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CURIOUS – LAVAVEIN

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Ort: Gütersloh - Weberei

Datum: 04.12.2004

Wieder einmal hatten die Gütersloher Kollegen von www.bad-souls.de ein Konzertevent organisiert, welches die Schwarzkittelfraktion in die Weberei locken sollte. Nachdem man mit THE CASCADES/ END vor ein paar Monaten zuschauermässig nicht gerade abräumen konnte, hatte ich auf etwas mehr Anwesende gehofft, die sich zu einheimischen Klängen einen schönen Abend machen wollten. Immerhin konnte man für die läppischen 6 Euro Eintritt auch an der anschließenden Grufti-Party teilnehmen. Dennoch war ich ein wenig skeptisch, als ich gegen 21 Uhr mit der eigens aus der Hauptstadt angereisten Kollegin Helianthe den Parkplatz der Szenelokalität erreichte. Zufällig trafen wir dort auch gleich den Headliner des Abends, CURIOUS aus Bielefeld, die noch etwas orientierungslos wirkten, nicht musikalisch versteht sich. Jedenfalls befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viele Gestalten im doch recht großen Konzertraum, es bestand aber noch Hoffnung. Nachdem man zunächst von einer neuen Ausgabe des Dark Obsession-Mags überrascht wurde, begehrten doch nach und nach einige Individuen Einlass. Allerdings sahen die meisten gar nicht so schwarz aus, was sich im weiteren Verlauf des Abends noch bewahrheiten sollte.

Als Opener fungierten die noch relativ unbekannten LAVAVEIN, gute Bekannte des Headliners und im „Dreiländerdreieck“ Gütersloh – Bielefeld – Münster ansässig, was eben dazu führte, dass man einen richtig netten Fanclub dabei hatte. 80, 90 Leute mögen es schon gewesen sein, die für Anfeuerungen und sogar ein paar kleine Tanzeinlagen sorgten, Respekt. Da wollten sich Holger (Bass), der etwas schüchtern wirkende Felix an der Gitarre, Drummer Carsten und Sänger Björn nicht lumpen lassen und boten einen energievollen und überraschend langen Gig. Musikalisch kann man den Sound des Quartetts als Mischung aus Alternative und Stoner Rock mit leichten Gothic-Einflüssen bezeichnen, wobei der „wavige“ Einschlag auf der selbstbetitelten 6-Track-CD mehr zur Geltung kommt. Das liegt auch am charismatischen Shouter, der optisch eindeutig die Show bei LAVAVEIN macht, die ihren Sound selbst als „Hot Liquid Rock“ bezeichnen. Bjoerns Stimme liegt irgendwo zwischen den DEAD KENNEDYS und THE CULT, wobei er an diesem Abend gegenüber dem omnipräsenten Bass ein wenig zurückstecken musste. Dafür verteilte er Weihnachtsgeschenke ans Publikum: Das erste und kleinste erhielt der wieder mal an vorderster Front stehende „Chucky“, der sich über ein paar Buttons und Aufkleber freuen durfte. Mit dem Liedgut der Westfalen bin ich noch nicht so vertraut, möchte aber dennoch besonders „Special Morning“ erwähnen, welches aus dem restlichen, bereits sehr ordentlichen Songmaterial hervorsticht. Gegen Ende wurde sogar lautstark eine Zugabe gefordert und in Anbetracht des bereits ausgereizten Sets wiederholte man einfach noch mal einen Track. Sehr professionelle Leistung, die auf mehr hoffen lässt!

Danach passierte Überraschendes und auch wieder nicht (s.o.). Denn einige der Anwesenden verließen nun die Weberei, so dass für CURIOUS leider nicht mehr so viel Menschenmaterial zur Verfügung stand. 40 bis 50 mögen es dennoch gewesen sein, was immer noch ein halbwegs ordentlicher Rahmen war. Man darf auch nicht vergessen, dass die Wave-Rocker nur wenige Tage zuvor noch im Bielefelder Bunker Ulmenwall gastiert hatten und vielleicht so nicht jeder Fan mobilisiert werden konnte. Wer auch fehlte, war die etatmäßige Drummerin Suzie, die sich momentan in Kanada aufhält, dafür wurde ein Ersatz-Schlagwerker angelernt, der seine Sache mehr als gut machte, aber leider auch keine Songs außer der Reihe zuließ. So befand sich tatsächlich kein einziger CURE-Coversong in der Setlist, eigentlich schade bei der Vergangenheit. Und man hat ja aktuell auch das Stück „Siamese Twins“ für den 2ten Eqionoxe Tribute Sampler beigesteuert. Nun gut, auf der Bühne war jetzt ordentlich was los, denn nicht weniger als 6 Musiker gehören zum CURIOUS-Line Up. Neben Bassistin Moci, die ja auch bei REPTYLE zupft, und den beiden Gitarristen Patrick/ Marco, natürlich Ostwestfalens Antwort auf Robert Smith: Olli, dessen Freundin Marie die „curiosen“ Keyboardtasten bedient. Denn auch, wenn man heuer nicht mehr Goth’s Finest covert, ist die grundsätzliche Ausrichtung doch eine sehr ähnliche. Melancholischer Wave Rock, vielleicht einen Tick härter als bei den „Vorbildern“. Die Setlist setzte sich vor allem aus Stücken des „The Intimate Stranger“-Albums zusammen (genau 7), welches bei Genetic Music erschienen ist. Interessant ist dabei auch die Verwendung der afrikanischen Djembe (eine Art Handtrommel), von Marco kunstvoll bei einem Solo und dem Track „Disaster“ bedient. Mit „Rovers“ wurde auch ein Lied des 2002er Demos „Falling“ dargeboten, zudem wurde brandneues Material präsentiert. Nachdem man zunächst den Eindruck hatte, als seien die Musiker ein wenig demotiviert aufgrund der Besucherzahlen, steigerte man sich im Verlauf des Gigs bis hin zu einer eindrucksvollen Performance und 2 Ausflügen vom stimmgewaltigen Fronter Olli ins Publikum. So wurde schließlich auch bei CURIOUS eine Zugabe eingefordert, die mit „(A Chapter) of trivial fiction“ natürlich eingelöst wurde. Für alle Fans melancholischer Gitarrenklänge ist der Sixpack sicher eine lohnenswerte Alternative, der in naher Zukunft hoffentlich etrwas mehr Zuschauer ziehen wird. Vielleicht schon Ende Januar 2005 im Herforder Elfenbein zusammen mit GOTTESFINSTERNIS.

Setlist CURIOUS
Intro
Thought Of Angels
Time
Rovers
Eclipse
Drum/ Djembe Solo
The Silent Voice
A Thousand Sunrises
Gitarre/ Drum Solo
Disaster
The Dark Waters
Your Apology
Holy Ground

(A Chapter Of) Trivial Fiction

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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