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CHILDREN OF BODOM – ENSIFERUM

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Ort: Osnabrück - Halle Gartlage

Datum: 14.05.2011

Leicht verspätet ging es für uns an diesem etwas trüben Samstag mit dem Zug gen Osnabrück wo wir dann auch passend zu den letzten Klängen von MACHINAE SUPREMACY die Halle Gartlage betraten. Von außen wirkte die Location wirklich riesig, die Halle, in welcher das Konzert stattfand, war dann doch etwas enger bemessen, als es zunächst den Eindruck machte und die Ränge zeugten davon, dass hier sonst wohl eher Sportveranstaltungen stattfinden. In dem im Vergleich zur eigentlichen Halle riesigen Vorraum befand sich alles, was für das leibliche Wohl vonnöten war, so dass niemand hungern oder dursten musste. Auch mit neuen Klamotten konnte man sich am Mercandise Stand ausrüsten.

Durch das verhältnismäßig junge Publikum bahnte ich mir meinen Weg gen Fotograben, um für ENSIFERUM „schussbereit“ zu sein. Nach einer kurzen Umbaupause legten diese auch sogleich mit „Token of Time“ los und feuerten „Into Battle“ direkt hinterher. Überhaupt gab sich Sänger Petri diesmal etwas wortkarger als sonst, es wurde diesmal weniger geredet und mehr gespielt – schließlich war die Spielzeit knapp und man wollte ja möglichst viel Material zum Besten geben. Geboten wurde ein bunter Mix aus Klassikern wie „Lai, lai, Hey! Hey!“ und neuem Material wie einer leicht veränderten Version vom neuen „Twilight Tavern“. Das Ganze mit gewohnter Spielfreude, den gewohnten Grimassen von Gitarrist Markus und permanenten Animationsversuchen von Basser Sami. Quasi alles so wie immer – von Tourmüdigkeit nach einigen Wochen on the road keine Spur. Die Fans dankten es ihnen und sangen bei „Iron“ – dem krönenden Abschluss kräftig mit. So verließen die 5 Finnen unter Zugaberufen die Bühne mit dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

Finnisch ging es dann mit dem Headliner – CHILDREN OF BODOM – auch weiter. Diesmal gab es eine etwas längere Umbaupause, in der man dann noch mal etwas Bier nachfüllen konnte, um für die bevorstehende Party bestens gerüstet zu sein. Los ging es für mich, die ich mich auf „Living Dead Beat“ als Opener eingestellt hatte, etwas anders als erwartet – und zwar mit „Not my Funeral“ vom neuesten Werk „Relentless Reckless Forever“. Aber auch das zündete ebenso gut wie Altbewährtes und man konnte direkt die ersten Cicle-Pits in der Menge erkennen. Gut, dass man sich auch auf die Ränge verkriechen konnte, denn in der Meute ging es ganz schön zur Sache und mir als Fotografin taten wieder die Mädels in der ersten Reihe leid, die den gesamten Druck der Pits an ihren Rippen spüren mussten. Apropos Mädels – die Frauenquote war für ein Metal-Konzert extrem hoch. Vor allem die der kreischenden Gattung in der ersten Reihe. Ja, die Bodom-Kinder sind scheinbar echte Teenie Stars geworden. Nun ja, kreischende Mädels hin oder her, nach dem neuen Opener feuerten die Finnen mit „Bodom Beach Terror“ meinen persönlichen Alltime Favoriten in die Menge und scheinbar bin ich nicht die einzige, die bei dem Song die Rübe nicht stillhalten kann. Die Auswahl hätte für mich als Fan der Alben bis „Are your death yet“ kaum besser sein, selbst das schon fas antike „Children of Bodom“ hatte es wieder in die Setlist geschafft. Klassiker wie „Hate Me“ und „Angels don’t kill“ fehlten auch nicht. Auch mein zu Anfang vermisstes „Living Dead Beat“ bekam ich noch zu hören. Genauso weinig fehlten die Platzwechsel von Basser Henkka und Gitarrist Roope, die Rotzattaken von Alexi. Diesmal konnte auch Tastenmann Janne die Plätze wechseln – für ihn waren 2 Keyboards auf Podesten aufgestellt. Kurzfristig konnte so auch Emmi von ENSIFERUM mitspielen.

Nach „Follow the Reaper“ ertönten die ersten Klänge von „Downfall“, die jedem Bodom-Fan der älteren Generation signalisierten, dass es sich nun um den letzten Song handeln würde. So wurde noch mal alles gegeben. Unter Zugaberufen verließen die Jungs die Bühne, um sie ein paar Minuten später zu den Klängen von „Was it worth it?“ wieder zu stürmen. Nach der Klassiker-Ballade „Everytime I Die“ gab es noch eine leicht abgeänderte Version von „Hate Crew Deathroll“, bei der die Menge brav den Refrain mitsang, bis die Lichter endgültig angingen und die 5 Finnen die Bühne verließen.

Ich verließ den Konzertsaal mit ein wenig gemischten Gefühlen. Zum einen: Wo waren die Ansagen hin? Alexi zeigte sich wie davor auch schon Petri reichlich wortkarg. Zudem konnte man bei den Bodom-Kindern deutlich die Tourmüdigkeit spüren – die Show wirkte professionell und solide, da gibt es nichts dran auszusetzen – aber irgendwie fehlte der Spielspass. Alexi sprang wie gewohnt schon mal auf die Podeste zu Janne und ging mit ihm auf „Tuchfühlung“, aber wo waren die spielerischen „Soli-Jagten“ der beiden? Überhaupt wirkte die ganze Show im Vergleich zu Früheren irgendwie lustlos „hingeklatscht“. Es gab natürlich einige ältere Songs zu hören und die Show war nicht so ein alkoholisches Desaster wie auf dem Summer Breeze 2010, aber es scheint so, als sei den Jungs unterwegs etwas die Spielfreude verloren gegangen.

Setlist CHILDREN OF BODOM
Not My Funeral
Bodom Beach Terror
Needled 24/7
Shovel Knockout
Roundtrip To Hell And Back
In Your Face
Living Dead Beat
Children Of Bodom
Hate Me!
Blooddrunk
Angels Don’t Kill
Follow The Reaper
Downfall

Was It Worth It?
Everytime I Die
Hate Crew Deathroll

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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