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COMBICHRIST – REAPER

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Ort: Rostock - Mau-Club

Datum: 04.04.2007

Nachdem mich bisher alle musikalischen Outputs des Musikers Vasi Vallis (NAMNAMBULU & FROZEN PLASMA) restlos begeistern konnten, ließ ich es mir nicht nehmen, das eigentlich aus Spaß begonnene Projekt REAPER live anzusehen. Als Special Guest von COMBICHRIST machten sie auf einer Europatour auch Halt in Rostock. Leider war an diesem Mittwochabend der Club nur mäßig gefüllt.

Gegen 21.30 Uhr betrat REAPER Live-Keyboarder Gregor die Bühne und postierte sich hinter seinem Keyboard. Das Intro, bekannt vom aktuellen Album „Hell starts with an H“, erklang und nur wenig Licht zeigte das rot-schwarze bemalte Gesicht des Herren, der mit dem treibend elektronischen Sound sofort ordentlich Stimmung machte und Grimassen schneidend poste. Dann endlich ein bekanntes Gesicht, welches mit viel roter und schwarzer Schminke auf gewollt böse getrimmt war. Passend dazu das Outfit mit zerrissenem Shirt und Tarnfleckhose. Überraschenderweise präsentierte Vasi sich vorne auf der Bühne als Sänger, was ein ungewohntes Bild abgab für den sonst hinter den Keys stehenden Musiker. Allerdings machte er seinen Job richtig gut, schmetterte harte Vocals in den Raum und animierte die Gäste zum Tanzen und Feiern. Diese ließen sich auch nicht lange bitten und bewegten sich zu Songs wie „Memento Mori“ oder „Twisted Trophy Hunter“, die größtenteils vom aktuellen Album stammten. Hin und wieder ließ Vasi sich zwischen gewollt bösen Blicken auch zu einem erfreuten Grinsen hinreißen. Nach jedem Titel erntete er begeisterten Applaus und Schreie von einigen treuen Fans. Schweißtreibend, harmonisch und gar nicht stupide entfalteten sich die elektronischen Klänge und an Stillstehen war während des gesamten Auftritts nicht zu denken. Vasi räumte kurzzeitig die Bühne und überließ „ElectroGreg“ das Feld für ein geniales Instrumental-Keyboard-Solo. Mit seinen nur 19 Jahren hatte dieser das Publikum fest im Griff, welches auf Befehl sprang und die Arme hochriss. Eine sehr gute Wahl hatte Vasi mit diesem sympathischen Musiker und Publikumsliebling getroffen. Der Clubhit „Angst“ von der gleichnamigen EP aus dem Jahre 2005 ließ die Stimmung noch mal merklich in die Höhe gehen. Der Grieche bewegte sich energiegeladen auf der Bühne und tobte von links nach rechts und wieder zurück. Den Spaß, den er dabei hatte, konnte man ihm sehr deutlich ansehen. Ein elektronisches Feuerwerk folgte auch mit dem Stück „Execution of your Mind“, bei dem der Refrain lauthals vom Publikum mitgebrüllt wurde. Ein äußerst tanzbarer Auftritt der härteren Art ging zu Ende. An das anfangs ungewohnt „harte“ Bild von Vasi hatte ich mich schnell gewöhnt und der Spaßfaktor kam keinesfalls zu kurz. Es ist und bleibt wohl so: Alles, was Mastermind Vasi in die Hände nimmt, wird genial und großartig und man kann ohne Bedenken „zugreifen“! Nach dem Auftritt nahmen Gregor und Vasi sich Zeit für Small Talk, Autogramme und Fotos und ich konnte sogar noch eine LTD Edition des aktuellen Albums ergattern, von der es nur 333 Stück gibt und die ausschließlich auf der Tour verkauft wird.

Nachdem alle ordentlich angeheizt waren durch den Support-Act, dauerte es auch nicht sehr lange, bis COMBICHRIST aus Norwegen ihr Set begannen. Gründer Andy LaPlegua (ICON OF COIL, PANZER AG) brachte gleich zwei Drummer und einen Keyboarder mit auf die Bühne. Andy selbst kam mit Iro, schwarzer Farbe im Gesicht und schwarzen Kampf-Outfit. Stampfende Electro/ Industrial Beats zogen sich durch den gesamten Abend, an dem hauptsächlich Songs des aktuellen Albums „What The Fuck Is Wrong With You People“ gespielt wurden. Die Live-Musiker gaben alles und gerade der Drummer vor mir rastete ein bis zweimal so sehr aus, dass das ganze Drumkit durch die Gegend flog. Da musste der Andy ganz schön Gas geben, damit ihm seine Musiker im Hintergrund nicht die Show stahlen. Besonders die alten Titel wie „This Shit will fuck you up“ gingen richtig gut ab. Es war warm, dunkel, vernebelt und fast alle bewegten sich wie in Trance zur Techno-Body-Music und verschmolzen mit der Musik. Singend, schreiend und sich aggressiv bewegend erhielt Andy nicht nur die Aufmerksamkeit der weiblichen Fans und Jubel von allen Seiten. Man merkte auch gar nicht mehr, dass der Club nicht so gut gefüllt war. Als einer der größten Fans im Publikum entpuppte sich REAPER-Gregor, der euphorisch bei jedem Song mitging und wild herum sprang. Die Zeit verging wie im Flug und der Auftritt ging viel zu schnell zu Ende. Nach lautstarken Zugabe-Rufen folgte der Überhit „Get your body Beat“, zu dem auch Gregor auf die Bühne hüpfte. Gemeinsam performten beide voller Power den Song und Andy amüsierte sich sichtlich über seinen Hardcore-Fan. Erst nachdem das Elektrogewitter vorbei war, spürte man die Erschöpfung durch die viele Bewegung an diesem Abend.

Fazit: Genau das richtige Programm, um mal richtig abzuschalten und an nichts Schwermütiges zu denken!

Copyright Fotos: Cath Niemann

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