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DEFTONES – LETLIVE.

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Ort: Hamburg - Große Freiheit

Datum: 25.02.2013

Nur zwei Konzerte gaben die DEFTONES im Rahmen ihrer „Koi No Yokan“-Tour in Deutschland: Eines davon glücklicherweise in Hamburg. Bereits um 19.30 Uhr war die Große Freiheit gut gefüllt und um 20 Uhr brach der Wahnsinn auf der Bühne in der ausverkauften Halle aus. Verantwortlich der Support Act LETLIVE…

Himmel, was für eine Bühnenshow hat Jason Aalon Butler geboten! Bereits nach den ersten drei Songs war die seitliche Bühnenabsperrung vom Sänger abgerissen und als Requisite missbraucht worden. Schweißdurchtränkt vollführte er Sprünge, Mikrofonakrobatik und wälzte sich unter ekstatischem Zucken des Körpers auf dem Boden. Was einige Bands an einem Abend an Action abliefern, hatte Jason bereits in den Anfangsminuten präsentiert. Selbst das Abtauchen in das Publikum durfte nicht fehlen. Zu „Muther“ wollte er die Hamburger zu einem Circle Pit animieren. Herauskam jedoch nur ein angedeuteter Pit, denn die DEFTONES-Fans gehören nicht unbedingt der Mathcore-Szene an. Dennoch sah man überall im Publikum amüsierte Gesichter, die sich über die Bühnenaction des Sängers freuten. Leider stahl er seiner Musik dadurch fast die Aufmerksamkeit. Er beließ es auch nicht damit, sein Mikrofon zu werfen, wie es später auch Chino gleichtat, sondern nahm es in seinen Mund, spuckte dieses dann in die Höhe, um es im selbigen Moment zu fangen. Schön auch sein unterdrückter Lachanfall, als Gittarist Jeff Sahyoun den Einsatz zu „Day 54“versaute. Wett machte Jeff dieses mit seiner überzeugenden Gesangsunterstützung an diesem Abend. Zum letzten Song „Day 54“ übergoss Jason sich mit Wasser. Das war optisch ein Highlight und mit einem Sprung in die Drums nahte das Ende des Auftritts. Der Titel ebbte in einem Drum- und Gitarreninferno aus. Erfreulich, dass weder Musikinstrumente noch ein Musiker noch die Bühne zu Schaden kamen.

Setlist LETLIVE.
Intro/ The Sick, Sick, 6.8 Billion
H.Ledger
Enemies
27
Muther
Renegad 86’
Day 54

Der Auftritt der DEFTONES begann mit wummernden Bässen und die Bühne war in Dunkelheit getaucht. Als die ersten Bandmitglieder erschienen und Chino-Rufe aus dem Publikum ertönten, ging das Licht an und los legte die Band mit „Be Quiet And Drive“.
Eine Mischung aus alten Tracks und neuen vom Tournamensgeber erwartete die Zuschauer an diesem Abend. Gitarrenwände und Basswellen strömten durch die Halle und durch die Körper der Fans, wobei manche Songs eher zum Wippen und Kopfnicken einluden, bei anderen dann klatschen Händemeere, Fäuste und Crowdsurfer wurden auf den Plan gerufen. Je weiter der Abend fortschritt und je weiter weg der energiegeladene Auftritt von LETLIVE. war, desto präsenter, gereifter und sympathischer wirkte der Auftritt der DEFTONES. Ein abwechslungsreiches Set bot die Band ihren Fans, wie beispielsweise „Engine No 9“, der durch den Chinos Sprechgesang dominiert wurde. Erstaunlich hart kamen die Amerikaner bei „You’ve Seen The Butcher“ daher und ruhigere Parts fand man bei „Entombed“ angereichert mit einem Solo von Stephen Carpenter.

Immer wieder fanden sich „entspannte“ Momente, in denen das Publikum mit dem Kopf wippte und dann brachen wieder die Gitarrenwand und das Drumgewitter von Abe Cunningham auf die Hamburger herein und Crowdsurfer tauchten vereinzelt auf. Bei „Diamond Eye“ wurde deutlich: keiner schreit so schön wie Chino. Ein weiteres Highlight an diesem Abend war „Tempest“ vom neuen Tonträger. Wie Mister Moreno balancierte auch Sergio Vega oft auf den Monitoren. Das Ganze erinnerte schon fast an einen Catwalk, so dass die beiden bis in die letzten Reihen gut zu sehen waren. Bei LETLIVE. erahnte man hingegen nur den Sänger, da dieser oft am Boden zappelte oder nur sein Kopf hinter den Monitoren hervorschaute. Chino ließ sich bei „Rocket Skates“ zu einem beherzten Sprung ins Publikum hinreißen. Bei „Poltergeist“ begab er sich ans Publikum, um die Hände der Fans abzuklatschen. In den ersten Reihen fanden sich, wie bei jedem Konzert, die feierwütigsten Fans. Es wurden Fäuste in die Höhe gerissen, Dreadlocks geschwungen und bei „ Minerva“ der Refrain mitgesungen. Die Gitarrenwand wurde noch fetter, wenn Chino selbst in die Saiten griff. Bei „Digital Bath“ ergossen dann drei Gitarren ihre geballte Wucht in die Große Freiheit. Bei den Zugaben „Root“ und „7 Word“ brach kurz der Wahnsinn im Publikum aus. Nur kurz, denn ganz so jung und frisch war der Großteil des Publikums nun auch wieder nicht. Kein Wunder, dass auch besonders die älteren Songs wie „Change“ Händemeere bis in die letzen Reihen hervorbrachten und die Fans zum Mitsingen einluden.

Auch wenn das Haupthaar kreisförmig durchzuschimmern beginnt und der Bauchansatz zugenommen hat, überzeugten die DEFTONES mit Energie auf der Bühne. Strahlende Gesichter sah man in den ersten und wohlwollendes Nicken in den letzten Reihen. Was gibt es Schöneres, als zufriedene Fans?!

Songs DEFTONES (ohne Gewähr)
Be Quite And Drive Away
Lotion
My Own Summer
Lhabia
Minerva
Diamond Eyes
Rocket Skates
You’ve Seen The Butcher
Feiticeira
Digital Bath
Tempest
Poltergeist
Entombed
Swerve City
Rivière
Change
Engine No.9
Nosebleed

Root
7 Words

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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