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DAS ICH – MYSTIGMA

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Ort: Bielefeld - Movie

Datum: 21.12.2014

Die 1989 gegründete Dark Wave-Legende DAS ICH gastierte nach längerer Zeit wieder in Ostwestfalen und um ein Haar hätte es diese Tour nicht gegeben, da Sänger Stefan Ackermann vor ein paar Jahren sehr schwer erkrankte und sich mühsam wieder ins Leben zurück kämpfen musste. Auf dem diesjährigen M`era Luna Festival in Hildesheim überzeugten Bruno Kramm und Stefan Ackermann das Publikum wieder mit ihrer charismatischen Bühnenshow und zählten dort zu den absoluten Highlights des Gothic Spektakels. Auch an diesem Dezember-Abend kurz vor Weihnachten (wenige Stunden nach dem Tode UDO JÜRGENS’) wollten sich das unheilige Treiben im Bielefelder Movie – einem ehemaligen Kino – viele nicht entgehen lassen, so dass sich ca. 200 Leute einfanden.

Als Support wurden MYSTIGMA gewonnen, die ihren musikalischen Stil als melancholic Dark-Rock bezeichnen. Einigen werden sie noch als TEARS OF MYSTIGMA in Erinnerung sein, die Sänger Torsten Bäumer bereits 1993 gegründet hat. Nach einigen Wechseln im Line Up gehören jetzt Torstens Bruder Jörg (git, key), Stephan Richter (baß) und Malte Hagedorn (drum) fest zur Band, wobei letzter mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf hinter dem Schlagzeug Platz nahm und Stephan sich den Bass umschnallte. Erst nach dem Intro vom „A-Team“ kamen die beiden Brüder auf die Bühne, um mit ihren wuchtigen Sound ihr halbstündiges Set zu beginnen. Leider war zu diesem Zeitpunkt die Halle relativ leer, nur einige Neugierige schauten sich die Vorband an, der Rest hielt sich im gemütlichen Foyer auf oder rauchte draußen bei miesem Wetter noch eine Zigarette.

Das änderte sich schlagartig, als sich DAS ICH auf der Stage ankündigten. Herr Kramm ließ es sich schmunzelnder Weise nicht nehmen darauf hinzuweisen, dass die heutigen Gäste ja nur Gothic Statisten seien, weil es Bielefeld ja gerüchteweise gar nicht gebe. Jetzt war die Halle mit den ganzen „Statisten“ sehr gut gefüllt, nur ein ostwestfälisches Phänomen blieb: der Abstand zwischen dem Publikum und der Band schien im ersten Moment riesig, so dass Bruno die Fans bat, doch weiter nach vorne zu kommen, was dann auch geschah. Gut gelaunt und spielfreudig wie immer gingen Stefan Ackermann und Herr Kramm zusammen mit dem neuen Keyboarder Johannes Thon ans Werk (wie Bruno übrigens auch in der Piraten Partei aktiv). In ihrer mittlerweile 25 jährigen Bandgeschichte mit einigen veröffentlichten Alben gibt es ja reichlich Auswahl an Songs, die diese Historie dokumentieren. Als Opener wählte man mit „Kannibale“ eine der letzten Veröffentlichungen, die aber auch schon aus dem Jahre 2008 stammt, während man im Anschluss mit “Kain und Abel“ zu den Anfangstagen des Duos Ackermann/ Kramm zurückging. Wie ein roter Faden ziehen sich religiöse Themen durch das aus dem katholischen Bayern kommende Duo, es ist ihre Art, Gott den Mittelfinger zu zeigen und auf Missstände hinzuweisen. Mit „Unschuld Erde“ endete das reguläre Set nach einer knappen Stunde, wobei Stefan etwas angeschlagen vorzeitig die Bühne verließ. Erst hier war zu erkennen, dass der Frontmann seine gesundheitlichen Probleme, die ihn an den Rand seines irdischen Daseins gebracht hatten, doch noch nicht so einfach überwunden hatte. Eine kurze Pause reichte aber und jeder im Saal gönnte sie ihm, bevor mit „Uterus“, „Destillat“ und „Gottes Tod“ das vielumjubelte Finale bestritten wurde.

In einer kleinen Pause erwähnte Bruno, falls man noch ein Weihnachtsgeschenk suche, könne man ja am Merchandise Stand ein Shirt mit der Aufschrift „Gott ist Tod“ erwerben. Schwarzen Humor haben die beiden seit jeher bewiesen und wer glaubt, auf einer DAS ICH Show gehe es lahm und langweilig zu, der irrt gewaltig. Denn bei dieser recht intimen Veranstaltung wird auch das Publikum mit eingebunden. So forderte Stefan einige Fans auf, ihm mal den Text zu halten, damit er sich mit ihnen zusammen auf den Bühnenrand setzen und singen konnte oder bei der Zugabe „Gottes Tod“ mitzusingen. Im Anschluss des grandiosen Konzertes konnten die Fans sich noch am Merchandise Stand mit allen drei DAS ICH-Mitgliedern unterhalten, Fotos machen oder CDs signieren lassen. Wie ich mich selbst überzeugen konnte, war Stefan zu diesem Zeitpunkt wieder wohlauf und bei Kräften, zum Glück, hat er sich doch eben noch auf der Bühne völlig verausgabt. Vielen Dank an den Veranstalter für den gelungenen Abend und an DAS ICH, die den Weg doch noch in die Stadt am Teutoburger Wald gefunden haben, die es ja gar nicht gibt – angeblich.

Setlist DAS ICH (ohne Gewähr)
Kannibale
Kain und Abel
Keimzeit
Kindgott
Der Schrei
Erde Ruft
Die Propheten
Das Dunkle Land
Schwarzes Gift
Reanimat
Unschuld Erde

Uterus
Destillat
Gottes Tod

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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