Terrorverlag > Blog > CULT OF YOUTH, DEATH OF ABEL, KING DUDE > CULT OF YOUTH – KING DUDE – DEATH OF ABEL

Konzert Filter

CULT OF YOUTH – KING DUDE – DEATH OF ABEL

150313-Cult-Of-Youth-0

Ort: Leipzig - Club E35

Datum: 13.03.2015

Der Frühling kann kommen und bevor die Festival-Saison losgeht, hat Leipzig aktuell auch einiges an tollen Konzerten zu bieten. Passenderweise an einem Freitag, den 13,. luden die Jungs von White Circles zu einer feinen Dark Folk und Post Punk Ménage à trois ein: KING DUDE, CULT OF YOUTH und DEATH OF ABEL.

Mit 22 Uhr relativ spät war im Club E35 im Leipziger Norden Einlass. Als wir wenig später eintrafen, begegneten wir einer längeren Schlange am Eingang. Erster Eindruck: Erstaunlich viele Hipster für diese Art Musik. Wenig später waren wir dann im Club, eine alte umfunktionierte Fabrikhalle mit einer Bühne, die mehr als deutlich meint: „Mittendrin statt nur dabei“. Für den Abend keine unpassende Location. Der Saal war auch gut gefüllt und irgendwann hieß es dann auch, dass der Laden ausverkauft sei. Erstaunlich, aber umso erfreulicher bei der Bandauswahl. Guter Geschmack verbreitet sich scheinbar doch noch. Bis zum Beginn der Konzerte war noch etwas Zeit, und so sind wir nochmal an die frische Luft gegangen. Dann kam noch der dazu, noch einer, noch jemand und noch ein … und verdammt, über eine halbe Stunde festgeschwatzt. Wir ahnten Schlimmes.

Und so war es dann auch, pünktlich zum Schluss der ersten Band DEATH OF ABEL kamen wir wieder in den Saal. Die Kurzmeinung der uns entgegen Kommenden reichte von begeistert bis ganz nett. Schade, aber leider spielte diese Band auch nur eine halbe Stunde. Aus zuverlässiger Quelle lässt sich aber doch Folgendes über den Auftritt berichten: DEATH OF ABEL ist das Nebenprojekt von Luca Morte, Sänger der Minimal-Band DIE SELEKTION. Und so schließt sich auch der Kreis zum „Kerngeschäft“ der Jungs von White Circle. Die Band aus Süddeutschland stand zu dritt auf der Bühne. Die ersten Lieder bestritt der Trommler in Camouflage bemaltem Gesicht und freiem Oberkörper. Auf Deutsch und Englisch vorgetragene Texte voller Melancholie, Akustikgitarre, Trommeln und Percussions machen DEATH OF ABEL zu einem erfrischenden Neofolkereignis und zeigen, dass manche Musiker problemlos auf zwei Hochzeiten tanzen können. Dem Publikum hat es gefallen und die bisher einzige Veröffentlichung der Band, die EP „A cruel streak“ wechselte am Merch-Stand zahlreich den Besitzer. Erfreulicherweise war einer davon auch ein befreundeter DJ und so hatten wir gleich am nächsten Abend noch einmal die Gelegenheit, zu DEATH OF ABEL das Tanzbein zu schwingen. Bitte mehr davon.

Nach einer kurzen Pause und einer kurzfristigen Änderung im Line-Up (ursprünglich sollte CULT OF YOUTH als nächstes spielen) war es Zeit für den famosen KING DUDE. Normalerweise als Band mit Tosten Larson und August Johnson unterwegs, war der King alias Thomas Jefferson Cowgill diesmal alleine unterwegs. 2010 brachten KING DUDE mit „Tonight’s Special Death“ ihr erstes Album heraus. Drei weitere und diverse Singles folgten, der Großteil ausverkauft. Mit seinem Mix aus Blues, Country und Dark Folk aber auch seinem charismatischen Auftreten machte sich der JOHNNY CASH aus Seattle schnell einen Namen. Und auch sein ganzes Erscheinungsbild erinnert stark an die Folk-Legende. Allerdings gab es für den Dude keinen Whisky, aber immerhin erkannte ein Groupie schnell die Brisanz der Situation und organisierte immerhin einen Rum. Lässig, mit Kippe, Drink und Gitarre (wahlweise Keyboard), verstand er es spielend, dass Publikum zu unterhalten. Der eine oder andere Spruch tat sein Übriges für einen gelungenen Auftritt. Mit der vollen Besetzung wäre sicherlich mehr Elan in der Performance gewesen. Aber spätestens Hits wie „Lucifer’s the light oft he world“ rissen dann doch alle mit. Auch wenn das Konzert nach einer Stunde viel zu schnell vorbei war, hinterließ der Auftritt von KING DUDE doch einen grandiosen Eindruck. Und wer Lust hatte, konnte mit ihm nach dem Auftritt noch einen an der Bar heben. Immer wieder ein Erlebnis.

CULT OF YOUTH sollten nach der Planänderung nun den Höhepunkt des Abends bilden. Und das taten sie auf jeden Fall auch von der Lautstärke her. Musikalisch befinden sie sich irgendwo zwischen Post-Punk und Neofolk. Deswegen wohl auch das recht durchwachsene Publikum. Zumindest bei diesem Auftritt kamen aber wohl eher die Freunde scheppernder E-Gitarren und lautem Geschrei auf ihre Kosten. Wörtlich genommen machte der Gitarrist mit seinem 80er Jahre Rock-Gepose dem Namen seiner Band keine Ehre. Neben den üblichen Punk-Zutaten befanden sich auch Trompete und Cello im Programm der Amerikaner. Der Masse hat es gefallen, für unsere „zarten“ Neofolk-Ohren war es etwas zu laut und punkig.

Und dann war auch schon leider wieder alles vorbei. Was bleibt ist die Erinnerung an einen Abend mit drei gelungenen Auftritten, die zeigen, wie vielfältig der Folk-Bereich doch sein kann. Abwechslung war garantiert. Und die setzte sich auf der After-Show-Party auch noch fort. Ein Dank an die Jungs von White Circle. Gerne mehr davon.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu CULT OF YOUTH auf terrorverlag.com

Mehr zu DEATH OF ABEL auf terrorverlag.com

Mehr zu KING DUDE auf terrorverlag.com