeln war jeder Song geil, auf Dauer wurde mir die Musik zu eintönig und zu abwechslungslos. Mitte des Sets trat ich dann also nach einem wirklich geilem Rock n Roll Abend den Heimweg an und verzichtete auch auf die Aftershow Party mit dem DJ Team der St. Pauli Turbojugend, das inzwischen mit weißen Hemden unter der Kutte und Sackkarren voller CD Koffer den Hyde Park betreten hatte.

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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