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DEATH IN ROME – MOTHER SUNDAY

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Ort: Leipzig - Bandhaus

Datum: 08.04.2017

Die Location liegt etwas abgelegen im Leipziger Stadtteil Plagwitz. Wer hier Samstagabend auftaucht, hat ein bestimmtes Ziel. Für heute ist das ein gediegener Konzertabend mit zwei interessanten Bands. 20 Uhr war Einlass und so langsam findet sich eine überschaubare Besucherzahl von vielleicht 70 bis 80 Besuchern ein. Der Rest wird allerdings wirklich etwas verpassen. Die E35 Crew, verantwortlich für die Partyreihe „When the sun hits“, lädt zum Konzertabend mit MOTHER SUNDAY und DEATH IN ROME.

Als Vorband kommt MOTHER SUNDAY auf die Bühne. Eine Band mit diesem Namen gab es bereits: Psychedelic Rock mit einer 1971 veröffentlichten Single, die für mehrere Hundert Euro gehandelt wird. Danach war es vorbei und man findet auch so gut wie nichts über dieses Projekt. Der Name setzte sich aber unterbewusst fest bei den Protagonisten. Und so wird das Erbe zumindest namentlich fortgesetzt. Die neuen MOTHER SUNDAY sind die beiden Leipziger René Enke und Joseph Heinze. Im Winter 2015 als Trio gegründet stieg die Drummerin schon nach wenigen Monaten wieder aus. Die beiden Jungs suchten nicht unbedingt nach einem Ersatz, sondern konzentrierten sich mehr auf eine elektronisch-experimentelle Alternative. Wichtigstes Stilmittel bleibt aber die (häufig auch verzerrte) Gitarre, was man bei ihrem nun vierten Konzert auch eindrucksvoll hören kann. Musikalisch sind MOTHER SUNDAY nicht klar einzuordnen, Psychedelic Rock natürlich wie bei den Namensgebern, aber auch Postpunk und New Wave schwingen mit… oder wie es die Band selber treffend beschreibt, Ritual Wave. Jedenfalls bekommen die Zuschauer eine fantastische, dynamische Performance aus atmosphärischen Flächen, treibenden Momenten und einer düsteren Grundstimmung geboten, die auch gesanglich unterstützt wird. Pünktlich zum Auftritt im Bandhaus erschien mit „Our things to come“ das erste Album und gleichzeitig die erste physische Veröffentlichung als auf 35 Exemplare limitierte Kassette. Bei der gelungenen Musik von MOTHER SUNDAY sicherlich auch bald ein gefragtes Sammlerstück. Eine großartige Neuentdeckung und hoffentlich ereilt die „neuen“ MOTHER SUNDAY ein längeres Schicksal.

Ein Schalk, wer beim anschließenden Hauptact an DEATH IN JUNE und/ oder ROME denkt. DEATH IN ROME beziehe sich auf das gleichnamige Buch des amerikanischen Autors Robert Katz über das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen. Aber vielleicht ist auch das nicht ganz so ernst gemeint von dem mysteriösen Trio, das beim WGT 2015 seinen mit Spannung erwarteten ersten Auftritt hatte. DEATH IN ROME startete 2013 mit einem Cover von MILEY CYRUS‘ „Wrecking ball“. Danach folgten weitere Neuinterpretationen einiger der trashigsten und bekanntesten „Hits“ der letzten 30 Jahre – das spaltete die Neofolk-Gemeinde in Begeisterung und Ablehnung. Denn DEATH IN ROME geben sämtlichen Liedern ein neofölkisches Gewand mit allem, was die Szene ausmacht: Akustikgitarre, martialische Trommeln, Pathos, düstere Flächen und diverse Samples. Eine musikalische Nähe zu eingangs genannten Bands ist nicht abzustreiten und sicherlich auch gewollt. Die Jungs verstehen ihr Handwerk bestens, und so wird aus Pop-Gassenhauern ein Neofolk-Kracher nach dem anderen. Wie gehabt traten DEATH IN ROME wieder das gesamt Konzert über verhüllt auf, das Bandhaus eingehüllt in ätherische Düfte und im Hintergrund liefen szenetypische Videos. Und so schunkelten die Besucher zu Krachern wie „Wrecking ball“, „Barbie girl“, „Take on me“, „Diamonds“ und nicht zu vergessen, den einzigen selbst komponierten Song „Nein years“, lustiges Liederraten inklusive. Denn irgendwie ist doch niemand an den Originalen vorbeigekommen. Ein großartiger Auftritt.

Im Anschluss gab es noch eine Aftershow-Party mit den DJs von Apocalyptic Cocktails… (fast) frei von Coversongs.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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