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COPENHELL 2017

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Ort: Kopenhagen - Refshaleøen

Datum: 22.06.2017 - 24.06.2017

Tag 1

Es gibt viele Wege in die Hölle von Kopenhagen – entweder per Hafenbus (gelbe Fähre), Fahrrad oder normalem Bus. Das Festivalgelände befindet sich in einem ehemaligen Industriegebiet unweit des Zentrums von Kopenhagen. Dank dieser Lage und der guten Verkehrsanbindung waren das Gros der 23.000 Besucher Tagesgäste und nur Wenige nutzten den Campingplatz mit Saunabus (ein Bus jagt den anderen), privater Kühlbox, Royal Tenthouse und dem Blick aufs Wasser. Das Campinggelände wurde hauptsächlich von den Zugereisten genutzt, und so traf man neben Schweden und Norwegern auch auf Deutsche, die Copenhell für sich entdeckt haben.

Kein Wunder, denn es gab viel auf dem detailverliebten Festival zu sehen. Die drei Tage waren gespickt mit unterschiedlichsten Rock– und Metal-Richtungen. Angefangen von den Veteranen des Hard Rock EUROPE über SAXON bis zum Thrash Metal von SLAYER. Weiter ging es musikalisch mit den metallischen FIVE FINGER DEATH PUNCH hin zum „Hybrid Metal“ von SYSTEM OF A DOWN und Rap Metal von PROPHETS OF RAGE. Neben den fetten Headlinern gab es auch musikalische Perlen zu entdecken, wie FRANK & CARTER AND THE RATTLESNAKES oder BAEST. Außerdem konnte man einen der letzten Auftritte von THE DILLINGER ESCAPE PLAN erleben, da sich die Band bekannterweise trennen wird. Für Freunde des Folk Metal spielten HULDRE am dritten Tag auf, sie brachten einen Wald auf die Bühne und eine Ladung Bonbons für das Publikum mit. Tanzend musizierend ging es auf der Bühne zu und davor sah man die Fans headbangen. Was für ein Kontrast! Mit MYRKUR war eine weitere Frontfrau beim sonst doch eher männlich dominierten Festival am Start. Bei FRANK CARTER gab es einen Song, zu dem nur Frauen crowdsurfen „durften“ und neben strahlenden Gesichter sah man ein Meer von Damen in den Securitygraben stürzen. Mit „I Hate You“ endete eine energiegeladene Show.

Doch von vorne: Am ersten Tag wurden die Besucher von Wikingern willkommen geheißen und die Damen von PIGEGARDEN zogen über das Gelände, bis INGLORIOUS auf der kleinen Pandaemonium Bühne das Copenhell eröffneten. Mit dem Auftritt von DEVILDRIVER wurde das gesamte Gelände geöffnet und neben einer fetten Death Metal Ladung konnte man sich entweder in die Wall of Death stürzen oder das Gelände erkunden, denn es gab viel zu entdecken. So konnte man in der B&W Halle die Kunstausstellung „Painted in Blood“ ansehen, über den Köpfen hinweg am Seil durch die Halle schweben oder im Restaurant essen. Die Halle bot auch Schutz vor dem doch sehr wechselhaften Wetter. Neben Autogrammstunden, die zwischen den Merchständen stattfanden, konnte man sich auch vorab online für ein Meet & Great seiner Lieblingsband anmelden!

Im Bierzelt präsentierte PAIN SOLUTION ihre aberwitzige unter bzw. durch die Haut gehenden Show. Auch lud das Bierzelt zu einem Karaoke-Wettbewerb mit Liveband ein. Man konnte dort auch sein Können am Tischkicker unter Beweis stellen oder sich bei „Hau den Lukas“ messen. Die Skateboard Skills konnten in der Hell Skate erprobt werden. Unweit entfernt gab es jedoch DIE Spielwiese für große Jungs: das Smadreland. Dort durften Autos zerkloppt werden. Wem das nicht ausreichte, der konnte sich ein Tattoo stechen lassen… oder Halma spielen. Vieles war möglich! Ein Stand bot ausschließlich Socken an, an einem anderen konnte man sein Handy aufladen lassen. In ASGARD war eine Mittelalterecke eingerichtet mit Badezuber, Hammer werfen, und ein Schmied fertigte Schmuck an.

Ungewöhnlich zeitig traten am Donnerstag IN FLAMES auf der Hauptbühne auf. Das Sonnenlicht tat der Stimmung keinen Abbruch und so wurde u.a. zu „Only For The Weak“ und „Deliver us“ gefeiert. Es folgte ein gespanntes Warten auf den Auftritt von PROPHETS OF RAGE, die sich aus Mitgliedern von RAGE AGAINST THE MASCHINE, PUBLIC ENEMY und CYPRESS HILL zusammensetzen. Ein Klassiker folgte dem Nächsten: wie ,,Take The Power Back“, „Bombtrack“, „Insane In The Brain“, „Jump Around“, „Bullet In The Head“ oder „Killing In The Name Of“. Zurück in die 80er ging es im Anschluss mit SAXON und einer gepflegten Portion Heavy Metal. Danach folgte mit SYSTEM OF A DOWN der Headliner des Festivals: das Gelände quoll über mit Fans, die sich zeitig vor der Bühne einfanden, um zu „Chop Suey“ und „Sugar“ abzufeiern oder bei dem ruhigen „Lonely Day“ abzutauchen. Immer präsent: die prägnante hohe Stimme von Serj Tankian. Leider war die Show ein Tick zu unpersönlich, darüber tröstete jedoch das sehr umfangreich Set hinweg, welches keine Wünsche offenließ.

Setlist SYSTEM OF A DOWN (Ohne Gewähr):
Intro
Suite Pee
Prison Song
Violent Pornography
Aerials
Mr. Jack
Ddevil
Needles
Deer Dance
Radio/Video
Hypnotize
Dreaming
Pictures
Highway Song
Bounce
Suggestions
Psycho
Chop Suey!
Lost in Hollywood
Question!
Lonely Day
Kill Rock’nRoll
B.Y.O.B
Roulette
Toxicity
Sugar

Tag 2

Der zweite Festivaltag war geprägt von „Jacke an und Jacke aus“, was immer noch besser war, als der Starkregen am Ersten, der zu dem Auftritt der Industrial-Legende MINISTRY eingesetzt hatte. Sogar der Shuttleservice wurde stark einschränkte, so dass etliche den Weg nach Hause zu Fuß antraten oder geduldig auf einen Platz im Bus warteten. Auch am zweiten Tag entdeckte man immer noch Neues auf dem Gelände, seien es die Sitzbänke zwischen den Merchständen, die an die vergangenen Festivals erinnerten, die Schlangen-Skulptur, der Friedhof am Eingang oder die Voodoo-Sitzpuppen. Neben den Merchständen gab es einen Stand, der ausschließlich Kleidung für Babys anbot (?!). Beim nächsten gab es Out-of-Print-Alben. Dank Mobil Pay wurde einem das Geldausgeben leichtgemacht. Sogar an den meisten Imbissständen konnte man mit Karte bezahlen. Einziges Problem war, dass man sich bei all dem angebotenen Essen nicht entscheiden konnte. Kreative Imbissnamen wie Smoken Hell, Pigs from Hell, Butchers Boy und Hell Kebab machten neugierig. Es gab das dänische Nationalgericht Stegt Flaesk mit Kartoffeln und Petersiliensauce. Wer es „leichter“ mochte, ging zum Vietnamesen und griff zu einem Salat. Mächtige Portionen machten glücklich und das Bier war im Sixpack auch gleich preiswerter und kam im praktischen Träger. Der Copenhell-Schnaps wurde in der Holzkirche im Graveyard-Bereich ausgeschenkt. Es gab genügend Sitzmöglichkeiten und ein Platz auf dem Hügel bot einen entspannten Blick auf die Hades- und Helviti-Bühne. Die 23.000 Besucher verteilten sich gut über das Gelände und wenn man Glück hatte, gab es auch wieder genug Milch für den Milchshake-Stand.

Am zweiten Tag musste man sich entscheiden: THE DILLINGER ESCAPE PLAN vs. MOTIONLESS IN WHITE. Zerstörte Gitarre, sperriger Mathcore, Crowdsurfen von Ben und Greg und durchschwitze Leiber gegen Frauenschwärmerei zu den Industrial/ Metalcore-Klängen der Musiker von MOTIONLESS IN WHITE, die trotz erhöhtem weiblichen Fan-Anteil, dem man den Song „Contemptress“ widmete, auch eine fette Metalcore Breitseite schmetterten. AIRBOURNE wilderten gekonnt im Hard Rock-Bereich und begannen ihr Set passenderweise mit „Ready To Rock“. Haare flogen, Bier floss, Schweiß ran und Joel ließ sich mit Gitarre auf den Schultern eines Security- Mannes ans Publikum tragen. Bereits zu ALTER BRIGDE war es erneut voll vor der Helviti-Stage und der Höhepunkt des Abends auf dieser Bühne war natürlich der Auftritt von FIVE FINGER DEATH PUNCH mit Ersatzsänger Tommy Vext von BAD WOLVES. Mit „Lift Me Up“ begann der Auftritt, und neben einem Handymeer-Leuchten gab es bei „Wash It All Away“ einen fetten Circle Pit und „The Wrong Side Of Heaven“ ludt unter Akustikgitarren-Einsatz zum Mitsingen ein. Geballte Energie ergoss sich zu „Under And Over It“ von der Bühne aus und übertrug sich auf die Fans.

Auch EVERY TIME I DIE, die am Vortag auftraten, hatten mit Sam Carter von den ARCHITECTS einen Ersatzsänger dabei. Die ARCHITECTS selbst hatten während ihres Auftritts am Vortag mit Soundproblemen zu kämpfen und auch der Platzregen erwischte sie, da sie zeitgleich mit MINISTRY auftraten. Der zweite Festivaltag endete mit der deutschen Band POWERWOLF auf der Hades-Stage und man hörte die Fans lauthals zu „Amen and Attack“ mitsingen. Attila verstand es, die Fans zu unterhalten – die Wölfe sind Entertainment pur. Völlige Reduzierung hingegen herrschte bei BATUSHKA. Rotes Bühnenlicht, verhüllte Sänger und Musiker und ein Duft von Weihrauch schwebte klebrig schwer süßlich passend zum schweren Black Metal über die Anwesenden.

Tag 3

Den Samstag eröffneten THE RAVEN AGE und trotz leichtem Regens hatten sich Einige eingefunden, um den letzten Tag vom Copenhell mit den Engländern zu beginnen. Der darauffolgende Auftritt von BAEST versankt im Wasser, und nur wenige Zuschauer hielten dem Wetter stand. Schade, denn eine powervolle aggressive Ladung gab es von der Band. Wechselhaft war das Wetter, Wasser musste abgepumpt werden und unermüdlich trotzten die Müllaufräumer Wind und Wetter. Erstaunlich, dass Bierdosen auf einem Festival erlaubt sind! Den ersten Besucheransturm verzeichnete man zu HATESPHERE, und eine volle Fläche bescherte kaum überraschend der Auftritt von EUROPE, welcher mit „The Final Countdown“ endete.

Nun folgte Schlag auf Schlag ein Highlight nach dem anderen. Erst holten OVERKILL den Thrash auf die Bühne und es folgte mit ROB ZOMBIE, ganz high und voller Elan, eine skurrile Zombieshow mit Kostümen und großen Posen. Natürlich durften auch große Songs wie „Dragula“ oder „Living Dead Girl“ nicht fehlen. Ruhig und ohne Showeinlagen ging es mit OPETH weiter. Viele wartete noch auf SLAYER, die noch einmal den Vorschlaghammer zu „Dead Skin Mask“ und „Raining Blood“ rausholten. Mit den Auftritten von RED WARSZAWA und THE BLACK DAHLIA MURDER endete schlussendlich das Copenhell 2017.

Wie schnell doch drei Tage vergehen können. Man wird süchtig nach mehr, da half auch der bekehrende Christ am Eingang nicht. Die Termine für 2018 stehen schon fest!

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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