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CALLEJON – WILLSCHREY – LAVATCH – FAR FROM HORIZON

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Ort: Bielefeld - Falkendom

Datum: 16.02.2007

Fährt man für eine Düsseldorfer Band von Köln nach Bielefeld? Für CALLEJON doch gerne. Um den Stellenwert dieser Band in der Region von Düsseldorf und Köln zu erklären, fällt mir grad ein kleiner Dialog in einer Kölner Diskothek ein. Ich: „Gehst du zu UNEARTH und JOB FOR A COWBOY?” Er: „Weiß ich noch nicht, hab mir erst mal eine Karte für CALLEJON besorgt, das war mir wichtiger!” Also, Frau und Freund unter den Arm und ab in den Falkendom zu CALLEJON, WILLSCHREY, LAVATCH und FAR FROM HORIZON.

Meine Jungs von FAR FROM HORIZON konnte ich nun auch endlich mal live sehen, hatte ich doch zu ihren ersten 2 Gigs nicht da sein können. Leider verpasste ich aus zeitlichen Gründen die ersten 2 Songs, aber das Set war auch so stark genug. Die Jungs um Shouter Martin zeigten als Opener erstmal, wie man Metal in OWL macht. Klar hörte man Einflüsse von Bands wie ALL SHALL PERISH, AS BLOOD RUNS BLACK und JOB FOR A COWBOY heraus, aber diese Einflüsse muss man auch rüberbringen. Kaum zu glauben, dass die Band noch so wenig Live-Erfahrung hat. Martin, den ich nur als lieben “Emo Teddy” kannte, kreischte und grunzte sich in die Oberliga der Deathmetal Shouter, während die Saitenfront hinter ihm trotz Posings sauber die alles andere als einfachen Songs von der Bühne hämmerte. Leider lockerte die Stimmung vor der Bühne erst beim letzten Beatdown auf, als Basser Peter sein Instrument dem Chris von FLUID ENC in die Hand drückte und Martin im “Frognoise-Gegrunze” am Mic unterstützte. “Bree bree breee!!!!!!!!” Fetter Anfang des Abends, von den Jungs hören wir in der Zukunft sicher noch mehr.

Als nächstes betraten die Kölner LAVATCH die Bühne. Leicht paradox, dass ich von Köln nach Bielefeld fahre, um eine Kölner Band zu sehen. Es war schon ein derber Sprung vom Metal zum Screamo/ Hardcore, der jetzt aus den Boxen dröhnte und das um einiges lauter als bei FFH. Man merkte, dass FLUID ENC DJ Conny vom Mischpult verdrängt wurde. Trotz viel moshigem, teilweise punklastigem Riffing, sprang der Funke nicht richtig über. Sänger Benny kotzte sich die Seele aus dem Leib und schrie sein Inneres nach außen, aber die anwesenden HCler warteten wohl eher auf Beatdowns. Das allerdings vergebens, stattdessen steigerten sich die Songs teilweise in den Chaoscore hinein.

Noch 2 Bands offen, WILLSCHREY is next… Leider mussten die Münsteraner mit nur einem Gitarristen antreten und Tom durfte den Job von 2 Gitarren machen. Sehr schade, weil ich schon viel von der Band gehört hatte, aber das gute Set doch darunter litt. Beim Tapping fehlte halt der Klangteppich darunter, aber den musste man sich dann halt dazu denken, denn der Rest der Band tat echt ihr Bestes und das mit Erfolg. Die Songs waren abwechslungsreich, mal Metal, mal Hardcore und dann wieder klassisches Metalcore Riffing. Sänger Hilmar brachte als Erster cleanen Gesang auf die Bühne, was den Songs noch mehr Varianz verlieh. Freu mich schon, die Jungs in der Zukunft mal mit komplettem Line up zu sehen.

BEI DER MACHT VON GREYSKULL!!!!!!!!!!!!!!… ach nee noch nicht, aber gleich; CALLEJON live und in Farbe im Falkendom. Eben hatte man mit Basser Thorsten noch in der Live Music Hall in Köln zu alten CALIBAN Songs rumgesponnen, jetzt stand er auf der Bühne – bereit sie zu zerlegen. Los ging es mit einem meiner Lieblingssongs „Es regnet”. Basti, dessen nasale Sprechstimme einen eigentlich eher vermuten ließe, dass er sich in eine Emoecke setzt und weint, mutiert zum schreienden Wirbelwind. Er ist überall gleichzeitig: Vor, auf, unter und neben der Bühne und schaffte es trotzdem noch, so viel Aggressivität in die Stimme zu packen, dass im Nachtbarhaus die Gläser aus der Vitrine fielen. Auch die cleanen Passagen kamen sauber – nice one! Neben allen Songs von der aktuellen CD gab es noch 2 neue, und Thorsten hatte mir nicht zuviel versprochen, denn die gingen auch richtig nach vorne. Drummer Thomas schaffte es noch schneller zu sein als man es von der CD gewohnt ist, und was der Rest der Band veranstaltete, definiert das Wort „posen“ neu. Beim Dauerbrenner „Snake Mountain” gab es dann auch im Falkendom kein Halten mehr und der Pit ließ sich von der Show anstecken. Fäuste und Füße flogen, trafen aber keinen. CALLEJON räumten an dem Abend alles ab und mussten Zugabe um Zugabe spielen, bis die Jungs völlig erschöpft übereinander lagen…

Starker Opener, verdienter Headliner – so wünscht man sich das!

Copyright Fotos: Burkhard Müller

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