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CHRISTINA STÜRMER – MARLON

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Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 18.11.2005

Der Terrorverlag ist sich ja für kein noch so großes Abenteuer zu schade, und so machten wir uns an diesem eisigen Abend auf nach Niedersachen, um die musikalischen wie optischen Reize des Österreichischen Shooting Stars CHRISTINA STÜRMER in Augenschein zu nehmen. Das „Shooting“ bezieht sich dabei nur auf Deutschland, in Austria besitzt sie seit geraumer Zeit einen Status wie RAMMSTEIN und ist mithin der erfolgreichste einheimische Star nach FALCO (RIP). Entdeckt wurde die zierliche Christina bei einer Sendung namens „Starmania“, also einer Art „Superstars“-Klon. Dass sie trotzdem so erfolgreich und anhörbar geworden ist, kann man ihr demnach nicht hoch genug anrechnen. Jedenfalls versucht sie nun seit geraumer Zeit auch bei uns Fuß zu fassen, wozu ihre größten Hits auf einem Album versammelt wurden („Schwarz Weiss“). Vor allem die zweite Single-Auskopplung konnte auf sich aufmerksam machen, „Ich lebe“ platzierte sich immerhin in den Top 10. Kein Wunder also, dass die dazugehörige Tour gut läuft, der Schnitt soll so bei 1000 Leuten liegen, und genauso viele versammelten sich im Osnabrücker Hyde Park, wo zumeist ja eher härtere Formationen ihre Visitenkarte abgeben. Wetterbedingt waren wir ein klein wenig zu spät dran, so dass wir ihren Support Act MARLON nur wenige Sekunden lang „genießen“ konnten.

Der gute MARLON wurde mit 14 Jahren entdeckt, ist immer noch sehr jung und konnte mit dem Album „Hallo liebes Leben“ einen gewissen Achtungserfolg erzielen. Und auch wenn er von 2 Gitarristen begleitet wurde und einige Mädels ihren Spaß gehabt zu haben schienen – terrorkompatible Musik ist das auch im weiteren Sinne kaum. Also rein in die Pause, ein leckeres Getränk konsumiert und das Publikum beobachtet. Der typische „Stürmer-Fan“ ist eher weiblich, zwischen 15 und 35 Jahren alt, und nicht besonders szenig. Einfach ganz normale Leute in Alltagsklamotten, für die Musik eher Unterhaltung als Wissenschaft ist. In den ersten Reihen waren aber auch einige Hardcore-Anhänger, die später ihre mitgebrachten Transparente enthüllten. Kurz vor 21 Uhr war es dann schon so weit, Christina und ihre 4 Mitmusiker standen auf der Bühne…

Und die Besetzung kann man wirklich international nennen, da hätten wir den Franzosen Gwenael Damman am Bass, den spanisch-stämmigen Klaus Pérez-Salado hinter dem Drumkit sowie die 2 Gitarristen Hartmut Kamm (Deutschland) und Oliver Varga (Österreich). Alles versierte wenngleich austauschbare Musiker, die auch gerne mal die härteren Töne anschlagen, wie Biographien und Live-Spiel bewiesen. Ach und natürlich Christina selbst, die geradezu unfassbar schlank daherkam, und damit die bisher führende in dieser Disziplin, TONI KATER, auf den zweiten Platz verwies. Ob es an ihrer schweren Zahn-OP lag, dass sie so extrem drahtig wirkte, oder das ganz einfach ihre gottgegebene Natur ist, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber als alter Chauvi komme ich natürlich nicht umhin, ihre wirklich außerordentlich „niedliche“ Optik zu loben, besonders wenn sie verschmitzt lächelt. Und singen kann sie selbstverständlich auch, man fragt sich direkt, woher sie die kräftigen Vocals nimmt, die den ganzen Abend über perfekt saßen. Mit „Schwarz Weiss“ stieg sie in ihr Set ein, und im weiteren Verlauf des Abends wurden fast alle Songs des Quasi-Samplers exerziert (bis auf den ersten und den letzten!), der Überhit „Ich lebe“ sogar relativ früh. Daneben gab es aber auch brandneues („Die Sonne hinter dem Nebel“) und „Austria-exklusives“ Material, welches bisweilen relativ hart rüberkam, hier war die Stimmung aufgrund der Unkenntnis der meisten natürlich ein klein wenig gedämpfter, gegen Ende schlichen sich hier und da auch mal ein paar Längen ein. Ansonsten aber gaben sich die Zuschauer begeistert und mitsingbereit, was Frau Stürmer bei „Wir halten jetzt die Welt an“ zu einem kleinen Duett mit dem Publikum animierte. Ansonsten gab sie sich bis auf Ausnahmen nicht sonderlich redselig, einmal wurde die Band vorgestellt, und bei der aktuellen ruhigen Single „Mama…“ auf den Irakkrieg-Hintergrund hingewiesen. So wechselten sich Punkige, gefühlvolle und Pop Rockige Songs in sehr ansprechender Art und Weise ab, dass für jeden was dabei gewesen sein dürfte. „Vorbei“, der allererste in Deutschland veröffentlichte Song, beschloss dann den Hauptteil nach immerhin gut 70 Minuten. Natürlich wurde auch hier eine Zugabe gefordert, die dann nur noch 2 Stücke enthielt: „Bis ans Ende der Welt“, eine sehr gelungene RIO REISER-Coverversion (enthalten auf dem „Familienalbum Band 2“ Sampler“) und das überaus gefühlige „Engel (fliegen einsam)“, wo noch mal die Feuerzeuge gezückt wurden.

Christina plus Band haben bewiesen, dass auch Superstars-vorbelastete Künstler richtig rocken können und mit ihrer charmant-bescheidenen Art wird es das Alpenmädl auch bei uns sicher noch weit bringen. Eine nette Abwechslung zwischen all dem Metal und Elektrogelärme!

Setlist CHRISTINA STÜRMER
Schwarz Weiss
Immer an euch geglaubt
Sonne hinter dem Nebel
Glücklich
4 Jahreszeiten
Wir halten jetzt die Welt an
Ich lebe
Kind des Universums
Mama Ana Ahabak
Geh raus aus meinem Kopf
Reine Nebensache
Liebt sie dich so wie ich
E.T.
So wie ich bin
Lass alles
Sekunde
Vorbei

Bis ans Ende der Welt
Engel fliegen einsam

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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