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COVENANT

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Ort: Krefeld – Kulturfabrik

Datum: 26.11.2016

Eigentlich sollte diese Woche für mich von Konzerten gezeichnet sein. Am Dienstag ARCHIVE in Hamburg, donnerstags die PIXIES in Köln und zum Abschluss noch am Samstag COVENANT in Krefeld. Und was war? Ich lag mit ner fetten Erkältung flach und hatte zudem meine Stimme eingebüßt. Also nix Hanse- und Domstadt und die Samt-und-Seide-Metropole nur in abgespeckter Form. Soll heißen, ich habe auf die beiden Supportbands FADERHEAD und ISZOLOSCOPE verzichtet und mich auf den Hauptact konzentriert. COVENANT kehrten an diesem Abend sozusagen zu ihren Wurzeln zurück, denn ihr erstes Konzert auf deutschem Boden fand im Oktober 1995 in der Kulturfabrik statt. Damals waren die seit 1985 agierenden Schweden hierzulande noch völlig unbekannt; das hat sich mittlerweile deutlich geändert und so war nicht nur der Gig in Krefeld komplett ausverkauft, auch für die übrigen Shows gab es an den Abendkassen überwiegend keine Karten mehr.

Nun waren Eskil Simonsson, Daniel Jonasson und Daniel Myer (dem einen oder anderen sicherlich auch von HAUJOBB bekannt) nicht mit leeren Händen gekommen, sondern hatten ihre neue Platte „The Blinding Dark“ mit im Gepäck. Der neunte Studio-Silberling hat es auf einen durchaus beachtlichen Platz 33 in den Album-Charts gebracht und schließt damit an die Verkaufserfolge der vorherigen Platten an. Leider hatte ich noch nicht das Vergnügen, die aktuelle Konservenkost in Gänze genießen, umso gespannter war ich auf den Live-Vortrag.

Während die gut 1.000 Schwarzkittel zunächst von den kanadischen ISZOLOSCOPE und FADERHEAD aus Hamburg auf Betriebstemperatur gebracht wurden, beschränkte ich mich also auf die skandinavischen Elektro-Pioniere, die um 21.50 Uhr ihre Keyboards in Betrieb nahmen. Rote Nebelschwaden waberten durch den ehemaligen Schlachthof an der Dießemer Straße, vom Band hörten die gespannten Fans zunächst als Intro „Death of Identity, Fulwell“, bevor mit „Der Leiermann“ die Erlösung kam. Gleich zu Beginn hauten COVENANT einen ihrer großen Hits raus, der von weißen Strahlenbündeln flankiert war, ehe für das coole „Bullet“ die Stage ganz in grünes Licht getaucht wurde. Weiter ging’s mit neuem Material! Angefangen bei „I Close My Eyes“, das mit zwingenden Rhythmen gefiel, über „Morning Star“ mit seinen wummernden Bässen bis zum stoischen „Cold Reading“, das umgehend ins Bein ging. Mit „Figureheads“ kehrte man nicht nur zum 1996er „Sequencer“ zurück, sondern ging unter Lichtblitzen auch in die Vollen, was mit viel Beifall belohnt wurde. Derweil machte „Edge of Dawn“ vom Debüt „Dreams of A Cryotank” aus 1994 ordentlich Tempo, bevor dank des emotionalen „The Beauty And The Grace” („Modern Ruin” – 2011) einer von Eskils Lieblingssongs auf dem Programm stand. Herr Simonsson trägt dieser Tage übrigens Brille, ist aber ansonsten ganz der Alte geblieben. Zwischendurch sprach er immer mal wieder ein paar Brocken Deutsch und gab kurze Erklärungen zu den Liedern ab, die natürlich bei Klassikern wie beim extrem tanzbaren „Go Film“ vom 1998er „Europa“ oder dem hymnischen „The Men“ („Skyshaper“ 2006) bereits für sich selbst sprachen. Deshalb wurde „20 Hz“ vom gleichen Longplayer auch ebenso abgefeiert wie der ausführlich zelebrierte Evergreen „Stalker“, bei dem es endgültig kein Halten mehr gab. Es folgte „Lightbringer“ und eine Besetzungsänderung am Mikro, denn Daniel Myer verließ seinen Arbeitsplatz an den Tasten und übernahm federführend den Gesang bei dieser energiegeladenen Nummer. Unterstützt von Eskil im Background bewies auch Daniel Stimme und präsentierte seine Vocals ein gutes Stück aggressiver, als man das vom COVENANT-Fronter kennt. Der trat beim wunderbaren „Ritual Noise“ wieder die Führung an und wer jetzt noch nicht tanzte, war eindeutig auf der falschen Veranstaltung!

Leider markierte dieser Track um 23.25 Uhr auch schon das letzte Lied des regulären Sets, doch der Zugaben-Part war reich bestückt, man musste nur ein klein wenig Geduld aufbringen, bis die drei Herrschaften auf die Bühne zurückkehrten. Mit dem melodiösen „Dies Irae“ und dem druckvollen „Sound Mirrors“ gab’s zunächst wieder neue Musik auf die Ohren, um dann mit „Call The Ships To Port“ vom 2002er „Northern Light“ noch mal richtig steil zu gehen. Eskil bedankte sich an dieser Stelle artig bei seiner Anhängerschaft und wünschte sich noch einen letzten Tanz. Na, den sollte er bekommen! Zumal, wenn die Band derart gekonnt dafür sorgt, dass getanzt werden kann – nein, getanzt werden muss!

Noch ein kleiner Break, dann sang Eskil Simonsson „Happy Man“ a cappella an, um schließlich mit instrumentaler Unterstützung die rhythmusbetonten Grooves von „Prometheus“ mit sehnsuchtsvollem Gesang zu unterlegen. Auch hier hatten wir es mit einem seiner Favoriten zu tun, auf den quasi nahtlos das zeitlose „Dead Stars“ folgte. Dieser Song findet sich wie das finale „One World – One Sky“ auf „United States of Mind”, das vor nunmehr 16 Jahren in die Plattenläden kam und nichts an Charme eingebüßt hat. Als besonderes Highlight waren auf der Zielgeraden auch die Sänger der Support-Bands mit von der Partie, so dass man es auf und vor der Bühne noch mal amtlich krachen lassen konnte.

Um 0:10 Uhr war dann die COVENANT-Konzertreise durch Deutschland nach fantastischen 140 Minuten und insgesamt zehn Gigs leider auch schon wieder Geschichte. Vielleicht haben die Herrschaften aber auch im Anschluss noch auf der KuFa-Party zugeguckt, immerhin findet die nächste Show erst am 01.12.2016 in Rom statt, da hätte man an einem Samstagabend in der Düster-Disco gut und gern noch ein bisschen der alten Zeiten gedenken können. Für mich ging’s auf jeden Fall umgehend nach Hause – wohlgemerkt mit einem breiten Grinsen im Gesicht, denn COVENANT hatten mal wieder alles richtiggemacht!

Setlist
Intro
Der Leiermann
Bullet
I Close My Eyes
Morning Star
Cold Reading
Figurehead
Edge of Dawn
The Beauty And The Grace
20 Hz
Ignorance & Bliss
Stalker
Lightbringer
Ritual Noise

Dies Irae
Sound Mirrors
Call The Ships To Port

Happy Man
Prometheus
Dead Stars
One World – One Sky

Copyright Fotos: Daniela Vorndran

1 Kommentar

  1. Annie (KuFa) sagt:

    1000 Dank für deinen tollen Bericht! ;) )
    Schade, dass du krank warst (;. Eskil war noch Stunden bei der Aftershoparty und Fan nah wie immer! ;) , das als kleine Ergänzung; ). Und vielen Dank an alle Leute die dabei waren! !;))
    LG Annie

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